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51:17Dies ist die Bedeutung der Kraft des Heiligen Geistes, um die ich für euch bete, dass sie freigebig auf euch herabkommen möge.– 52 –
[Der Auftrag]52:0_76Paris, Avenue de Camoëns 4, 28. November 191152:1In diesen Versammlungen, bei denen wir uns getroffen und miteinander gesprochen haben, seid ihr alle mit den Prinzipien dieser Sendung und mit der Wirklichkeit der Dinge vertraut geworden. Es ist euch gegeben worden, diese Dinge zu erkennen, aber es gibt noch viele Menschen, die nicht erleuchtet und in Aberglauben versunken sind. Sie haben noch wenig von dieser großen und herrlichen Sache gehört, und das Wissen, das sie haben, beruht größtenteils nur auf Hörensagen. Ach, arme Seelen, ihr Wissen gründet nicht auf der Wahrheit, die Grundlage ihres Glaubens ist nicht die Lehre von Bahá’u’lláh! Wohl ist etwas Wahres an dem, was man ihnen erzählt hat; der größte Teil ihrer Unterweisung aber war ungenau.52:2Die wirklichen Prinzipien der gesegneten Sache Gottes sind die elf Grundsätze, die ich euch genannt und sorgfältig nacheinander erläutert habe.52:3Ihr müsst euch bemühen, immer in unmittelbarem Gehorsam gegenüber den Lehren und Gesetzen Bahá’u’lláh zu leben und zu handeln, auf dass jeder an allem, was ihr im Leben tun möget, erkenne, dass ihr in Wort und Tat Nachfolger der Gesegneten Schönheit seid.52:4Bemühet euch so, auf dass diese herrliche Lehre den Erdball umfasse und Geistigkeit in die Herzen der Menschen dringe.52:5Der Odem des Heiligen Geistes wird euch bestärken, und wenn sich auch viele gegen euch wenden werden, so sollen sie doch nicht die Oberhand gewinnen.52:6Als der Herr Christus mit Dornen gekrönt war, wusste Er, dass Ihm alle Kronen der Erde zu Füßen lagen. Alle irdischen Kronen, wie prachtvoll, mächtig und strahlend sie auch waren, beugten sich anbetungsvoll vor der Dornenkrone. Es war diese sichere und gewisse Erkenntnis, von der Er sprach, als Er sagte: »Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden.«Mt. 28:18.
Q52:7Nun sage ich euch: bewahret es in euren Herzen und euren Sinnen. Fürwahr, euer Licht wird die ganze Erde erleuchten. Eure Geistigkeit wird auf das Innerste der Dinge einwirken. Ihr sollt in Wahrheit zu leuchtenden Fackeln des Erdballs werden. Fürchtet euch nicht und seid nicht bestürzt, denn euer Licht wird das tiefste Dunkel durchdringen. Dies ist Gottes Verheißung, die ich euch gebe. Erhebet euch und dienet der Macht Gottes!– 53 –
Die letzte Versammlung53:0_77Paris, Rue Greuze 15, 1. Dezember 191153:1Als ich vor einiger Zeit zum ersten Mal nach Paris kam, schaute ich mit großem Interesse umher und verglich in Gedanken diese schöne Stadt mit einem großen Garten.53:2Mit liebender Sorgfalt und viel Überlegung prüfte ich den Boden und fand ihn gut und voller Möglichkeit für einen standhaften Glauben und eine feste Überzeugung, denn eine Saat der Gottesliebe wurde auf den Boden ausgestreut.53:3Wolken himmlischer Barmherzigkeit strömten auf sie ihren Regen hernieder, und die Sonne der Wahrheit fiel warm auf die jungen Saaten, und heute kann man in eurer Mitte die Geburt des Glaubens gewahren. Die Saat, die in den Boden gesenkt ward, beginnt zu sprießen, und ihr werdet sie von Tag zu Tag wachsen sehen. Die Segnungen aus dem Reiche Bahá’u’lláhs werden in der Tat eine wunderbare Ernte erbringen.53:4Seht, ich bringe euch frohe und freudige Botschaft! Paris wird zu einem Rosengarten werden. Alle Arten von schönen Blumen werden in diesem Garten sprießen und blühen, und der Ruhm ihres Duftes und ihrer Schönheit wird alle Länder durchdringen. Denke ich an das Paris der Zukunft, so meine ich, es in das Licht des Heiligen Geistes getaucht zu sehen. Wahrlich, es dämmert der Tag, an dem Paris seine Erleuchtung erhält, und die Güte und Barmherzigkeit Gottes werden jedem lebenden Geschöpf sichtbar werden.53:5Lasset nicht zu, dass euer Sinn in der Gegenwart weile, sondern schaut mit gläubigem Auge in die Zukunft, denn Gottes Geist wirkt wahrhaftig in eurer Mitte.53:6Seit meiner Ankunft vor wenigen Wochen kann ich die Geistigkeit wachsen sehen. Anfangs kamen nur wenige Seelen des Lichtes wegen zu mir, doch während meines kurzen Aufenthaltes bei euch hat die Zahl zugenommen und sich verdoppelt. Das ist verheißungsvoll für die Zukunft.53:7Als Christus gekreuzigt wurde und von dieser Welt ging, hatte er nur elf Jünger und nur einige wenige, die ihm anhingen. Da Er aber der Sache der Wahrheit diente, so möget ihr heute das Ergebnis Seines Lebenswerkes betrachten. Er hat die Welt erleuchtet und der toten Menschheit Leben verliehen. Nach Seinem Aufstieg wuchs Seine Sache allmählich, die Seelen Seiner Anhänger strahlten stärker und stärker, und der erlesene Duft ihres heiligen Lebens verbreitete sich allenthalben.53:8Nun hat heute, Gott sei Dank, ein ähnlicher Zustand in Paris begonnen. Es gibt viele Seelen, die sich zum Reiche Gottes gewendet haben und die durch die Einigkeit, Liebe und Wahrheit Gottes angezogen wurden.53:9Versucht, so zu wirken, dass die Güte und Barmherzigkeit Abhás ganz Paris umfange. Der Odem des Heiligen Geistes wird euch helfen, das himmlische Licht des Königreiches wird euch ins Herz hineinscheinen, und die gesegneten Engel Gottes werden euch Kraft aus dem Himmel bringen und euch helfen. Danket dann Gott von ganzem Herzen, dass euch dieser höchste Vorzug zuteil ward. Ein großer Teil der Welt ist in Schlaf versunken, ihr hingegen seid aufgeweckt worden. Viele sind blind, ihr aber seid sehend.53:10Der Ruf des Königreiches ist in eurer Mitte vernommen worden. Ehre sei Gott, ihr wurdet wiedergeboren. Ihr wurdet getauft durch das Feuer der Gottesliebe. Ihr wurdet in das Meer des Lebens getaucht und wiederbelebt durch den Geist der Liebe.53:11Seid Gott dankbar, dass ihr eine solche Gunst empfangen habt und zweifelt niemals an Seiner Güte und Seinem liebenden Wohlwollen, sondern habt unvergänglichen Glauben an die Gaben des Königreiches. Vereint euch in brüderlicher Liebe, seid bereit, füreinander euer Leben zu geben und nicht nur für die, die euch teuer sind, sondern für die gesamte Menschheit. Schaut auf die ganze Menschheit als Glieder einer Familie, die alle die Kinder Gottes sind, und wenn ihr das tut, werdet ihr keinen Unterschied zwischen ihnen erblicken.53:12Wir mögen die Menschheit mit einem Baum vergleichen. Dieser Baum hat Zweige, Blätter, Knospen und Früchte. Denket von allen Menschen, als wären sie Blumen, Blätter oder Knospen dieses Baumes, und versucht, allen und jedem zu helfen, auf dass sie Gottes Segnungen erkennen und sich ihrer erfreuen. Gott vernachlässigt keinen: er liebt alle.53:13Der einzige wirkliche Unterschied zwischen den Menschen besteht darin, dass sie sich auf verschiedenen Entwicklungsstufen befinden. Einige sind unvollkommen – sie müssen vervollkommnet werden. Einige schlafen – sie müssen aufgeweckt werden. Einige sind säumig – sie müssen gerüttelt werden. Doch einer und alle sind Gottes Kinder. Liebet sie alle von ganzem Herzen. Keiner ist für den anderen ein Fremder, alle sind Freunde. Heute Abend komme ich, um von euch Abschied zu nehmen, aber behaltet im Herzen, dass wir, wenn wir auch körperlich weit voneinander getrennt sind, im Geiste doch immer beisammen bleiben.53:14Ich trage jeden von euch und euch alle im Herzen und werde keinen von euch vergessen, und ich hoffe, dass keiner von euch mich vergessen wird.53:15Lasset uns mit Herz und Seele danach streben – ich im Osten und ihr im Westen – dass Einigkeit in der Welt sei, dass alle Völker zu einem Volke werden und die ganze Erdoberfläche wie ein Land sei, denn die Sonne der Wahrheit scheint gleicherweise auf alle.53:16Alle Propheten Gottes sind aus Liebe zu diesem einen großen Ziele gekommen.53:17Sieh, wie Abraham bestrebt war, Glauben und Liebe unter die Menschen zu bringen, wie Moses versuchte, die Menschen durch feste Gesetze zu einen, wie der Herr Christus bis in den Tod hinein litt, um das Licht der Liebe und Wahrheit in eine verdüsterte Welt zu bringen, wie Muḥammad suchte, Einigkeit und Frieden in die verschiedenen unzivilisierten Stämme seiner Umgebung zu tragen. Und als letzter von allen hat Bahá’u’lláh vierzig Jahre lang für die gleiche Sache gelitten, für das einzige edle Ziel, Liebe unter die Menschenkinder zu tragen, und für den Frieden und die Einheit der Welt hat der Báb Sein Leben dahingegeben.53:18Bemühet euch deshalb, dem Beispiel dieser göttlichen Wesen zu folgen, trinket aus ihrer Quelle, lasset euch durch ihr Licht erleuchten und werdet für die Welt zu Sinnbildern der Barmherzigkeit und der Liebe Gottes. Seid der Welt wie Regen und Wolken des Erbarmens, wie Sonnen der Wahrheit. Seid ein himmlisches Heer, und ihr werdet wirklich die Stadt der Herzen erobern.53:19Seid dankbar, dass Bahá’u’lláh einen festen und sicheren Grund gelegt hat. Er ließ keinen Raum für Trauer in den Herzen, und in den Schriften Seiner geheiligten Feder ist für die ganze Welt Trost enthalten. Er besaß die Worte der Wahrheit, und alles, was nicht mit seiner Lehre übereinstimmt, ist falsch. Das Hauptziel Seines ganzen Wirkens war, das Trennende einzureißen.53:20Das Testament Bahá’u’lláhs ist ein Regen der Güte, eine Sonne der Wahrheit, Wasser des Lebens, der Heilige Geist. Darum öffnet eure Herzen, um die volle Kraft Seiner Schönheit zu empfangen, und ich will für euch alle beten, dass euch diese Freude zuteilwerde.53:21Nun sage ich: »Lebet wohl!«53:22Das sage ich aber nur zu eurem äußeren Sein. Ich sage es nicht zu euren Seelen, denn unsere Seelen sind immer beisammen.53:23Seid getröstet und dessen versichert, dass ich mich Tag und Nacht dem Abhá-Reich in Fürbitte für euch zuwenden werde, auf dass ihr Tag um Tag besser und heiliger werdet, näher zu Gott kommt und mehr und mehr durch den Strahl Seiner Liebe erleuchtet werdet.Teil 3– 54 –
Ansprache ‘Abdu’l-Bahás im Versammlungssaal der Freunde, St. Martin’s Lane, London W.C54:0_78Sonntag, 12. Januar 191354:1Vor etwa tausend Jahren wurde in Persien eine Gemeinschaft gegründet, welche sich Gesellschaft der Freunde nannte. Die ›Freunde‹ trafen sich zu stiller Begegnung mit dem Allmächtigen.54:2Sie gliederten die göttliche Philosophie in zwei Arten: Wissen der ersten Art kann durch Unterricht und Studium an Schulen und Universitäten erworben werden. Die zweite Art der Philosophie war die der Illuminaten oder Anhänger des inneren Lichts. Die Lehrstunden für diese Philosophie wurden in aller Stille abgehalten. Man meditierte und wandte das Angesicht der Quelle des Lichts zu; so strahlten von diesem Mittelpunkt des Lichts her die Geheimnisse des Reiches Gottes in den Herzen dieser Menschen wider. Alle theologischen Probleme wurden durch die Kraft der Erleuchtung erhellt.
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