Bahá’u’lláh | Gebete und Meditationen
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51:5
Laß Deine Gnade über Deinen Dienern und Deinen Geschöpfen walten. Du bist in Wahrheit der Allmächtige, der Unzugängliche, der Allherrliche, der Unbedingte.
52
52:1
Gelobt sei Dein Name, o mein Gott! Ich flehe Dich an bei den Düften des Gewandes Deiner Gnade, die auf Dein Geheiß und nach Deinem Wunsch über die ganze Schöpfung dahinwehten, und bei der Sonne Deines Willens, die in der Kraft Deiner Macht und Deiner Souveränität hell über dem Horizonte Deines Erbarmens scheint, tilge aus meinem Herzen allen eitlen Wahn und leeren Trug, auf daß ich mit all meiner Liebe mich Dir zuwende, o Du Herr der ganzen Menschheit!
52:2
Ich bin Dein Diener und Deines Dieners Sohn, o mein Gott! Ich halte mich fest am Griff Deiner Gnade und klammere mich an das Seil Deines zarten Erbarmens. Bestimme für mich das Gute, das von Dir kommt, und laß mich essen von der Tafel, die Du aus den Wolken Deiner Freigebigkeit und dem Himmel Deiner Gunst herabgesandt hast.
52:3
Du bist wahrlich der Herr der Welten und der Gott aller im Himmel und auf Erden.
53
53:1
Ich weiß nicht, o mein Gott, was für ein Feuer Du in Deinem Lande entzündet hast. Erde kann niemals seinen Glanz verdunkeln noch Wasser seine Flamme löschen. Alle Völker der Welt sind machtlos, seiner Gewalt zu widerstehen. Groß ist die Seligkeit dessen, der ihm nahekommt und sein Tosen hört.
53:2
Einigen, o mein Gott, gabst Du durch Deine stärkende Gnade die Kraft, sich Deinem Feuer zu nähern, während Du andere zurückhieltest wegen der Taten, die ihre Hände in Deinen Tagen begangen. Wer immer ihm zueilt und es erreicht im brennenden Verlangen, Deine Schönheit zu schauen, gibt sein Leben auf Deinem Pfade hin und steigt zu Dir empor in völliger Loslösung von allem außer Dir.
53:3
Ich flehe Dich an, o mein Herr, bei diesem Feuer, das in der Welt der Schöpfung tost, zerreiße die Schleier, die mich hindern, vor dem Thron Deiner Erhabenheit zu erscheinen und am Zugang zu Deinem Tor zu stehen. Bestimme für mich, o mein Herr, alles Gute, das Du in Deinem Buch herniedersandtest, und laß nicht zu, daß ich vom Schutze Deines Erbarmens weit entfernt bleibe.
53:4
Du hast die Macht zu tun, was Dir gefällt. Du bist wahrlich der Allgewaltige, der Freigebigste.
54
54:1
Gelobt sei Dein Name, o mein Gott! Hilf Du mit Deiner stärkenden Gnade Deinen Dienern und Dienerinnen, Deine Tugenden zu künden und standhaft zu sein in ihrer Liebe zu Dir. Wieviele Blätter haben die Stürme der Anfechtung zu Boden geweht, und wieviele sind es doch, die fest am Baume Deiner Sache haften, unerschütterlich in all den Prüfungen, die über sie kamen, o Du unser Herr, der Allerbarmer!
54:2
Ich sage Dir Dank, daß Du mich solche Deiner Diener kennen ließest, die kraft Deiner Macht und Souveränität die Götzen ihrer verderbten Lüste zertrümmert haben, die aller Besitz Deiner Geschöpfe nie davon abhielt, sich Deiner Gnade zuzuwenden. So ungestüm haben sie die Schleier zerrissen, daß in den Städten der Selbstsucht die Bewohner weinen und das Volk des Neids und der Bosheit in Furcht erschauert, jenes Volk, das sich Haupt und Leib mit dem Schmuck der Gelehrsamkeit behängt und doch in seinem Dünkel Dich verwirft, von Deiner Schönheit sich wendend.
54:3
Ich flehe Dich an, o mein Herr, bei Deiner allüberragenden Majestät und bei Deinem urewigen Namen, mache Deine Geliebten fähig, Dir beizustehen. Richte alsdann ihre Angesichter unablässig auf Dein Antlitz und schreibe für sie nieder, was alle Herzen frohlocken läßt und alle Augen beglückt.
54:4
Du bist fürwahr der Helfer in Gefahr, der Selbstbestehende.
55
55:1
O Gott! Die Prüfungen, die Du sendest, sind Balsam für die Wunden aller, die Deinem Willen ergeben sind. Deiner zu gedenken, ist heilende Arznei für die Herzen derer, die Deinem Hofe nahe sind. Die Nähe zu Dir ist das wahre Leben aller, die Dich lieben. Deine Gegenwart ist der brennende Wunsch derer, die sich danach sehnen, Dein Antlitz zu schauen. Ferne von Dir wird denen zur Qual, die Deine Einheit erkennen, und Trennung von Dir ist denen Tod, die Deine Wahrheit anerkennen.
55:2
Ich flehe Dich an, bei den Seufzern derer, die sich fern von Deinem Hof nach Dir verzehren, und beim Wehklagen Deiner Geliebten, die ihre Trennung von Dir beweinen, stärke mich mit dem Weine Deiner Erkenntnis, mit dem Lebenswasser Deiner Liebe und Deines Wohlgefallens. Schau Deine Magd, o mein Herr, die alles außer Dir vergißt, beglückt durch Deine Liebe, wie sie wehklagt darüber, was die Hände der Frevler unter Deinen Geschöpfen Dir zufügten. Bestimme für sie, was Du denen Deiner Dienerinnen bestimmt hast, die den Thron Deiner Majestät umkreisen und zur Abendzeit wie am Morgen nach Deiner Schönheit schauen.
55:3
Du bist wahrlich der Herr am Tage des Gerichts.
56
56:1
Ruhm sei Dir, o Herr mein Gott! Jetzt sind die Tage, da Du allen Menschen gebotest, das Fasten zu halten, damit sie dadurch ihre Seelen läutern, damit sie sich lösen von allen Bindungen außer an Dich und damit aus ihren Herzen aufsteige, was des Hofes Deiner Majestät würdig ist, was dem Thronsitz der Offenbarung Deiner Einheit entspricht. Gib, o mein Herr, daß dieses Fasten zu einem Strom lebenspendenden Wassers werde, daß es die Tugend erzeuge, die Du ihm verliehen hast. Heilige dadurch die Herzen Deiner Diener, die alle Übel der Welt nicht hindern konnten, sich Deinem allherrlichen Namen zuzuwenden, ungerührt vom Lärm und Aufruhr derer, die Deine strahlenden Zeichen beim Kommen Deiner Manifestation, ausgestattet mit Deiner Souveränität, Deiner Macht, Deiner Majestät und Herrlichkeit, zurückwiesen. Sie sind die Diener, die Deiner Gnade entgegeneilten, sobald Dein Ruf sie erreichte, und die sich weder durch den Wandel und Wechsel der Welt noch durch menschliche Begrenzungen von Dir fernhalten ließen.
56:2
Ich bin es, o mein Gott, der Deine Einheit bezeugt und Deine Einzigkeit anerkennt, der sich demütig verneigt vor den Offenbarungen Deiner Majestät und, die Augen zu Boden gesenkt, den Strahlenglanz Deiner überirdischen Herrlichkeit wahrnimmt. An Dich glaube ich, nachdem Du mich befähigt hast, Dein Selbst zu erkennen, wie Du es den menschlichen Augen durch die Kraft Deiner machtvollen Souveränität enthüllt hast. Ihm wende ich mich zu, völlig losgelöst von allen Dingen, das Seil Deiner Gnadengaben fest in der Hand. Seine Wahrheit nehme ich in mir auf, die Wahrheit all der wundersamen Gesetze und Gebote, die auf Ihn herniedergesandt sind. Ich faste aus Liebe zu Dir und nach Deinem Befehl; ich beende mein Fasten mit Deinem Lobpreis auf den Lippen, im Einklang mit Deinem Wohlgefallen. Laß mich nicht zu denen gehören, o mein Herr, die tags fasten, nachts sich vor Dir niederwerfen und doch Deine Wahrheit ablehnen, Deine Zeichen leugnen, Dein Zeugnis bestreiten und Dein Wort verdrehen.
56:3
Öffne mir und allen, die Dich suchen, die Augen, o mein Herr, damit wir Dich mit Deinen eigenen Augen erkennen. Das ist Dein Gebot durch das Buch, das Du herniedersandtest auf Ihn, den Dein Befehl erwählte, den Du auserlasest für Deine Gunst vor allen Deinen Geschöpfen, den Du mit Deiner Souveränität auszustatten beliebtest, den Du besonders begnadet und mit Deiner Botschaft für Dein Volk betraut hast. Gepriesen seiest Du darum, o mein Gott, denn Du hast uns gnädiglich befähigt, Ihn zu erkennen und alles anzuerkennen, was zu Ihm herniedergesandt ist; Du hast uns die Ehre erwiesen, die Gegenwart Dessen zu erlangen, den Du in Deinem Buch und auf Deinen Tafeln verheißen.
56:4
So siehst Du mich, o mein Gott, das Angesicht Dir zugewandt, das Seil Deiner gnädigen, großzügigen Vorsehung fest in der Hand, den Saum Deines zarten Erbarmens und Deiner freigebigen Gunst umklammernd. Ich flehe Dich an: Zerstöre mir nicht die Hoffnung, das zu erreichen, was Du bestimmt hast für Deine Diener, die sich der Umfriedung Deines Hofes, dem Heiligtum Deiner Gegenwart zuwenden und aus Liebe zu Dir das Fasten halten. Ich bekenne, o mein Gott: Was immer von mir ausgeht, ist Deiner Souveränität unwürdig und bleibt hinter Deiner Majestät zurück. Und doch bitte ich Dich bei Deinem Namen, durch den Du Dein Selbst allem Erschaffenen im Glanz Deiner herrlichsten Titel offenbarst in dieser Offenbarung, die durch Deinen strahlendsten Namen Deine Schönheit kundtut: Gib mir zu trinken vom Weine Deiner Barmherzigkeit, vom reinen Trunk Deiner Gunst, die der rechten Hand Deines Willens entströmt, damit ich meinen Blick so fest auf Dich richte und mich so völlig loslöse von allem außer Dir, daß mir die Welt mit allem Erschaffenen darin nur einen flüchtigen Tag bedeutet, den Du der Erschaffung nicht für würdig befunden hast.
56:5
Und weiter flehe ich dich an, o mein Gott: Laß aus dem Himmel Deines Willens, aus den Wolken Deiner Barmherzigkeit herniederregnen, was uns vom Pesthauch unserer Vergehen reinigt, o Du, der Du Dich selbst den Gott der Barmherzigkeit nennst! Du bist wahrlich der Mächtigste, der Allherrliche, der Wohltätige.
56:6
Verwirf nicht den, o mein Herr, der sich Dir zuwendet, noch laß den, der sich Dir nähert, von Deinem Hofe verweisen. Zerschlage nicht die Hoffnungen des Bittenden, der sehnsüchtig suchend die Hände nach Deiner Gunst und Güte streckt, und beraube Deine aufrichtigen Diener nicht der Wunder Deines zarten Erbarmens und Deiner Gnade. Du, o mein Herr, bist der Vergebende, der Gabenreichste. Du hast die Macht zu tun, was Dir gefällt. Alle außer Dir sind hilflos vor den Offenbarungen Deiner Macht; sie sind wie verloren vor den Beweisen Deines Reichtums, sind wie nichts im Vergleich mit den Manifestationen Deiner überragenden Souveränität, bar aller Kraft angesichts der Zeichen und Merkmale Deiner Macht. Welche Zuflucht, o mein Herr, gibt es außer bei Dir, dahin ich fliehen könnte, und wo ist ein Hafen, darin ich mich bergen könnte? Nein, die Kraft Deiner Macht ist mein Zeuge! Es gibt keinen Beschützer außer Dir, keine Zuflucht außer Dir, kein Asyl außer Dir. Laß mich, o mein Herr, die göttliche Süße Deines Gedenkens und Deines Lobpreises kosten. Ich schwöre bei Deiner Macht! Wer ihre Süße kostet, befreit sich von jeglicher Bindung an die Welt und alles darinnen und richtet sein Angesicht auf Dich, geläutert vom Gedenken an andere als Dich.
56:7
So gib denn, o mein Gott, meiner Seele Dein wundersames Gedenken ein, damit ich Deinen Namen verherrliche. Zähle mich nicht zu denen, die Dein Wort lesen und doch Deine verborgene Gabe nicht finden, die nach Deinem Ratschluß darin enthalten ist, um die Seelen Deiner Geschöpfe und die Herzen Deiner Diener zu beleben. Laß mich, o mein Herr, zu denen gerechnet sein, die von den süßen Düften in Deinen Tagen so aufgerührt sind, daß sie Dir ihr Leben opfern und zur Stätte ihres Todes eilen in ihrem Verlangen, Deine Schönheit zu schauen, und in ihrer Sehnsucht, Deine Gegenwart zu erreichen. Und wenn unterwegs jemand sie fragt: »Wohin zieht ihr?«Qur’án 81:26 – Anm. d. Hrsg.Q, dann antworten sie: »Hin zu Gott, dem Allbesitzenden, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden!«
56:8
Die Vergehen derer, die Dir in Hochmut den Rücken kehren, können sie nicht hindern, Dich zu lieben, auf Dich ihr Angesicht zu richten und sich Deiner Barmherzigkeit zuzuwenden. Sie sind es, die von den himmlischen Heerscharen gesegnet und von den Bewohnern der unvergänglichen Städte verherrlicht werden, und darüber hinaus von denen, auf deren Stirn Deine erhabenste Feder geschrieben hat: »Hier! Das Volk Bahás! Durch sie verbreitet das Licht der Führung seinen Glanz.« So ist es auf der Tafel Deines unumstößlichen Ratschlusses bestimmt, auf Dein Geheiß und durch Deinen Willen.
56:9
Darum verkünde, o mein Gott, ihre Größe und die Größe derer, die sie während ihres Lebens oder nach ihrem Tod umkreisen. Versorge sie mit dem, was Du für die Rechtschaffenen unter Deinen Geschöpfen verordnest. Mächtig bist Du, alles zu tun. Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Allmächtigen, dem Helfer in Gefahr, dem Allgewaltigen, dem Gabenreichsten.
56:10
Laß unser Fasten nicht mit diesem Fasten zu Ende gehen, o mein Herr, noch die Bündnisse, die Du mit diesem Bunde schließest. Nimm alles an, was wir aus Liebe zu Dir und um Deines Wohlgefallens willen tun, aber auch alles, was wir ungetan ließen, weil wir unseren bösen, verderbten Lüsten unterworfen sind. Befähige uns sodann, standhaft an Deiner Liebe und an Deinem Wohlgefallen festzuhalten, und bewahre uns vor dem Unheil derer, die Dich leugnen und Deine glanzvollsten Zeichen verwerfen. Du bist in Wahrheit der Herr dieser Welt und der künftigen. Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Erhabenen, dem Höchsten.
56:11
Verherrliche Ihn, o mein Gott, den Ersten Punkt, das Göttliche Geheimnis, das Unsichtbare Wesen, den Morgen der Göttlichkeit, die Manifestation Deiner Herrschaft, Ihn, durch den alle Erkenntnis der Vergangenheit und alle Erkenntnis der Zukunft klar und einfach gemacht ist, durch den die Perlen Deiner verborgenen Weisheit entdeckt und das Geheimnis Deines verwahrten Namens enthüllt wurden, Ihn, den Du zum Herold ernanntest für Den, der durch Seinen Namen die Buchstaben des S–E–I zusammenfügt und vereinigt, durch den Deine Majestät, Deine Souveränität und Macht kundgetan sind, durch den Deine Worte herniedergesandt, Deine Gesetze in aller Klarheit dargelegt, Deine Zeichen verbreitet und Dein Gotteswort eingesetzt sind, durch den Deinen Auserwählten die Herzen bloßgelegt und alle im Himmel und auf Erden versammelt wurden, Ihn, den Du ‘Alí-Muḥammad nennst im Reiche Deiner Namen und den Geist der Geister auf der Tafel Deines unwiderruflichen Ratschlusses, den Du mit Deinem Titel schmückst, zu dessen Namen alle anderen Namen auf Dein Geheiß und durch die Macht Deines Willens zurückkehren müssen, in dem Du alle Deine Eigenschaften und Titel ihre letzte Vollendung finden lässest. Ihm gehören auch solche Namen an, die in Deinen makellosen Schreinen, Deiner unsichtbaren Welt und Deinen geheiligten Städten verborgen sind.
56:12
Verherrliche ferner alle, die an Ihn und an Seine Zeichen glauben und sich Ihm zuwenden aus den Reihen derer, die Deine Einheit in Seiner späteren Manifestation anerkennen – eine Manifestation, die Er nennt auf Seinen Tafeln, in Seinen Büchern, Seinen Schriften, in all den wundersamen Versen und perlengleichen Worten, die auf Ihn herniedergekommen sind. Es ist dieselbe Manifestation, deren Bund Du Ihm einzusetzen gebotest, ehe Er Seinen eigenen Bund einsetzte. Er ist es, dessen Lobpreis der Bayán feiert. Seine Vortrefflichkeit ist darin gerühmt, Seine Wahrheit begründet, Seine Souveränität verkündet, Seine heilige Sache vollendet. Selig der Mensch, der sich Ihm zuwendet und erfüllt, was Er befiehlt, o Du Herr der Welten, Du Verlangen aller, die Dich erkennen!
56:13
Gepriesen seiest Du, o mein Gott, da Du uns hilfst, Ihn zu erkennen und zu lieben. Darum flehe ich Dich an, bei Ihm und bei den Quellen Deiner Göttlichkeit, den Manifestationen Deiner Herrschaft, den Schatzkammern Deiner Offenbarung, den Fundgruben Deiner Eingebung: Mache uns fähig, Ihm zu dienen und zu gehorchen; gib uns die Kraft, Helfer Seiner Sache und Vertreiber Seiner Feinde zu werden. Mächtig bist Du, alles zu tun, was Dir gefällt. Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Allmächtigen, dem Allherrlichen, dem Einen, dessen Hilfe alle Menschen suchen.
57
57:1
Gott bezeugt die Einheit Seiner Gottheit und die Einzigartigkeit Seines Wesens. Auf dem Thron der Ewigkeit, von den unzugänglichen Höhen Seiner Stufe verkündet Seine Zunge, daß es keinen Gott gibt außer Ihm. Unabhängig ist Er von allen anderen und seit je Zeuge Seiner Einzigkeit, Offenbarer und Verherrlicher Seines Wesens. Wahrlich, Er ist der Allgewaltige, der Allmächtige, der vollendet Schöne.
57:2
Er ist höchster Herr über Seine Diener und steht über Seinen Geschöpfen. In Seiner Hand ist der Quell aller Herrschaft und Wahrheit. Durch Seine Zeichen ruft Er die Menschen ins Leben und läßt sie sterben durch Seinen Zorn. Er darf nicht befragt werden über Sein Tun, und Seine Macht ist allem gewachsen. Er ist der Mächtige, der Allunterwerfende. In Seinem Griff hält Er das Reich alles Erschaffenen, und fest ruht in Seiner Rechten das Reich Seiner Offenbarung. Seine Macht umfängt wahrlich die ganze Schöpfung. Sein ist Sieg und Allgewalt. Sein ist alle Macht und Herrschaft. Sein ist Ruhm und Größe. Er ist wahrhaftig der Allherrliche, der Gewaltigste, der Unbedingte.
58
58:1
Preis sei Dir, den die Zungen aller erschaffenen Dinge seit Ewigkeit anrufen, ohne je zum Himmel Deiner ewigen Heiligkeit und Größe gelangen zu können. Die Augen aller Wesen sind geöffnet, die Schönheit Deines strahlenden Antlitzes zu schauen, und doch gelingt es keinem, in den Lichtglanz Deines Angesichts zu blicken. Die Hände der Dir Nahen sind seit der Begründung Deiner ruhmreichen Souveränität zu Dir erhoben, und doch ist keiner fähig, auch nur den Saum des Gewandes zu berühren, das Deine göttliche, Deine höchste Wesenheit kleidet. Aber niemand kann leugnen, daß Du seit je durch die Wunder Deiner großmütigen Gabenfülle über alles herrschest, daß Du die Macht hast, alles zu tun, daß Du allen Dingen näher bist, als sie sich selber sind.
58:2
Fern sei es darum Deiner Herrlichkeit, daß jemand Deine wundersame Schönheit anders schaue als mit Deinem Auge oder die Weisen, die Deine allmächtige Souveränität künden, anders höre als mit Deinem Ohr. Zu hoch erhaben bist Du für das Auge eines Geschöpfes, als daß es Deine Schönheit erblicke, oder für das Verständnis eines Herzens, als daß es die Höhen Deiner unermeßlichen Erkenntnis ersteige; denn würden die Herzensvögel der Dir Nahen je befähigt, sich so lange aufzuschwingen, wie Deine überwältigende Souveränität dauert, oder emporzusteigen, solange das Reich Deiner göttlichen Heiligkeit währt, sie wären dennoch außerstande, die Schranken zu durchbrechen, welche die bedingte Welt ihnen auferlegt, oder deren Grenzen zu überschreiten. Wie kann da jemand, der schon bei seiner Erschaffung solchen Schranken unterworfen ward, zu Ihm, dem Herrn über das Reich alles Erschaffenen, gelangen oder in den Himmel Dessen aufsteigen, der die Reiche der Erhabenheit und Größe beherrscht?
58:3
Verherrlicht, unermeßlich verherrlicht bist Du, mein Meistgeliebter! Da Du als äußerste Grenze für alle, die ihr Herz zu Dir emporheben, das Bekenntnis ihrer Machtlosigkeit verordnet hast, das Reich Deiner heiligen, überragenden Einheit zu betreten, und als höchste Stufe für die, so Dich zu erkennen streben, das Eingeständnis ihrer Unfähigkeit, die einsamen Stätten Deiner erhabenen Erkenntnis zu erreichen, flehe ich Dich an, bei dieser von Dir geliebten Machtlosigkeit, von Dir zum Ziel bestimmt für alle, die an Deinen Hof gelangen, bei dem alle Dinge umflutenden Strahlenglanz Deines Antlitzes und bei den Energien Deines Willens, welche die gesamte Schöpfung bewirkt haben: Beraube die auf Dich Hoffenden nicht der Wunder Deiner Barmherzigkeit und versage den Dich Suchenden nicht die Schätze Deiner Gnade. Entzünde sodann in ihren Herzen die Fackel Deiner Liebe, damit deren Flamme alles verzehre außer ihrem wundersamen Gedenken an Dich und keine Spur in diesen Herzen bleibe außer den juwelengleichen, sichtbaren Beweisen Deiner heiligsten Souveränität, so daß aus dem Lande, darin sie wohnen, nur die eine Stimme zu hören sei, die Dein Erbarmen und Deine Macht preist, daß auf der Erde, darauf sie wandeln, nur das Licht Deiner Schönheit scheine und daß in keiner Seele etwas anderes zu entdecken sei als die Offenbarung Deines Antlitzes und die Zeichen Deiner Herrlichkeit, bis Deine Diener nur noch dartun, was Dir gefällt, und völlig mit Deinem machtvollsten Willen übereinstimmen.
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