Bahá’u’lláh | Gebete und Meditationen
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121:2
Mächtig bist Du zu tun, was Du willst. Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden.
122
122:1
Preis sei Dir, o Herr mein Gott! Du siehst und weißt, ich habe Deinen Dienern geboten, daß sie sich nirgendwo hinwenden als zu Deinen Gaben, und habe ihnen befohlen, nichts zu beachten, als was Du in Deinem deutlichen Buche bestimmtest, dem Buche, das nach Deinem unergründlichen Ratschluß und Deiner unwiderruflichen Absicht herniedergesandt ist.
122:2
Ich kann kein Wort sprechen, o mein Gott, es sei denn mit Deiner Erlaubnis, und kann mich in keine Richtung bewegen, es sei denn mit Deiner Zustimmung. Durch die Kraft Deiner Macht hast Du, o mein Gott, mich ins Dasein gerufen und mir die Gnade verliehen, Deine Sache zu künden. Dafür wurde ich von solchem Leid heimgesucht, daß meine Zunge gehindert ward, Dich zu rühmen und Deine Herrlichkeit zu preisen.
122:3
Aller Lobpreis sei Dir, o mein Gott, für das, was Du durch Deinen Ratschluß und die Macht Deiner Souveränität für mich bestimmt hast. Ich bitte Dich, stärke mich und meine Geliebten in unserer Liebe zu Dir und bewahre uns sicher in Deiner heiligen Sache. Ich schwöre bei Deiner Macht, o mein Gott! Von Dir wie durch einen Schleier getrennt zu sein, ist Deines Dieners Schande, und Dich zu kennen, ist sein Ruhm. Bin ich bewaffnet mit der Macht Deines Namens, so kann nichts mich verwunden, und mit Deiner Liebe im Herzen können alle Trübsale dieser Welt mich nicht schrecken.
122:4
Darum, o mein Herr, sende herab auf mich und meine Geliebten, was uns vor dem Unheil derer beschützt, die Deine Wahrheit verwarfen und nicht an Deine Zeichen glauben.
122:5
Du bist wahrlich der Allherrliche, der Großmütigste.
123
123:1
Verherrlicht bist Du, o Herr mein Gott! Du hast Deinen Dienern in Deinem höchsten Paradiese so hohe Rangstufen zuerteilt, daß alle im Himmel und auf Erden wie vom Donner gerührt wären, würde auch nur eine davon menschlichen Blicken enthüllt. Bei Deiner Macht! Wären Könige Augenzeugen solch großer Herrlichkeit, sie legten sicherlich all ihre Reiche ab und hielten sich an jene Untertanen, die in den Schatten Deiner unermeßlichen Gnade getreten sind und Obdach bei Deinem allherrlichen Namen suchen.
123:2
Ich flehe Dich an, o Du Geliebter der Welten, Du Sehnsucht aller, die Dich erkennen, bei Deinem Namen, durch den Du aufrüttelst, wen Du willst, und zu Dir hinziehst, wen Du magst: Öffne all denen, die Dir teuer sind, die Augen, damit sie nicht durch Schleier von Dir getrennt seien wie die Völker der Erde, sondern äußerlich die Zeichen Deiner Macht erkennen und innerlich begreifen, was Du in den Reichen Deiner Herrlichkeit für sie bestimmt hast.
123:3
Mächtig bist Du zu tun, was Dir beliebt. Du bist der Einziggeliebte in dieser Welt und in der künftigen. Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Erhabensten, dem Allherrlichen.
124
124:1
Verherrlicht bist Du, o Herr mein Gott! Wann immer ich wage, von Dir zu künden, hindern mich meine schweren Sünden und meine schlimmen Vergehen gegen Dich daran, und ich sehe mich Deiner Gnade gänzlich beraubt, außerstande, Dein Lob anzustimmen. Doch mein festes Vertrauen in Deine Großmut läßt meine Hoffnung auf Dich wieder aufblühen; meine Gewißheit, daß Du großmütig mit mir verfährst, gibt mir den Mut, Dich zu preisen und Dich um das zu bitten, was Du besitzest.
124:2
Ich flehe Dich an, o mein Gott, bei Deinem Erbarmen, das alles Erschaffene überragt und das alle bezeugen, die in das Meer Deiner Namen versunken sind, überlasse mich nicht mir selbst, denn mein Herz ist dem Bösen zugetan. Behüte mich sodann in der Feste Deines Schutzes, unter dem Obdach Deiner Fürsorge. Ich wünsche nur für mich, o mein Gott, was Du durch die Macht Deiner Stärke bestimmst. Für mich selbst wähle ich nur Deine gnädige Bestimmung als Beistand, das Walten Deines Willens, die Zeichen Deines Befehls und Deines Gerichts zu meiner Hilfe.
124:3
O Du Herzensgeliebter derer, die sich nach Dir sehnen! Ich flehe Dich an bei den Manifestationen Deiner Sache, den Dämmerorten Deiner Eingebung, den Vertretern Deiner Majestät, den Schatzkammern Deines Wissens, laß nicht zu, daß ich Deiner heiligen Wohnstatt, Deines Tempels, Deines Schreins beraubt sei. Hilf mir, o mein Gott, zu Seinem geheiligten Hof zu gelangen, Seine Gestalt zu umkreisen und demütig an Seinem Tor zu stehen.
124:4
Du bist Der, dessen Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit währt. Nichts entgeht Deiner Kenntnis. Du bist fürwahr der Gott der Macht, der Gott der Herrlichkeit und der Weisheit.
124:5
Preis sei Gott, dem Herrn der Welten!
125
125:1
O Du, vor dem alle Dinge in Furcht erschauern, vor dessen strahlendem Antlitz alle Menschen die Augen niederschlagen, vor dessen Offenbarungen der Souveränität alle Nacken sich in Demut beugen, der durch Seinen gebieterischen Willen alle Herzen überwältigt, dessen ehrfurchtgebietende Majestät alle Dinge in ihren Grundfesten erbeben läßt und der durch die Gewalt Seiner Herrschaft die Winde unterwarf! Ich flehe Dich an bei der bezwingenden Kraft Deiner Offenbarung, bei der Gewalt Deiner Macht, bei der Hoheit Deines Wortes und der Erhabenheit Deiner Herrschaft, zähle uns zu denen, die die Welt nicht daran hindern konnte, sich Dir zuzukehren.
125:2
Laß mich zu denen gehören, o mein Herr, die mit Leib und Leben tapfer auf Deinem Pfade kämpfen. Schreibe sodann den Lohn für mich nieder, den Du auf der Tafel Deines Befehls für sie bestimmt hast. Weise mir den Sitz der Wahrheit an in Deiner Gegenwart und geselle mich zu den Aufrichtigen unter Deinen Dienern.
125:3
Ich flehe Dich an, o mein Herr, bei Deinen Boten, Deinen Auserwählten und bei Ihm, durch den Du den Manifestationen Deiner Sache unter Deinen Geschöpfen Dein Siegel aufdrücktest, bei Ihm, den Du mit der Zier Deiner Annahme schmücktest vor allen, die in Deinem Himmel und auf Deiner Erde wohnen: Hilf mir gnädig zu erlangen, was Du Deinen Dienern bestimmt und auf Deinen Tafeln einzuhalten geboten hast. So wasche denn durch Deine Gnade und Gunst meine Sünden ab, o mein Gott, und rechne mich zu denen, die die Angst nicht übermannen und der Kummer nicht überkommen soll.
125:4
Du bist fürwahr der Allmächtige, der Helfer in Gefahr, der Selbstbestehende.
126
126:1
Verherrlicht bist Du, o Herr mein Gott! Du bist Er, der mit dem Feuer Seiner Liebe denen die Herzen entflammt, die Deine Einheit erkennen, der mit der Herrlichkeit Seines Antlitzes denen die Angesichter erleuchtet, die Deinem Hofe nahen. Welche Fülle, o mein Gott, birgt der Strom Deiner Erkenntnis! Wie süß ist der Schmerz, den ich aus Liebe zu Dir und um Deines Wohlgefallens willen von den Pfeilen der Frevler erdulde! Wie beglückend sind die Wunden, die mir die Schwerter der Ungläubigen auf Deinem Pfade um der Verkündigung Deines Glaubens willen zufügen!
126:2
Ich flehe Dich an, bei Deinem Namen, durch den Du Unrast in Ruhe, Furcht in Vertrauen, Schwäche in Stärke und Erniedrigung in Herrlichkeit wendest: Hilf mir und deinen Dienern gnädiglich, Deinen Namen zu preisen, Deine Botschaft auszurichten und Deine heilige Sache so zu verkünden, daß wir unbewegt bleiben von den Angriffen der Missetäter und der Wut der Ungläubigen, o Du, der Du mein Meistgeliebter bist!
126:3
Ich bin Deine Magd, o mein Herr, die auf Deinen Ruf hört und hin zu Dir eilt. Ich fliehe vor mir selbst, und mein Herz findet Ruhe bei Dir. Bei Deinem Namen, der alle Schätze der Welt ans Licht bringt, bitte ich Dich, o mein Herr: Schütze mich vor den Anspielungen derer, die an Dir zweifeln und Deine Wahrheit leugnen.
126:4
Mächtig bist Du zu tun, was Dir gefällt. Du bist wahrlich der Allwissende, der Allweise.
127
127:1
Aller Lobpreis sei Dir, o Herr mein Gott! Wie geheimnisvoll ist das Feuer, das Du in meinem Herzen entzündet! Selbst meine Glieder bezeugen seine glühende Hitze und seiner Flamme verzehrende Macht. Suchte meine Zunge Dich je als den Einen zu beschreiben, dessen Kraft allzeit die des mächtigsten aller Menschen übertrifft, so redete die Zunge meines Herzens mich an und spräche: »Dies sind bloße Worte, die nur auf Dinge passen, die von derselben Art und Gestalt sind wie sie selbst. Er aber ist in Wahrheit unendlich erhaben über das Gedenken all Seiner Geschöpfe.«
127:2
Die Kraft Deiner Macht ist mein Zeuge, o mein Vielgeliebter! Mich dünkt, jedes Glied meines Leibes ist mit einer Zunge ausgestattet, die Dich preist und Deinen Namen verherrlicht. Bin ich bewaffnet mit der Macht Deiner Liebe, so kann der Haß, der Deine Gegner treibt, mich niemals beunruhigen, und führe ich Dein Lob auf den Lippen, so können die Entscheide Deines Ratschlusses mich nie betrüben. So stärke denn Deine Liebe in meiner Brust und laß mich den Angriffen aller Völker auf Erden trotzen. Ich schwöre bei Dir! Jedes Haar auf meinem Haupte kündet: »Begegneten mir keine Leiden auf Deinem Pfade, wie könnte ich dann je die göttliche Süße Deiner zarten Liebe kosten?«
127:3
So sende denn hernieder, o mein Herr, auf mich und die, so mich lieben, was uns standhaft in Deinem Glauben macht. Mache sie fähig, die Hände Deiner Sache unter Deinen Dienern zu werden, damit sie Deine Zeichen verbreiten und Deine Souveränität dartun. Es gibt keinen Gott außer Dir, der Du mächtig bist zu tun, was Du willst. Du bist in Wahrheit der Allherrliche, der Allgepriesene.
128
128:1
Preis sei Dir, o mein Gott! Ich bin Dein Diener, der an Dich und Deine Zeichen glaubt. Du siehst, wie ich mich dem Tor Deines Erbarmens zuwende und mein Antlitz auf Deine Gnade richte. Ich flehe Dich an bei Deinen höchsten Namen und Deinen erhabensten Eigenschaften: Öffne meinen Blicken die Pforten Deiner Gaben. Hilf mir sodann zu tun, was recht ist, o Du, dem alle Namen und Eigenschaften zugehören!
128:2
Ich bin arm, o mein Herr, und Du bist der Reiche. Dir wende ich mein Angesicht zu, losgelöst von allem außer Dir. Ich flehe Dich an, beraube mich nicht der linden Düfte Deines zarten Erbarmens und versage mir nicht, was Du für die Auserwählten unter Deinen Dienern bestimmt hast.
128:3
Nimm den Schleier von meinen Augen, o mein Gebieter, damit ich erkenne, was Du für Deine Geschöpfe wünschest, und in allen Werken Deiner Schöpfung die Offenbarungen Deiner gewaltigen Allmacht sehe. Entzücke meine Seele, o mein Herr, mit Deinen mächtigsten Zeichen und ziehe mich aus den Tiefen meiner bösen, verderbten Wünsche. Schreibe alsdann für mich nieder, was in dieser und der zukünftigen Welt gut für mich ist. Mächtig bist Du zu tun, was Dir gefällt. Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Allherrlichen, dessen Hilfe alle Menschen erflehen.
128:4
Ich danke Dir, o mein Herr, daß Du mich aus meinem Schlaf erwecktest, daß Du mich aufrütteltest und in mir den Wunsch wachriefest zu verstehen, was die meisten Deiner Diener nicht zu fassen vermögen. Darum befähige mich, o mein Herr, aus Liebe zu Dir und um Deines Wohlgefallens willen zu schauen, was Du wünschest. Alle Dinge, o mein Herr, bezeugen die Gewalt Deiner Macht und Deiner Souveränität.
128:5
Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Allmächtigen, dem Wohltätigen.
129
129:1
Sei gepriesen, o mein Gott! Du siehst, wie Deine rechtschaffenen Diener den Frevlern in die Hände gefallen sind, ihnen, die nicht an Deinen Namen, der Unbezwungene, glauben, die Deine Majestät, Deine unumschränkte Gewalt, Deine Kraft und Deine souveräne Macht leugnen. Ihre Münder sagen, was ehedem die Münder der Juden sagten.
129:2
Ziehe deshalb die Hand Deiner Allmacht aus dem Busen Deiner Herrlichkeit, o mein Herr, und stehe damit Deinen Lieben bei, die nicht davon abzuschrecken waren, dem Horizonte Deiner Offenbarung sich zuzuwenden, obgleich sie auf Deinem Pfade solche Prüfungen heimsuchen, daß die Bewohner des Reiches Deiner heiligen Sache wehklagen.
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