Bahá’u’lláh | Brief an den Sohn des Wolfes
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Jesaja sagt: »Der Herr allein wird erhöhet werden an jenem Tage.«Vgl. Jes. 2:11 – Anm. d. Hrsg.. Über die Größe der Offenbarung sagt Er: »Gehe in den Felsen und verbirg dich im Staube aus Furcht vor dem Herrn und um Seiner herrlichen Majestät willen.«Vgl. Jes. 2:10 – Anm. d. Hrsg.. In anderem Zusammenhang spricht Er: »Die Wüste und die Einöde werden froh sein, und das dürre Land wird jubeln und blühen wie die Rose. Es wird blühen in üppiger Fülle und frohlocken mit Gesang und Freude; denn die Herrlichkeit des Libanon wird ihm gegeben sein, der Glanz des Karmel und des Saron. Sie werden die Herrlichkeit des Herrn sehen und den Glanz unseres Gottes.«Vgl. Jes. 35:1–2 – Anm. d. Hrsg..
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Diese Stellen bedürfen keiner Erklärung. Sie sind strahlend und offenbar wie die Sonne und glänzen und leuchten wie das Licht selbst. Jeder Mensch mit redlichem Sinn wird durch den Duft dieser Worte in den Garten des Verstehens geführt und gelangt zu dem, was vor den meisten Menschen verschleiert und verschlossen ist. Sprich: Fürchte Gott, o Volk, und folge nicht den Zweifeln jener lauten Schreier, die den Bund Gottes und Sein Testament gebrochen haben und die Seine Barmherzigkeit leugnen, welche allen vorangeht, die in den Himmeln und auf Erden sind.
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Und ferner spricht Er: »Saget den verzagten Herzen: Seid getrost, fürchtet euch nicht.«Vgl. Jes. 35:4 – Anm. d. Hrsg.. Dieser gesegnete Vers ist ein Beweis für die Größe der Offenbarung und die Größe der Sendung; denn der Schall der Posaune muss unweigerlich Verwirrung über die ganze Welt verbreiten, und Furcht und Zittern unter allen Menschen. Gut steht es um den, der vom Licht des Vertrauens und der Loslösung erleuchtet ist. Die Drangsal jenes Tages wird ihn nicht behindern oder beunruhigen. Also spricht die Zunge des Wortes auf Geheiß Dessen, der der Allbarmherzige ist. Er ist wahrlich der Starke, der Allgewaltige, der Allunterwerfende, der Allmächtige. Es obliegt nun all denen, die mit einem hörenden Ohr und einem sehenden Auge ausgestattet sind, über diese erhabenen Worte nachzudenken, in deren jedem die Meere innerer Bedeutung und Erklärung verborgen sind, auf dass die Rede, die Er, der Herr der Offenbarung, äußerte, Seine Diener befähige, strahlend und mit größter Freude zum Höchsten Ziel, dem Erhabensten Gipfel – dem Dämmerungsort dieser Stimme – zu gelangen.
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O Shaykh! Könntest du auch nur weniger als durch ein Nadelöhr geht von dem Hauch Meines Wortes begreifen, du würdest die Welt und alles, was darinnen ist, verlassen und deinen Blick auf das Licht des ersehnten Antlitzes richten. Kurz, in den Aussprüchen Dessen, der der Geist ist (Jesus), liegen ungezählte Bedeutungen verborgen. Auf viele Dinge kam Er zu sprechen, aber als Er niemanden fand, der ein hörendes Ohr oder ein sehendes Auge besaß, zog Er es vor, die meisten dieser Dinge zu verhüllen, wie Er ja einmal sagte: »Ihr könnt es jetzt noch nicht tragen.«Joh. 16:12 – Anm. d. Hrsg. Dieser Aufgangsort der Offenbarung sagte, an jenem Tag werde Er, der Verheißene, die kommenden Dinge enthüllen. Demgemäß wurde im Kitáb-i-Aqdas, in den Tablets an die Könige, im Lawḥ-i-Ra’ís und im Lawḥ-i-Fu’ád das meiste dessen, was sich auf dieser Erde ereignet hat, von der Erhabensten Feder angekündigt und vorausgesagt.
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Im Kitáb-i-Aqdas wurde folgendes geoffenbart: »O Land von Ṭá (Ṭihrán)! Lass dich durch nichts betrüben, denn Gott hat dich zum Quell der Freude für die ganze Menschheit erwählt. Er wird, wenn es Sein Wille ist, deinen Thron mit einem Herrscher segnen, der in Gerechtigkeit regieren und die von den Wölfen zerstreute Herde Gottes sammeln wird. Voll Glück und Freude wird ein solcher Herrscher sein Angesicht dem Volke Bahás zukehren und diesem seine Gunst erwiesen. Er wird in der Tat vor dem Auge Gottes als ein Juwel unter den Menschen angesehen. Auf ihm ruhe allezeit der Ruhm Gottes und der Ruhm aller, die im Reiche Seiner Offenbarung weilen.«Vgl. Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas 1:91 – Anm. d. Hrsg. Diese Verse wurden schon früher verkündet. Nun aber ist der folgende Vers herniedergesandt worden: »O Gott, mein Gott! Bahá bittet Dich und fleht zu Dir bei dem Lichte Deines Antlitzes, bei den Wogen des Meeres Deiner Offenbarung und bei dem Strahlenglanz der Sonne Deines Wortes, stehe dem Sháh bei, gerecht und ehrlich zu sein. So es Dein Wille ist, segne durch ihn den Thron der Hoheit und Herrschaft. Mächtig bist Du zu tun, was Dir gefällt. Es gibt keinen Gott außer Dir, der Du hörst und zur Antwort bereit bist.« »Frohlocke mit großer Freude, o Land von Ṭá (Ṭihrán), denn Gott hat dich zum Tagesanbruch Seines Lichtes gemacht, da in dir die Manifestation Seiner Herrlichkeit geboren wurde. Freue dich über diesen Namen, der dir verliehen wurde – einen Namen, durch den der Morgenstern der Gnade seinen Glanz erstrahlen ließ und durch den Erde und Himmel erleuchtet wurden. Binnen kurzem werden deine Verhältnisse gewandelt werden, und die Zügel der Macht werden in die Hand des Volkes übergehen. Wahrlich, dein Herr ist der Allwissende. Seine Gewalt umfasst alle Dinge. Bleibe der gnädigen Gunst deines Herrn versichert. Das Auge Seiner Güte wird ewig auf dir ruhen. Es nähert sich der Tag, da deine Erregung in Frieden und ruhevolle Stille verwandelt sein wird. So wurde es im Wundersamen Buche bestimmt.«
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Ebenso wurde im Lawḥ-i-Fu’ád, im Tablet an den König von Paris (Napoleon III.) und in anderen Tablets geoffenbart, was jeden redlich Gesinnten veranlassen wird, die Macht, Hoheit und Weisheit Gottes – gepriesen sei Seine Herrlichkeit – zu bezeugen. Wollten die Menschen mit dem Auge der Gerechtigkeit schauen, sie würden des Geheimnisses dieses gesegneten Verses gewahr werden: »Es gibt kein Ding, sei es grün oder dürr, das nicht in deutlicher Schrift aufgezeichnet wäre«Qur’án 6:59 – Anm. d. Hrsg., und sie würden diesen Vers begreifen. Da jedoch die Menschen an diesem Tage die Wahrheit verworfen haben, können sie das, was von Ihm, dem Enthüllenden, dem Altehrwürdigen der Tage, herniedergesandt ward, nicht verstehen. Gnädiger Gott! Überall sind deutliche Zeichen erschienen, und dennoch sind die Menschen zum größten Teil des Vorrechts beraubt, diese wahrzunehmen und zu begreifen. Wir flehen zu Gott, Er möge allen Menschen Seine Hilfe angedeihen lassen, damit sie die Perlen erkennen, die in den Muscheln des Größten Meeres verborgen ruhen, und rufen: »Gepriesen seist Du, o Gott der Welt!«
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O Schar der redlich Gesinnten! Schaut auf die Wogen des Wortes und der Erkenntnis Gottes und denkt darüber nach, auf dass ihr mit der Zunge eures Geistes und Mundes bezeugt, dass bei Ihm die Kenntnis all dessen ist, was in dem Buche steht. Nichts entgeht Seiner Kenntnis. Er hat wahrlich geoffenbart, was verborgen war, als Er bei Seiner Wiederkehr den Thron des Bayán bestieg. All dies wurde herniedergesandt und wird, Wort für Wort, auf Erden eintreffen. Keinem bleibt die Möglichkeit, sich abzuwenden oder sich dagegen zu verwahren. Da jedoch rechter Sinn in Ungnade fiel und verborgen blieb, reden die meisten Menschen, wie es ihnen ihre eitlen Vorstellungen eingeben.
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O Gott, mein Gott! Verhindere Deine Diener nicht, ihr Angesicht dem Lichte der Gewissheit zuzuwenden, das über dem Horizonte Deines Willens angebrochen ist, und lass sie nicht des Meeres Deiner Zeichen verlustig gehen, o mein Gott. O mein Herr, sie sind Deine Diener in Deinen Städten und Deine Knechte in Deinen Landen. Wenn Du kein Erbarmen mit ihnen hast, wer soll ihnen dann Barmherzigkeit erweisen? Nimm jene bei der Hand, o mein Gott, die in der See eitler Vorstellungen versunken sind, und befreie sie durch Deine Kraft und höchste Herrschaft. Schütze sie sodann mit der Wehr Deiner Macht. Du bist mächtig zu tun, was Du willst, und in Deiner Rechten ruhen die Zügel all dessen, was in den Himmeln und auf Erden ist.
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In gleicher Weise sagt der Erste Punkt [der Báb]: »Schaut auf Ihn mit Seinen eigenen Augen. Wenn ihr auf Ihn mit den Augen anderer schautet, würdet ihr Ihn niemals finden und erkennen.« Dies bezieht sich auf nichts anderes als diese Größte Offenbarung. Wohl steht es um die, welche redlich urteilen. Und ebenso sagt Er: »Der einjährige Spross, der in sich die Kräfte der kommenden Offenbarung trägt, ist mit einer Macht ausgestattet, die den vereinten Kräften des ganzen Bayán überlegen ist.« Diese frohen Botschaften des Bayán und der Bücher früherer Zeiten sind wiederholt unter verschiedenen Namen in zahlreichen Büchern erwähnt worden, auf dass die Menschen gerecht urteilen mögen über das, was am Horizont des Willens Gottes, des Herrn des Mächtigen Thrones, erschienen ist und von dort herniederstrahlt.
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O Shaykh! Sage dem Volk des Bayán: »Denkt über diese gesegneten Worte nach. Er spricht: ›Der ganze Bayán ist nur ein Blatt unter den Blättern Seines Paradieses.‹ Sei redlich, o Volk, und gehöre nicht zu jenen, die zu den Verlorenen gezählt werden im Buche Gottes, des Herrn der Welten.« Der gesegnete Lotosbaum steht an diesem Tage vor deinem Angesicht, beladen mit himmlischen, neuen und wundersamen Früchten. Schaue auf ihn, losgelöst von allem außer ihm. Also spricht die Zunge der Macht und Kraft an diesem Ort, den Gott mit den Fußspuren Seines Größten Namens und Seiner Mächtigen Verkündung schmückte.
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Desgleichen sagt Er: »Ehe nicht neun [Jahre] vom Beginn dieser Sache an vergangen sind, wird das Wesen alles Erschaffenen nicht geoffenbart werden. Alles, was du bis jetzt gesehen hast, ist das Wachstum des feuchten Samens bis zu der Zeit, da Wir ihn mit Fleisch umkleideten. Habe Geduld, bis du eine neue Schöpfung schaust. Sprich: ›Gesegnet sei darum Gott, der erhabenste der Schöpfer!‹Qur’án 23:14 – Anm. d. Hrsg.« Und weiterhin sagt Er über die Macht dieser Offenbarung: »Rechtens ist es für Ihn, den Gott offenbaren wird, den Größten auf Erden zu verwerfen, da ein solcher nur ein Geschöpf in Seiner Hand ist und alle Dinge Ihn anbeten. Nach Ḥín (68 – 1268 d. H.) wird euch eine Sache gegeben werden, die ihr dann kennenlernen werdet.« Und ferner sagt Er: »Wisse mit ganzer Sicherheit und durch den fest begründeten, völlig unwiderruflichen Ratschluss, dass Er – gepriesen sei Seine Herrlichkeit, gelobt sei Seine Macht, geheiligt sei Sein hehres Wesen, verherrlicht sei Seine Größe und gerühmt seien Seine Wege – jedes Ding durch dessen eigenes Selbst erkennbar macht; wer könnte da Ihn durch irgendeinen anderen erkennen als durch Ihn selbst?« Und weiter sagt Er – gepriesen und verherrlicht sei Er: »Hüte dich, hüte dich, dass dich in den Tagen Seiner Offenbarung das Váḥid des Bayán (die achtzehn Buchstaben des Lebendigen) nicht wie ein Schleier von Ihm trennt, da dieses Váḥid in Seinen Augen nur ein Geschöpf ist. Und hüte dich, hüte dich, dass dich die Worte, die im Bayán herniedergesandt sind, nicht wie ein Schleier von Ihm trennen.« Und ein andermal sagt Er – gepriesen sei Er: »Schaue auf Ihn nur mit Seinem eigenen Auge. Denn wer mit Seinem Auge auf Ihn schaut, wird Ihn erkennen; andernfalls wird Er für ihn verhüllt sein. So du Gott und Seine Gegenwart suchst, suche Ihn und schaue auf Ihn.« Und wiederum sagt Er: »Besser ist es für dich, auch nur einen der Verse Dessen zu sprechen, den Gott offenbaren wird, als den ganzen Bayán niederzuschreiben; denn an jenem Tag kann dich dieser eine Vers erlösen, während der ganze Bayán dich nicht erlösen kann.«
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Sprich: O Volk des Bayán! Sei redlich, redlich, und hinwiederum: Sei redlich, redlich! Gehöre nicht zu denen, die der Manifestation der Sache Gottes Erwähnung taten des tags und des nachts, und die, als Er durch Seine Gnade erschien und der Horizont der Offenbarung erleuchtet war, ein Urteil über Ihn fällten, das die Bewohner des Königreiches und des Reiches der Herrlichkeit und all jene wehklagen ließ, die den Willen Gottes, des Allwissenden, des Allweisen, umkreisen.
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Denke tief nach über diese erhabenen Worte. Er sagt: »Wahrlich, Ich glaube an Ihn und an Seinen Glauben und an Sein Buch und an Seine Beweise und an Seine Wege und an alles, was hierüber von Ihm ausgeht. Ich rühme Mich Meiner Verwandtschaft mit Ihm und bin stolz auf Meinen Glauben an Ihn.« Desgleichen sagt Er: »O Gemeinde des Bayán und ihr alle, die ihr dieser angehört! Erkennt die Grenzen, die euch gesetzt sind; denn ein Wesen wie der Punkt des Bayán selbst hat an Ihn, den Gott offenbaren wird, geglaubt, ehe noch alle Dinge erschaffen wurden. Dessen, wahrlich, rühme Ich Mich vor allen im Reiche des Himmels und der Erde.«Báb, in: Eine Auswahl aus Seinen Schriften, 6:16:3 – Anm. d. Hrsg. Bei Gott! Alle Atome des Weltalls stöhnen und jammern ob der Grausamkeit, die von den Eigensinnigen im Volke des Bayán verübt wurde. Wo sind jene, die mit Einsicht und Gehör begabt sind? Wir flehen zu Gott – gesegnet und verherrlicht sei Er –, Er möge sie versammeln und zu dem ermahnen, was ihnen nützt, und sie fernhalten von dem, was ihnen schadet. Er ist in Wahrheit der Starke, der Allunterwerfende, der Allmächtige.
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Und weiter sagt Er: »Lasst es nicht zu, dass ihr wie durch einen Schleier von Gott getrennt seid, nachdem Er sich offenbarte. Denn alles, was im Bayán gepriesen wurde, ist nur wie ein Ring an Meiner Hand, und Ich selbst bin wahrlich nur ein Ring an der Hand Dessen, den Gott offenbaren wird – verherrlicht sei Seine Erwähnung! Er wendet ihn, wie es Ihm gefällt, wozu es Ihm gefällt und wodurch es Ihm gefällt. Er, wahrlich, ist der Helfer in Gefahr, der Höchste.«Báb, in: Eine Auswahl aus Seinen Schriften, 6:16:3 – Anm. d. Hrsg. Desgleichen sagt Er: »Wollte Er einen jeden auf Erden zu einem Propheten machen, würden alle – und dies ist die unbedingte Wahrheit – in den Augen Gottes als Propheten angesehen.« Und ein andermal sagt Er: »Am Tage der Offenbarung Dessen, den Gott offenbaren wird, werden alle Erdbewohner in Seiner Wertschätzung gleich sein. Wen immer Er zum Propheten bestimmt, der ist wahrlich vom Anbeginn an, der keinen Anbeginn hat, ein Prophet gewesen und wird ein solcher bleiben bis zum Ende, das kein Ende hat, da dies eine Tat Gottes ist. Und wer immer von Ihm zum Statthalter gemacht wird, wird in allen Welten ein Statthalter sein, da dies eine Tat Gottes ist. Denn der Wille Gottes kann auf keine andere Weise enthüllt werden als durch Seinen Willen, noch kann Gottes Wunsch anders geoffenbart werden als durch Seinen Wunsch. Er ist wahrlich der Allbezwingende, der Allgewaltige, der Allhöchste.«
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Kurz, bei jeder Gelegenheit hat Er dargelegt, was der Bekehrung, dem Fortschritt, der Erhöhung und der Führung der Menschen dienlich ist. Etliche unredliche Seelen sind jedoch zu einem Schleier, einer unüberwindlichen Schranke geworden und haben das Volk gehindert, sich dem Lichte Seines Antlitzes zuzuwenden. Wir bitten Gott, sie durch Seine höchste Herrschaft auszustoßen und sich ihrer durch Seine alles erfassende Kraft zu bemächtigen. Er ist wahrlich der Herr der Stärke, der Mächtige, der Allweise.
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An anderer Stelle sagt Er: »Er – verherrlicht sei Seine Erwähnung – gleicht der Sonne. Würden ungezählte Spiegel vor ihr aufgestellt, ein jeder würde nach seiner Fähigkeit den Glanz dieser Sonne widerstrahlen, und wäre kein Spiegel vor ihr, würde sie sich weiterhin erheben und senken, und nur die Spiegel wären von ihrem Licht ausgeschlossen. Ich habe wahrlich Meine Pflicht nicht versäumt, dieses Volk zu ermahnen und auf Mittel und Wege zu sinnen, durch die es sich Gott, seinem Herrn, zuwenden und an Gott, seinen Schöpfer, glauben kann. Wenn Ihm am Tage Seiner Offenbarung alle auf Erden Gefolgschaft leisten, wird Mein innerstes Wesen jubeln, weil dann alle den Gipfel ihres Seins erklimmen, weil sie ihrem Geliebten Auge in Auge gegenüberstehen und in dem höchsten Maße, das in der Welt des Seins erreichbar ist, den Strahlenglanz Dessen erkennen, der die Sehnsucht ihrer Herzen ist. Wenn nicht, wird Meine Seele in der Tat traurig sein. Ich habe in Wahrheit alle Dinge auf dieses Ziel vorbereitet. Wie könnte da irgend jemand durch einen Schleier von Ihm getrennt sein? Hierfür habe Ich zu Gott gerufen und werde weiter zu Ihm rufen. Er, wahrlich, ist nahe, bereit zur Antwort.«Báb, in: Eine Auswahl aus Seinen Schriften, 6:6:1 – Anm. d. Hrsg.
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Und desgleichen sagt Er: »Sie werden diesem Baume, der weder vom Osten noch vom Westen stammt, selbst den Namen eines Gläubigen versagen; denn würden sie Ihn so nennen, dann könnten sie Ihm nicht wehtun.« Hat dein Ohr, o Welt, vernommen, mit welcher Hilflosigkeit diese Worte enthüllt wurden vom Tagesanbruch des Willens Dessen, der der Aufgangsort aller Namen ist? Er spricht: »Ich habe alle Menschen erzogen, damit sie diese Offenbarung erkennen, und doch weigert sich das Volk des Bayán, jenem gesegneten Baume, der weder dem Osten noch dem Westen angehört, auch nur den Namen eines Gläubigen zuzugestehen.« Wehe, wehe ob dem, was über Mich gekommen ist! Bei Gott! Von der Hand dessen, den Ich aufgezogen habe ( Mírzá Yaḥyá), wurde Mir Tag und Nacht zugefügt, was den Heiligen Geist und die Bewohner des Tabernakels der Erhabenheit Gottes, des Herrn dieses wundersamen Tages, zum Weinen brachte.
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Ferner sagt Er in Widerlegung gewisser Ungläubiger: »Denn niemand weiß die Zeit dieser Offenbarung außer Gott. Wann immer sie erscheint, müssen alle den Punkt der Wahrheit anerkennen und Gott danken.« Die sich von Mir abwandten, redeten genauso, wie die Anhänger Johannis (des Täufers) redeten; denn auch diese verwahrten sich gegen Ihn, der der Geist (Jesus) war, und sagten: »Die Sendung Johannis ist noch nicht beendet; weshalb bist du gekommen?« Nun, auch sie, die Uns verleugneten, obwohl sie Uns niemals kennenlernten und stets in Unkenntnis der Grundlagen dieser Sendung blieben, da sie nicht wissen, von Wem diese ausgeht und was sie bedeutet – auch sie haben geredet, was alles Erschaffene seufzen und wehklagen ließ. Bei Meinem Leben! Ein Stummer kann niemals Dem gegenübertreten, der in sich das Königreich des Wortes verkörpert. Fürchte Gott, o Volk, und lies sodann, was mit Wahrheit herniedergesandt wurde im achten Kapitel des sechsten Váḥid des Bayán, und gehöre nicht zu denen, die sich abwenden. Auch Er hat befohlen: »Einmal alle neunzehn Tage sollten sie dieses Kapitel lesen, damit sie in der Zeit der Offenbarung Dessen, den Gott offenbaren wird, durch keine Schleier von Überlegungen, die diesen Versen fremd sind, von Ihm getrennt werden; denn diese Verse waren und sind die gewichtigsten aller Zeugnisse und Beweise.«
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Johannes, der Sohn des Zacharias, sagte, was auch Mein Vorläufer gesagt hat: »Ich sage euch, tut Buße; denn das Himmelreich ist nahe.Mt. 3:1, 3:1 – Anm. d. Hrsg. Wahrlich, ich taufe euch mit Wasser zur Buße, aber Er, der nach mir kommt, ist mächtiger als ich; ich bin nicht wert, Seine Schuhe zu tragen.«Mt. 3:1, 3:11 – Anm. d. Hrsg. Und deshalb hat auch Mein Vorläufer zum Zeichen Seiner Unterwürfigkeit und Demut gesagt: »Der ganze Bayán ist nur ein Blatt unter den Blättern Seines Paradieses.«Vgl. Abs. 221 – Anm. d. Hrsg. Und weiter sagt Er: »Ich bin der erste, der Ihn anbetet, und rühme Mich Meiner Verwandtschaft mit Ihm.« Und doch, o Menschen, hat das Volk des Bayán derartige Taten verübt, dass selbst Dhi’l-Jawshan, Ibn-i-Anas und Aṣbaḥí Zuflucht bei Gott davor suchten und noch suchen. Dieser Unterdrückte befasst sich Tag und Nacht vor den Augen aller Bekenntnisse mit den Dingen, die zur Erhöhung der Sache Gottes führen, während jene Menschen dem nachhängen, was schmerzliche Erniedrigung mit sich bringt.
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Desgleichen sagt Er: »Erkennt Ihn an Seinen Versen. Je nachlässiger ihr in eurem Bemühen seid, Ihn kennenzulernen, desto schlimmer werdet ihr vom Feuer verhüllt sein.« O ihr im Volk des Bayán, die ihr euch von Mir abgewandt habt! Denkt nach über diese erhabensten Worte, die dem Brunnquell der Äußerung Dessen entströmten, welcher der Punkt des Wissens ist. Hört nunmehr auf diese Worte. Er sagt: »An jenem Tag wird sich die Sonne der Wahrheit an das Volk des Bayán wenden und folgende Súrih des Qur’án vortragen: ›Sprich: O ihr Ungläubigen! Ich verehre nicht, was ihr verehret, und ihr verehret nicht, was Ich verehre. Ich werde nie verehren, was ihr verehret, noch werdet ihr je verehren, was Ich verehre. Euch sei euer Glaube und Mir Mein Glaube.‹Qur’án 109:1–6 – Anm. d. Hrsg.«. Gnädiger Gott! Trotz dieser erlauchten Erklärungen, trotz dieser glänzenden und strahlenden Zeichen sind sie alle in ihre leeren Einbildungen verrannt, werden des Ersehnten nicht gewahr und sind durch einen Schleier von Ihm getrennt. O ihr, die ihr in die Irre gingt! Erwacht aus dem Schlafe der Achtlosigkeit und hört auf diese Worte Meines Vorläufers. Er sagt: »Der Baum der Bestätigung gilt als Baum des Verleugnens, wenn er sich von Ihm wendet, und der Baum des Leugnens gilt als Baum der Bestätigung, wenn er sich Ihm zuwendet.« Ebenso sagt Er: »Wenn jemand den Anspruch auf eine Offenbarung erhebt, aber keinen Beweis erbringen kann, verwahrt euch nicht und betrübt Ihn nicht.« Kurz, dieser Unterdrückte äußerte Tag und Nacht die Worte: »Sprich: O ihr Ungläubigen!«Qur’án 109:1–6 – Anm. d. Hrsg., damit dies vielleicht das Mittel werde, das Volk zu erwecken und es mit der Zier der Redlichkeit zu schmücken.
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Und nun sinne nach über diese Worte, die den Hauch der Verzweiflung atmen in Seiner kummervollen Anrufung Gottes, des Herrn der Welten. Er spricht: »Verherrlicht bist Du, o mein Gott! Sei Du mein Zeuge, dass ich durch dieses Buch über die Sendung Dessen, den Du offenbaren wirst, mit allen erschaffenen Dingen einen Bund geschlossen habe, ehe noch der Bund über meine eigene Sendung errichtet wurde. Du genügst als Zeuge, und mit Dir jene, die an Deine Zeichen glauben. Du, wahrlich, schenkst mir Genüge. In Dich habe ich mein Vertrauen gesetzt, und Du, wahrlich, führst über alle Dinge Buch.«
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In anderem Zusammenhang sagt Er: »O ihr sonnengleichen Spiegel! Schaut auf die Sonne der Wahrheit. Wahrlich, ihr hängt von dieser ab, könntet ihr es doch begreifen. Ihr seid alle wie Fische, die sich in den Wassern des Meeres tummeln; ihr verbergt euch davor, und doch fragt ihr euch, was es ist, von dem ihr abhängt.« Desgleichen sagt Er: »Ich beklage Mich bei dir, o Spiegel Meiner Großmut, über alle anderen Spiegel. Alle schauen sie auf Mich durch ihre eigenen Farben.« Diese Worte wurden von der Quelle der Offenbarung des Allgütigen herniedergesandt und an Siyyid Javád, bekannt unter dem Namen Karbilá’í, gerichtet.
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Gott bezeugt und die Welt bestätigt Mir, dass dieser Siyyid auf Meiner, dieses Unterdrückten, Seite stand und sogar eine ausführliche Erwiderung an jene schrieb, die sich von Mir wandten. Überdies haben Wir an Ḥaydar-‘Alí zwei Mitteilungen gesandt, in denen er für die Offenbarung des Einen Wahren Zeugnis ablegt und in denen die Beweise seiner Abkehr von allem außer Ihm klar und offenkundig sind. Die Handschrift des Siyyid ist unzweideutig und jedermann bekannt. Unsere Absicht bei der Weitergabe dieser Schriftstücke war, dass durch sie vielleicht jene, die Uns verleugneten, zu den Lebenswassern der Anerkennung gelangen und die, welche sich abwandten, vom Licht der Bekehrung erleuchtet würden. Gott ist Mein Zeuge, dass dieser Unterdrückte nie ein anderes Ziel hatte als die Übermittlung des Wortes Gottes. Gesegnet sind die redlich Gesinnten, und wehe denen, die sich abwenden. Sie, die sich von Mir abkehrten, haben schon mancherlei Ränke geschmiedet und sind auf mannigfache Weise hinterlistig vorgegangen. Einmal haben sie sich ein Bild dieses Siyyid verschafft und es mit anderen auf einen Bogen Papier geklebt, obenan das Porträt von Mírzá Yaḥyá. Kurz, sie haben jedes Mittel ergriffen, um den Einen Wahren zu verwerfen. Sprich: »Der Eine Wahre ist gekommen, offenbar wie die strahlende Sonne; welch ein Jammer, dass Er in die Stadt der Blinden gekommen ist!« Der erwähnte Siyyid ermahnte die Leugner und berief sie zum Erhabensten Horizonte, konnte aber auf diese harten Steine keinen Eindruck machen. Sie haben über ihn Dinge gesagt, gegen die er Zuflucht suchte bei Gott – gepriesen sei Seine Herrlichkeit. Die flehentlichen Bitten, die er an diesen heiligen Hof sandte, sind jetzt in Unserem Besitz. Glücklich sind die redlich Gesinnten.
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Denke nun nach über die Klage des Ersten Punktes gegen die »Spiegel«, damit vielleicht die Menschen erweckt werden und sich von der linken Hand eitler Vorstellungen und Einbildungen hin zu der Rechten des Glaubens und der Gewissheit wenden, und damit sie sich bewusst werden, wovor sie verschleiert sind. Sie sind in der Tat nur darum aus der Welt des Nichtseins in die Welt des Seins getreten, dass sie diese Größte Sendung erkennen. Überdies sagt Er: »Weihe, o mein Gott, diesen ganzen Baum Ihm, auf dass alle Früchte, die Du an ihm wachsen lässt, für Ihn geoffenbart werden, den Gott zum Offenbarer all dessen bestimmte, was Ihm gefällt. Bei Deiner Herrlichkeit! Ich hatte nie den Wunsch, dass dieser Baum je einen Zweig, ein Blatt oder eine Frucht trüge, die es versäumten, sich am Tage Seiner Offenbarung vor Ihm zu beugen, oder die sich weigerten, Dich durch Ihn zu preisen, wie es der Herrlichkeit Seiner allherrlichen Offenbarung und der Erhabenheit Seiner erhabensten Verborgenheit angemessen ist. Und solltest Du, o mein Gott, einen Zweig, ein Blatt oder eine Frucht an mir erblicken, die es versäumen, sich am Tage Seiner Offenbarung vor Ihm zu beugen – schneide sie weg von diesem Baume, o mein Gott, denn sie sind nicht von mir noch sollen sie zu mir zurückkehren.«Báb, in: Eine Auswahl aus Seinen Schriften, 6:5:1 – Anm. d. Hrsg.
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O Volk des Bayán! Ich schwöre bei Gott! Dieser Unterdrückte hat keine andere Absicht, als die Sache zu offenbaren, die zu enthüllen Er berufen war. Würdet ihr das Ohr eures Herzens Ihm zuneigen, ihr würdet von jedem Teil und Glied, von jeder Ader, ja von jedem einzelnen Haar dieses Unterdrückten hören, was die Scharen der Höhe und die Welt der Schöpfung bewegt und entzückt.
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O Hádí! Der blinde Fanatismus vergangener Zeiten hat die unglücklichen Geschöpfe von dem Geraden Pfade ferngehalten. Denke nach über die Shí‘iten. Zwölfhundert Jahre lang haben sie gerufen: »O Qá’im!«, um schließlich Sein Todesurteil zu fällen und Ihm das Märtyrertum aufzuerlegen, trotzdem sie an den Einen Wahren – gepriesen sei Seine Herrlichkeit –, an das Siegel der Propheten und an die Erwählten glauben und diese alle anerkennen. Es ist nun nötig, eine Weile nachzudenken, damit vielleicht entdeckt werde, was zwischen den Einen Wahren und Seine Geschöpfe getreten ist, und damit die Taten, die zu Einspruch und Verleugnung führten, bekanntwerden.
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O Hádí! Wir haben das Wehklagen der Kanzeln gehört, welche die Geistlichen, wie von jedermann bezeugt wird, bestiegen, um den Einen Wahren zu verfluchen und die Dinge zu tun, die Ihm, dem Wesen des Seins, und Seinen Gefährten zugestoßen sind und dergleichen weder Ohr noch Auge der Welt zuvor jemals wahrnahmen. Du rufst das Volk zusammen und tust es noch, wobei du beanspruchst, Sein Statthalter und Spiegel zu sein, trotzdem du nichts über diese Sache weißt, zumal du noch nie in Unserer Gegenwart warst.
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Ein jeder aus diesem Volke weiß wohl, dass Siyyid Muḥammad nur einer Unserer Diener war. Er begleitete Uns in den Tagen, da Wir Uns auf Geheiß der kaiserlich-türkischen Regierung in deren Hauptstadt begaben. Später beging er, was die Feder des Höchsten – Ich schwöre es bei Gott – weinen und Sein Tablet stöhnen ließ. Wir stießen ihn deshalb aus; daraufhin verband er sich mit Mírzá Yaḥyá und tat, was noch kein Tyrann je getan hat. Wir gaben ihn auf und sagten zu ihm: »Fort mit dir, du achtloser Mensch!« Nachdem diese Worte gefallen waren, trat er in den Orden der Mawlaví ein und verblieb in deren Gesellschaft bis zu der Zeit, da Wir abreisen mussten.
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O Hádí! Dulde nicht, dass du zu einem Werkzeug für die Verbreitung neuen Aberglaubens werdest, und weigere dich, noch einmal eine ähnliche Sekte zu gründen wie die der Shí‘iten. Denke darüber nach, welche Unmengen Blutes vergossen wurden. Du und andere, die Erkenntnis besitzen wollen, wie auch die shí‘itischen Geistlichen, einer wie der andere, haben von Anfang an den Einen Wahren verflucht und verfügt, dass Sein heiligstes Blut fließe. Fürchte Gott, o Hádí! Lass es nicht zu, dass die Menschen wieder von den leeren Einbildungen früherer Zeiten befallen werden. Fürchte Gott und gehöre nicht zu denen, die Unrecht tun. Dieser Tage haben Wir gehört, du seist bestrebt, jede Ausgabe des Bayán an dich zu bringen, um sie zu vernichten. Dieser Unterdrückte fordert dich um Gottes willen auf, von diesem Vorhaben abzulassen. Dein Verstand und deine Urteilskraft werden niemals den Verstand und die Urteilskraft Dessen übertreffen, der der Fürst der Welt ist. Gott bezeugt Mir, dass dieser Unterdrückte den Bayán nicht gelesen noch sich mit seinem Inhalt vertraut gemacht hat. So viel ist aber bekannt und unzweifelhaft klar, dass Er das Buch des Bayán zur Grundlage Seiner Werke ausersehen hat. Fürchte Gott und mische dich nicht in Dinge, die hoch über dich hinausragen. Zwölfhundert Jahre lang haben Leute, die dir gleichen, die unglücklichen Shí‘iten im Abgrund leerer Vorstellungen und eitler Einbildungen gepeinigt. Endlich traten dann am Tage des Gerichts Dinge auf, vor denen die Unterdrücker vergangener Zeiten Zuflucht bei dem Einen Wahren suchten.
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Begreife nunmehr den Ruf, den Er, der Punkt, in Seinen Worten erhob. Er flehte zu Gott, Er möge, falls an diesem Baum – der Sein gesegnetes Selbst ist – eine Frucht, ein Blatt oder ein Zweig auftrete, der nicht an Ihn glaube, diese unverzüglich abhauen. Desgleichen sagt Er: »Wenn jemand eine Erklärung abgibt und es versäumt, sie durch einen Beweis zu untermauern, dann verwerft ihn nicht.« Und doch hast du Ihn jetzt verworfen und freust dich noch dessen, obwohl Er sich auf hundert Bücher stützt!
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Zu wiederholtem Male fordere Ich dich auf: Prüfe genau, was geoffenbart wurde. Der Windhauch des Wortes in dieser Offenbarung ist nicht zu vergleichen mit dem vergangener Zeiten. Dieser Unterdrückte wurde ständig verfolgt und fand nie einen sicheren Ort, an dem Er die Schriften des Erhabensten (des Báb) oder die von einem anderen gründlich hätte lesen können. Etwa zwei Monate, nachdem Wir – getreu dem Befehl Seiner Majestät des Sháhs von Persien, möge Gott ihm beistehen – im ‘Iráq eintrafen, stieß Mírzá Yaḥyá zu Uns. Wir sprachen zu ihm: »Dem königlichen Gebot zufolge sind Wir hierher geschickt worden. Für dich ist es ratsam, in Persien zu bleiben. Wir werden auch Unseren Bruder Mírzá Músá an einen anderen Ort senden. Da eure Namen in dem königlichen Erlass nicht erwähnt sind, könnt ihr euch aufmachen und anderswo Dienst tun.« Später verließ dieser Unterdrückte Baghdád und zog sich für zwei Jahre von der Welt zurück. Nach Unserer Rückkehr fanden Wir, dass er nicht gegangen war und seine Abreise hinausgeschoben hatte. Dieser Unterdrückte war hierüber sehr betrübt. Gott bestätigt und bezeugt Uns, dass Wir Uns allezeit mit der Verbreitung dieser Sendung befassten. Weder Ketten noch Bande, weder der Block noch der Kerker konnten Uns daran hindern, Uns zu offenbaren. In jenem Lande verboten Wir jede Zwietracht, alle unschicklichen, ruchlosen Taten. Tag und Nacht richteten Wir Unsere Tablets überallhin. Wir hatten keine andere Absicht, als die Seelen der Menschen zu erbauen und das gesegnete Wort zu erhöhen.
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Wir beauftragten eigens gewisse Gläubige, die Schriften des Ersten Punktes zu sammeln. Als dies besorgt war, geboten Wir Mírzá Yaḥyá und Mírzá Vahháb-i-Khurásání, bekannt unter dem Namen Mírzá Javád, an einem bestimmten Ort zusammenzukommen. Unserer Weisung gemäß vollendeten sie die Aufgabe, zwei Abschriften der Werke des Ersten Punktes zu fertigen. Ich schwöre bei Gott! Dieser Unterdrückte hat, da Er ständig mit den Menschen umzugehen hatte, niemals in diese Bücher geschaut noch Sein leibliches Auge auf diese Schriften geworfen. Als Wir abreisten, waren die besagten Schriften im Besitz jener beiden Personen. Man war übereingekommen, dass sie Mírzá Yaḥyá anvertraut würden, damit er sie nach Persien bringe und im ganzen Land verbreite. Dieser Unterdrückte begab sich auf Geheiß der Minister der türkischen Regierung in deren Hauptstadt. Als Wir in Mossul eintrafen, stellten Wir fest, dass Mírzá Yaḥyá vor Uns in diese Stadt gereist war und Uns dort erwartete. Kurz, die Bücher und Schriften waren in Baghdád zurückgelassen worden, während er selbst sich nach Konstantinopel aufmachte und sich diesen Dienern anschloss. Gott ist Zeuge dessen, was über diesen Unterdrückten kam; denn nachdem Wir uns so emsig um jene Schriften bemüht hatten, gab er (Mírzá Yaḥyá) sie preis und ging mit den Verbannten. Lange Zeit war dieser Unterdrückte von unendlichem Leid überwältigt, bis Wir schließlich, durch eine Reihe von Maßnahmen, deren niemand außer dem einen wahren Gott gewahr ist, jene Schriften an einen anderen Ort in einem anderen Land sandten, angesichts der Tatsache, dass im ‘Iráq alle Dokumente jeden Monat sorgfältig geprüft werden müssen, damit sie nicht vermodern und zugrunde gehen. Gott aber bewahrte sie und brachte sie an einen Ort, den Er schon früher bestimmt hatte. Er ist wahrlich der Beschützer, der Helfer.
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Wohin dieser Unterdrückte sich auch begab, Mírzá Yaḥyá folgte Ihm. Du selbst bist dessen Zeuge und weißt es wohl, dass alles die Wahrheit ist, was hier gesagt wurde. Der Siyyid von Iṣfahán jedoch täuschte ihn im Geheimen. Zusammen begingen sie, was die größte Bestürzung hervorrief. Frage doch bei den Beamten der Regierung über das Benehmen Mírzá Yaḥyás in jenem Land an! Außerdem beschwöre Ich dich bei Gott, dem Einen, dem Unvergleichlichen, dem Herrn der Kraft, dem Mächtigsten, sorgfältig die Mitteilungen zu prüfen, die in seinem [Mírzá Yaḥyás] Namen an den Ersten Punkt gerichtet wurden, damit du klare Beweise von Ihm, der die Wahrheit ist, schaust. Auch aus den Worten des Punktes des Bayán – mögen alle Seelen außer Ihm um Seinetwillen geopfert werden – ging hervor, was kein Schleier verdunkeln und verbergen kann, weder die Schleier der Herrlichkeit noch die, welche die Irregegangenen zugezogen haben. Wahrlich, die Schleier sind zerrissen durch den Finger des Willens deines Herrn, des Starken, des Allunterwerfenden, des Allmächtigen. Ja, verzweifelt ist die Lage derer, die Mich verleumdet und beneidet haben. Vor kurzem wurde behauptet, du hättest die Urheberschaft am Kitáb-i-Íqán und gewissen Tablets anderen Leuten zugeschrieben. Ich schwöre bei Gott! Dies ist ein großes Unrecht. Andere sind nicht in der Lage, die Bedeutung dieser Bücher zu begreifen, geschweige denn, diese zu offenbaren!
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Ḥasan-i-Mázindarání war der Überbringer von siebzig Tablets. Bei seinem Tode wurden diese Briefe nicht denen ausgehändigt, für die sie bestimmt waren, sondern einer Meiner Schwestern anvertraut, die sich ohne jeden Grund von Mir abgewandt hatte. Gott weiß, was mit seinen Tablets geschah. Diese Schwester hat nie bei Uns gelebt. Ich schwöre bei der Sonne der Wahrheit, dass sie Mírzá Yaḥyá nie mehr sah, nachdem sich dies zutrug, und von Unserer Sendung nichts wusste; denn bereits früher war sie Uns entfremdet worden. Sie lebte in einem Stadtteil und dieser Unterdrückte in einem anderen. Zum Zeichen Unserer Güte, Zuneigung und Barmherzigkeit jedoch besuchten Wir sie und ihre Mutter etliche Tage vor Unserer Abreise, damit sie von den Lebenswassern des Glaubens tränken und zu dem gelangten, was sie an diesem Tag Gott näher bringt. Gott weiß wohl und bezeugt Mir, und sie selbst bestätigt es, dass Ich keinen anderen Gedanken hatte als diesen. Schließlich kam sie – gepriesen sei Gott – durch Seine Gnade zu diesem Ziel und wurde mit der Zier der Liebe geschmückt. Nachdem Wir jedoch weiter verbannt worden und vom ‘Iráq nach Konstantinopel abgereist waren, erreichten Uns keinerlei Nachrichten mehr von ihr. Nach Unserer Trennung im Lande Ṭá (Ṭihrán) kamen Wir nie mehr mit Mírzá Riḍá-Qulí, Unserem Bruder, zusammen und erhielten keine besonderen Mitteilungen über sie. In früheren Tagen hatten wir alle zusammen in einem Haus gelebt, das später durch Versteigerung gegen eine geringfügige Summe verkauft wurde. Die beiden Brüder Farmán-Farmá und Ḥisámu’s-Salṭanih kauften es und teilten es unter sich. Danach trennten Wir Uns von Unserem Bruder. Er nahm Wohnung in der Nähe des Eingangs zur Masjid-i-Sháh, während Wir beim Shimírán-Tor wohnten. Seither trug diese Schwester ohne allen Grund eine feindselige Haltung gegen Uns zur Schau. Dieser Unterdrückte wahrte unter allen Umständen Frieden. Aber Meine Schwester nahm die dem Größten Ast (‘Abdu’l-Bahá) anverlobte Tochter Unseres verstorbenen Bruders Mírzá Muḥammad-Ḥasan aus Núr – mit ihm seien die Herrlichkeit Gottes, Sein Friede und Seine Barmherzigkeit – zu sich in ihr Haus und schickte sie dann an einen anderen Ort. Einige Unserer Gefährten und Freunde an verschiedenen Plätzen beklagten sich darüber, denn es war eine kränkende Übeltat, die von allen Geliebten Gottes missbilligt wurde. Wie seltsam, dass Unsere Schwester jene in ihr Haus nahm, um dann dafür zu sorgen, dass sie anderswohin verbracht wird! Trotz alledem blieb dieser Unterdrückte still und ruhig und bleibt es noch. Ein Wort aber fiel, um Unsere Geliebten zu beunruhigen. Gott bezeugt und bestätigt Mir, dass das Gesagte die Wahrheit und aufrichtig gemeint war. Keiner Unserer Geliebten, ob in dieser Gegend hier oder in jenem Land, hätte Unsere Schwester einer Handlung für fähig halten können, die dem Anstand, der Zuneigung und der Freundschaft derart zuwiderläuft. Nachdem es jedoch geschehen war und sie erkannten, dass der Weg versperrt war, verfuhren sie in einer Weise, die dir und anderen wohlbekannt ist. Es muss daher offenkundig sein, wie tief der Schmerz war, den jene Tat diesem Unterdrückten zufügte. Später tat sie sich mit Mírzá Yaḥyá zusammen. Widersprüchliche Berichte über sie kommen zu Uns, und es ist nicht klar, was sie sagt oder tut. Wir flehen zu Gott – gelobt und verherrlicht sei Er –, Er möge sie zu sich zurückführen und ihr helfen, Reue vor dem Tore Seiner Gnade zu üben. Er ist wahrlich der Mächtige, der Vergebende, und Er ist in Wahrheit der Allmachtvolle, der Verzeihende.
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In einem anderen Zusammenhang sagt Er: »Würde Er in diesem Augenblick erscheinen, Ich wäre der erste, Ihn anzubeten und Mich vor Ihm zu verneigen.« Sei redlich, o Volk! Die Absicht des Erhabensten (des Báb) war, sicherzustellen, dass die unmittelbare Nähe dieser Offenbarung die Menschen nicht von dem ewigen göttlichen Gesetz abhalte, wie die Gefährten Johannis (des Täufers) verhindert waren, Ihn, den Geist (Jesus), anzuerkennen. Immer wieder sagte Er: »Lasst es nicht zu, dass euch der Bayán und alles, was darin geoffenbart wurde, von jenem Wesen des Seins, jenem Herrn des Sichtbaren wie des Unsichtbaren fernhält.« Wenn sich jemand angesichts dieses bindenden Gebotes an den Bayán klammert, hat er wahrlich den Schatten des gesegneten und erhabenen Baumes verlassen. Sei redlich, o Volk, und gehöre nicht zu den Achtlosen.
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Desgleichen sagt Er: »Lasst euch nicht durch Namen wie durch einen Schleier trennen von Ihm, dem Herrn aller Namen, nicht einmal durch den Namen Prophet, denn auch dieser ist nur ein Geschöpf Seines Wortes.« Und ferner spricht Er im siebten Kapitel des zweiten Váḥid: »O Volk des Bayán! Handle nicht, wie das Volk des Qur’án gehandelt hat; denn wenn du so handelst, werden die Früchte deiner Nacht zunichte werden.«Báb, Bayán-i-Fársí, in: Eine Auswahl aus Seinen Schriften 5:1:2 Fn1 – Anm. d. Hrsg. Weiter sagt Er – verherrlicht sei Seine Erwähnung: »Wenn du zu Seiner Offenbarung findest und Ihm gehorchst, hast du die Frucht des Bayán hervorgebracht; wo nicht, bist du unwürdig, vor Gott erwähnt zu werden. Habe Mitleid mit dir selbst. Wenn du Ihm, der Offenbarung der Herrschaft Gottes, nicht hilfst, sei wenigstens keine Ursache des Kummers für Ihn.« Ein andermal sagt Er – verherrlicht sei Seine Stufe: »Wenn du nicht in die Gegenwart Gottes gelangst, betrübe wenigstens nicht das Zeichen Gottes. Auf den Vorteil, den Ihm die Gläubigen des Bayán bringen könnten, verzichtet Er, wenn ihr auf das verzichtet, was Ihm schaden kann. Ich weiß jedoch, dass ihr euch weigern werdet, so zu tun.«
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O Hádí! Mir scheint, du hast dich gerade wegen dieser unzweifelhaften Worte entschlossen, den Bayán auszutilgen. Höre auf die Stimme dieses Unterdrückten und lass ab von der Verfolgung, die die Säulen des Bayán erzittern ließ. Ich bin weder in Chihríq noch in Máh-Kú gewesen. Gegenwärtig gehen unter deinen Anhängern die gleichen Behauptungen um wie bei den Shí‘iten, welche sagen, der Qur’án sei unvollendet. Diese Leute behaupten auch, dieser Bayán sei nicht der ursprüngliche. Die Fassung in der Handschrift des Siyyid Ḥusayn ist noch vorhanden, desgleichen diejenige von der Hand Mírzá Aḥmads.
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Siehst du den als einen Unterdrückten an, der in dieser Welt nie einen einzigen Streich empfing und ständig von fünf Mägden Gottes umgeben war? Und legst du dem Einen Wahren, der von frühester Jugend bis auf den heutigen Tag in den Händen Seiner Feinde war und das schlimmste Leid der Welt erduldete, Vorwürfe zur Last, wie sie nicht einmal die Juden Christus nachsagten? Höre auf die Stimme dieses Unterdrückten und zähle nicht zu denen, die alles verlieren.
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Und weiterhin sagt Er: »Wieviele der Feuer, die Gott durch Ihn, den Er offenbaren wird, in Licht wandelt, und wie zahlreich die Lichter, die durch Ihn zu Feuer werden! Ich schaue Seine Erscheinung wie die Sonne hoch am Himmel und das Verschwinden aller wie das der nächtlichen Sterne am Tage.« Hast du Ohren, o Welt, auf die Stimme des Einen Wahren zu hören und redlich über diese Offenbarung zu urteilen, bei deren Erscheinen Sinai rief: »Er, der auf mir Zwiesprache hielt, ist mit deutlichen Zeichen und leuchtenden Beweisen gekommen, trotz dem Achtlosen, der fernab in der Irre schweift, und trotz jedem lügenreichen Verleumder, der das Licht Gottes mit seinen üblen Reden ersticken will und die Zeichen Gottes mit seiner Bosheit austilgen möchte. Sie beide gehören wahrlich zu denen, die im Buche Gottes, des Herrn der Welten, Unrecht tun.«
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Desgleichen sagt Er: »Der Bayán ist vom Anfang bis zum Ende der Aufbewahrungsort aller Seiner Eigenschaften und die Schatzkammer Seines Feuers wie auch Seines Lichtes.«Báb, Bayán-i-Fársí, in: Eine Auswahl aus Seinen Schriften 3:29:1 – Anm. d. Hrsg. Großer Gott! Die Seele wird hingerissen vom Duft dieser Worte, denn mit grenzenloser Traurigkeit erklärt Er hier, was Er wahrnimmt. Er sagt weiter zu dem Buchstaben des Lebendigen, Mullá Báqir – mit ihm seien die Herrlichkeit Gottes und Seine Güte –: »Vielleicht kannst du in acht Jahren, am Tage Seiner Offenbarung, in Seine Gegenwart gelangen.«
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