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183:14Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Allmächtigen, dem Allgütigen. Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Gebieter am Anfang und am Ende. O Gott, mein Gott! Deine Vergebung hat mich ermutigt, Dein Erbarmen gab mir Kraft, Dein Ruf erweckte mich, Deine Gnade erhob mich und führte mich hin zu Dir. Wie könnte ich sonst wagen, am Tore der Stadt Deiner Nähe zu stehen oder mein Gesicht dem Lichte zuzuwenden, das aus dem Himmel Deines Willens hervorleuchtet? Du siehst, o mein Herr, dieses elende Geschöpf an die Pforte Deiner Gnade pochen, diese vergehende Seele den Strom ewigen Lebens aus den Händen Deiner Güte suchen. Dein ist der Befehl allezeit, o Du Herr aller Namen, und mein sind Ergebung und willige Unterwerfung unter Deinen Willen, o Schöpfer der Himmel!183:15Dann erhebe er dreimal die Hände und spreche:183:16Größer als jeder Große ist Gott!183:17Sodann knie er nieder, beuge die Stirn zur Erde und spreche:183:18Zu hoch bist Du für den Lobpreis derer, die Dir nahe sind, als daß er zum Himmel Deiner Nähe aufstiege, oder für die Vögel der Herzen jener, die Dir treu sind, als daß sie den Zugang zu Deinem Tor erreichten. Ich bezeuge, daß Du geheiligt bist über alle Eigenschaften, heilig über alle Namen. Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Höchsterhabenen, dem Allherrlichen.183:19Dann setze er sich und spreche:183:20Ich bezeuge, was alles Erschaffene und die himmlischen Heerscharen und die Bewohner des allhöchsten Paradieses und über sie hinaus die Zunge der Größe selbst vom allherrlichen Horizont aus bezeugen: daß Du Gott bist, daß es keinen Gott gibt außer Dir, und daß Er, der offenbart wurde, das Verborgene Geheimnis ist, das Verwahrte Sinnbild, Er, durch den die Buchstaben des ›Sei!‹ miteinander verknüpft wurden. Ich bezeuge, daß Er es ist, dessen Namen die Feder des Allhöchsten niederschrieb und der genannt ist in den Büchern Gottes, des Herrn des Thrones in der Höhe und hienieden auf Erden.183:21Dann stehe er aufrecht und spreche:183:22O Herr allen Seins, Besitzer alles Sichtbaren und Unsichtbaren! Du gewahrst meine Tränen und Seufzer; Du hörst mein Stöhnen und Jammern und meines Herzens Klage. Bei Deiner Macht! Meine Sünden hinderten mich, Dir zu nahen, meine Frevel hielten mich dem Hofe Deiner Heiligkeit fern. Deine Liebe, o mein Herr, machte mich reich, aber die Trennung von Dir ließ mich zunichte werden, und das Fernsein von Dir verzehrte mich. Ich flehe Dich an bei Deiner Fußspur in dieser Wildnis und bei den Worten »Hier bin ich, hier bin ich!«, die Deine Erwählten in diesem unendlichen Raume gerufen haben, und beim Odem Deiner Offenbarung und den linden Lüften am Morgen Deiner Manifestation – gib, daß ich unentwegt zu Deiner Schönheit aufblicke und alles befolge, was in Deinem Buche steht.183:23Dann wiederhole er dreimal den Größten Namen, beuge sich nieder, lasse die Hände auf den Knien ruhen und spreche:183:24Preis sei Dir, o mein Gott, daß Du mir halfest, Deiner zu gedenken und Dich zu preisen, daß Du mich Ihn, den Sonnenaufgang Deiner Zeichen, erkennen ließest, und daß Du mich bewegtest, mich vor Deiner Herrschaft zu beugen, mich Deiner Gottheit zu unterwerfen und anzuerkennen, was die Zunge Deiner Größe verkündet hat.183:25Dann erhebe er sich und spreche:183:26O Gott, mein Gott! Mein Rücken ist gebeugt von der Bürde meiner Sünden, und meine Nachlässigkeit hat mich zunichte gemacht. Wann immer ich meiner schlechten Taten und Deiner Güte gedenke, schmilzt mir das Herz in der Brust und wallt mir das Blut in den Adern. Bei Deiner Schönheit, o Du Sehnsucht der Welt! Ich erröte, mein Angesicht zu Dir zu erheben, und Scham hemmt meine Hände, sich sehnend nach dem Himmel Deiner Gaben zu recken. Du siehst, o mein Gott, wie Tränen mich hindern, Deiner zu gedenken und Deine Tugenden zu preisen, o Herr des Thrones in der Höhe und auf der Erde hienieden! Ich flehe Dich an bei den Zeichen Deines Reiches und den Geheimnissen Deiner Herrschaft: Verfahre mit Deinen Geliebten, wie es Deiner Güte entspricht, o Du Herr allen Seins, und wie es Deiner Gnade würdig ist, o Du König des Sichtbaren und des Unsichtbaren!183:27Dann wiederhole er dreimal den Größten Namen, beuge kniend die Stirn zur Erde und spreche:183:28Preis sei Dir, o unser Gott, daß Du auf uns herabsandtest, was uns Dir nahebringt, und uns mit allem Guten versorgest, was Du in Deinen Büchern und Schriften auf uns niederkommen ließest. Beschütze uns – so flehen wir Dich an, o mein Herr – vor den Scharen eitlen Wahns und leeren Trugs. Du bist in Wahrheit der Mächtige, der Allwissende.183:29Dann erhebe er das Haupt, setze sich und spreche:183:30Ich bezeuge, o mein Gott, was Deine Erwählten bezeugen, und bekenne, was die Bewohner des höchsten Paradieses bekennen und die, so Deinen mächtigen Thron umkreisen: Dein sind die Reiche der Erde und des Himmels, o Herr der Welten!183:31Das lange Pflichtgebet, einmal in 24 Stunden zu sprechen184184:1Da Du, o mein Gott, Dich auf dem Throne Deiner erhabenen Einheit niedergelassen und den Gnadensitz Deiner Einzigkeit bestiegen hast, steht es Dir an, aus den Herzen aller Wesen zu tilgen, was sie davon abhält, Einlaß in das Heiligtum Deiner göttlichen Geheimnisse zu erlangen, und was sie vom Tempel Deiner Göttlichkeit ausschließt, damit alle Herzen Deine Schönheit widerspiegeln, Dich offenbaren und von Dir künden, damit alles Erschaffene die Zeichen Deiner erhabensten Souveränität aufweise und den Lichtglanz Deiner heiligen Führung ausstrahle, und damit alle im Himmel und auf Erden Deine Einheit lobpreisen und Dich dafür verherrlichen, daß Du ihnen Dein Selbst durch Ihn, die Manifestation Deiner Einzigkeit, offenbart hast.184:2So befreie denn Deine Diener, o mein Gott, aus den Hüllen der Selbstsucht und der Begierde oder laß Dein Volk die Augen zu solchen Höhen erheben, daß sie in den eigenen Wünschen nichts anderes erkennen als die sanft sich regenden Winde Deiner ewigen Herrlichkeit, und daß Deine Diener in ihrem eigenen Selbst nichts vorfinden als die Offenbarung Deines barmherzigen Selbstes. So werde die Erde mit allem darauf gereinigt von dem, was Dir fremd ist oder anderes darstellt als Dein Selbst. Dies alles kann in Deinem ganzen Herrschaftsgebiet erfüllt werden durch Deinen Befehl ›Sei!‹, und es ist – nein, schneller noch, und doch verstehen es die Menschen nicht.184:3Verherrlicht, unermeßlich verherrlicht, bist Du, o mein Geliebter! Ich schwöre bei Deiner Herrlichkeit! In eben diesem Augenblick erkenne ich, daß Du alles gewährt hast, worum ich Dich anflehte in dieser gesegneten Nacht, die nach Deinem Geheiß Ihn ins Gedächtnis ruft, den Gefährten Deiner Schönheit, der Dein Antlitz schauen durfte, ehe ich von Dir erwähnt oder innerhalb des Hofes Deiner Heiligkeit ins Dasein gerufen war. Ich entdecke, daß Du alle Dinge zu Manifestationen Deines Befehls, zu Offenbarungen Deiner Werke, zu Verwahrungsorten Deiner Erkenntnis und zu Schatzkammern Deiner Weisheit gemacht hast. Weiter erkenne ich: Würde von den Offenbarungen Deiner Namen und Attribute auch nur eine im Gewicht eines Senfkorns dem entzogen, was durch Deine Kraft erschaffen und von Deiner Macht gezeugt ist, so blieben die Grundlagen Deiner ewigen Werke unvollständig, die Edelsteine Deiner göttlichen Weisheit unvollkommen. Denn in Deinem Reiche muß es schlechterdings die Buchstaben der Verneinung geben, wie weit sie auch immer von den heiligen Düften Deiner Erkenntnis entfernt seien, wie schlimm sie auch den wundersamen Morgenglanz Deiner Schönheit, strahlend am Himmel Deiner Majestät, vergessen; denn so werden die Worte, die Dich bestätigen, hervorgehoben.184:4Deine Macht ist mein Zeuge, o mein Vielgeliebter! Die ganze Schöpfung ist ins Dasein gerufen, Deinen Triumph zu steigern und Deine Überlegenheit zu sichern; alle von Dir gesetzten Schranken sind nur die Zeichen Deiner Souveränität und verkünden die Gewalt Deiner Macht. Wie großartig, wahrhaft großartig, sind die Offenbarungen Deiner wundersamen Macht in allen Dingen! So großartig sind sie, daß das geringste Deiner Geschöpfe von Dir zur Manifestation Deiner erhabensten Eigenschaft erkoren, das verächtlichste Zeichen Deiner Werke zum Empfänger Deines machtvollsten Namens erwählt ist. Die Armut ist nach Deinem Geheiß zur Offenbarung Deines Reichtums gemacht, die Erniedrigung zum Pfade hin zu Deiner Herrlichkeit, die Sündhaftigkeit zur Ursache Deiner Vergebung. So zeigst Du, daß die trefflichsten Titel Dein sind und die Wunder Deiner erhabensten Eigenschaften Dir zugehören.184:5Da Du, o mein Gott, nach Deinem Vorsatz alles Erschaffene in das Thronzelt Deiner überragenden Gunst und Gnade treten lassen willst, da Du über die ganze Schöpfung den Duft des Gewandes Deiner herrlichen Einheit verströmst, da Du alle Dinge mit den Augen Deiner Gabenfülle und Deiner Einzigkeit schaust, flehe ich Dich an bei Deiner Liebe, die Du zur Triebfeder für die Offenbarungen Deiner ewigen Heiligkeit, zur Feuersäule in den Herzen solcher Deiner Geschöpfe, die nach Dir sich sehnen, gemacht hast: Erschaffe in eben diesem Augenblick für die aus Deinem Volke, so Dir völlig ergeben sind, und für alle Deine Geliebten, die Dich lieben, aus dem innersten Wesen Deiner Großmut und Deiner Gabenfülle, aus dem tiefsten Geiste Deiner Gnade und Deiner Herrlichkeit, Dein Paradies überragender Heiligkeit, erhöhe es über alles außer Dir und heilige es von allem außer Dir. Alsdann erschaffe darin, o mein Gott, aus den Lichtstrahlen Deines Thronsitzes Mägde, welche die Melodien Deiner wundersamen, Deiner süßesten Phantasien anstimmen, um Deinen Namen mit Worten zu preisen, wie sie noch keines Deiner Geschöpfe, weder die Insassen Deines Himmels noch die Bewohner Deiner Erde, je zu hören bekam und keines Deiner Völker je begriff. Öffne alsdann die Tore dieses Paradieses vor den Angesichtern Deiner Geliebten, damit sie eintreten in Deinem Namen und durch die Macht Deiner Souveränität, damit so Deine fürstlichen Wohltaten für Deine Erwählten und Deine überragenden Gaben für Deine Vertrauten vollendet werden, damit sie Deine Tugenden preisen mit Liedern, wie keiner sonst sie anstimmen oder beschreiben kann, damit niemand aus Deinem Volke auf den Gedanken komme, in der Verkleidung eines Deiner Erwählten zu erscheinen oder das Beispiel Deiner Geliebten nachzuahmen, und damit jeder untrüglich zwischen Deinen Freunden und Deinen Feinden, zwischen den Dir Ergebenen und Deinen hartnäckigen Widersachern unterscheide. Mächtig bist Du zu tun, was Du willst; machtvoll und überlegen bist Du über alle Dinge.184:6Erhaben, unermeßlich erhaben bist Du, o mein Geliebter, über das Bemühen Deiner Geschöpfe, wie gelehrt sie auch seien, Dich zu erkennen; erhaben, unermeßlich erhaben über jeden Versuch, wie sehnsüchtig auch immer, Dich zu beschreiben, können die Menschen doch mit ihren höchsten Gedanken, so tief sie auch nachsinnen, niemals hoffen, sich über die Grenzen Deiner Schöpfung hinaus aufzuschwingen, den Rahmen der bedingten Welt zu übersteigen oder die ihr von Dir unwiderruflich gesetzten Schranken zu durchbrechen. Wie kann da ein Ding, erschaffen durch Deinen die ganze Schöpfung lenkenden Willen, ein Ding als Teil der bedingten Welt die Kraft besitzen, sich in die heiligen Sphären Deiner Erkenntnis emporzuschwingen oder zum Thronsitz Deiner überragenden Macht vorzudringen?184:7Hoch, unermeßlich hoch stehst Du über dem Bestreben der vergänglichen Kreatur, sich zum Throne Deiner Ewigkeit aufzuschwingen, oder dem Verlangen der Armseligen und Elenden, den Gipfel Deiner allgenügenden Herrlichkeit zu erklimmen! Seit Ewigkeit beschreibst Du Dir Dein eigenes Selbst und rühmst in Deinem eigenen Wesen Dein Wesen vor Deinem Wesen. Ich schwöre bei Deiner Herrlichkeit, o mein Meistgeliebter! Wer außer Dir kann beanspruchen, Dich zu kennen, und wer außer Dir kann Deiner angemessen gedenken? Du bist Er, der seit Ewigkeit in Seinem Reiche wohnt, in der Herrlichkeit Seiner überragenden Einheit, im Glanze Seiner heiligen Größe. Gälte jemand außer Dir in allen Reichen Deiner Schöpfung der Erwähnung wert, von den höchsten Reichen der Unsterblichkeit bis herab zur Ebene dieser niederen Welt, wie wäre dann darzutun, daß Du auf dem Throne Deiner Einheit sitzest, wie könnten dann die wundersamen Tugenden Deiner Einzigkeit und Einmaligkeit verherrlicht werden?184:8Ich bezeuge in diesem Augenblick, was Du für Dich selbst bezeugt hast, noch ehe Du die Himmel und die Erde erschaffen hattest: daß Du Gott bist und daß es keinen Gott gibt außer Dir. Seit Ewigkeit bist Du mächtig, durch die Manifestationen Deiner Macht die Zeichen Deiner Gewalt zu offenbaren, und seit Ewigkeit verkündest Du durch die Morgenröten Deiner Erkenntnis die Worte Deiner Weisheit. Keiner neben Dir wird würdig befunden, vor dem Heiligtum Deiner Einheit erwähnt zu werden, und keiner außer Dir erweist sich fähig, im geheiligten Hofe Deiner Einzigkeit Lob und Preis entgegenzunehmen.184:9Preis sei Dir, o mein Gott, daß Du Deine Gunst und Deine Großmut offenbartest! Ruhm und Ehre seien Dir, o mein Geliebter, daß Du die Sonne Deiner Gnade und Deines zarten Erbarmens aufgehen ließest. Ich sage Dir einen Dank, der die Schritte der Eigensinnigen zum glänzenden Morgenlicht Deiner Führung lenken und die nach Dir sich Sehnenden befähigen kann, zum Thronsitz der Offenbarung Deiner strahlenden Schönheit zu gelangen. Ich sage Dir einen Dank, der die Kranken die Wasser Deiner Heilung aufsuchen läßt und den Fernstehenden helfen kann, dem Lebensquell Deiner Gegenwart zu nahen. Ich sage Dir einen Dank, der die Leiber Deiner Diener der Hüllen der Sterblichkeit und der Erniedrigung entkleiden, sie mit den Gewändern Deiner Ewigkeit und Deiner Herrlichkeit schmücken und die Armen zu den Ufern Deiner Heiligkeit und Deines allgenügenden Reichtums führen kann. Ich sage Dir einen Dank, der die Himmlische Taube befähigen kann, in den Zweigen des Lotosbaumes der Unsterblichkeit ihr Lied zu singen: »Wahrlich, Du bist Gott. Es gibt keinen Gott neben Dir. Seit Ewigkeit bist Du erhaben über den Lobpreis eines anderen als Deiner selbst, hoch über der Beschreibung durch einen anderen als Dich selbst.« Ich sage Dir einen Dank, der die Nachtigall der Herrlichkeit veranlassen kann, im höchsten Himmel ihre Melodie zu jubeln: »‘Alíder BábA ist in Wahrheit Dein Diener, den Du auserkorest unter Deinen Boten und Deinen Auserwählten, den Du zur Manifestation Deiner selbst machtest in allem, was Dir angehört, in allem, was die Offenbarung Deiner Eigenschaften und die Beweise Deiner Namen angeht.« Ich sage Dir einen Dank, der alle Dinge aufrütteln kann, Dich zu loben und Dein Wesen zu preisen, und der die Zungen aller Geschöpfe zu lösen vermag, die Souveränität Deiner Schönheit zu verherrlichen. Ich sage Dir einen Dank, der die Himmel und die Erde mit den Zeichen Deines überragenden Wesens erfüllen und allem Erschaffenen beistehen kann, das Heiligtum Deiner Nähe und Deiner Gegenwart zu betreten. Ich sage Dir einen Dank, der jedes erschaffene Ding zu einem Buche macht, das von Dir spricht, und zu einer Schriftrolle, die Deinen Lobpreis entfaltet. Ich sage Dir einen Dank, der die Manifestationen Deiner Souveränität auf den Thron Deiner Herrschaft und die Träger Deiner Herrlichkeit auf den Sitz Deiner Göttlichkeit setzen kann. Ich sage Dir einen Dank, der den morschen Baum durch den heiligen Odem Deiner Gunst gute Früchte tragen lassen und die Leiber aller Wesen mit den sanften Winden Deiner überirdischen Gnade wiederbeleben kann. Ich sage Dir einen Dank, der bewirken kann, daß die Zeichen Deiner erhabenen Einzigkeit aus dem Himmel Deiner heiligen Einheit herniedergesandt werden. Ich sage Dir einen Dank, der alle Dinge die Wirklichkeiten Deiner Erkenntnis und das Wesen Deiner Weisheit lehren kann und die armseligen Kreaturen von den Toren Deiner Barmherzigkeit und Deiner freigebigen Gunst nicht ausschließt. Ich sage Dir einen Dank, der alle im Himmel und auf Erden durch die Schätze Deines allgenügenden Reichtums befähigen kann, auf alles Erschaffene zu verzichten, und der allem Erschaffenen helfen kann, den Gipfel Deiner allmächtigen Gunst zu erreichen. Ich sage Dir einen Dank, der den Herzen der heiß Dich Liebenden beistehen kann, in die Sphären der Nähe zu Dir und der Sehnsucht nach Dir emporzufliegen, und der das Licht der Lichter im Lande ‘Iráq entfachen kann. Ich sage Dir einen Dank, der die Dir Nahen von allem Erschaffenen loslösen und sie dem Throne Deiner Namen und Deiner Eigenschaften nahebringen kann. Ich sage Dir einen Dank, der Dich veranlassen kann, alle Sünden und Vergehen zu verzeihen, die Bedürfnisse der Gläubigen aller Religionen zu erfüllen und den Duft der Vergebung über die ganze Schöpfung zu verströmen. Ich sage Dir einen Dank, der den Deine Einheit Erkennenden die Kraft geben kann, zu den Höhen Deiner Liebe emporzusteigen, und den Dir Ergebenen die Fähigkeit, sich zum Paradiese Deiner Gegenwart zu erheben. Ich sage Dir einen Dank, der die Wünsche aller, die Dich suchen, befriedigen und die Ziele aller, die Dich erkennen, verwirklichen kann. Ich sage Dir einen Dank, der alle Gefühle der Begrenzung aus den Menschenherzen tilgen und ihnen die Zeichen Deiner Einheit aufprägen kann. Ich sage Dir einen Dank wie den, womit Du seit Ewigkeit Dein eigenes Selbst verherrlichst und es über alle Gefährten, Nebenbuhler und Vergleiche erhebst, o Du, der Du die Himmel der Gnade und der Gabenfülle, die Reiche der Herrlichkeit und der Majestät in Händen hältst!184:10Gelobt sei Dein Name, o Herr, mein Gott und mein Meister! Du bezeugst und siehst und weißt, was in Deinen Tagen über Deine Geliebten gekommen ist: die fortgesetzten Prüfungen, die aufeinanderfolgenden Trübsale, die unaufhörlichen Leiden, die auf Deine Erwählten herniedergesandt sind. Ihre Lage ist derart, daß ihnen die Erde zu eng ist; allenthalben sind sie umzingelt von den Zeugnissen Deines Zornes und den Zeichen der Furcht vor Dir; die Tore Deiner Barmherzigkeit und Gnade sind ihnen verschlossen, der Garten ihrer Herzen ist der üppigen Schauer Deiner Gunst und Deiner Gabenfülle beraubt. Willst Du denen, die Dich lieben, o mein Gott, die Wunder Deiner Überlegenheit und Deines Triumphes vorenthalten? Willst Du, o mein Geliebter, die Hoffnungen zerschlagen, welche die Dir Ergebenen auf Deine mannigfachen Gnadengaben setzen? Willst Du sie, die Dich anerkennen, o mein Meister, den Ufern Deiner geheiligten Erkenntnis fernhalten, oder willst Du ihre Herzen nicht mehr netzen mit den Regenschauern Deiner allüberragenden Gunst? Nein, bewahre! Deine Herrlichkeit ist mein Zeuge! Ich bezeuge in diesem Augenblick, daß Deine Barmherzigkeit alles Erschaffene übersteigt, daß Deine Gnade alle im Himmel und auf Erden umfängt. Seit Ewigkeit stehen die Tore Deiner Großmut vor den Angesichtern Deiner Diener offen, wehen die zarten Winde Deiner Gnade über die Herzen aller Geschöpfe, regnen die strömenden Wasser Deiner Gabenfülle hernieder auf Dein Volk und auf die Bewohner Deines Reiches.184:11Ich weiß gar wohl: Du zögerst Deinen offenbaren Triumph im Reiche der Schöpfung hinaus durch Dein Wissen, das die Geheimnisse Deines Ratschlusses, aber auch das umfaßt, was hinter den Schleiern Deiner unwiderruflichen Absicht verborgen ist, damit auf diese Weise die, welche unter den Schatten Deiner überragenden Barmherzigkeit getreten sind, geschieden seien von denen, die hoffärtig mit Dir umgehen und Deiner Gegenwart den Rücken kehren zu einer Zeit, da Du Deine erhabenste Schönheit offenbarst.184:12So bist Du erhaben, unermeßlich erhaben, o mein Geliebter! Da Du in Deinem Reiche Deine Geliebten von Deinen Feinden scheidest, da Du Dein gewichtiges Zeugnis und Deinen unfehlbaren Beweis für alle im Himmel und auf Erden erbringst, so habe denn Mitleid mit denen, die in Deinem Lande zu Fall gebracht sind durch das, was ihnen auf Deinem Pfade widerfährt. Erhebe sie durch die Gewalt Deiner Macht und die Kraft Deines Willens, o mein Gott, und richte sie auf, damit sie Deine heilige Sache durch Deine allmächtige Souveränität, Deine allmächtige Absicht verkünden.184:13Ich schwöre bei Deiner Herrlichkeit! Wenn ich Deine Überlegenheit dartue, ist es meine einzige Absicht, Deine heilige Sache zu preisen und Dein Wort zu verherrlichen. Zögertest Du, Deinen Sieg herniederzusenden und Deine Macht zu zeigen, so bin ich gewiß, daß die Zeichen Deiner Souveränität in Deinem Land alsbald untergingen und die Zeugnisse Deiner Herrschaft in all Deinen Gebieten ausgelöscht würden.184:14Meine Brust ist eng, o mein Gott, und rings umgeben mich Kummer und Sorge; denn ich höre unter Deinen Dienern allerhand Lob außer Deinem wundersamen Lobpreis und erblicke in Deinem Volke die Zeichen aller Dinge, nur nicht die Beweise dessen, was Du ihnen durch Dein Geheiß geboten, durch Deinen souveränen Willen bestimmt und durch Deinen weltverwandelnden Ratschluß auferlegt hast. So weit sind sie von Dir abgeirrt, daß sie sich die Finger in die Ohren stecken, kritteln und höhnen, wenn einer Deiner Geliebten ihnen die wunderbaren Zeichen Deiner Einheit und die juwelengleichen Worte darbringt, die Deine überragende Einzigkeit bezeugen. All dies hast Du durch Deine allumgreifende Souveränität verfügt und in Deiner allmächtigen Überlegenheit vorausgesehen.184:15Verherrlicht, unermeßlich verherrlicht bist Du, o mein Meister! So schaue denn auf die Herzen, die aus Liebe zu Dir von den Pfeilen Deiner Feinde durchbohrt sind, und die Häupter, die auf Speeren einhergetragen wurden, Deine heilige Sache zu erhöhen und Deinen Namen zu verherrlichen. Habe Mitleid mit diesen Herzen, die vom Feuer Deiner Liebe verzehrt sind, geprägt von Leiden, wie nur Du sie kennst.184:16Aller Preis und alle Ehre seien Dir, o mein Gott! Du weißt sehr wohl, was sich in Deinen Tagen seit zwanzig Jahren ereignet hat und bis zu dieser Stunde weiter ereignet. Kein Mensch kann ermessen, keine Zunge erzählen, was in dieser langen Zeit über Deine Auserwählten gekommen ist. Kein Obdach konnten sie finden, keine Zuflucht, sicher darin zu wohnen. So wende denn, o mein Gott, ihre Furcht in die Beweise Deines Friedens und Deiner Sicherheit, ihre Erniedrigung in Deine souveräne Herrlichkeit, ihre Armut in Deinen allgenügenden Reichtum, ihre Not in die Wunder Deiner vollkommenen Ruhe. Gewähre ihnen den Duft Deiner Macht und Deiner Barmherzigkeit, sende in Deiner wundersamen Gnade auf sie die Fähigkeit hernieder, auf alles zu verzichten außer Dir und sich loszulösen von allem außer Dir, damit die Souveränität Deiner Einzigkeit sich erweise, die Überlegenheit Deiner Gunst und Deiner Gabenfülle dargetan werde.184:17Willst Du nicht die Tränen sehen, o mein Gott, die Deine Geliebten vergießen? Willst Du Dich nicht der Augen erbarmen, o mein Geliebter, die getrübt sind durch die Trennung von Dir, durch das Ausbleiben der Zeichen Deines Sieges? Willst Du nicht in die Herzen schauen, o mein Meister, welche die Taube der Sehnsucht nach Dir und der Liebe zu Dir mit ihren Flügelschlägen getroffen hat? Bei Deiner Herrlichkeit! So zugespitzt hat sich die Lage, daß den Herzen Deiner Auserwählten die Hoffnung fast entschwunden ist und der Odem der Verzweiflung sie ergreifen will ob alledem, was in Deinen Tagen über sie gekommen ist.184:18So sieh mich denn, o mein Gott, wie ich vor mir selbst zu Dir fliehe, wie ich mein eigenes Sein verlasse, um zum Lichtglanz Deines Seins zu gelangen, wie ich alles aufgebe, was mich von Dir fernhält und mich Dein vergessen läßt, um den Hauch Deiner Gegenwart und Deines Gedenkens zu atmen. Schau, wie ich den Staub der Stadt Deiner Vergebung und Deiner Großmut betrete, wie ich im Vorhof Deiner überragenden Barmherzigkeit wohne, wie ich Dich anflehe durch die Souveränität Dessen, der Dein Gedenken ist, erschienen im Gewande Deiner reinsten, erhabensten Schönheit: Sende im Laufe dieses Jahres auf Deine Geliebten hernieder, was ihnen die Kraft gibt, alle außer Dir zu entbehren, und die Freiheit, Deinen souveränen Willen, seine Beweise und seine allunterwerfende Absicht anzuerkennen, so daß sie nur noch suchen, was Du kraft Deines Befehls für sie wünschtest, und nur erstreben, was Du durch Deinen Willen für sie ersehntest. Heilige alsbald ihre Augen, o mein Gott, damit sie Deiner Schönheit Licht erschauen, und reinige ihre Ohren, daß sie den Liedern der Taube Deiner überragenden Einzigkeit lauschen. Dann überflute ihre Herzen mit den Wundern Deiner Liebe, behüte ihre Zungen, eines anderen als Dein zu gedenken, und beschütze ihre Angesichter vor jedem Anblick außer dem Deinen. Du hast die Macht zu tun, was Dir gefällt. Du bist wahrlich der Allmächtige, der Helfer in Gefahr, der Selbstbestehende.184:19Beschütze ferner, o mein Geliebter, durch Deine Liebe zu ihnen und durch die Liebe, die sie für Dich hegen, diesen Diener, der alles für Dich opfert, was Du ihm auf dem Pfade Deiner Liebe und Deines Wohlgefallens gegeben; bewahre ihn vor allem, was Du verabscheust und was ihn hindert, das Königszelt Deiner heiligen Souveränität zu betreten und zum Thronsitz Deiner überragenden Einzigkeit zu gelangen. Zähle ihn sodann, o mein Gott, zu denen, die sich durch nichts in der Welt davon abhalten lassen, Deine Schönheit zu schauen oder über die wundersamen Zeugnisse Deines ewigen Schöpfertums nachzusinnen, so daß er niemandem sich zugeselle als Dir, keinem sich zuwende außer Deinem Selbst, in allem, was Du in den Reichen von Erde und Himmel erschaffen hast, nur Deine wundersame Schönheit und die Offenbarung Deines strahlenden Antlitzes erblicke und so tief im wogenden Meer Deiner allbeherrschenden Vorsehung, in der brandenden See Deiner heiligen Einheit untertauche, daß er jedes Gedenken vergißt außer dem Gedenken Deiner überragenden Einzigkeit und aus seiner Seele die Spuren aller bösen Gedanken verbannt, o Du, der Du die Reiche aller Namen und Eigenschaften in Händen hältst!184:20Gelobt sei Dein Name, o Du Ziel meiner Sehnsucht! Ich schwöre bei Deiner Herrlichkeit! So groß ist mein Wunsch nach vollständiger Loslösung, daß ich mich weigerte, die in den Gemächern der Keuschheit verborgenen Angesichter, deren Schönheit Du vor dem Blick aller Geschöpfe heiligtest, anzuschauen, wenn sie vor mir erschienen, selbst wenn sie sich in der ganzen Herrlichkeit Deiner strahlenden, Deiner unvergleichlichen Schönheit offenbarten. Vielmehr würde ich sie nur anblicken, um die Geheimnisse Deiner Schöpferkraft zu erkennen, weil diese Geheimnisse denen, die Dir nahe sind, den Sinn verwirren und denen, die Dich anerkennen, Scheu einflößen. Durch Deine Kraft und Deine Gewalt schwänge ich mich auf zu solchen Höhen, daß nichts die Macht hätte, mich von den mannigfachen Beweisen Deiner überragenden Herrschaft abzuhalten, und keine irdische Vorstellung mich von den Offenbarungen Deiner göttlichen Heiligkeit ausschließen könnte.184:21Herrlich, unermeßlich herrlich bist Du, o mein Gott, mein Geliebter, mein Meister, meine Sehnsucht! Zerschlage nicht die Hoffnung dieses Elenden, zu den Ufern Deiner Herrlichkeit zu gelangen, beraube dieses armselige Geschöpf nicht Deines unermeßlichen Reichtums und vertreibe diesen Bittsteller nicht von den Toren Deiner Gnade, Deiner Großmut und Deiner Gaben. So habe denn Erbarmen mit dieser armen, verlassenen Seele, die keinen Freund sucht außer Dir, keinen Gefährten neben Dir, keinen Tröster als Dich, keinen Geliebten außer Dir, kein Verlangen als Dich.
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