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40:8Alle Völker haben die gleiche Glaubensgrundlage. Die Wahrheit ist nur eine und kann nicht geteilt werden, die offensichtlichen Unterschiede zwischen den Nationen existieren, weil sie sich an Vorurteile klammern. Suchten die Menschen die Wahrheit, dann wären sie sich einig.40:9Das zweite Prinzip Bahá’u’lláhs lautet:40:9_55Die Einheit der Menschheit.40:10Der eine alliebende Gott schenkt Seine göttliche Gnade und Gunst der ganzen Menschheit. Einer und alle sind Diener des Höchsten, und Seine Güte, Barmherzigkeit und Gnade ergießen sich über alle Seine Geschöpfe. Der Ruhm des Menschseins ist eines jeden Erbteil.40:11Alle Menschen sind die Blätter und Früchte des gleichen Baumes, sie alle sind Zweige des Baumes Adams und haben alle gleichen Ursprung. Der gleiche Regen ist auf alle herniedergegangen, die gleiche warme Sonne lässt sie wachsen, sie alle werden durch den gleichen Wind erfrischt Der einzige Unterschied, der in der Tat besteht und Trennung bringt, ist der, dass es Kinder gibt, die einer Führung bedürfen, Unwissende, die Belehrung und Kranke, die Pflege und Heilung brauchen. Darum sage ich, dass die ganze Menschheit in die Barmherzigkeit und Gnade Gottes eingetaucht ist, wie uns die Heiligen Schriften sagen: alle Menschen sind gleich vor Gott. Er sieht nicht die Person an.40:12Das dritte Prinzip Bahá’u’lláhs lautet:40:12_56Religion sollte Liebe und Zuneigung hervorrufen.40:13Die Religion sollte alle Herzen vereinen und Krieg und Streitigkeiten auf der Erde vergehen lassen, Geistigkeit hervorrufen und jedem Herzen Licht und Leben bringen. Wenn die Religion zur Ursache von Abneigung, Hass und Spaltung wird, so wäre es besser, ohne sie zu sein, und sich von einer solchen Religion zurückzuziehen, wäre ein wahrhaft religiöser Schritt. Denn es ist klar, dass der Zweck des Heilmittels die Heilung ist, wenn aber das Heilmittel die Beschwerden nur verschlimmert, so sollte man es lieber lassen. Jede Religion, die nicht zu Liebe und Einigkeit führt, ist keine Religion. Die heiligen Propheten waren alle gleichsam Seelenärzte, sie gaben Rezepte, um die Menschheit zu heilen. Darum stammen alle Heilmittel, die zur Erkrankung führen, nicht vom großen und überragenden Arzte.40:14Das vierte Prinzip Bahá’u’lláhs lautet:40:14_57Einheit von Religion und Wissenschaft.40:15Wir mögen die Wissenschaft als einen Flügel und die Religion als einen anderen Flügel betrachten. Der Vogel braucht zwei Flügel, um fliegen zu können, einer allein wäre zwecklos. Jede Form von Religion, die der Wissenschaft nicht entspricht oder sich zu ihr im Gegensatz befindet, ist gleichbedeutend mit Unwissenheit, denn Unwissenheit ist der Gegensatz von Wissen.40:16Eine Religion, die nur aus vorurteilsvollen Riten und Bräuchen besteht, ist nicht die Wahrheit. Lasst uns ernsthaft danach streben, zu Werkzeugen der Vereinigung von Religion und Wissenschaft zu werden.40:17‘Alí, der Schwiegersohn Muḥammads, sagte: »Was mit der Wissenschaft übereinstimmt, ist auch mit der Religion in Einklang.«
Was immer die Intelligenz des Menschen nicht zu begreifen vermag, sollte auch von der Religion nicht angenommen werden. Die Religion geht mit der Wissenschaft Hand in Hand, und jede Religion, die der Wissenschaft widerspricht, ist nicht die Wahrheit.40:18Das fünfte Prinzip Bahá’u’lláhs lautet:40:18_58Vorurteile in Bezug auf Religion, Rasse oder Bekenntnis zerstören die Grundlagen der Menschheit.40:19Alle Spaltungen in der Welt, Hass, Krieg und Blutvergießen werden durch das eine oder andere dieser Vorurteile hervorgerufen.40:20Die ganze Welt muss als ein einziges Land betrachtet werden, alle Völker als ein Volk und alle Menschen als eine
Gattung Mensch. Religionen, Rassen und Nationen sind alle nur Trennungen, die der Mensch gemacht hat, und nur in seinem Denken nötig. Vor Gott gibt es weder Perser, noch Araber, Franzosen oder Engländer, denn Gott ist ihrer aller Gott, und für Ihn gibt es nur eine Schöpfung. Wir müssen Gott gehorchen und danach streben, Ihm zu folgen, indem wir alle unsere Vorurteile hinwegtun und der Erde Frieden bringen.40:21Das sechste Prinzip Bahá’u’lláhs lautet:40:21_59Gleiche Daseinsmöglichkeiten.40:22Jedes menschliche Wesen hat das Recht zu leben, alle haben ein Anrecht auf Ruhe und auf ein gewisses Maß von Wohlstand. Wenn ein Reicher auf seinem Schloss in Üppigkeit und größter Behaglichkeit zu leben vermag, so sollte auch der Arme so viel erhalten können, dass er leben kann. Niemand dürfte Hungers sterben, jeder müsste ausreichende Kleidung haben. Es dürfte keiner im Überfluss leben, während andere keine Daseinsmöglichkeit besitzen.40:23Lasst uns mit unserer ganzen Kraft versuchen, bessere Verhältnisse zu schaffen, so dass keine einzige Seele hilflos ist.40:24Das siebente Prinzip Bahá’u’lláhs lautet:40:24_60Gleichstellung der Menschen – Gleichheit vor dem Gesetz.40:25Das Gesetz muss herrschen und nicht der Einzelne. Dadurch wird die Welt zu einer Stätte der Schönheit werden und wahre Bruderschaft zustande kommen. Wenn die Menschen Zusammengehörigkeitsgefühl erlangt haben, werden sie die Wahrheit gefunden haben.40:26Das achte Prinzip Bahá’u’lláhs lautet:40:26_61Weltfrieden.40:27Die Völker und Regierungen aller Länder müssen einen obersten Gerichtshof wählen, in dem Mitglieder der einzelnen Länder und Regierungen in Einigkeit tagen. Alle Streitfragen sollen vor dieses Gericht gebracht werden, dessen Aufgabe die Verhütung von Kriegen ist.40:28Das neunte Prinzip Bahá’u’lláh lautet:40:28_62Dass sich die Religion nicht mit politischen Fragen befassen sollte.40:29Die Religion befasst sich mit geistigen Fragen, die Politik mit weltlichen Angelegenheiten. Die Religion hat es mit der Gedankenwelt zu tun, während das Gebiet der Politik zum Bereich der äußeren Gegebenheiten gehört.40:30Die Aufgabe der Geistlichkeit liegt in der Erziehung des Volkes, in seiner Unterweisung, Beratung und Bildung, damit es geistig wachse. Mit politischen Fragen hat sie nichts zu tun.40:31Das zehnte Prinzip Bahá’u’lláhs lautet:40:31_63Erziehung und Bildung der Frauen.40:32Die Frauen sind mit den Männern auf Erden gleichberechtigt. Für die Religion und die Gesellschaft stellen sie einen sehr wichtigen Bestandteil dar. Solange den Frauen die höchsten Möglichkeiten verschlossen bleiben, werden sie außerstande sein, die Bedeutung zu erlangen, zu der sie fähig wären.40:33Das elfte Prinzip Bahá’u’lláhs bezieht sich auf:40:33_64Die Macht des Heiligen Geistes, durch den allein geistige Entwicklung möglich ist.40:34Nur durch den Odem des Heiligen Geistes ist geistige Entfaltung möglich. Wie sehr die materielle Welt sich auch entwickeln und wie prächtig sie sich schmücken mag, so wird sie doch stets leblos bleiben, solange nicht die Seele in ihr ist; denn die Seele belebt den Körper. Der Körper an sich hat keine wirkliche Bedeutung. Ohne die Segnungen des Heiligen Geistes hätte der stoffliche Körper keine Regung.40:35Dies sind, ganz knapp erläutert, einige Grundsätze Bahá’u’lláhs.40:36Wir sollten alle, kurz gesagt, Verehrer der Wahrheit sein. Lasst uns zu jeder Zeit und in jedem Lande nach ihr suchen und dabei auf der Hut sein, uns nicht an Persönlichkeiten zu hängen. Schauen wir auf das Licht, wo immer es leuchtet, und werden wir fähig, das Licht der Wahrheit zu erkennen, gleichviel, wo es aufgeht. Lasst uns den Duft der Rosen durch die Dornen hindurch einatmen und das sprudelnde Wasser aus jeder reinen Quelle trinken.40:37Seit meiner Ankunft in Paris hat es mir viel Freude bereitet, mit Parisern wie euch zusammenzukommen, denn ihr seid, Gott Lob, verständig, vorurteilsfrei und begierig, die Wahrheit zu erkennen. Ihr habt im Herzen Menschenliebe und müht euch, soweit ihr könnt, um die Sache der Wohlfahrt und die Verwirklichung der Einheit. Dies ist Bahá’u’lláhs besonderer Wunsch.
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