Bahá’u’lláh | Gebete und Meditationen
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128:1
Preis sei Dir, o mein Gott! Ich bin Dein Diener, der an Dich und Deine Zeichen glaubt. Du siehst, wie ich mich dem Tor Deines Erbarmens zuwende und mein Antlitz auf Deine Gnade richte. Ich flehe Dich an bei Deinen höchsten Namen und Deinen erhabensten Eigenschaften: Öffne meinen Blicken die Pforten Deiner Gaben. Hilf mir sodann zu tun, was recht ist, o Du, dem alle Namen und Eigenschaften zugehören!
128:2
Ich bin arm, o mein Herr, und Du bist der Reiche. Dir wende ich mein Angesicht zu, losgelöst von allem außer Dir. Ich flehe Dich an, beraube mich nicht der linden Düfte Deines zarten Erbarmens und versage mir nicht, was Du für die Auserwählten unter Deinen Dienern bestimmt hast.
128:3
Nimm den Schleier von meinen Augen, o mein Gebieter, damit ich erkenne, was Du für Deine Geschöpfe wünschest, und in allen Werken Deiner Schöpfung die Offenbarungen Deiner gewaltigen Allmacht sehe. Entzücke meine Seele, o mein Herr, mit Deinen mächtigsten Zeichen und ziehe mich aus den Tiefen meiner bösen, verderbten Wünsche. Schreibe alsdann für mich nieder, was in dieser und der zukünftigen Welt gut für mich ist. Mächtig bist Du zu tun, was Dir gefällt. Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Allherrlichen, dessen Hilfe alle Menschen erflehen.
128:4
Ich danke Dir, o mein Herr, daß Du mich aus meinem Schlaf erwecktest, daß Du mich aufrütteltest und in mir den Wunsch wachriefest zu verstehen, was die meisten Deiner Diener nicht zu fassen vermögen. Darum befähige mich, o mein Herr, aus Liebe zu Dir und um Deines Wohlgefallens willen zu schauen, was Du wünschest. Alle Dinge, o mein Herr, bezeugen die Gewalt Deiner Macht und Deiner Souveränität.
128:5
Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Allmächtigen, dem Wohltätigen.
129
129:1
Sei gepriesen, o mein Gott! Du siehst, wie Deine rechtschaffenen Diener den Frevlern in die Hände gefallen sind, ihnen, die nicht an Deinen Namen, der Unbezwungene, glauben, die Deine Majestät, Deine unumschränkte Gewalt, Deine Kraft und Deine souveräne Macht leugnen. Ihre Münder sagen, was ehedem die Münder der Juden sagten.
129:2
Ziehe deshalb die Hand Deiner Allmacht aus dem Busen Deiner Herrlichkeit, o mein Herr, und stehe damit Deinen Lieben bei, die nicht davon abzuschrecken waren, dem Horizonte Deiner Offenbarung sich zuzuwenden, obgleich sie auf Deinem Pfade solche Prüfungen heimsuchen, daß die Bewohner des Reiches Deiner heiligen Sache wehklagen.
129:3
So drücke ihnen denn das Siegel Deines unfehlbaren Schutzes aufs Herz, o mein Herr, damit nur Dein Gedenken und kein anderes darin eindringe. Befähige sie, Deinen Namen unter Deinen Geschöpfen zu verkünden, und versorge sie mit dem Besten von dem, was Du für Deine Auserwählten, die Dir nahen dürfen, bestimmt hast.
129:4
Mächtig bist Du zu tun, was Dir gefällt. Du bist wahrlich der Allherrliche, den alle um Hilfe anrufen.
130
130:1
Gelobt sei Dein Name, o Herr mein Gott! Du siehst, wie Deine Diener rings von Trübsal umgeben sind, wie ihre Gegner alle sich wider sie erheben und sie schwer unterdrücken. Deine Herrlichkeit ist mein Zeuge! Verbündeten sich alle Frevler der Erde gegen uns und würfen sie uns in ein Feuer, wie noch kein Mensch es je entzündet hat, sie hätten doch keine Macht, unseren Blick vom Horizonte Deines Namens, der Erhabenste, der Höchste, abzulenken oder unsere Herzen dem Thronsitz Deiner strahlenden Herrlichkeit zu entfremden.
130:2
Ich schwöre bei Deiner Macht! Die Pfeile, die uns auf Deinem Pfade durchbohren, sind unseren Tempeln eine Zier, und die Speere, die uns in unserer Liebe zu Dir durchdringen, sind unseren Leibern wie zarte Seide. Bei der Herrlichkeit Deiner Macht! Nichts, was es auch sei, schickt sich für Deine Diener außer dem, was die Feder Deines unwiderruflichen Ratschlusses auf dieser kostbaren, dieser erhabenen Tafel verzeichnet hat.
130:3
Aller Lobpreis sei Deinem Selbst, zu allen Zeiten und in allen Lebenslagen. Du bist wahrlich der Gott des Wissens und der Weisheit.
131
131:1
Preis sei Dir, o mein Gott! Du siehst Ihn, der Dein Licht ist, eingekerkert in die Festungsstadt ‘Akká, zutiefst bedrückt von den Untaten der Frevler, die sich durch ihre verderbten Leidenschaften davon abhalten lassen, Dir sich zuzukehren, o Du König aller Namen!
131:2
Ich schwöre bei Deiner Herrlichkeit! Trübsale, wie leidvoll sie auch seien, können mich niemals hindern, Deiner zu gedenken und Dein Lob zu preisen. Jeder Kummer, aus Liebe zu Dir ertragen, ist ein Zeichen Deiner Gnade für Deine Geschöpfe, und jede Pein, auf Deinem Pfad erlitten, ist nur ein Geschenk von Dir an Deine Auserwählten. Ich bezeuge, daß mein Antlitz, leuchtend über dem Aufgangsort der Ewigkeit, vom Leide widerstrahlt, und mein Leib trägt dieses Leid als Schmuck vor allen, die im Himmel und auf Erden sind.
131:3
Ich bitte Dich bei Deinem Größten Namen: Hilf allen, die an Dich und Deine Zeichen glauben, standhaft zu sein in Deiner Liebe und sich dem Sonnenaufgang Deiner Gnade zuzuwenden. Begeistere sie sodann mit dem, was ihre Zungen lösen wird, Dich zu preisen, und was sie Dir nahebringt in diesem Leben und im künftigen.
131:4
Du bist wahrlich der Allmächtige, der Allherrliche, der Wohltätige.
132
132:1
Verherrlicht sei Dein Name, o Herr mein Gott! Ich flehe Dich an bei Deiner Macht, die alles Erschaffene umfaßt, bei Deiner Souveränität, welche die ganze Schöpfung überragt, und bei Deinem Wort, das in Deiner Weisheit verborgen war und durch das Du Deinen Himmel und Deine Erde erschufest: Mache uns standhaft in unserer Liebe zu Dir und im Gehorsam gegen Dein Wohlgefallen. Lenke unseren Blick auf Dein Antlitz und laß uns Deine Herrlichkeit preisen. Alsdann gib uns die Kraft, Deine Zeichen weithin unter Deinen Geschöpfen zu verbreiten und Deinen Glauben in Deinem Reiche zu bewahren. Du warst immer unabhängig vom Gedenken Deiner Geschöpfe und wirst immerdar bleiben, wie Du bist.
132:2
In Dich setze ich mein ganzes Vertrauen, Dir wende ich mein Angesicht zu, an das Seil Deiner liebevollen Vorsehung halte ich mich und eile in den Schatten Deines Erbarmens. Verstoße mich nicht als einen Enttäuschten von Deiner Tür, o mein Gott, und versage mir nicht Deine Gnade, denn nach Dir allein verlangt es mich. Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Immervergebenden, dem Großmütigsten.
132:3
Preis sei Dir, der Du der Geliebte aller bist, die Dich erkannt haben!
133
133:1
O Du, dessen Prüfungen denen zum Heilmittel werden, die Dir nahe sind; dessen Schwert alle heiß begehren, die Dich lieben, dessen Pfeil der teuerste Wunsch derer ist, die nach Dir sich sehnen, dessen Ratschluß die einzige Hoffnung derer ist, die Deine Wahrheit erkennen! Ich flehe Dich an, bei Deiner göttlichen Anmut, beim herrlichen Glanz Deines Angesichts, sende aus den Höhen Deiner Abgeschiedenheit auf uns hernieder, was uns Dir nahebringt. Festige sodann unsere Schritte in Deiner Sache, o mein Gott, erleuchte unsere Herzen mit dem Strahl Deiner Erkenntnis, und erfülle unsere Brust mit dem Glanz Deiner Namen.
134
134:1
Auf Dich, o mein Gott, richte ich mein Angesicht, auf die Wunder Deiner Gnade und die Offenbarungen Deiner Großmut setze ich meine Hoffnung. Ich bitte Dich: Laß mich nicht enttäuscht am Tore Deiner Barmherzigkeit umkehren und überlasse mich nicht solchen Deiner Geschöpfe, die Deine heilige Sache zurückweisen.
134:2
Ich bin, o mein Gott, Dein Diener und Deines Dieners Sohn. Ich habe in Deinen Tagen Deine Wahrheit erkannt, habe meine Schritte zu den Ufern Deiner Einzigkeit gelenkt, bekenne Deine Einmaligkeit, anerkenne Deine Einheit und hoffe auf Deine Vergebung und Verzeihung. Mächtig bist Du zu tun, was Du willst; es gibt keinen Gott außer Dir, dem Allherrlichen, dem Immervergebenden.
135
135:1
Preis sei Dir, o Herr mein Gott! Ich bezeuge, daß Du Gott bist und daß es keinen Gott gibt neben Dir. Du warst seit aller Ewigkeit unermeßlich erhaben über das Lob eines jeden außer Dir, hoch über der Beschreibung eines jeden Deiner Geschöpfe. Alles Erschaffene bezeugt Deine Einheit, alle Bewohner Deines Reiches bekennen Deine Einzigkeit. Die Selbstbewußten unter Deinen Geschöpfen können Dich mit dem Inbegriff ihres Begreifens niemals fassen, und Dein Volk kann niemals hoffen, mit den juwelengleichen Worten zu Deinem Lob und zu Deiner Verherrlichung in die Sphäre Deiner Heiligkeit emporzusteigen, ist doch der Menschen Auffassung von Dir nur die Auffassung Deiner Schöpfung; wie kann sie zu dir hinaufreichen? Und aller menschliche Lobpreis, alle Verherrlichung ist nur Deinen Dienern angemessen; wie könnten sie des Hofes Deiner Einzigkeit würdig erachtet werden?
135:2
Ich schwöre bei Deiner Herrlichkeit! Der Inbegriff der Erkenntnis ist machtlos, Dein Wesen zu verstehen, und die innerste Wirklichkeit jedes Lobpreises für Dich kann den Thronsitz Deiner großen Herrlichkeit und Deiner allbezwingenden Macht nicht erreichen. Jedes Wort, das Dich beschreiben will, und jede Erkenntnis, die Dich zu begreifen sucht, sind nur Ausdruck Deines eigenen Schaffens, von Deinem Willen erzeugt und Deiner Absicht gemäß gestaltet.
135:3
Ich flehe Dich an, o Du, der Du unerforschlich bist für alle außer Dir, unverständlich für alle außer Dir selbst, bei dem Unrecht, das Er, der Morgen Deiner heiligen Sache, von den Händen der Schändlichen unter Deinen Geschöpfen erduldet, und bei dem, was Ihn auf Deinem Pfade befällt: Gib, daß ich allezeit gänzlich in Dir aufgehe, meinen Blick auf den Horizont Deines Willens richte und beständig sei in Deiner Liebe.
135:4
Ich kehre mich Dir zu, o mein Herr, wie Du es mir in Deinem Buche befohlen, und wende mein Angesicht zum Horizonte Deiner Gnade, wie Du es mir auf Deinen Tafeln erlaubst. Verstoße mich nicht vom Tore Deiner Gunst, ich bitte Dich, und verzeichne für mich den Lohn dessen, der Deine Gegenwart erreicht und sich erhebt, Dir zu dienen, hingerissen von den Tropfen, die aus dem Meere Deiner Wohltaten in Deinen Tagen auf ihn sprühen, und von den Sonnenstrahlen Deiner Gaben, die bei der Offenbarung Deines leuchtenden Antlitzes auf ihn fallen.
135:5
Mächtig bist Du zu tun, was Dir gefällt. Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden.
136
136:1
Gepriesen sei Dein Name, o Herr mein Gott! Ich bin Dein Diener, der das Seil Deines zarten Erbarmens ergreift und sich an den Saum Deiner Gnadenfülle klammert. Ich flehe Dich an bei Deinem Namen, durch den Du alles Erschaffene, das Sichtbare und das Verborgene, unterworfen hast und durch den Du den Odem, der wahrhaft Leben ist, über die ganze Schöpfung wehen ließest: Stärke mich mit Deiner Macht, die Himmel und Erde umfaßt, und behüte mich vor aller Krankheit und Trübsal. Ich bezeuge, daß Du der Herr aller Namen bist, der Gebieter all dessen, was Dir gefällt. Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Allmächtigen, dem Allwissenden, dem Allweisen.
136:2
Bestimme Du für mich, o mein Herr, was mir in allen Deinen Welten nützt. Versorge mich sodann mit dem, was Du für die Auserwählten Deiner Geschöpfe verzeichnet hast, die nichts abhalten kann, sich Dir zuzuwenden – weder der Vorwurf des Tadlers noch das Geschrei des Ungläubigen noch die Entfremdung derer, die sich von Dir zurückziehen.
136:3
In der Macht Deiner höchsten Herrschaft bist Du wahrlich der Helfer in Gefahr. Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Allmächtigen, dem Gewaltigsten.
137
137:1
Verherrlicht bist Du, o mein Gott! Dank sei Dir, daß Du mich Ihn, den Morgen Deines Erbarmens, den Aufgangspunkt Deiner Gnade, den Verwahrungsort Deiner Sache, erkennen ließest. Ich flehe Dich an bei Deinem Namen, durch den die Angesichter der Dir Nahen weiß wurden qur’ánische Metapher, vgl. Qur’án 39:61, 3:107; Bahá’u’lláh, Ährenlese 18:3A und die Herzen der Dir Ergebenen ihren Flug zu Dir erhoben, gib, daß ich mich in jeder Lage allezeit an Dein Seil klammere und mich von allen Bindungen außer der Deinen löse, daß ich meine Augen auf den Horizont Deiner Offenbarung richte und vollbringe, was Du mir auf Deinen Tafeln vorgeschrieben hast.
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