Bahá’u’lláh | Gebete und Meditationen
weiter nach oben ...
177:3
Ich flehe Dich an, o mein Gott, beim Strahlenglanze Deiner Stirn und der Lichtfülle Deines Antlitzes, das vom höchsten Horizonte strahlt: Ziehe mich an durch den Duft Deines Gewandes und lasse mich trinken vom erlesenen Wein Deiner Rede. Du siehst mich, o mein Gott, an Deinem Namen festhalten, dem Heiligsten, dem Strahlendsten, dem Mächtigsten, dem Größten, dem Höchsten, dem Herrlichsten, und mich klammern an den Saum Deines Gewandes, daran sich alle halten in dieser und der zukünftigen Welt.
177:4
Ich flehe Dich an, o mein Gott, bei Deinem Haar, das um Dein Antlitz spielt, indes Deine erhabenste Feder über die Seiten Deiner Tafeln gleitet, den Moschusduft verborgener Bedeutungen zum Reiche Deiner Schöpfung tragend: Befeure mich so sehr zum Dienst an Deiner Sache, daß ich nimmer zurückweiche noch gehemmt werde durch die Anspielungen derer, die an Deinen Zeichen kritteln und sich abwenden von Deinem Antlitz. Du siehst mich, o mein Gott, an Deinem Namen festhalten, dem Heiligsten, dem Strahlendsten, dem Mächtigsten, dem Größten, dem Höchsten, dem Herrlichsten, und mich klammern an den Saum Deines Gewandes, daran sich alle halten in dieser und der zukünftigen Welt.
177:5
Ich flehe Dich an, o mein Gott, bei Deinem Namen, den Du zum König aller Namen erhobst und durch den alle im Himmel und auf Erden hingerissen sind: Mache mich fähig, die Sonne Deiner Schönheit zu schauen, und versieh mich mit dem Weine Deiner Rede. Du siehst mich, o mein Gott, an Deinem Namen festhalten, dem Heiligsten, dem Strahlendsten, dem Mächtigsten, dem Größten, dem Höchsten, dem Herrlichsten, und mich klammern an den Saum Deines Gewandes, daran sich alle halten in dieser und der zukünftigen Welt.
177:6
Ich flehe Dich an, o mein Gott, beim Königszelt Deiner Majestät auf den erhabensten Gipfeln und beim Baldachin Deiner Offenbarung auf den höchsten Höhen: Hilf mir gnädig zu tun, was Dein Wille begehrt und Dein Entschluß offenbarte. Du siehst mich, o mein Gott, an Deinem Namen festhalten, dem Heiligsten, dem Strahlendsten, dem Mächtigsten, dem Größten, dem Höchsten, dem Herrlichsten, und mich klammern an den Saum Deines Gewandes, daran sich alle halten in dieser und der zukünftigen Welt.
177:7
Ich flehe Dich an, o mein Gott, bei Deiner Schönheit, die hoch über dem Horizont der Ewigkeit strahlt, eine Schönheit, vor der, kaum daß sie sich offenbarte, das Reich der Schönheit selbst sich in Anbetung verneigte und sie in klingenden Tönen pries: Gib, daß ich allem den Rücken kehre, was ich besitze, und nur dem lebe, was Dein ist. Du siehst mich, o mein Gott, an Deinem Namen festhalten, dem Heiligsten, dem Strahlendsten, dem Mächtigsten, dem Größten, dem Höchsten, dem Herrlichsten, und mich klammern an den Saum Deines Gewandes, daran sich alle halten in dieser und der zukünftigen Welt.
177:8
Ich flehe Dich an, o mein Gott, bei der Offenbarung Deines Namens, der Vielgeliebte, durch den die Herzen Deiner Liebenden sich verzehren und die Seelen aller, die auf Erden wohnen, sich hoch aufschwingen: Stehe mir bei, Deiner unter Deinen Geschöpfen zu gedenken und Dich zu rühmen in Deinem Volke. Du siehst mich, o mein Gott, an Deinem Namen festhalten, dem Heiligsten, dem Strahlendsten, dem Mächtigsten, dem Größten, dem Höchsten, dem Herrlichsten, und mich klammern an den Saum Deines Gewandes, daran sich alle halten in dieser und der zukünftigen Welt.
177:9
Ich flehe Dich an, o mein Gott, beim Rauschen des göttlichen Lotosbaumes und dem Raunen Deiner Stimme im Königreich Deiner Namen: Halte mich fern von allem, was Dein Wille verabscheut, und ziehe mich empor zu der Stufe, von der Er, der Morgen Deiner Zeichen, herniederstrahlt. Du siehst mich, o mein Gott, an Deinem Namen festhalten, dem Heiligsten, dem Strahlendsten, dem Mächtigsten, dem Größten, dem Höchsten, dem Herrlichsten, und mich klammern an den Saum Deines Gewandes, daran sich alle halten in dieser und der zukünftigen Welt.
177:10
Ich flehe Dich an, o mein Gott, bei jenem Laut, durch den, kaum war er aus Deines Willens Mund ertönt, die Meere wogten, die Winde bliesen, die Früchte sich enthüllten, die Bäume ausschlugen, alle früheren Spuren ausgelöscht und alle Schleier zerrissen wurden und die Dir Ergebenen dem Lichte vom Antlitz ihres Herrn, des Unbezwungenen, zueilten: Laß mich erkennen, was in den Schatzkammern Deiner Erkenntnis verborgen und in den Speichern Deiner Weisheit verwahrt ist. Du siehst mich, o mein Gott, an Deinem Namen festhalten, dem Heiligsten, dem Strahlendsten, dem Mächtigsten, dem Größten, dem Höchsten, dem Herrlichsten, und mich klammern an den Saum Deines Gewandes, daran sich alle halten in dieser und der zukünftigen Welt.
177:11
Ich flehe Dich an, o mein Gott, bei dem Feuer Deiner Liebe, das Deinen Erwählten und Geliebten den Schlaf aus den Augen trieb, und bei ihrem Gedenken und Lobpreis zur Stunde der Morgendämmerung: Zähle mich zu denen, die erreichten, was Du in Deinem Buche herabgesandt und durch Deinen Willen offenbart hast. Du siehst mich, o mein Gott, an Deinem Namen festhalten, dem Heiligsten, dem Strahlendsten, dem Mächtigsten, dem Größten, dem Höchsten, dem Herrlichsten, und mich klammern an den Saum Deines Gewandes, daran sich alle halten in dieser und der zukünftigen Welt.
177:12
Ich flehe Dich an, o mein Gott, bei dem Lichte Deines Antlitzes, das die Dir Nahestehenden vor die Pfeile Deines Ratschlusses trieb und die Dir Ergebenen auf Deinem Pfade den Schwertern Deiner Feinde trotzen ließ: Schreibe nieder für mich mit Deiner höchsterhabenen Feder, was Du für Deine Vertrauten und Erwählten niederschriebst. Du siehst mich, o mein Gott, an Deinem Namen festhalten, dem Heiligsten, dem Strahlendsten, dem Mächtigsten, dem Größten, dem Höchsten, dem Herrlichsten, und mich klammern an den Saum Deines Gewandes, daran sich alle halten in dieser und der zukünftigen Welt.
177:13
Ich flehe Dich an, o mein Gott, bei Deinem Namen, durch den Du hörest auf den Ruf Deiner Geliebten, auf die Seufzer derer, die sich nach Dir sehnen, auf den Schrei derer, die sich des Zutritts zu Deiner Nähe erfreuen, und auf das Stöhnen derer, die Dir ergeben sind, bei Deinem Namen, durch den Du die Bitten derer erfüllst, die ihre Hoffnung auf Dich setzen, deren Sehnsüchte Du stillst durch Deine Gnade und Gunst, und bei Deinem Namen, durch den das Meer der Vergebung vor Deinem Angesicht wogt und die Wolken der Freigebigkeit auf Deine Diener herabregnen: Schreibe für jeden, der sich Dir zuwendet und das vorgeschriebene Fasten einhält, den Lohn derer nieder, die nicht sprechen außer mit Deiner Erlaubnis und die auf Deinem Pfade aus Liebe zu Dir auf alles verzichteten, was sie besaßen.
177:14
Ich flehe Dich an, o mein Herr, bei Dir und Deinen Zeichen, bei Deinen deutlichen Beweisen, bei dem strahlenden Sonnenlicht Deiner Schönheit und bei Deinen Zweigen: Lösche die Sünden derer, die sich fest an Dein Gesetz halten und befolgen, was Du ihnen in Deinem Buche vorgeschrieben hast. Du siehst mich, o mein Gott, an Deinem Namen festhalten, dem Heiligsten, dem Strahlendsten, dem Mächtigsten, dem Größten, dem Höchsten, dem Herrlichsten, und mich klammern an den Saum Deines Gewandes, daran sich alle halten in dieser und der zukünftigen Welt.
178
178:1
Gelobt seiest Du, o Herr mein Gott! Ich flehe Dich an, bei Ihm, den Du ins Dasein gerufen, dessen Offenbarung Du zu Deiner eigenen Offenbarung und dessen Verborgenheit Du zu Deiner eigenen Verborgenheit bestimmt hast. Durch Seine Eigenschaft als der Erste und der Letzte hast Du Dich selbst als den Ersten und den Letzten bestätigt. Durch die Kraft Seiner Macht, unter dem Einfluß Seiner Souveränität begreifen die Mächtigen Deine Allmacht; durch Seine Herrlichkeit erkennen die Machthaber Deine Majestät und Größe. Durch Seine höchste Überlegenheit ist Deine überragende Souveränität anerkannt, durch Seinen Willen ist Dein eigener Wille enthüllt. Durch das Licht Seines Antlitzes strahlt der Glanz Deines eigenen Antlitzes, und durch Seine Sache wurde Deine heilige Sache offenbar. Durch die zeugende Kraft Seiner Rede wurde die ganze Erde zur Empfängerin der wundersamen Zeichen Deiner Souveränität; so sind die Himmel erfüllt von den Offenbarungen Deiner unvergleichlichen Majestät, die Meere geschmückt mit den heiligen Perlen Deiner allwissenden Weisheit, die Bäume behangen mit den Früchten Deiner Erkenntnis. Durch Ihn singen alle Dinge Dein Lob, wenden sich alle Augen Deiner Gnade zu. Durch Ihn sind die Angesichter aller auf den Lichtglanz Deines Antlitzes gerichtet; durch Ihn neigen sich die Seelen aller den Offenbarungen Deiner göttlichen Größe entgegen.
178:2
Wie groß ist Deine Gewalt! Wie erhaben Deine Souveränität! Wie hoch ist Deine Macht! Wie überragend Deine Majestät! Wie überwältigend ist Deine Größe – eine Größe, die Er, Deine Manifestation, zu erkennen gibt, mit der Du Ihn zum Zeichen Deiner Großmut und Gabenfülle bekleidet hast. Ich bezeuge, o mein Gott, daß durch Ihn Deine glanzvollsten Zeichen enthüllt sind und Deine Gnade die ganze Schöpfung umfaßt. Könnte ohne Ihn die Göttliche Taube ihre Lieder singen oder die Himmlische Nachtigall ihre Melodien jubeln, wie Gott es bestimmt?
178:3
Ich bezeuge: Kaum war das Erste Wort kraft Deines Willens und Deines Ratschlusses von Seinem Munde ausgegangen, der Erste Ruf Seinen Lippen entströmt, da war die ganze Schöpfung umgewälzt; alle in den Himmeln und alle auf Erden wurden bis tief ins Herz aufgewühlt. Jenes Wort erschütterte die Wirklichkeiten alles Erschaffenen; es schied, trennte, verstreute, verknüpfte und vereinte sie wieder, um in der Welt des Zufalls wie im himmlischen Reich Wesen einer neuen Schöpfung ans Licht zu bringen und in den Reichen des Unsichtbaren die Zeichen Deiner Einheit und Einzigkeit zu offenbaren. Durch diesen Ruf kündetest Du allen Deinen Dienern das Kommen Deiner größten Offenbarung, das Erscheinen Deiner vollkommensten Sache an.
178:4
Doch kaum war diese Offenbarung den Augen der Menschen enthüllt, da erschienen unter den Völkern der Welt die Zeichen allgemeiner Zwietracht; Aufruhr ergriff die Bewohner der Erde und des Himmels, alle Dinge wurden in ihren Grundfesten erschüttert. Die Kräfte der Uneinigkeit waren losgelassen, das Wort entfaltete seine Bedeutung, jedes einzelne Atom in allen erschaffenen Dingen gewann seinen eigenen, unterschiedlichen Charakter. Die Hölle ward angefacht, die Freuden des Paradieses wurden den Augen der Menschen enthüllt. Selig ist der Mensch, der sich Dir zuwendet, und wehe dem, der Dir fernbleibt, Dich leugnet und Deine Zeichen verwirft in dieser Offenbarung, welche die Gesichter der Leugner schwärzt, die Angesichter der Gläubigen aber weiß werden läßtqur’ánische Metapher, vgl. Qur’án 39:61, 3:107; ferner Bahá’u’lláh, Ährenlese 18:3A, o Du Besitzer aller Namen und Eigenschaften, der Du das Reich alles Erschaffenen von Himmel und Erde in Deinen Händen hältst!
178:5
Darum sei gepriesen, o mein Gott, mit solchem Lobpreis, wie Du ihn Deinem eigenen Selbste beilegst und wie nur Du ihn verstehen oder werten kannst. Du bist es, o mein Herr, der Sein eigenes Selbst mir zu erkennen gibt zu einer Zeit, da Deine Diener Dich nicht erkennen können – Diener, die kraft ihrer Bindungen an Dich über alle Bewohner der Erde regieren und sich vor ihren Völkern brüsten. Besäße ich, o mein Gott, die höchste Herrschaft über die Erde von Pol zu Pol, stünden mir alle ihre Schätze zu Gebote, sie auf Deinem Pfad auszugeben, so wäre ich doch außerstande, zu dieser Stufe aufzusteigen, so Du mich nicht unterstütztest und stärktest. Und rühmte ich Dich, o mein Gott, solange die Herrlichkeit Deiner Majestät dauert und die Macht Deiner Souveränität währt, so wäre diese Verherrlichung doch nie mit einer der Lobpreisungen zu vergleichen, die Du zum Zeichen Deiner Gnade mich lehrst und mit denen ich nach Deinem Befehl Deine Tugenden preise. Wenn jeder Lobpreis, den Du mich lehrst, so überragend ist, wieviel überragender muß da die Stufe dessen sein, der Dich erkennt, in Deine Gegenwart gelangt und standhaft dem Pfade Deiner Sache folgt!
178:6
Ich bin voll gewahr und gewiß, daß Du seit Ewigkeit unermeßlich erhaben bist über das Gedenken aller Wesen und in Ewigkeit hoch über der Vorstellung Deiner Geschöpfe bleiben wirst. Niemand kann Dich angemessen preisen als Du selbst und solche, die Dir gleichen. Du warst allezeit unermeßlich erhaben über jeden Vergleich und jede Ähnlichkeit, und Du wirst ewig so bleiben, hoch über jeder Einbildung von Gleichheit oder Ähnlichkeit. Da Du so als der Unvergleichliche erkannt bist, dessen Wesen niemand besitzen kann, tritt unumstößlich zutage, daß menschlicher Lobpreis nur solchen Wesen nützen kann, die von der eigenen Art sind, den eigenen Begrenzungen unterworfen; niemals kann dieses Lob die Erhabenheit Deiner Souveränität angemessen schildern noch die Höhen Deiner Majestät und Heiligkeit erklimmen. Wie köstlich ist darum das Lob, das Du Deinem eigenen Selbste sprichst, und die Beschreibung, die Du von Deinem eigenen Wesen gibst!
178:7
Ich bezeuge, o mein Gott, daß Du seit Ewigkeit auf Deine Diener nur herniedersendest, was sie sich aufschwingen, Deine Nähe suchen und in den Himmel Deiner überragenden Einzigkeit aufsteigen läßt. Du setzest Deine Schranken unter ihnen ein, Du bestimmst sie zu Beweisen Deiner Gerechtigkeit und zu Zeichen Deiner Gnade unter Deinen Geschöpfen, zur festen Burg Deines Schutzes in Deinem Volk, damit sich keiner in Deinem Reiche gegen seinen Nachbarn vergehe. Wie groß ist der Segen dessen, der aus Liebe zu Deiner Schönheit, um Deines Wohlgefallens willen, die Lust eines verderbten Triebes zügelt und die Gebote einhält, die Deine erhabenste Feder niedergelegt hat! Er ist in Wahrheit zu denen zu zählen, die alles Gute erreichen und dem Pfad der Führung folgen.
178:8
Ich flehe Dich an, o mein Herr, bei Deinem Namen, durch den Du Deine Diener und Dein Volk befähigst, Dich zu erkennen, durch den Du die Herzen aller, die Dich anerkennen, zum strahlenden Hofe Deiner Einzigkeit und die Seelen Deiner Begünstigten zum Morgen Deiner Einheit hinziehst – ich flehe Dich an: Gib, daß ich das Fasten ganz um Deinetwillen halte, o Du, der Du voll Majestät und Herrlichkeit bist! Sodann mache mich fähig, o mein Gott, zu denen zu gehören, die sich ganz um Deinetwillen an Deine Gesetze und Gebote halten, die Augen fest auf Dein Antlitz gerichtet. Sie sind es fürwahr, denen alles, was aus dem Munde Deines Urwillens hervorgeht, Wein ist, Dein hinreißender Ruf der reine Trunk, Deine Liebe der himmlische Strom, Eintritt in Deine Gegenwart und die Wiedervereinigung mit Dir das Paradies; denn Du bist ihr Anfang und ihr Ende, ihre größte Hoffnung, ihre höchste Sehnsucht. Blind sei das Auge, das schaut, was Dir mißfällt, und verflucht die Seele, die sucht, was Deinem Willen zuwider ist!
178:9
O mein Gott, ich flehe Dich an, bei Deinem Selbst und bei jenen: Nimm durch Deine Huld und Gnade die Werke an, die wir vollbringen, wie wenig sie auch der Erhabenheit Deiner Stufe und der Hoheit Deines Ranges genügen, o Du, der Du den Herzen der nach Dir sich Sehnenden der teuerste bist, der Du die Seelen heilst, die Dich erkennen! So sende denn aus dem Himmel Deiner Barmherzigkeit und aus den Wolken Deiner gütigen Vorsehung auf uns hernieder, was uns von der geringsten Spur böser, verderbter Lüste reinigt und uns Ihm, der Manifestation Deines erhabensten, allherrlichen Selbstes, näherbringt. Du bist wahrlich der Herr dieser Welt und der künftigen, Du hast die Macht zu allem Tun.
178:10
Segne, o Herr mein Gott, den Ersten Punkt, durch den in der sichtbaren wie der unsichtbaren Welt der Punkt der Schöpfung in Drehung versetzt ist, den Du bestimmt hast als den Einen, zu dem alles zurückkehren soll, was zu Dir zurückkehren muß, und als den Offenbarer all dessen, was von Dir offenbart werden mag. Segne auch diejenigen Seiner Buchstaben, die sich nicht von Dir abkehren, fest gegründet in Deiner Liebe, standhaft an Dein Wohlgefallen sich haltend. So segne Du auch, solange Dein Selbst besteht und Dein Wesen währt, jene, die auf Deinem Pfade den Märtyrertod erlitten. Du bist wahrlich der ewig Vergebende, der Barmherzigste.
178:11
Und weiter flehe ich Dich an, o mein Gott, bei Ihm, den Du uns auf all Deinen Tafeln und in Deinen Büchern, Deinen Rollen und Deinen Schriften angekündigt hast, durch den das Reich der Namen erschüttert und alles enthüllt ward, was verborgen war in der Brust jener, die ihren bösen, verderbten Leidenschaften folgen – ich flehe Dich an: Stärke uns in unserer Liebe zu Ihm, mache uns standhaft in Seiner heiligen Sache, hilf uns, Seine Geliebten als Freunde zu behandeln und Seine Feinde herauszufordern. Alsdann schütze uns, o mein Gott, vor dem Unheil, angerichtet von denen, die Deine Gegenwart leugnen, sich von Deinem Antlitz abkehren und entschlossen sind, Ihm, der Manifestation Deines Selbstes, das Leben zu nehmen.
178:12
O mein Gott und mein Herr! Du weißt, wie sie Deine Sache schänden, wie sie Dich vor Deinen Geschöpfen entehren, wie sie sich mit Deinen Feinden zusammentun, Deine Offenbarung zu untergraben und Dir zu schaden. Ergreife sie mit der Gewalt Deines Zornes und Deiner Macht, o mein Gott, decke ihre Schandtaten und ihre Bosheit auf, damit alles in ihrer Brust Verborgene vor dem Volke Deines Landes offenbar werde, o Du, der Du die Prüfungen verhängst, die Völker formst und Gnade erweisest. Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Allherrlichen, dem Großmütigsten.
179
179:1
Preis sei Dir, o Herr mein Gott! In tausend Zungen bezeugt alles Erschaffene Deine Souveränität und Deine Allmacht; angesichts der Offenbarungen Deines Reichtums verkündet alles meine Armut und Erbärmlichkeit. So sieh denn auf diesen Sünder, der seinen Blick allezeit auf den Quell Deiner Vergebung richtet und die Augen zum Horizont Deiner gütigen Gaben hebt.
179:2
Seit dem Tage, da Du mich nach Deinem Befehl erschufest, o mein Gott, und mich durch die sanften Winde Deines zarten Erbarmens erwecktest, weigere ich mich, einem anderen als Dir mich zuzuwenden. Durch die Kraft Deiner Souveränität und Deiner Macht erhebe ich mich, Deinen Feinden entgegenzutreten; die ganze Menschheit rufe ich zu den Meeresgestaden Deiner Einzigkeit, zum Himmel Deiner allherrlichen Einheit. Zeit meines Lebens suchte ich nie einen Schutz vor den Machenschaften der Aufrührer unter Deinen Geschöpfen, sondern trachtete, Deinen Namen in Deinem Volke zu erhöhen. Dadurch habe ich erduldet, was keines Deiner Geschöpfe je erduldete.
179:3
Wieviele Tage, o mein Gott, verbrachte ich in schlimmster Verlassenheit mit den Missetätern unter Deinen Dienern, und wieviele Nächte, o mein Meistgeliebter, lag ich gefangen in den Händen der Eigensinnigen unter Deinen Geschöpfen! Doch inmitten meiner Sorgen und Trübsale preise ich unentwegt Dein Lob vor allen in Deinem Himmel und auf Deiner Erde, und nie lasse ich davon ab, Deine wundersame Herrlichkeit in den Reichen Deiner Offenbarung und Deiner Schöpfung zu rühmen, obwohl alles, was ich vorbringen kann, hinter der großen Majestät Deiner Einzigkeit zurückbleibt und Deiner erhabenen Allmacht unwürdig ist.
179:4
Ich schwöre bei Deiner Herrlichkeit, o Du Einziggeliebter! Wie ein Nichts stehe ich vor dem Wohnsitz Deiner großen Herrlichkeit. Wann immer ich versuche, eine Deiner Tugenden zu preisen, gebietet mein Herz mir Einhalt; denn nichts außer Dir kann sich in die Sphären des Reiches Deiner Nähe emporschwingen oder in den Himmel Deiner Gegenwart aufsteigen.
179:5
Deine Macht bezeugt es mir! Ich bin mir wohl bewußt: Wenn ich mich von nun an bis zum Ende, das kein Ende hat, vor einer Handvoll Staub verneigte, weil ich deren Verwandtschaft mit Deinem Namen, der Gestalter, anerkenne, bliebe ich doch weit von diesem Staub entfernt, unfähig, mich ihm zu nähern, und ich entdeckte, daß diese Anbetung ihm keineswegs angemessen wäre und die mir gesetzten Grenzen nicht überschreiten könnte. Und wenn ich mich aufmachte, einem Deiner Knechte zu dienen, an seiner Türe wartend, solange Dein Reich währt und Deine Allmacht dauert, um zu bezeugen, daß ich das Band anerkenne, das ihn mit Deinem Namen, der Schöpfer, verbindet, so müßte ich gleichfalls – Deine Herrlichkeit bezeugt es mir – mein völliges Versagen bekennen, ihm angemessen zu dienen, meinen Mangel an allem, was seiner Stufe wahrhaft zukommt – all dies, weil ich in ihnen beiden nur das Band erkenne, das sie mit Deinen Namen und Eigenschaften verknüpft. Wie könnte es da einem solchen Menschen gelingen, Den gebührend zu preisen, der durch eine Bewegung Seines Fingers alle Namen und ihr Reich ins Dasein rief, alle Eigenschaften und ihr Reich erschuf und der durch eine weitere Bewegung dieses Fingers die Buchstaben des Wortes ›Sei‹ vereinte und miteinander verknüpfte, wodurch Er offenbarte, was die höchsten Gedanken Deiner Auserwählten, die sich nahen Zugangs zu Dir erfreuen, nicht fassen können und was die tiefste Weisheit Deiner Geliebten, die Dir ganz ergeben sind, nicht auszuloten vermag.
179:6
Ich schwöre bei Deiner Herrlichkeit, o Geliebter meiner Seele! Ich bin bestürzt, wenn ich über Deiner Hände Werk und seine Zeichen, über Deine Macht und ihre Zeugnisse nachsinne, und ich sehe mich unfähig, das Geheimnis des geringsten Deiner Zeichen zu enträtseln, geschweige denn Dein Selbst zu begreifen. Darum flehe ich Dich an, o mein Gott, bei Deinem Namen, durch den Du alle, so Dich lieben, in die Sphären Deines Willens sich aufschwingen lässest, und alle, die nach Dir sich sehnen, in das Paradies Deiner Nähe und Deiner Gegenwart führest: Laß aus dem Himmel Deiner Gnade den Duft der Gewißheit auf die Bedürftigen unter Deinen Geliebten wehen in diesen Tagen, da die Stürme der Prüfungen sie umzingeln und so schmerzlich bedrängen, daß die Seelen aller Menschen verwirrt sind und die Grundlagen aller Lebewesen erzittern ob alledem, was aus dem Himmel Deines unwiderruflichen Ratschlusses auf sie herniederkommt. So schlimm wurden sie erschüttert, daß in den Nischen ihrer Herzen die Lampe ihrer Liebe zu Dir und ihres Deingedenkens dem Erlöschen nahe war. Mächtig bist Du zu tun, was Dir gefällt. Du wahrlich bist der Immervergebende, der Großmütigste.
179:7
Du leihst Dein Ohr, o mein Gott und mein Meister, den Seufzern derer, die Dir teuer sind, und von allen Seiten hörst Du ihr Wehklagen über ihre Leiden unter den Händen jener, deren Herzen von den süßen Düften Deiner Liebe ausgeschlossen sind. Es gibt keinen, der ihnen Freundschaft erwiese oder ihnen zu Hilfe eilte, und nichts hält ihre Feinde davon ab, ihnen zu schaden. Ungehemmt tun sie, was sie wollen, und verfahren mit jenen, wie es ihnen gefällt.
179:8
Darum gewähre, o mein Herr, die Wunder Deiner Hilfe Deinen Geliebten, die keinen anderen Helfer suchen als Dich und sich niemandem zuwenden als Dir, erwartungsvoll nach den Wundern Deiner Gunst und Deiner Gaben ausschauend. So habe denn Mitleid mit ihnen, o mein Gott, durch die unvergleichlichen Zeichen Deiner Barmherzigkeit, und bewahre sie in der festen Burg Deines Schutzes und Deiner Gnade. Seit Ewigkeit bist Du, o mein Herr, die Zuflucht der Geängstigten, der schützende Port der Bedürftigen. Ich flehe Dich an: Versage diesen schwachen Geschöpfen nicht die unvergleichlichen Zeichen Deiner großmütigen Gabenfülle; überlasse sie nicht auf Gnade und Ungnade solchen Menschen, deren Wesen nur aus dem Feuer Deines Zorns und Deines Grimms erschaffen ist, die niemals den Duft des Mitleids und der Gerechtigkeit entdeckt haben, Menschen, die von der Welt und ihrer Arglist so verführt sind, daß sie Deine Beweise leugnen, Dir Gefährten beigesellen, Deine Zeichen verwerfen und das Blut derer vergießen, die Dir teuer sind und denen Du vertraust. Ich schwöre bei Deiner Macht, o mein Geliebter! Sie begehen, was noch kein Mensch vor ihnen je begangen; so haben sie Deinen Unwillen verdient und die Rute Deines Zornes. Ergreife sie mit der Macht Deiner Souveränität, setze solche über sie, die kein Erbarmen mit ihnen haben, es sei denn, sie kehrten zu Dir zurück, träten in den Schatten Deiner Gnade und erlangten Deine Vergebung. Du bist seit Ewigkeit erhaben über alle Dinge und wirst es in Ewigkeit bleiben. Wahrlich, Du bist der Allmächtige, der Erhabenste, der Gerechte, der Allweise.
179:9
Verherrlicht bist Du, o Herr mein Gott! Sieh auf diesen Verfolgten: Er wird schlimm gequält von den Unterdrückern unter Deinen Geschöpfen, obwohl er sich weigert, ohne Deine Erlaubnis und Dein Geheiß auch nur einen einzigen Atemzug zu tun. Ich lag schlafend auf meinem Lager, siehe, da strichen die sanften Winde Deiner Gunst und Deiner Gnade über mich hin, weckten mich durch die Macht Deiner Souveränität und Deiner Gaben und geboten mir, vor Deinen Dienern mich zu erheben, um Dein Lob zu preisen und Dein Wort zu verherrlichen. Da schmähten mich die meisten aus Deinem Volke. Ich schwöre bei Deiner Herrlichkeit, o mein Gott! Niemals dachte ich, daß sie solche Taten begingen, bin ich mir doch bewußt, daß Du ihnen diese Offenbarung in den Rollen Deiner Gebote und auf den Tafeln Deines Ratschlusses selbst angekündigt und mit ihnen in jedem Wort, das Du Deinen Geschöpfen und Deinem Volke herniedersandtest, einen Bund zugunsten dieses Jünglings geschlossen hast.
179:10
So bin ich bestürzt, o mein Gott, und weiß nicht, wie ich sie behandeln soll. Sooft ich Frieden wahre und innehalte, Deine wundersamen Tugenden zu rühmen, treibt mich Dein Geist, laut vor allen in Deinem Himmel und auf Deiner Erde zu rufen. Wann immer ich ruhig bin, streicht der Odem von der rechten Hand Deines Willens über mich hin und rüttelt mich auf. Ich sehe mich als ein Blatt, das, den Winden Deines Ratschlusses preisgegeben, davongetragen wird, wohin Du erlaubst oder befiehlst. Jeder Einsichtige, der über das von mir Offenbarte nachdenkt, wird zur Gewißheit gelangen, daß Deine Sache nicht in meinen, sondern in Deinen Händen ruht, und erkennen, daß die Zügel der Gewalt nicht in meinem, sondern in Deinem Griffe liegen, von Deiner souveränen Macht gelenkt. Und doch siehst Du, o mein Gott, wie sich die Bewohner Deines Reiches in Reih und Glied gegen mich aufstellen und mir in jedem Augenblick meines Lebens antun, was Deine Erwählten und Deine Vertrauten in ihrer innersten Wirklichkeit erzittern läßt.
179:11
Darum flehe ich Dich an, o mein Gott, bei Deinem Namen, durch den Du alle, die Dich lieben, zu den Lebenswassern Deiner Gunst und Gnade führst und jene, die nach Dir sich sehnen, zum Paradiese Deiner Nähe und Deiner Gegenwart hinziehst: Öffne Deinem Volke die Augen, damit sie in dieser Offenbarung die Manifestation Deiner überragenden Einheit, das Morgenlicht Deines Antlitzes und Deiner Schönheit erkennen. Reinige sie sodann, o mein Gott, von allem eitlen Wahn und leeren Trug, damit sie aus dem Gewande Deiner Offenbarung und Deines Befehls den Duft der Heiligkeit atmen, damit sie mir nicht länger zufügen, was ihren Seelen in den Tagen Deiner Manifestation, des Morgens Deiner heiligen Sache, den Duft der mannigfachen Zeichen Deiner Barmherzigkeit vorenthält, und damit sie nicht begehen, was Deinen grimmen Zorn herniederruft.
179:12
Du weißt, o mein Gott, daß ich als einer aus dem Volk des Bayán galt, daß ich in Liebe und Freundschaft mit ihnen verkehrte, sie Tag und Nacht durch die Wunder Deiner Offenbarung und Deiner Eingebung zu Dir rief und doch unter ihren Händen erlitt, was die Bewohner der Städte Deiner Schöpferkraft aufzuzählen außerstande sind. Ich schwöre bei Deiner Macht, o mein Geliebter! Jeden Morgen finde ich beim Erwachen, daß ich zur Zielscheibe für die Pfeile ihres Neides gemacht bin, und jeden Abend entdecke ich, wenn ich mich zur Ruhe niederlege, daß ich den Speeren ihres Hasses zum Opfer falle. Wiewohl Du mir die Geheimnisse ihrer Herzen bekannt gemacht und mich über sie gesetzt hast, habe ich es doch verschmäht, ihre Taten aufzudecken; ich ging geduldig mit ihnen um, eingedenk der Frist, die Du gesetzt hast. Und als Deine Verheißung sich erfüllte und die gesetzte Frist vorüber war, da lüftetest Du unmerklich den Schleier des Verbergens, und siehe! alle Bewohner des Reiches Deiner Offenbarung und Deiner Schöpfung zitterten und bebten außer denen, die Du aus dem Feuer Deiner Liebe, dem Odem Deines Eifers, dem Wasser Deiner Gnade und dem Lehm Deiner Gunst erschaffen hast. Sie werden verherrlicht von den Scharen der Höhe und den Bürgern in den Städten der Ewigkeit.
179:13
Darum preise ich Dich, o mein Gott, daß Du die behütest, die Deine Einheit anerkennen, und jene zunichte machst, die Dir Gefährten beigesellen, und daß Du die einen von den anderen schiedest durch ein weiteres Wort, das aus dem Munde Deines Willens hervorging und der Feder Deines Ratschlusses entströmte. Deshalb kritteln an mir Deine Diener, die durch das Wort Deines Befehls erschaffen sind, gezeugt von Deinem Willen, und widersetzen sich mir so heftig, daß sie Dich leugnen, Deine Zeichen verwerfen und sich gegen Dich erheben.
179:14
Deine Herrlichkeit ist mein Zeuge, o mein Geliebter! Meine Feder ist außerstande zu beschreiben, was ihre Hände Ihm antun, der Manifestation Deiner heiligen Sache, dem Morgen Deiner Offenbarung, dem Aufgangsort Deiner Eingebung. Für all dies preise ich Dich. Ich schwöre bei Deiner Herrlichkeit, o mein Gott! Mein Herz sehnt sich nach alledem, was Du im Himmel Deines Ratschlusses, im Reiche Deiner Ernennung verfügst. Alles, was mir auf Deinem Pfade widerfährt, ist das Ziel meines Verlangens, geliebt von meiner Seele. Dies ist wahrlich nur Deiner Kraft und Deiner Macht zuzuschreiben.
weiter nach unten ...