Bahá’u’lláh | Gebete und Meditationen
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75:3
Nachdem ich nun meine eigene Machtlosigkeit und die Machtlosigkeit Deiner Diener bekannte, flehe ich Dich an beim strahlenden Glanz Deiner Schönheit: Versage Deinen Geschöpfen nicht den Zugang zu den Ufern Deines höchstheiligen Meeres. Ziehe sie sodann durch die göttliche Süße Deiner Melodien hin zum Throne Deiner Herrlichkeit, zum Sitze Deiner ewigen Heiligkeit. Du bist wahrlich der Allmächtige, der Höchste Herrscher, der Große Geber, der Erhabenste, der Immerersehnte.
75:4
Gestatte, o mein Gott, Deinem Diener, der sich Dir zuwendet, seinen Blick auf Dich heftet und sich an das Seil Deiner barmherzigen Gunst klammert, daß er vom Lebenswasser Deiner Gnade und Deines Wohlwollens koste. Laß ihn emporsteigen zu den Höhen, nach denen es ihn verlangt, und versage ihm nicht, was Du besitzest. Du bist wahrlich der Immervergebende, der Freigebigste.
76
76:1
Sei gelobt, o Herr mein Gott! Wann immer ich von Dir zu sprechen wage, werde ich daran gehindert durch die Erhabenheit Deiner Stufe und die überwältigende Größe Deiner Macht. Denn wollte ich Dich auch preisen, solange Deine Herrschaft und Souveränität währt, würde ich doch erkennen, daß mein Lob nur auf meinesgleichen paßt, auf solche, die selbst nur Deine Geschöpfe sind, gezeugt durch die Macht Deines Befehls und gestaltet durch die Wirkkraft Deines Willens. Und wann immer meine Feder einen Deiner Namen rühmt, dünkt mir, ich höre die Stimme seines Wehklagens über seine Ferne von Dir und vernehme seinen Schrei, weil er von Dir getrennt ist. Ich bezeuge, daß alles außer Dir nur Deine Schöpfung ist, gehalten in der Höhlung Deiner Hand. Wenn Du von Deinen Geschöpfen eine Tat oder ein Lob annimmst, ist dies nur ein Beweis für die Wunder Deiner Gnade und Deiner großmütigen Gunstbeweise, eine Offenbarung Deiner Freigebigkeit und Vorsehung.
76:2
Ich flehe Dich an, o mein Herr, bei Deinem Größten Namen, durch den Du Licht von Feuer, Wahrheit von Leugnung schiedest: Sende hernieder auf mich und meine Lieben, die um mich sind, das Gute dieser und der zukünftigen Welt. Versieh uns alsdann mit Deinen wundersamen Gaben, die den Augen der Menschen verborgen sind. Du bist wahrlich der Gestalter der ganzen Schöpfung. Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Allmächtigen, dem Allherrlichen, dem Höchsten.
77
77:1
O Du, vor dessen furchtbarer Majestät alles Erschaffene erzittert, der die Geschicke aller Menschen im Griff hat, auf dessen Gnade und Barmherzigkeit alle Deine Geschöpfe die Blicke richten! Ich flehe Dich an, bei Deinem Namen, den Du zum Odem aller Namen im Reiche der Namen bestimmt hast: Schütze uns vor den Einflüsterungen derer, die sich von Dir abwenden und die Wahrheit Deines hehrsten, Deines erhabensten Selbstes zurückweisen in dieser Offenbarung, die das Reich Deiner Namen erzittern ließ.
77:2
Ich bin eine Deiner Mägde, o mein Herr. Ich habe mein Angesicht dem Heiligtum Deiner gnädigen Gunst, dem Königszelt Deiner Herrlichkeit zugewandt. Reinige mich von allem, was nicht von Dir ist, und gib mir Kraft, Dich zu lieben und Deinen Wunsch zu erfüllen, damit ich mich an der Schau Deiner Schönheit entzücke und, frei von aller Bindung an eines Deiner Geschöpfe, in jedem Augenblick ausrufe: »Verherrlicht sei Gott, der Herr der Welten!«
77:3
Laß meine Speise Deine Schönheit sein, o mein Herr, meinen Trank das Licht Deiner Gegenwart, meine Hoffnung Dein Wohlgefallen, mein Tagewerk Dein Lobpreis, meinen Gefährten Dein Gedenken, meine Hilfe Deine Souveränität, meine Wohnung Deine Stätte, mein Heim der Thronsitz, den Du über die Grenzen jener heiligst, die wie durch einen Schleier von Dir getrennt sind.
77:4
Du bist in Wahrheit der Gott der Macht, der Gewalt und der Herrlichkeit.
78
78:1
Sei gelobt, o Herr mein Gott! Wann immer ich an Dich denke und über Deine Tugenden nachsinne, werde ich so begeistert und verzückt von Dir, daß ich mich außerstande sehe, Deinen Namen zu nennen und Dich zu rühmen. Ich finde mich in solche Höhen zurückversetzt, daß ich mein Selbst als dasselbe erkenne wie das Gedenken Deiner in Deinem Reiche, das Wesen Deines Lobpreises unter Deinen Dienern. Solange jenes Selbst andauert, wird Dein Lobpreis unter Deinen Geschöpfen verbreitet und Dein Gedenken von Deinem Volke verherrlicht werden.
78:2
Jeder Einsichtige unter Deinen Dienern ist überzeugt, daß mein Selbst ewig lebt und niemals umkommen kann, da das Gedenken Deiner ewig ist und dauern wird, solange Dein eigenes Selbst dauert, und Dein Lobpreis ewig ist und währen wird, solange Deine Souveränität währt. Durch dieses Selbst wirst Du verherrlicht von solchen Deiner Auserwählten, die Dich anrufen, und von den Getreuen unter Deinen Dienern. Ja, der Lobpreis, mit dem irgend jemand in der ganzen Schöpfung Dich lobt, geht von diesem erhabenen Selbst aus und kehrt zu ihm zurück, wie die Sonne, während sie scheint, ihren Glanz auf alles ergießt, was ihren Strahlen ausgesetzt ist. Die Sonne erzeugt das Licht, das sich über alle Dinge verbreitet, und zu ihr muß es zurückkehren.
78:3
Erhaben, unermeßlich erhaben bist Du über jeden Versuch, die Größe Deiner heiligen Sache zu messen, über jedes Wagnis eines Vergleiches, über die Bemühungen der menschlichen Zunge, ihre Bedeutung auszudrücken! Seit Ewigkeit bist Du allein mit niemandem neben Dir, und bis in Ewigkeit wirst Du der gleiche bleiben in der Erhabenheit Deines Wesens, auf den unerreichbaren Höhen Deiner Herrlichkeit.
78:4
Und als Du Dich den Menschen zu erkennen geben wolltest, enthülltest Du nacheinander die Manifestationen Deiner heiligen Sache. Du machtest jede zu einem Zeichen Deiner Offenbarung unter Deinem Volke, zum Morgen Deines unsichtbaren Selbstes inmitten Deiner Geschöpfe, bis zu der Zeit, da alle Deine früheren Offenbarungen, wie von Dir bestimmt, in Ihm gipfelten, den Du zum Herrn ernanntest über alle im Himmel der Offenbarung und im Reiche der Schöpfung, in Ihm, den Du als den souveränen Gebieter einsetztest über alle in den Himmeln und auf Erden. Ihn bestimmtest Du zum Herold Deiner Größten Offenbarung, zum Vorboten Deines Altehrwürdigsten Strahlenglanzes. Damit bezwecktest Du nichts anderes, als die zu prüfen, welche Deine erhabensten Titel allen im Himmel und auf Erden offenbart haben. Ihm hast Du befohlen, Seinen Bund mit allem Erschaffenen zu schließen.
78:5
Und als Deine Verheißung eintrat und die festgesetzte Zeit erfüllt war, wurde Er, der Besitzer aller Namen und Eigenschaften, den Menschen offenbart. Darauf erschraken alle im Himmel und auf Erden, ausgenommen jene, die Du in Deinem Schutz hieltest und unter dem Obdach Deiner Macht und Deiner gnädigen Vorsehung bewahrtest. Dann widerfuhr Ihm von seiten solcher Deiner Geschöpfe, die sich an Dir versündigen, was die Zungen keines Deiner Diener zu beschreiben vermag.
78:6
So blicke denn hernieder auf Ihn, o mein Gott, mit dem Auge Deines zarten Erbarmens. Sende auf Ihn und jene, die Ihn lieben, das Beste hernieder, was Du im Himmel Deines Willens und auf der Tafel Deines Ratschlusses bestimmtest. Stehe ihnen bei mit Deiner Hilfe, denn Du bist wahrlich der Allmächtige, der Erhabenste, der Allherrliche, der Allbezwingende.
79
79:1
Alle Herrlichkeit sei Dir, o Herr mein Gott! Ich bezeuge für Dich, was Du für Dein eigenes Selbst bezeugtest, ehe Du die Schöpfung erschaffen oder sie erwähnt hattest: daß Du Gott bist und daß es keinen Gott neben Dir gibt. Seit Ewigkeit bist Du in Deiner überragenden Einzigkeit unermeßlich erhaben über Deiner Knechte Begriff von Deiner Einheit, und bis in alle Ewigkeit wirst Du in Deiner unnahbaren Einzigartigkeit hoch über dem Lob Deiner Geschöpfe bleiben. Kein Wort, das jemand außer Dir äußert, kann Dir je geziemen, und niemandes Beschreibung außer Deiner eigenen kann Deiner Natur entsprechen. Alle, die Deine Einheit anbeten, sind bestürzt vor dem unergründlichen Geheimnis Deiner Einzigkeit; alle bekennen ihre Machtlosigkeit, zum Verständnis Deines Wesens vorzudringen und den Gipfel Deiner Erkenntnis zu erklimmen. Alle Mächtigen bestätigen ihre Schwäche, alle Gebildeten ihre Unwissenheit. Die Einflußreichen sind wie nichts, verglichen mit den Offenbarungen Deiner unermeßlichen Souveränität, und die Hochgestellten versinken in Vergessenheit vor den Kundgebungen Deiner großen Herrlichkeit. Die hellsten Leuchten sind verfinstert vor dem Strahlenglanz Deines Antlitzes, die Zungen der gewandtesten Redner stammeln vor dem ungezähmten Fluß Deiner heiligen Worte, die mächtigsten Gebäude erzittern in ihren Grundfesten vor der ungestümen Gewalt Deiner zwingenden Macht.
79:2
Wer wäre des Gedenkens würdig, o mein Gott, wenn Deiner gedacht wird, und wo ist der zu finden, der Dein Wesen anzudeuten fähig oder würdig wäre, am Hofe Deiner überragenden Einzigkeit erwähnt zu werden? Seit Ewigkeit warst Du allein mit keinem neben Dir, und bis in Ewigkeit wirst Du derselbe bleiben. Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Gott der Macht, der Herrlichkeit und der Weisheit.
79:3
Verherrlicht sei Dein Name, o Herr mein Gott! Ich flehe dich an bei Ihm, Deinem erhabenen, höchsten Gedenken, den Du zu all Deinen Geschöpfen herniedersandtest, bekleidet mit Deinem Namen, der Allherrliche, bei Ihm, für den Du bestimmtest, daß Sein Wille Dein Wille sei, Sein Selbst die Offenbarung Deines Selbstes, Sein Wesen der Morgen Deiner Weisheit, Sein Herz die Schatzkammer Deiner Eingebung, Seine Brust der Aufgangsort Deiner vortrefflichsten Eigenschaften und erhabensten Titel und Seine Zunge der Quell aller Ströme Deines Lobes, der Springbrunnen der sanft fließenden Wasser Deiner Weisheit: Sende auf uns hernieder, was uns befähigt, auf alles zu verzichten außer Dir, und was uns veranlaßt, dem Heiligtum Deines Wohlgefallens unsere Schritte entgegenzulenken und nach dem zu streben, was Du nach Deinem unwiderruflichen Ratschluß für uns bestimmt hast. Sodann gib uns die Kraft, unser Selbst aufzugeben und standhaft Ihm anzuhangen, der die Manifestation Deines Selbstes ist, des Erhabensten, des Höchsten. Versieh uns auch mit dem, was am besten für uns ist, und zeichne uns auf mit denen Deiner Diener, die den GötzenMírzá YaḥyáA verwarfen und fest an Dich glauben, so sicher auf dem Throne der Gewißheit sitzend, daß die Einflüsterungen des Bösen sie nicht hindern können, ihre Angesichter Deinem Namen, der Allbarmherzige, zuzuwenden.
79:4
Mächtig bist Du zu tun, was Dir gefällt, und zu verordnen, was Du willst. Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Allbesitzenden, dem Allhöchsten, dem Allwissenden, dem Allweisen.
80
80:1
O Du, dessen Gedenken die Seelen aller mit Wonne erfüllt, die nach Dir schmachten, dessen Name die Herzen frohlocken läßt, die Deinem Willen völlig ergeben sind, dessen Lob alle preisen, die Deinem Hofe nahe sind, dessen Antlitz heiß ersehnt wird von allen, die Deine Wahrheit erkennen, dessen Prüfung die Krankheiten derer heilt, die in Deiner heiligen Sache stehen, dessen Leiden der höchste Wunsch jener ist, die frei sind von jeder Bindung an einen anderen als Dich!
80:2
Verherrlicht, unermeßlich verherrlicht bist Du, der Du die Herrschaft über alles in den Himmeln und auf Erden in Händen hältst, der Du durch ein Wort Deines Mundes alle Dinge bestimmtest, zu enden und sich aufzulösen, und durch ein zweites Wort all das Getrennte zusammenfügtest und wiedervereinigtest! Verherrlicht sei Dein Name, o Du, der Du Macht hast über alle in den Himmeln und auf Erden, dessen Herrschaft alles im Himmel Deiner Offenbarung und im Königreiche Deiner Schöpfung umfaßt. Niemand ist Dir ebenbürtig in den Reichen Deiner Schöpfung, niemand kann sich Dir vergleichen in dem von Dir gestalteten Weltall. Kein Verstand hat Dich je verstanden, keiner Seele Trachten hat Dich je erreicht. Ich schwöre bei Deiner Macht: Wollte sich jemand auf irgendwelchen Flügeln durch die Unermeßlichkeit Deiner Erkenntnis emporschwingen, solange Dein Wesen währt, wäre er doch unfähig, die Grenzen der bedingten Welt zu überschreiten. Wie könnte solch ein Mensch gar danach trachten, den Flug in die Sphären Deiner erhabensten Gegenwart zu nehmen?
80:3
Der ist wahrlich mit Verständnis begabt, der seine Machtlosigkeit bekennt und seine Sündhaftigkeit eingesteht; denn wollte ein erschaffenes Ding angesichts der unendlichen Wunder Deiner Offenbarung irgendein Dasein für sich beanspruchen, wäre solch ein lästerlicher Anspruch verruchter denn jedes Verbrechen auf allen Gebieten Deines Schöpfergeistes. Wer vermag ein Dasein für sich zu behaupten, o mein Herr, wenn Du die ersten Schimmer der Zeichen Deiner überragenden Macht und Souveränität enthüllst? Dasein selbst ist nacktes Nichts angesichts der machtvollen, mannigfachen Wunder Deines unvergleichlichen Selbstes.
80:4
Hoch, unermeßlich hoch erhaben bist Du über alle Dinge, o Du König der Könige! Ich flehe Dich an, bei Dir selbst und bei ihnen, den Manifestationen Deiner heiligen Sache, den Sonnenaufgängen Deiner Gesetzesmacht: Schreibe nieder für uns, was Du für Deine Auserwählten niedergeschrieben hast. Vorenthalte uns nicht, was Du für Deine Geliebten bestimmtest, die Dir entgegeneilten, sobald Dein Ruf sie erreichte, und sich augenblicks in Anbetung vor Dir niederwarfen, als der Strahlenglanz Deines Antlitzes sich über sie ergoß.
80:5
Wir sind Deine Knechte, o mein Herr, fest im Griff Deiner Macht. So Du uns züchtigst mit der Züchtigung, die den früheren und den späteren Geschlechtern zuteil wurde, ist Dein Urteil sicherlich gerecht und Deine Tat zu rühmen. Mächtig bist Du zu tun, was Dir gefällt. Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Allmächtigen, dem Allherrlichen, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden.
81
81:1
Preis sei Dir, o Du, der Du Dein Ohr den Seufzern jener neigst, die frei sind von allen Bindungen außer an Dich, und der Du die klagenden Stimmen derer hörst, die Dir ganz ergeben sind! Du siehst alles, was über sie gekommen ist aus den Händen solcher Deiner Geschöpfe, die sich gegen Dich vergehen und auflehnen. Deine Macht ist mein Zeuge, o Du König im Reiche der Gerechtigkeit, Du Herrscher über die Städte des Erbarmens! So schlimm sind die Trübsale, die sie erdulden mußten, daß keine Feder in der ganzen Schöpfung sie beschreiben kann. Wer sie auch nur zu erwähnen versuchte, sähe sich ohnmächtig, sie zu schildern.
81:2
Da die Heimgesuchten diese Trübsale jedoch auf Deinem Pfade aus Liebe zu Dir erduldeten, danken sie Dir mit den Worten: »O Du Wonne unserer Herzen, Du Ziel unserer Anbetung! Regneten die Wolken Deines Ratschlusses auch Pfeile des Leidens auf uns nieder, wir wollten doch niemals ungeduldig werden in unserer Liebe zu Dir. Nur Lob und Dank brächten wir Dir dar, denn wir erkennen und sind gewiß, daß Du uns nur bestimmst, was für uns das Beste ist. Ist unser Leib auch zuweilen gebeugt unter der Last unseres Leides, so jubelt doch unsere Seele in überschäumender Freude. Wir schwören bei Deiner Macht, o Du Sehnsucht unserer Herzen, Du Frohlocken unserer Seele! Jedes Leid, das uns in unserer Liebe zu Dir anrührt, ist ein Beweis Deines zarten Erbarmens, jede Feuerprobe ist ein Zeichen für den Glanz Deines Lichtes, jede traurige Drangsal ein kühlender Trunk, jede Mühe selige Ruhe, jede Qual ein Quell der Freude.«
81:3
Wer ungeduldig ist, o mein Herr, in den Heimsuchungen, die ihn auf Deinem Pfade befallen, hat nicht aus dem Becher Deiner Liebe getrunken und nicht die Süße Deines Gedenkens gekostet. Ich flehe Dich an bei Ihm, dem Könige aller Namen und deren Souverän, dem Offenbarer aller Eigenschaften und deren Schöpfer, und bei denen, die hoch aufgeflogen und Dir nahe sind, die ihren Flug in die Sphären Deiner Gegenwart nehmen, die sich Dir zuliebe von Ketten wundreiben lassen: Gib, daß Deinem ganzen Volke geholfen werde, Ihn, die Manifestation Deiner selbst, zu erkennen, Ihn, der verbannt und eingekerkert ist, weil Er die Menschheit vor Dich lud.
81:4
Die Milde Deiner Gnade, o mein Herr, überragt die Wut Deines Zornes; Deine Güte übertrifft Dein jähes Mißfallen, und Deine Gnade ist größer als Deine Gerechtigkeit. Nimm Du in Deiner wundersamen Gunst und Barmherzigkeit Deine Geschöpfe bei der Hand und lasse sie nicht von der Gnade ausgeschlossen sein, durch die sie Dich nach Deinem Willen erkennen sollen. Der Glanz Deiner Macht ist mein Zeuge! Sollte solches geschehen, so würde jede Seele heftig erschüttert, jeder Einsichtige verwirrt und jeder Wissende sprachlos, ausgenommen jene, denen durch die Hände Deiner Sache Hilfe zuteil ward, jene, die Du die Offenbarungen Deiner Gnade und die Zeichen Deiner Gunst empfangen ließest.
81:5
Ich schwöre bei Deiner Macht, o mein Gott! Wolltest Du Deine Diener nach ihrem Verdienst in Deinen Tagen betrachten, so verdienten sie gewiß nur Deine Strafe und Züchtigung. Du bist indes der große Wohltäter, dessen Gnade unermeßlich ist. Schaue sie nicht an, o mein Gott, mit dem Blick Deiner Gerechtigkeit, sondern mit dem Auge Deines zärtlichen Mitleids und Deines Erbarmens. Verfahre alsdann mit ihnen, wie es Deiner Freigebigkeit und Deiner großmütigen Gunst entspricht. Mächtig bist Du zu tun, was immer Dir gefällt. Unvergleichlich bist Du. Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Herrn des Thrones droben und auf Erden hienieden, dem Herrscher dieser und der zukünftigen Welt. Du bist der Gott der Großmut, der Immervergebende, der Große Geber, der Freigebigste.
81:6
Segne Ihn, o Herr mein Gott, durch den die Geheimnisse Deiner Allmacht enthüllt, die Offenbarungen Deiner Göttlichkeit verherrlicht, die wundersamen Perlen Deiner Erkenntnis und Weisheit aufgedeckt, Deine Zeichen und Beweise überall verbreitet, Dein Wort deutlich dargetan, das Licht Deines Antlitzes ausgestrahlt und die Macht Deiner Souveränität begründet sind. Segne auch alle, die sich Dir ganz um Deinetwillen zuwenden. Sende alsdann auf Ihn und auf sie Deine wundersamen Gnadengaben hernieder, wie sie Deiner Hoheit entsprechen. Du bist wahrlich der Allmächtige, der Helfer in Gefahr, der Allherrliche, der Selbstbestehende.
82
82:1
Sei gelobt, o Herr mein Gott! Du bist es, der alle Dinge durch ein auf Deinen Befehl geäußertes Wort erschaffen und die ganze Schöpfung durch die Gewalt Deiner Macht und Souveränität gestaltet hat. Die Mächtigsten der Menschen sind erniedrigt vor den Offenbarungen Deiner Herrlichkeit, die Starken erzittern vor den Kundgebungen Deiner Macht. Jeder Einsichtsvolle ist geblendet vom herrlichen Strahlenglanz Deines Antlitzes; der Reiche ist arm und verlassen, wenn er die Fülle Deines Reichtums schaut.
82:2
Ich flehe Dich an bei Deinem Allherrlichen Namen, mit dem Du alle Bewohner des Reiches Deiner Offenbarung und die Insassen des Himmels Deines Willens schmücktest: Laß meine Seele von der süßen Weise des Himmelsvogels angelockt sein, der in den Zweigen des Baumes Deines Ratschlusses singt, daß Du Gott bist und daß es keinen Gott neben Dir gibt.
82:3
Reinige mich mit den Wassern Deiner Gnade, o mein Herr, mache mich Dir völlig eigen, laß mich dem Königszelt Deiner Sache und dem Heiligtum Deiner Gegenwart nahen. Verordne mir sodann all das, was Du für die Auserwählten unter Deinen Mägden verordnet hast, und laß auf mich herniederregnen, was mein Angesicht erleuchtet und mein Herz erhellt.
82:4
Du hast die Macht zu tun, was Du willst, und Du verordnest, was Dir gefällt.
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