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181Das Volk Bahás beschreibend, hat die Erhabenste Feder folgende Worte herniedergesandt: »Wahrlich, dies sind Menschen, welche, wenn sie in Städte von reinem Gold kommen, derer nicht achten; und wenn sie der schönsten und anmutigsten aller Frauen begegnen, wenden sie sich ab.«
Solches wurde durch die Erhabenste Feder für das Volk Bahás von seiten des Ratgebers, des Allwissenden herabgesandt. Und in den letzten Absätzen des Tablets an Seine Majestät den Kaiser von Paris (Napoleon III.) sind diese erhabenen Worte geoffenbart: »Frohlockst du über die Schätze, die du besitzest, wo du doch weißt, dass sie vergehen werden? Freust du dich darüber, dass du eine Spanne Erde beherrschst, während die ganze Welt in den Augen des Volkes Bahás so viel wert ist wie das Schwarze im Auge einer toten Ameise? Überlasse dies denen, die ihre Lust dareingesetzt haben, und wende dich Ihm, der Sehnsucht der Welt, zu.«Vgl. Bahá’u’lláh, Súratu’l-Haykal, in: Anspruch und Verkündigung 1:156, vgl. Abs. 93 – Anm. d. Hrsg.
182Gott allein – gepriesen sei Seine Herrlichkeit – weiß um die Dinge, die über diesen Unterdrückten gekommen sind. Jeder Tag bringt Uns einen neuen Bericht über Gerüchte, die gegen Uns in der Gesandtschaft in Konstantinopel umlaufen. Gnädiger Gott! Das einzige Ziel ihrer Machenschaften ist, diesen Diener vollends zu vernichten. Sie vergessen jedoch, dass Erniedrigung auf dem Pfade Gottes Mein wahrer Ruhm ist. In den Zeitungen stand: »Was die Betrügereien einiger Verbannter in ‘Akká und ihre Ausschreitungen gegen verschiedene Leute angeht, usw. …« Den Verkörperungen der Gerechtigkeit und den Dämmerungsorten der Redlichkeit sind Meine Absicht und Mein Ziel klar und offenkundig. Kurz, man machte sich auf, Mir mannigfache Drangsal zuzufügen, und behandelte Mich ungerecht und grausam. Bei Gott! Nicht gegen die erhabenste Wohnstatt möchte dieser Unterdrückte dieses Exil eintauschen. In den Augen der Einsichtsvollen ist alles, was dem Menschen auf dem Pfade Gottes widerfährt, offenbarer Ruhm und höchster Gewinn. Früher schon sagten Wir: »Ruhm sei Dir, o mein Gott! Wäre es nicht durch die Leiden auf Deinem Pfad, wie könnten die, welche Dich wirklich lieben, erkannt werden? Und wäre es nicht durch die Prüfungen, die aus Liebe zu Dir erduldet werden, wie anders könnte die Stufe derer, die sich nach Dir sehnen, kund werden?«Vgl. Abs. 149 – Anm. d. Hrsg.
183Solche Erniedrigung fügte man Uns zu, dass man jeden Tag neue Verleumdungen verbreitete. Dieser Unterdrückte jedoch hält sich an die Ihm geziemende Geduld. Wollte doch Seine Majestät der Sháh einen Bericht darüber anfordern, was Uns in Konstantinopel zustieß, damit er mit dem wirklichen Sachverhalt vertraut werde. O Sháh! Ich beschwöre dich bei deinem Herrn, dem Gott der Barmherzigkeit, prüfe diese Angelegenheit mit unparteiischem Auge. Ist denn kein aufrechter Mensch zu finden, der an diesem Tage nach der Richtschnur dessen, was Gott in Seinem Buch herniedergesandt hat, urteilt? Wo ist der Redliche, der unparteiisch abwägt, was gegen Uns verübt wurde, ohne klares Zeichen oder Beweis?184O Shaykh! Denke über das Verhalten der Menschen nach. In den Städten der Erkenntnis und der Weisheit sind die Bewohner tief bestürzt; sie fragen sich, wie es kommt, dass sich die Shí‘iten, welche sich selbst als die gelehrtesten, redlichsten und frömmsten Menschen auf Erden betrachteten, an diesem Tage von Seiner Offenbarung abwenden und eine nie erlebte Grausamkeit bezeigen. Es ist deine Pflicht, dir dies eine Weile zu überlegen. Wie viele Geistliche sind seit Anbeginn jener Sekte bis auf den heutigen Tag aufgetreten, von denen keiner die wahre Natur dieser Offenbarung erkannt hat. Was kann der Grund für diese Widerspenstigkeit sein? Wollten Wir es sagen, es würde ihnen die Glieder zerreißen. Sie müssen unbedingt darüber nachdenken, tausendmal tausend Jahre lang darüber nachdenken, damit sie vielleicht ein paar Tropfen vom Weltmeer der Erkenntnis erlangen und entdecken, was sie an diesem Tage nicht beachten.185Ich wandelte im Lande Ṭá (Ṭihrán) – dem Aufgangsort der Zeichen deines Herrn; siehe, da hörte Ich das Klagelied der Kanzeln und ihr Bittgebet zu Gott – gepriesen und verherrlicht sei Er. Laut schrien sie und sprachen: »O Gott der Welt und Herr der Völker! Du siehst unseren Zustand und was die Grausamkeit Deiner Diener über uns brachte. Du hast uns erschaffen und geoffenbart zu Deiner Verherrlichung, Deinem Lobpreis. Nun hörst Du, was die Verstockten in Deinen Tagen über uns verkünden. Bei Deiner Macht! Unsere Seelen schmelzen dahin und unsere Glieder erzittern. Wehe, wehe! Hättest Du uns doch nie erschaffen und geoffenbart!«186Diese Worte verzehren die Herzen derer, die sich nahen Zugangs zu Gott erfreuen, und laut erhebt sich die Klage jener, die Ihm ergeben sind. Immer wieder haben Wir um Gottes willen die hochgestellten Geistlichen ermahnt und sie zum Erhabensten Horizont geladen, auf dass sie in den Tagen Seiner Offenbarung vom Meer der Worte Dessen, der die Sehnsucht der Welt ist, ihr Teil erhielten und nicht völlig leer ausgingen.187In den meisten Unserer Tablets wurde diese bedeutsamste Ermahnung vom Himmel Seiner allumfassenden Barmherzigkeit herniedergesandt. Wir sprachen: »O Schar der Herrscher und der Geistlichen! Neigt euer Ohr der Stimme, die vom Horizont ‘Akkás ruft. Wahrlich, sie hilft euch, den rechten Weg zu gehen; sie bringt euch näher zu Ihm und lenkt eure Schritte zu der Stufe, die Gott zum Tagesanbruch Seiner Offenbarung und zum Dämmerungsort Seines Strahlenglanzes gemacht hat. O ihr Völker der Welt! Er, der Größte Name, ist von dem altehrwürdigen König gekommen und hat den Menschen diese Offenbarung verkündet, die in Seiner Erkenntnis, in der Schatzkammer Seines Gewahrsams, verborgen und behütet war und die von der Erhabensten Feder im Buche Gottes, des Herrn der Herren, niedergelegt wurde. O Volk von shín (Shíráz)! Habt ihr Meine Güte und Meine Barmherzigkeit vergessen, die alles Erschaffene überragen und die von Gott, der den Menschen die Nacken beugt, ausgingen?«
188Im Kitáb-i-Aqdas (dem Heiligsten Buch) ist folgendes geoffenbart: »Sprich: O Führer der Religion! Wägt nicht das Buch Gottes nach den Maßstäben und Wissenschaften, die bei euch im Schwange sind; denn das Buch selbst ist die untrügliche Waage, die unter den Menschen aufgestellt wurde. Auf dieser vollkommenen Waage muss alles gewogen werden, was den Völkern und Geschlechtern eigen ist, während die Skala ihres Gewichts nach ihrem eigenen Richtmaß geprüft werden muss – wenn ihr es nur wüsstet.
Bitter weint das Auge Meiner Güte über euch, weil ihr versäumt habt, Ihn zu erkennen, nach dem ihr Tag und Nacht, am Morgen wie am Abend, gerufen habt. O Volk, schreite mit schneeweißem Gesicht und mit strahlendem Herzen voran zu dem seligen, blutroten Ort, wo der Baum, über den hinaus keiner gehen kann, ruft: ›Wahrlich, es gibt keinen Gott außer Mir, dem allmächtigen Beschützer, dem Selbstbestehenden!‹
O ihr Religionsführer in Persien! Wer von Euch kommt Mir an geistiger Schau und Scharfblick gleich? Wer kann es wagen zu behaupten, er sei Meinesgleichen an Wortgewalt und Weisheit? Nein, bei Meinem Herrn, dem Allbarmherzigen! Alle auf Erden werden vergehen; und dies ist das Antlitz eures Herrn, des Allmächtigen, des Vielgeliebten.
Wir haben bestimmt, o Menschen, dass das höchste und letzte Ziel aller Bildung die Erkenntnis Dessen ist, der den Gegenstand alles Wissens bildet; und nun seht, wie ihr eurer Gelehrsamkeit gestattet habt, dass sie euch wie durch einen Schleier trennt von Ihm, dem Tagesanbruch dieses Lichtes, durch welchen alles Verborgene offenbar wurde.
Sprich: Dies ist wahrlich der Himmel, in dem das Mutterbuch verwahrt ist – könntet ihr es doch begreifen. Er ließ den Felsen rufen und den Brennenden Busch eine Stimme auf dem Berge über dem Heiligen Land erheben und verkünden: ›Das Reich ist Gottes, des unumschränkten Herrn aller, des Allmächtigen, des Liebenden!‹
Wir haben keine Schule besucht noch eine eurer Abhandlungen gelesen. Neigt euer Ohr den Worten dieses Ungelehrten, mit denen Er euch vor Gott, den Immerbestehenden, ruft. Besser ist dies für euch als alle Schätze der Erde – könntet ihr es doch begreifen.
Wer auslegt, was vom Himmel der Offenbarung herniedergesandt ward, und dessen klaren Sinn ändert, der gehört wahrlich zu denen, die das erhabene Wort Gottes verdrehen, und zu den Verlorenen im Deutlichen Buche.«Vgl. Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:99–105 – Anm. d. Hrsg.
189Darauf hörten Wir das Seufzen des wahren Glaubens und sprachen zu ihm: »Warum, o wahrer Glaube, höre Ich dich zur Mitternacht aufschreien und des Tags seufzen und bei Sonnenaufgang klagen?« Er gab zur Antwort: »O Fürst der Welt, der Du im Größten Namen geoffenbart bist! Die Achtlosen haben Deine weiße Kamelstute gelähmt und Deine Rote Arche scheitern lassen. Sie wollten Dein Licht löschen und das Antlitz Deiner Sache verhüllen. Deshalb erhob sich meine Klage und die aller erschaffenen Dinge; und doch ahnen es die Menschen zum größten Teil nicht.« Der wahre Glaube hält sich an diesem Tage fest an den Saum Unserer Großmut und kreist um Unsere Person.190O Shaykh! Tritt in Meine Gegenwart, auf dass du schaust, was das Auge des Weltalls noch niemals schaute, und hörst, was das Ohr der ganzen Schöpfung noch nie vernahm, und du dich vom Kot eitler Einbildungen befreist und dein Angesicht auf die Erhabenste Stufe richtest, von der dieser Unterdrückte mit lauter Stimme ruft: »Das Reich ist Gottes, des Allmächtigen, des Allgepriesenen!« Wir hegen die Hoffnung, dass durch dein Bemühen die Schwingen der Menschen von allem Schmutz der Selbstsucht und Begierde geläutert und würdig werden, sich in die Lüfte der Liebe Gottes zu erheben. Mit Kot beschmutzte Flügel können sich niemals erheben. Dies bezeugen die Vertreter der Gerechtigkeit und Redlichkeit, und doch befinden sich die Menschen in offenbarem Zweifel.191O Shaykh! Widerspruch ist von allen Seiten gegen Uns laut geworden – solcher Widerspruch, dass Unsere Feder um Verzeihung fleht, ihn aufzuzeichnen. Dennoch haben Wir in Unserer großen Barmherzigkeit dem Verständnis der Menschen gemäß darauf geantwortet, auf dass sie vom Feuer des Leugnens und der Verneinung befreit und mit dem Lichte der Bestätigung und der Annahme erleuchtet würden. Redlichkeit ist selten zu finden, und Gerechtigkeit hat aufgehört zu bestehen.192Neben anderen wurden als Antwort an gewisse Personen folgende klare Verse vom Reich der Göttlichen Erkenntnis herniedergesandt: »O du, der du deine Augen auf die Strahlen Meines Antlitzes gerichtet hast! Eitle Einbildungen umgeben die Bewohner der Erde und hindern sie, sich dem Horizont der Gewissheit, seiner Klarheit, seinen Offenbarungen und seinem Lichte zuzuwenden. Leere Vorstellungen halten sie von Ihm, dem Selbstbestehenden, ab. Sie sprechen, wie es ihnen ihre Launen eingeben, und haben kein Verständnis. Unter ihnen sind jene, die sagen: ›Sind die Verse geoffenbart worden?‹ Sprich: ›Ja, beim Herrn der Himmel!‹ ›Ist die Stunde gekommen?‹ ›Nein, sie ist sogar schon vorüber, bei Ihm, dem Offenbarer klarer Zeichen! Wahrlich, die Unvermeidliche ist gekommen, und Er, der Wahre, ist mit Zeugnis und Beweis erschienen. Das Land liegt offen, und die Menschheit ist in Furcht und Schrecken. Die Erde bebte, und die Geschlechter wehklagten aus Furcht vor Gott, dem Herrn der Kraft, dem Allbezwingenden.‹ Sprich: ›Betäubend laut erschallte die Posaune, und der Tag ist Gottes, des Einen, des Unbeschränkten.‹ ›Ist die Katastrophe eingetreten?‹ Sprich: ›Ja, bei dem Herrn der Herren!‹ ›Ist die Auferstehung gekommen?‹ ›Nein, mehr noch: Er, der Selbstbestehende, ist mit dem Königreich Seiner Zeichen erschienen.‹ ›Siehst du die Menschen niedergestürzt?‹ ›Ja, bei meinem Herrn, dem Erhabenen, dem Höchsten!‹ ›Sind die Baumstämme entwurzelt worden?‹ ›Ja, mehr noch: Selbst die Berge wurden durch Ihn, den Herrn der Eigenschaften, zu Staub zermahlen!‹ Sie sagen: ›Wo ist das Paradies und wo die Hölle?‹ Sprich: ›Das eine ist die Vereinigung mit Mir, das andere dein eigenes Selbst, o du, der du Gott Gefährten zugesellst und zweifelst.‹ Sie sagen: ›Wir sehen die Waage nicht.‹ Sprich: ›Freilich, bei meinem Herrn, dem Gott der Barmherzigkeit. Keiner kann sie sehen außer den Einsichtsvollen.‹ ›Sind die Sterne vom Himmel gefallen?‹ Sprich: ›Ja, als Er, der Selbstbestehende, im Land des Geheimnisses (Adrianopel) wohnte. Habt acht, ihr Einsichtigen!‹ Alle Zeichen erschienen, als Wir die Hand der Macht vom Busen der Majestät und Herrschaft hervorzogen. Wahrlich, der Rufer hat gerufen, als die verheißene Zeit gekommen war, und sie, die den Strahlenglanz des Sinai erkannten, sanken ohnmächtig hin in der Wüste des Zauderns vor der furchtgebietenden Majestät deines Herrn, des Herrn der Schöpfung. Die Posaune fragt: ›Wurde das Horn geblasen?‹ Sprich: ›Ja, bei dem König der Offenbarung! Es geschah, als Er den Thron Seines Namens »der Allgütige« bestieg.‹ Die Finsternis wurde vom Morgenlicht der Barmherzigkeit deines Herrn, des Quells allen Lichtes, vertrieben. Der Odem des Allbarmherzigen wehte, und die Seelen wurden in den Gräbern ihrer Körper erquickt. So wurde der Ratschluss von Gott, dem Mächtigen, dem Wohltätigen, erfüllt. Die Irregegangenen fragen: ›Wann wurden die Himmel gespalten?‹ Sprich: ›Während ihr in den Gräbern der Achtlosigkeit und des Irrtums lagt.‹ Einer der Achtlosen reibt sich die Augen und schaut zur Rechten und zur Linken. Sprich: ›Verblendet bist du. Keine Zuflucht bleibt dir, wohin du fliehen könntest.‹ Auch ist einer unter ihnen, der sagt: ›Sind die Menschen versammelt worden?‹ Sprich: ›Ja, bei Meinem Herrn, während du in der Wiege eitler Vorstellungen lagst.‹ Und ein anderer unter ihnen sagt: ›Ist das Buch durch die Macht des wahren Glaubens herniedergesandt worden?‹ Sprich: ›Der wahre Glaube selbst ist darüber in Staunen versetzt. Fürchtet euch, o ihr Menschen mit verstehendem Herzen!‹ Und noch einer von ihnen sagt: ›Bin ich blind mit den anderen versammelt worden?‹ Sprich: ›Ja, bei Ihm, der auf den Wolken reitet!‹ Das Paradies ist mit mystischen Rosen geschmückt, und die Hölle lodert auf durch das Feuer der Gottlosen. Sprich: ›Das Licht ist am Horizont der Offenbarung erschienen, und die ganze Erde wurde beim Kommen des Herrn am Tage des Bundes erleuchtet.‹ Die Zweifler sind zugrunde gegangen, aber gut bestellt ist es um den, der sich – vom Lichte der Überzeugung geführt – zum Dämmerungsort der Gewissheit wandte. Gesegnet bist du, der du deinen Blick auf Mich richtest, um dieses Tablets willen, das für dich herniedergesandt wurde – ein Tablet, das den Seelen der Menschen Aufschwung gibt. Präge es deinem Gedächtnis ein und trage es vor. Bei Meinem Leben! Es ist ein Tor zur Gnade deines Herrn. Wohl dem, der es am Abend und am Morgen liest. Wahrlich, Wir hörten, wie du diese Sache priesest, durch die der Berg des Wissens zermalmt wurde und die Füße der Menschen strauchelten. Meine Herrlichkeit sei mit dir und allen, die sich dem Allmächtigen, dem Gabenreichen zugewandt haben. Das Tablet ist nun beendet, aber das Thema ist noch nicht erschöpft. Sei geduldig, denn dein Herr ist der Geduldige.«Vgl. Bahá’u’lláh, Ishráqát, in: Botschaften aus ‘Akká 8:35 – Anm. d. Hrsg.
193Dies sind Verse, die Wir früher, kurz nach Unserer Ankunft in der Gefängnisstadt ‘Akká, offenbarten, und Wir senden sie dir, damit du weißt, was die lügnerischen Zungen gewisser Menschen sprachen, als Unsere Sache zu ihnen kam mit Macht und Herrschaft. Die Grundlagen eitler Vorstellungen sind erzittert, und der Himmel leerer Einbildungen wurde gespalten; dennoch sind die Menschen im Zweifel und hadern mit Ihm. Sie leugneten das Zeugnis Gottes und Seinen Beweis, als Er vom Himmel der Macht mit dem Königreich Seiner Zeichen kam. Sie verwarfen, was ihnen im Buche befohlen wurde, und verübten, was ihnen verboten ward. Abgewandt haben sie sich von ihrem Gott und sind ihren Begierden gefolgt. Sie sind wahrlich vom Wege abgekommen und in die Irre gegangen. Sie lesen die Verse und leugnen sie. Sie schauen die klaren Zeichen und kehren sich ab. In der Tat, sie sind in seltsamen Zweifeln verfangen.194Wir ermahnten Unsere Geliebten zur Gottesfurcht, die der Urquell aller guten Taten und Sitten ist. In der Stadt Bahás ist die Gottesfurcht die Führerin der Heerscharen der Gerechtigkeit. Glücklich der Mensch, der unter den Schatten ihres leuchtenden Banners tritt und sich fest daran hält. Er, wahrlich, zählt zu den Gefährten der Roten Arche, von der im Qayyúmu’l-Asmá’ die Rede ist.195Sprich: O Volk Gottes! Schmücke deine Tempel mit der Zier der Vertrauenswürdigkeit und Frömmigkeit. Alsdann hilf deinem Herrn mit den Heerscharen guter Taten und edler Eigenschaften. In Meinen Büchern, Schriften, Sendschreiben und Tablets haben Wir euch Streit und Zwist verboten, und dabei wünschten Wir nichts als eure Erhöhung und euren Fortschritt. Dies bezeugen der Himmel und seine Sterne, die Sonne und ihr Glanz, die Bäume und ihre Blätter, die Meere und ihre Wogen, die Erde und ihre Schätze. Wir bitten Gott, Seinen Geliebten beizustehen und sie in dem zu stärken, was ihrer auf dieser glückseligen, dieser mächtigen und wunderbaren Stufe würdig ist.196Des weiteren sagten Wir in einem anderen Tablet: »O du, der du deinen Blick auf Mein Antlitz richtest! Ermahne die Menschen zur Gottesfurcht. Bei Gott! Die Gottesfurcht ist die Befehlshaberin über die Streitmacht deines Herrn. Ihre Truppen sind edle Charaktereigenschaften und gute Taten. Sie hat durch alle Jahrhunderte und Zeitalter die Städte der Menschenherzen erobert und die Banner der Überlegenheit und des Sieges hoch über allen anderen Bannern gehisst.«Vgl. Bahá’u’lláh, Ishráqát, in: Botschaften aus ‘Akká 8:41 – Anm. d. Hrsg.
197»Wir wollen dich nun an die Vertrauenswürdigkeit und an die Stelle erinnern, die sie vor Gott, deinem Herrn und dem Herrn des Mächtigen Thrones, einnimmt. Eines Tages begaben Wir Uns auf Unsere grüne Insel [Garten Riḍván]. Als Wir sie betraten, sahen Wir fließende Bäche und Bäume in voller Pracht, zwischen deren Blättern die Sonne spielte. Unser Gesicht nach rechts wendend, sahen Wir, was die Feder nicht zu beschreiben vermag; sie kann nicht kundtun, was das Auge des Herrn der Menschheit an diesem Ort wahrnahm, welcher der heiligste, hehrste, gesegnetste und erhabenste Ort ist. Wir wandten Uns darauf zur Linken. Dort sahen Wir eines der herrlichen Wesen des Erhabensten Paradieses auf einer Säule reinen Lichtes stehen und mit lauter Stimme rufen: ›O ihr Bewohner der Erde und des Himmels! Schaut auf Meine Schönheit, Mein Leuchten, Meine Erscheinung, Meinen Glanz! Bei Gott, dem Wahrhaftigen! Ich bin die Vertrauenswürdigkeit, ihre Verkörperung und ihre Schönheit. Ich will jeden belohnen, der sich an Mich hält, Meinen Rang und Meine Stufe erkennt und sich fest an den Saum Meines Gewandes klammert. Ich bin der edelste Schmuck für das Volk Bahás und der Mantel des Ruhmes für alle im Reiche der Schöpfung. Ich bin das erhabenste Werkzeug für die Wohlfahrt der Welt und der Horizont der Sicherheit für alles Leben.‹ Damit sandten Wir dir hernieder, was die Menschen näher zum Herrn der Schöpfung ziehen wird.«Vgl. Bahá’u’lláh, Ishráqát, in: Botschaften aus ‘Akká 8:42 – Anm. d. Hrsg.
198Dieser Unterdrückte hat zu allen Zeiten die Völker der Welt zu dem gerufen, was sie erhöht und Gott näher bringt. Was vom Erhabensten Horizont ausstrahlt, lässt keinem Menschen Raum für Wankelmut, Zurückweisung oder Absage. Die Eigensinnigen aber haben es versäumt, ihren Nutzen daraus zu ziehen; dies wird ihren Verlust nur mehren.199O Shaykh! Die Geistlichen haben die Pflicht, sich mit Seiner Majestät dem Sháh – möge Gott ihm beistehen – zu vereinen und sich an das zu halten, was Regierung und Volk in ihrer Stufe erhöht. Das Volk Bahás ist unablässig bemüht, die Seelen der Menschen zu erleuchten und deren Verfassung wieder zu Ehren zu bringen. Dies bezeugt, was die Erhabenste Feder in diesem leuchtenden Tablet herniedersandte. Wie oft schon waren die Dinge so einfach und leicht zu verwirklichen, und doch waren die meisten achtlos und nur darauf aus, ihre Zeit zu vergeuden.200In Konstantinopel besuchte eines Tages Kamál Páshá diesen Unterdrückten. Unsere Unterredung drehte sich darum, was dem Menschen nützlich wäre. Er sagte, er habe mehrere Sprachen gelernt. Wir erwiderten: »Du hast dein Leben vergeudet. Es geziemt dir und den anderen Beamten der Regierung, eine Versammlung einzuberufen und eine unter den verschiedenen Sprachen sowie eine der bestehenden Schriftarten auszuwählen oder aber eine neue Sprache und eine neue Schrift zu schaffen, die man die Kinder in den Schulen der ganzen Welt lehrt. Auf diese Weise würden sie nur zwei Sprachen lernen, ihre Muttersprache und diejenige, in der sich alle Völker der Welt verständigen. Wenn die Menschen dies fest im Auge behielten, würde die ganze Erde schließlich als ein Land betrachtet werden, und das Volk wäre entlastet und befreit von der Notwendigkeit, verschiedene Sprachen zu lehren und zu lernen.« Solange Kamál Páshá in Unserer Gegenwart weilte, stimmte er zu; er bekundete sogar große Freude und volle Zufriedenheit. Wir sagten ihm, er solle diese Angelegenheit den Beamten und Ministern der Regierung vorlegen, damit sie in all den verschiedenen Ländern bewerkstelligt würde. Aber sooft er Uns später noch besuchte, kam er doch nie mehr auf diesen Gegenstand zu sprechen, obgleich doch das, was Wir vorschlugen, zur Einigkeit und Einheit der Völker dieser Welt beiträgt.201Wir hoffen sehr, dass die persische Regierung diesen Gedanken aufnimmt und ausführt. Vor kurzem sind eine neue Sprache und eine neue Schrift erfunden worden. Wenn du wünschst, werden Wir sie dir mitteilen. Unsere Absicht ist, dass sich alle Menschen an das halten, was unnötige Mühe und Anstrengung vermindert, damit sie ihre Tage in geziemender Weise verbringen und zu Ende führen. Gott ist wahrlich der Helfer, der Unterrichtete, der Verordner, der Allwissende.202So Gott will, wird Persien so weit kommen, dass es sich mit Tugenden schmückt, deren es bisher beraubt war. Sprich: »O Sháh! Bemühe dich, auf dass die Völker der Welt vom Strahlenglanz der Sonne deiner Gerechtigkeit erleuchtet werden. Die Augen dieses Unterdrückten sind nur auf Vertrauenswürdigkeit, Wahrhaftigkeit, Reinheit und alles, was den Menschen nützt, gerichtet.« Sieh Ihn nicht als einen Verräter an. Verherrlicht seist Du, o mein Gott, mein Meister, meine Stütze! Stehe Du Seiner Majestät dem Sháh bei, Deine Gesetze und Deine Gebote auszuführen und Deine Gerechtigkeit unter Deinen Dienern zu vertreten. Du bist wahrlich der Großmütige, der Herr überströmender Gnade, der Allmächtige, der Allgewaltige. Die Sache Gottes ist als ein Zeichen Seiner Gnade erschienen. Glücklich ist, wer danach handelt; glücklich ist, wer versteht; glücklich ist der Mensch, der sich an die Wahrheit hält, losgelöst von allem, was in den Himmeln und auf Erden ist.203O Shaykh! Suche nach der Küste des Größten Meeres und besteige sodann die Rote Arche, die Gott im Qayyúmu’l-Asmá’ für das Volk Bahás verordnet hat. Wahrlich, sie fährt über Land und Meer. Wer sie betritt, ist errettet, und wer sich von ihr wendet, geht zugrunde. Wenn du sie gefunden hast und besteigst, richte dein Angesicht auf die Ka‘bah Gottes, des Helfers in Gefahr, des Selbstbestehenden, und sprich: »O mein Gott! Ich flehe zu Dir bei Deinem herrlichsten Lichte, und alle Deine Lichter sind wahrlich herrlich.« Alsdann werden sich die Tore des Königreichs weit vor deinem Angesicht auftun, und du wirst sehen, was zuvor kein Auge schaute, und hören, was noch kein Ohr vernommen hat. Dieser Unterdrückte ermahnt dich, wie Er dich schon zuvor ermahnte, und Er hatte nie einen anderen Wunsch für dich, als dass du auf dem Meer der Einheit Gottes, des Herrn der Welten, fährst. Dies ist der Tag, an dem alle erschaffenen Dinge laut rufend den Menschen diese Offenbarung verkünden, durch die erschienen ist, was in der Erkenntnis Gottes, des Mächtigen, des Allgepriesenen, bewahrt und verborgen war.204O Shaykh! Du hast gehört, welch süße Weisen die Tauben des Wortes auf den Zweigen des Lotosbaumes der Erkenntnis gurren. Lausche nun auf den Gesang, den die Vögel der Weisheit im Erhabensten Paradies anstimmten. Sie werden dich wahrlich mit bisher nie erahnten Dingen vertraut machen. Höre, was die Zunge der Macht und Kraft gesprochen hat in den Büchern Gottes, des Verlangens jedes verstehenden Herzens. In diesem Augenblick erhebt sich eine Stimme aus dem Lotosbaum im Erhabensten Paradiese, über den hinaus keiner schreiten kann, und gebietet Mir, dir zu sagen, was in den Büchern und Tablets herniedergesandt wurde und was Mein Vorläufer sprach, der Sein Leben für diese Große Verkündung, diesen Geraden Pfad opferte. Er sagte – und Er spricht die Wahrheit: »Ich habe zu Seiner Erwähnung diese edelsteingleichen Worte niedergeschrieben: ›Keine Andeutung von Mir kann Ihn andeuten, noch kann dies irgend etwas, was im Bayán steht.‹«
Und weiter sagt Er – gepriesen und verherrlicht sei Er – über diese mächtigste Offenbarung, diese Große Verkündung: »Gepriesen und verherrlicht ist Er über die Macht jedes anderen außer Ihm selbst, Ihn zu offenbaren, und über die Beschreibung durch irgendeines Seiner Geschöpfe. Ich selbst bin nur der erste Diener, der an Ihn und Seine Zeichen glaubt und am süßen Duft Seiner Worte von den Paradiesfrüchten Seines Wissens teilhat. Ja, bei Seiner Herrlichkeit! Er ist die Wahrheit. Es gibt keinen anderen Gott außer Ihm. Alle sind auf Seinen Befehl hin auferstanden.«
Dies sind die Worte, die die Taube der Wahrheit auf den Zweigen des Göttlichen Lotosbaumes gurrte. Wohl steht es um den, der ihrer Stimme lauschte und vom Meer göttlicher Äußerung, das in jedem dieser Worte verborgen liegt, trank. Ein andermal rief die Stimme des Bayán laut von den höchsten Zweigen. Er sagte – gesegnet und verherrlicht sei Er: »Im Jahre neun werdet ihr zu allem Guten gelangen.«
Und wieder bei anderer Gelegenheit: »Im Jahre neun werdet ihr in die Gegenwart Gottes gelangen.«
Diese Weisen der Vögel in den Städten des Wissens stimmen mit dem überein, was der Allbarmherzige im Qur’án herniedersandte. Gesegnet sind die Einsichtsvollen, gesegnet die, welche zu diesem Ziel gelangen.205O Shaykh! Ich schwöre bei Gott! Der Strom der Barmherzigkeit fließt, das Meer des Wortes wogt und die Sonne der Offenbarung strahlt in ihrem Glanze. Sprich die erhabenen Worte, die Mein Vorläufer, der Erste Punkt, geoffenbart hat, mit reinem Herzen, geweiteter Brust und wahrheitsliebender Zunge. Er sagte – verherrlicht sei Seine Rede – zu dem ehrwürdigen ‘Aẓím: »Dies ist wahrlich, was Wir dir verheißen haben, bevor Wir noch deinen Ruf beantworteten. Warte, bis von der Zeit des Bayán neun verflossen sind. Alsdann rufe aus: ›Gesegnet sei Gott hierfür, der erhabenste der Schöpfer!‹Qur’án 23:14 – Anm. d. Hrsg.
Sprich: Dies ist wahrlich eine Verkündung, die niemand außer Gott begreift. Ihr aber werdet an jenem Tage nichts bemerken.«
Im Jahre neun erhob sich diese Größte Offenbarung und erstrahlte hell am Horizont des Willens Gottes. Niemand kann es leugnen außer dem Achtlosen und Zweifelnden. Wir bitten Gott, Seinen Dienern beizustehen, dass sie zu Ihm zurückkehren und um Vergebung flehen für alles, was sie in diesem nichtigen Leben begangen haben. Er ist wahrlich der Vergebende, der Verzeihende, der Allbarmherzige. In anderem Zusammenhang spricht Er: »Ich bin der erste Diener, der an Ihn und Seine Zeichen glaubt.«
Gleicherweise sagt Er im Persischen Bayán: »Er ist wahrlich Der, welcher unter allen Umständen verkündet: ›Ich bin in Wahrheit Gott!‹Vgl. Qur’án 20:14 – Anm. d. Hrsg.
«
– und so fährt Er fort, gesegnet und verherrlicht sei Er. Was mit Göttlichkeit und Gottheit gemeint ist, wurde früher erklärt. Wir haben wahrlich die Schleier zerrissen und enthüllt, was die Menschen Gott, der ihnen den Nacken beugt, nahe bringt. Glücklich der Mensch, der zu Gerechtigkeit und Redlichkeit gelangte durch diese Gnade, die alles in den Himmeln und auf Erden umspannt, wie es Gott, der Herr der Welten, geboten hat.206O Shaykh! Lausche den Weisen des Evangeliums mit dem Ohr der Unparteilichkeit. Er prophezeit – verherrlicht sei Sein Wort – über die kommenden Dinge: »Von dem Tage aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel nicht im Himmel, auch nicht der Sohn, sondern allein der Vater.«Mt. 24:36 – Anm. d. Hrsg.
. Mit »Vater« ist in diesem Zusammenhang Gott gemeint – gepriesen sei Seine Herrlichkeit. Er ist der Wahre Erzieher, der Geistige Lehrer.207Joel sagt: »Denn der Tag des Herrn ist groß und überaus schrecklich, und wer kann ihn bestehen?«Vgl. Joel. 2:11 – Anm. d. Hrsg.
. Erstens sagt Er in dem erhabenen Wort, das im Evangelium aufgezeichnet ist, dass niemand der Zeit der Offenbarung gewärtig ist außer Gott, dem Allwissenden, der von allen Dingen Kenntnis hat. Zweitens legt Er die Größe dieser Offenbarung dar. Ebenso spricht Er im Qur’án: »Worüber befragen sie einander? Über die Große Verkündung.«Qur’án 78:1–2 – Anm. d. Hrsg.
Dies ist die Verkündung, über deren Größe in den meisten Büchern aus alter und neuer Zeit gesprochen wird. Dies ist die Verkündung, die die Glieder der Menschen erzittern ließ, ausgenommen jener, die Gott, der Beschützer, der Helfer, der Beistand, verschonen wollte. Die Menschen haben in der Tat mit eigenen Augen gesehen, wie sie selbst und alle Dinge in Verwirrung gestürzt wurden und in ein schlimmes Durcheinander gerieten, außer jenen, die Gott auszunehmen beliebte.208O Shaykh! Groß ist diese Sendung und groß die Verkündung! Denke geduldig und ruhig nach über die leuchtenden Zeichen, die erhabenen Worte und alles, was in diesen Tagen geoffenbart wurde, damit du die Geheimnisse ergründest, die in den Büchern verborgen sind, und dich bemühst, Seine Diener zu führen. Lausche mit deinem geistigen Ohr auf die Stimme Jeremias, der da sagt: »Groß ist jener Tag, und er hat nicht seinesgleichen.«Vgl. Jer. 30:7 – Anm. d. Hrsg.
. Würdest du mit dem Auge der Ehrlichkeit schauen, du würdest die Größe dieses Tages wahrnehmen. Neige dein Ohr der Stimme dieses Allwissenden Ratgebers, und lass dich nicht der Barmherzigkeit verlustig gehen, die alles Erschaffene, das Sichtbare wie das Unsichtbare, übertrifft. Höre auf den Gesang Davids. Er spricht: »Wer will mich führen in eine feste Stadt?«Ps. 60:11 – Anm. d. Hrsg.
. Die »feste Stadt« ist ‘Akká, das den Namen »Größtes Gefängnis« erhielt und eine Festung und mächtige Wälle besitzt.209O Shaykh! Lies, was Jesaja in seinem Buch gesprochen hat. Er sagt: »Steige auf den hohen Berg, o Zion, dass du gute Kunde bringest; erhebe deine Stimme mit Macht, o Jerusalem, dass du gute Kunde bringest. Erhebe sie und fürchte dich nicht; sage den Städten Judas: ›Sehet euren Gott! Sehet, der Herr, euer Gott, wird kommen mit starker Hand, und Sein Arm wird für Ihn herrschen.‹«Vgl. Jes. 40:9–10 – Anm. d. Hrsg.
. An diesem Tag sind alle Zeichen erschienen. Eine große Stadt ist vom Himmel gekommen, und Zion zittert und jubelt vor Freude über die Offenbarung Gottes, denn er hat Gottes Stimme auf allen Seiten gehört. An diesem Tag ist ein neues Evangelium nach Jerusalem gekommen, denn an der Stelle der Sykomore steht die Zeder. Jerusalem ist das Ziel der Pilgerschaft für alle Völker der Welt und wurde heilig genannt, zusammen mit Zion und Palästina; sie sind alle in diesen Bezirken gelegen. Deshalb ist gesagt: »Gesegnet ist der Mensch, der nach ‘Akká wanderte.«Vergl. Ḥadíth Qudsí in: Faḍá’il ‘Akká wa ‘Asqalán. Diese Arbeit wurde im späten 6. Jh. A. D. auf der Grundlage von Überlieferungen zusammengestellt, die von Bahá’ ad-Dín Abú Muḥammad al-Qásim dem Sohn des berühmten Historikers Ibn-i-‘Asákir, in Lehrvorträgen übermittelt wurden, welche er während der Jahre 581 und 585 in Damaskus hielt. Der Autor war einer seiner Studenten. Siehe Momen, The ‘Akká Traditions. – Anm. d. Hrsg.
210Amos sagt: »Der Herr wird aus Zion brüllen und Seine Stimme aus Jerusalem hören lassen; und die Wohnstätten der Hirten werden trauern, und der Gipfel des Karmel wird verdorren.«Vgl. Am. 1:2 – Anm. d. Hrsg.
. Karmel wurde im Buche Gottes als der Berg Gottes und als Sein Weinberg bezeichnet. Durch die Gnade des Herrn der Offenbarung wurde auf ihm das Zelt der Herrlichkeit errichtet. Glücklich, wer dorthin gelangt; glücklich, wer sein Angesicht ihm zuwendet. Und desgleichen sagt Er: »Unser Gott kommt und schweigt nicht.«Ps. 50:3 – Anm. d. Hrsg.
.211O Shaykh! Denke nach über diese Worte, die Er, das Verlangen der Welt, an Amos richtete. Er sagt: »Bereite dich, Israel, deinem Herrn zu begegnen; denn siehe, Er ist’s, der die Berge formt und den Wind schafft und dem Menschen zeigt, was dieser im Sinne hat; Er macht die Finsternis am Morgen; Er schreitet einher auf den Höhen der Erde; der Herr, der Gott der Heerscharen, ist Sein Name.«Vgl. Am. 4:12–13 – Anm. d. Hrsg.
. Er sagt, Er mache die Finsternis am Morgen. Damit ist gemeint: Wenn sich zur Zeit der Offenbarung Dessen, der auf dem Sinai Zwiesprache hielt, irgend jemand als den wahren Morgen betrachten würde, dann würde er durch Gottes Macht und Kraft in Finsternis verwandelt. Er ist wahrlich die falsche Dämmerung, auch wenn er glaubt, er sei die wahre. Wehe ihm und wehe denen, die ihm folgen, ohne ein klares Zeichen von Gott, dem Herrn der Welten.212Jesaja sagt: »Der Herr allein wird erhöhet werden an jenem Tage.«Vgl. Jes. 2:11 – Anm. d. Hrsg.
. Über die Größe der Offenbarung sagt Er: »Gehe in den Felsen und verbirg dich im Staube aus Furcht vor dem Herrn und um Seiner herrlichen Majestät willen.«Vgl. Jes. 2:10 – Anm. d. Hrsg.
. In anderem Zusammenhang spricht Er: »Die Wüste und die Einöde werden froh sein, und das dürre Land wird jubeln und blühen wie die Rose. Es wird blühen in üppiger Fülle und frohlocken mit Gesang und Freude; denn die Herrlichkeit des Libanon wird ihm gegeben sein, der Glanz des Karmel und des Saron. Sie werden die Herrlichkeit des Herrn sehen und den Glanz unseres Gottes.«Vgl. Jes. 35:1–2 – Anm. d. Hrsg.
.213Diese Stellen bedürfen keiner Erklärung. Sie sind strahlend und offenbar wie die Sonne und glänzen und leuchten wie das Licht selbst. Jeder Mensch mit redlichem Sinn wird durch den Duft dieser Worte in den Garten des Verstehens geführt und gelangt zu dem, was vor den meisten Menschen verschleiert und verschlossen ist. Sprich: Fürchte Gott, o Volk, und folge nicht den Zweifeln jener lauten Schreier, die den Bund Gottes und Sein Testament gebrochen haben und die Seine Barmherzigkeit leugnen, welche allen vorangeht, die in den Himmeln und auf Erden sind.214Und ferner spricht Er: »Saget den verzagten Herzen: Seid getrost, fürchtet euch nicht.«Vgl. Jes. 35:4 – Anm. d. Hrsg.
. Dieser gesegnete Vers ist ein Beweis für die Größe der Offenbarung und die Größe der Sendung; denn der Schall der Posaune muss unweigerlich Verwirrung über die ganze Welt verbreiten, und Furcht und Zittern unter allen Menschen. Gut steht es um den, der vom Licht des Vertrauens und der Loslösung erleuchtet ist. Die Drangsal jenes Tages wird ihn nicht behindern oder beunruhigen. Also spricht die Zunge des Wortes auf Geheiß Dessen, der der Allbarmherzige ist. Er ist wahrlich der Starke, der Allgewaltige, der Allunterwerfende, der Allmächtige. Es obliegt nun all denen, die mit einem hörenden Ohr und einem sehenden Auge ausgestattet sind, über diese erhabenen Worte nachzudenken, in deren jedem die Meere innerer Bedeutung und Erklärung verborgen sind, auf dass die Rede, die Er, der Herr der Offenbarung, äußerte, Seine Diener befähige, strahlend und mit größter Freude zum Höchsten Ziel, dem Erhabensten Gipfel – dem Dämmerungsort dieser Stimme – zu gelangen.215O Shaykh! Könntest du auch nur weniger als durch ein Nadelöhr geht von dem Hauch Meines Wortes begreifen, du würdest die Welt und alles, was darinnen ist, verlassen und deinen Blick auf das Licht des ersehnten Antlitzes richten. Kurz, in den Aussprüchen Dessen, der der Geist ist (Jesus), liegen ungezählte Bedeutungen verborgen. Auf viele Dinge kam Er zu sprechen, aber als Er niemanden fand, der ein hörendes Ohr oder ein sehendes Auge besaß, zog Er es vor, die meisten dieser Dinge zu verhüllen, wie Er ja einmal sagte: »Ihr könnt es jetzt noch nicht tragen.«Joh. 16:12 – Anm. d. Hrsg.
Dieser Aufgangsort der Offenbarung sagte, an jenem Tag werde Er, der Verheißene, die kommenden Dinge enthüllen. Demgemäß wurde im Kitáb-i-Aqdas, in den Tablets an die Könige, im Lawḥ-i-Ra’ís und im Lawḥ-i-Fu’ád das meiste dessen, was sich auf dieser Erde ereignet hat, von der Erhabensten Feder angekündigt und vorausgesagt.216Im Kitáb-i-Aqdas wurde folgendes geoffenbart: »O Land von Ṭá (Ṭihrán)! Lass dich durch nichts betrüben, denn Gott hat dich zum Quell der Freude für die ganze Menschheit erwählt. Er wird, wenn es Sein Wille ist, deinen Thron mit einem Herrscher segnen, der in Gerechtigkeit regieren und die von den Wölfen zerstreute Herde Gottes sammeln wird. Voll Glück und Freude wird ein solcher Herrscher sein Angesicht dem Volke Bahás zukehren und diesem seine Gunst erwiesen. Er wird in der Tat vor dem Auge Gottes als ein Juwel unter den Menschen angesehen. Auf ihm ruhe allezeit der Ruhm Gottes und der Ruhm aller, die im Reiche Seiner Offenbarung weilen.«Vgl. Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:91 – Anm. d. Hrsg.
Diese Verse wurden schon früher verkündet. Nun aber ist der folgende Vers herniedergesandt worden: »O Gott, mein Gott! Bahá bittet Dich und fleht zu Dir bei dem Lichte Deines Antlitzes, bei den Wogen des Meeres Deiner Offenbarung und bei dem Strahlenglanz der Sonne Deines Wortes, stehe dem Sháh bei, gerecht und ehrlich zu sein. So es Dein Wille ist, segne durch ihn den Thron der Hoheit und Herrschaft. Mächtig bist Du zu tun, was Dir gefällt. Es gibt keinen Gott außer Dir, der Du hörst und zur Antwort bereit bist.« »Frohlocke mit großer Freude, o Land von Ṭá (Ṭihrán), denn Gott hat dich zum Tagesanbruch Seines Lichtes gemacht, da in dir die Manifestation Seiner Herrlichkeit geboren wurde. Freue dich über diesen Namen, der dir verliehen wurde – einen Namen, durch den der Morgenstern der Gnade seinen Glanz erstrahlen ließ und durch den Erde und Himmel erleuchtet wurden. Binnen kurzem werden deine Verhältnisse gewandelt werden, und die Zügel der Macht werden in die Hand des Volkes übergehen. Wahrlich, dein Herr ist der Allwissende. Seine Gewalt umfasst alle Dinge. Bleibe der gnädigen Gunst deines Herrn versichert. Das Auge Seiner Güte wird ewig auf dir ruhen. Es nähert sich der Tag, da deine Erregung in Frieden und ruhevolle Stille verwandelt sein wird. So wurde es im Wundersamen Buche bestimmt.«217Ebenso wurde im Lawḥ-i-Fu’ád, im Tablet an den König von Paris (Napoleon III.) und in anderen Tablets geoffenbart, was jeden redlich Gesinnten veranlassen wird, die Macht, Hoheit und Weisheit Gottes – gepriesen sei Seine Herrlichkeit – zu bezeugen. Wollten die Menschen mit dem Auge der Gerechtigkeit schauen, sie würden des Geheimnisses dieses gesegneten Verses gewahr werden: »Es gibt kein Ding, sei es grün oder dürr, das nicht in deutlicher Schrift aufgezeichnet wäre«Qur’án 6:59 – Anm. d. Hrsg.
, und sie würden diesen Vers begreifen. Da jedoch die Menschen an diesem Tage die Wahrheit verworfen haben, können sie das, was von Ihm, dem Enthüllenden, dem Altehrwürdigen der Tage, herniedergesandt ward, nicht verstehen. Gnädiger Gott! Überall sind deutliche Zeichen erschienen, und dennoch sind die Menschen zum größten Teil des Vorrechts beraubt, diese wahrzunehmen und zu begreifen. Wir flehen zu Gott, Er möge allen Menschen Seine Hilfe angedeihen lassen, damit sie die Perlen erkennen, die in den Muscheln des Größten Meeres verborgen ruhen, und rufen: »Gepriesen seist Du, o Gott der Welt!«218O Schar der redlich Gesinnten! Schaut auf die Wogen des Wortes und der Erkenntnis Gottes und denkt darüber nach, auf dass ihr mit der Zunge eures Geistes und Mundes bezeugt, dass bei Ihm die Kenntnis all dessen ist, was in dem Buche steht. Nichts entgeht Seiner Kenntnis. Er hat wahrlich geoffenbart, was verborgen war, als Er bei Seiner Wiederkehr den Thron des Bayán bestieg. All dies wurde herniedergesandt und wird, Wort für Wort, auf Erden eintreffen. Keinem bleibt die Möglichkeit, sich abzuwenden oder sich dagegen zu verwahren. Da jedoch rechter Sinn in Ungnade fiel und verborgen blieb, reden die meisten Menschen, wie es ihnen ihre eitlen Vorstellungen eingeben.219O Gott, mein Gott! Verhindere Deine Diener nicht, ihr Angesicht dem Lichte der Gewissheit zuzuwenden, das über dem Horizonte Deines Willens angebrochen ist, und lass sie nicht des Meeres Deiner Zeichen verlustig gehen, o mein Gott. O mein Herr, sie sind Deine Diener in Deinen Städten und Deine Knechte in Deinen Landen. Wenn Du kein Erbarmen mit ihnen hast, wer soll ihnen dann Barmherzigkeit erweisen? Nimm jene bei der Hand, o mein Gott, die in der See eitler Vorstellungen versunken sind, und befreie sie durch Deine Kraft und höchste Herrschaft. Schütze sie sodann mit der Wehr Deiner Macht. Du bist mächtig zu tun, was Du willst, und in Deiner Rechten ruhen die Zügel all dessen, was in den Himmeln und auf Erden ist.220In gleicher Weise sagt der Erste Punkt [der Báb]: »Schaut auf Ihn mit Seinen eigenen Augen. Wenn ihr auf Ihn mit den Augen anderer schautet, würdet ihr Ihn niemals finden und erkennen.«
Dies bezieht sich auf nichts anderes als diese Größte Offenbarung. Wohl steht es um die, welche redlich urteilen. Und ebenso sagt Er: »Der einjährige Spross, der in sich die Kräfte der kommenden Offenbarung trägt, ist mit einer Macht ausgestattet, die den vereinten Kräften des ganzen Bayán überlegen ist.«
Diese frohen Botschaften des Bayán und der Bücher früherer Zeiten sind wiederholt unter verschiedenen Namen in zahlreichen Büchern erwähnt worden, auf dass die Menschen gerecht urteilen mögen über das, was am Horizont des Willens Gottes, des Herrn des Mächtigen Thrones, erschienen ist und von dort herniederstrahlt.
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