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87:3Du bist wahrlich der Immervergebende, der Allbarmherzige.8888:1Gelobt sei Dein Name, o mein Gott! Ich bezeuge, daß kein Gedanke an Dich, sei er noch so wundersam, jemals zum Himmel Deiner Erkenntnis aufzusteigen vermag und daß kein noch so erhabener Lobpreis sich in die Sphären Deiner Weisheit aufschwingen kann. Seit aller Ewigkeit bist Du jenseits der Fassungskraft und der Erkenntnis Deiner Diener, unermeßlich erhaben über die Versuche Deiner Knechte, Dein Mysterium in Worte zu fassen. Welcher Macht kann das schattengleiche Geschöpf sich rühmen im Angesicht Dessen, der der Unerschaffene ist?88:2Ich bezeuge, daß die höchsten Gedanken aller, die Deine Einheit anbeten, und die tiefsten Betrachtungen derer, die Dich erkennen, nur das Ergebnis dessen sind, was durch den Federzug Deines Geheißes und durch Deinen Willen erzeugt ist. Ich schwöre bei Deiner Herrlichkeit, o Du Geliebter meines Herzens, Du Quell meines Lebens! Ich bin völlig überzeugt von meiner Unfähigkeit, Dich so zu beschreiben und zu preisen, wie es Deiner großen Herrlichkeit und Deiner hehren Majestät zukommt. Des eingedenk, flehe ich Dich an bei Deinem Erbarmen, das alles Erschaffene übertrifft, und bei Deiner Gnade, welche die ganze Schöpfung umfängt: Nimm von Deinen Dienern an, was sie auf Deinem Pfade darzubringen vermögen. Hilf ihnen sodann durch Deine stärkende Gnade, Dein Wort zu erhöhen und Dein Lob zu künden.88:3Mächtig bist Du zu tun, was Dir gefällt. Du bist fürwahr der Allherrliche, der Allwissende.8989:1Ich weiß nicht, o mein Gott, was für ein Feuer es ist, womit Du die Lampe Deiner heiligen Sache entzündet hast, oder was für ein Glas, womit Du sie vor Deinen Feinden schütztest. Bei Deiner Macht! Ich staune über die Wunder Deiner Offenbarung und die Zeichen Deiner Herrlichkeit. Ich erkenne, o Du Verlangen meines Herzens, daß Feuer augenblicks erlischt, wenn Wasser es berührt, während das Feuer, das Du entzündet, niemals verlöschen kann, würden auch alle Meere der Erde darauf gegossen. Sollte Wasser es je berühren, so verwandelten die Hände Deiner Macht, wie auf Deinen Tafeln bestimmt, dieses Wasser in Öl, seine Flamme zu nähren.89:2Desgleichen erkenne ich, o mein Gott, daß jede Lampe im Tosen des Sturmes verlöschen muß. Was aber Deine Lampe angeht, o Geliebter aller Welten, so kann ich mir nicht denken, welche Macht außer der Deinen sie so viele Jahre lang vor den unaufhörlichen Stürmen der Aufrührer unter Deinen Knechten geschützt hat.89:3Ich schwöre bei Deiner Herrlichkeit, o mein Gott! Deine Lampe, die Du im Heiligtum des Menschen entzündet hast, ruft zu Dir und spricht: »O Du einzig Geliebter! Wie lange noch willst Du mich allein lassen? Hebe mich auf zu Dir, ich bitte Dich. Mag dies auch der Wunsch eines menschlichen Geschöpfes sein, so weißt Du doch, daß es mein wahrer Wunsch ist, mich auf Deinem Pfade zu opfern. Du bist Er, der meinen Wunsch Deinem Wunsche und meinen Willen Deinem Willen gleich macht. Ich flehe Dich an: Behüte Deine Lieben unter dem Obdach Deiner schützenden Barmherzigkeit, die alle Dinge überragt, damit die Leiden, die sie erdulden, sie nicht hindern, sich Deinem Namen, der Allherrliche, der Freigebigste, zuzuwenden.«9090:1Verherrlicht bist Du, o mein Gott! Du weißt, in meiner Liebe zu Dir suche ich keine Rast, bei der Verkündigung Deiner Sache versage ich mir jede Ruhe und bei der Befolgung dessen, was Du auf Deinen Tafeln verordnet hast, zögere ich nicht, Deinem Geheiß zu gehorchen. Aus diesem Grunde erleide ich, was kein Mensch unter allen Bewohnern Deines Reiches erlitt.90:2Deine Herrlichkeit ist mein Zeuge! Nichts kann mich hindern, Deiner zu gedenken, selbst wenn alle Heimsuchungen dieser Erde mich von allen Seiten bestürmten. Alle Glieder meines Leibes verkünden ihre Bereitschaft, um Deines Wohlgefallens willen zerrissen zu werden auf Deinem Pfade; sie sehnen sich, vor Dir im Staube verstreut zu werden. O wenn doch alle Deine Diener kosten könnten, was ich von der Süße Deiner Liebe koste!90:3Ich flehe Dich an: Versorge alle, die Dich suchen, mit den Lebenswassern Deiner Großmut, damit sie sich lösen von aller Bindung außer an Dich. Du bist wahrlich der Allwissende, der Allherrliche, der Allmächtige.9191:1Gelobt sei Dein Name, o Herr mein Gott! Wie groß ist Deine Macht und Souveränität, wie unermeßlich Deine Kraft und Herrschaft! Du hast Ihn ins Leben gerufen, der in Deinem Namen spricht vor allen in Deinem Himmel und auf Deiner Erde, und hast Ihm geboten, Seinen Ruf inmitten Deiner Geschöpfe zu erheben.91:2Doch kaum war ein Wort über Seine Lippen gekommen, da wandten sich die Geistlichen unter Deinem Volke von Ihm ab, und die Gelehrten unter Deinen Dienern verspotteten Seine Zeichen. So wurde das Feuer der Tyrannei in Deinem Lande entzündet, bis die Könige selbst sich erhoben, Dein Licht zu löschen, o Du, der Du der König der Könige bist!91:3So heftig wurde die Feindseligkeit, daß man meine Verwandten und meine Geliebten in Deinem Lande gefangennahm und die Dir Teuren hinderte, Deine Schönheit zu schauen und sich Deiner Barmherzigkeit zuzuwenden. Und doch konnte diese Feindschaft das Feuer in ihnen nicht löschen. Schließlich führte der Feind Ihn, die Manifestation Deiner Schönheit, den Offenbarer Deiner Zeichen, gefangen hinweg, kerkerte Ihn ein in die Festungsstadt ‘Akká und suchte Ihn daran zu hindern, daß Er Deiner gedenkt und Deinen Namen preist. Doch Dein Diener ließ sich nicht abhalten zu tun, was Du Ihm gebietest. Hoch über dem Horizonte der Heimsuchung erhebt Er Seine Stimme, laut rufend lädt Er alle Bewohner von Himmel und Erde vor die Unermeßlichkeit Deiner Gnade am Hofe Deiner Gunst. Tag und Nacht sendet Er die Zeichen Deiner allmächtigen Gewalt hernieder und enthüllt die klaren Beweise Deiner Majestät, damit die Seelen Deiner Geschöpfe Dir näherkommen, sich selbst vergessen, sich Dir zuwenden, ihr eigenes Elend fliehen, das Königszelt Deines Reichtums suchen und fort aus ihrer Erbärmlichkeit an den Hof Deiner Majestät und Herrlichkeit eilen.91:4Hier ist die Lampe, die das Licht Deines Wesens entzündet hat, und die Winde der Zwietracht können sie niemals löschen. Hier ist das Weltmeer, das durch die Gewalt Deiner souveränen Macht wogt, und die Ungläubigen, die Deinen Tag des Gerichtes leugnen, können seine Wellen niemals stillen. Hier ist die Sonne, die am Himmel Deines Willens strahlt, und die Frevler mit ihren Schleiern, die Übeltäter mit ihren Zweifeln können diese Sonnenpracht niemals verdunkeln.91:5Ich sage Dir Dank, o mein Gott, daß Du mich auf Deinem Pfad als Opfer darbringst und zur Zielscheibe machst für die Pfeile des Leides, als ein Zeichen Deiner Liebe zu Deinen Dienern, und daß Du mich für alle Arten von Drangsal auserkoren um der Wiedergeburt Deines Volkes willen.91:6Wie süß schmecken mir die Leiden, die Du mir schickst, und wie teuer ist meinem Herzen, was Deine Vorsehung fügt! Wehe der Seele, die vor den Drohgebärden der Könige flieht in ihrem Bestreben, sich in Deinen Tagen zu retten! Ich schwöre bei Deiner Herrlichkeit! Wer vom Lebenswasser Deiner Gunst trinkt, fürchtet keinen Kummer auf Deinem Pfade, und keine Drangsal kann ihn hindern, Deiner zu gedenken und Deinen Lobpreis zu feiern.91:7Ich flehe Dich an, o Du mein Herrscher, Du Besitzer aller Namen: Behüte die, so von mir abstammenAfnánA, die Du mit Dir selbst verbunden hast, denen Du in dieser Offenbarung Deine besondere Gunst erweisest und gebietest, Dir zu nahen und sich dem Horizonte Deiner Offenbarung zuzuwenden. Vorenthalte ihnen nicht die Ausgießungen Deiner Barmherzigkeit, o mein Gott, oder den Sonnenglanz Deiner Gnade. Befähige sie, sich unter Deinem Volke auszuzeichnen, damit sie Dein Wort erhöhen und Deine Sache fördern. Hilf ihnen, o mein Gott, Deinen Willen zu tun und Dir wohlzugefallen.91:8Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Allmächtigen, dem Erhabensten, dem Höchsten.9292:1Ruhm sei Dir, o mein Gott! Wie wären Deine wahren Geliebten zu erkennen, gäbe es keine Heimsuchungen, die auf Deinem Pfade erduldet werden, und wie könnte die Stufe derer, die nach Dir verlangen, enthüllt werden, gäbe es keine Prüfungen, die aus Liebe zu Dir zu ertragen sind? Deine Macht ist mein Zeuge! Tränen sind die Gefährten der Dich Anbetenden, Seufzer sind der Trost der Dich Suchenden und die Splitter ihrer gebrochenen Herzen sind die Speise derer, die zur Begegnung mit Dir eilen.92:2Wie süß schmeckt mir des Todes Bitternis, wenn ich ihn auf Deinem Pfad erleide, und wie köstlich erscheinen mir die Pfeile Deiner Feinde, die mich um der Verherrlichung Deines Wortes willen treffen! Laß mich, o mein Gott, in Deiner Sache die Fülle trinken, was immer Du wünschest, und sende in Deiner Liebe auf mich hernieder, was Du bestimmt hast. Bei Deiner Herrlichkeit! Ich wünsche nur, was Du wünschest, und liebe nur, was Du liebst. In Dich setze ich allezeit mein ganzes Vertrauen und meine Zuversicht.92:3Ich flehe Dich an, o mein Gott, erwecke zu Helfern dieser Offenbarung solche Menschen, die Deines Namens und Deiner Souveränität würdig sind, damit sie inmitten Deiner Geschöpfe meiner gedenken und das Banner Deines Sieges in Deinem Lande aufrichten.92:4Mächtig bist Du zu tun, was Dir gefällt. Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden!9393:1Ruhm sei Dir, o mein Gott! Eine Deiner Mägde, die an Dich und Deine Zeichen glaubt, ist in den Schatten des Baumes Deiner Einzigkeit getreten. Gib ihr in Deinem Namen, der Offenbare und der Verborgene, von Deinem auserlesenen versiegelten Wein zu trinken, o mein Gott, damit er sie von ihrem Selbst entrücke und sie sich ganz Deinem Gedenken ergebe, völlig gelöst von allen außer Dir.93:2Da Du ihr nun die Erkenntnis Deiner enthüllt hast, o mein Herr, versage ihr bei Deiner Gabenfülle nicht Deine Gnade; und da Du sie zu Dir gerufen hast, vertreibe sie in Deiner Güte nicht wieder von Dir. Versorge sie mit dem, was alles auf Deiner Erde übertrifft. Du bist wahrlich der Freigebigste, dessen Gnade unermeßlich ist.93:3Verliehest Du einem Deiner Geschöpfe, was den Reichen von Erde und Himmel gleichkommt, so verringerte sich doch die Unendlichkeit Deiner Herrschaft nicht einmal um ein Atom. Viel größer bist Du als der Große, wie die Menschen Dich zu nennen pflegen, ist doch ein solcher Titel nur einer Deiner Namen, die Dein Wille durch bloßes Andeuten erschaffen hat.93:4Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Gott der Macht, dem Gott der Herrlichkeit, dem Gott der Erkenntnis und der Weisheit.9494:1Die Herzen, die nach Dir verlangen, o mein Gott, werden vom Feuer ihrer Sehnsucht verzehrt. Die Augen der Dich Liebenden weinen sich wund, überwältigt durch die Trennung von Deinem Hofe. Die klagenden Stimmen derer, die ihre Hoffnung auf Dich setzen, erfüllen alle Deine Lande.94:2Du selbst, o mein Gott, beschützest sie durch Deine souveräne Macht vor dem Äußersten: Ohne das Brennen ihrer Seelen und die Seufzer ihrer Herzen ertränken sie in ihren Tränen, und ohne die Flut ihrer Tränen verbrennten sie im Feuer ihrer Herzen und in der Glut ihrer Seelen. Mich dünkt, sie sind wie die Engel, die Du aus Schnee und Feuer erschaffen. Willst Du sie trotz dieser leidenschaftlichen Sehnsucht von Deiner Gegenwart ausschließen, o mein Gott? Willst Du sie trotz dieser Inbrunst vom Tore Deiner Barmherzigkeit vertreiben? Alle Hoffnung in den Herzen Deiner Auserwählten ist dem Erlöschen nahe, o mein Gott! Wo sind die sanften Brisen Deiner Gnade? Ihre Feinde umringen sie von allen Seiten; wo sind die Banner Deines Triumphes, den Du auf Deinen Tafeln verheißen?94:3Deine Herrlichkeit ist mein Zeuge! Jeden Morgen erwachen sie, die Dich lieben, mit dem Leidenskelch vor Augen, weil sie an Dich glauben und Deine Zeichen anerkennen. So fest ich glaube, daß Du größeres Erbarmen mit ihnen hast als sie selbst, so sehr ich erkenne, daß Du sie nur um der Verkündigung Deiner heiligen Sache willen heimsuchst, nur um sie zu befähigen, zum Himmel Deiner Ewigkeit und zur Umfriedung Deines Hofes aufzusteigen, weißt Du doch wohl, wie gebrechlich einige von ihnen sind, und bist Dir ihrer Ungeduld in ihren Leiden bewußt.94:4Ich flehe Dich an, o mein Gott: Hilf ihnen durch Deine stärkende Gnade, aus Liebe zu Dir im Leid geduldig zu bleiben, und entschleiere vor ihren Augen, was Du ihnen im Königszelt Deines unfehlbaren Schutzes bestimmt hast, damit sie auf Deinem Pfade ihrem vorbestimmten Geschick entgegenstürmen und aus Liebe zu Dir miteinander wetteifern, die Leiden auf sich zu nehmen. Wo nicht, enthülle Du die Banner Deiner Überlegenheit und mache sie siegreich über Deine Gegner, auf daß Deine Souveränität allen Bewohnern Deines Reiches kundgetan sei und die Gewalt Deiner Macht unter Deinen Geschöpfen deutlich werde. Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Allwissenden, dem Allweisen.94:5Stärke Deinen Knecht, der an Dich glaubt, o mein Gott, damit er Deiner heiligen Sache helfe, und beschütze ihn vor aller Gefahr in der Burg Deiner Fürsorge und Deines Schutzes, in diesem Leben und im zukünftigen. Du, wahrlich, herrschest, wie es Dir gefällt. Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Immervergebenden, dem Großmütigsten.9595:1Verherrlicht bist Du, o Herr mein Gott! Ich flehe Dich an: Laß aus den Wolken Deiner überströmenden Gnade herabregnen, was die Herzen Deiner Diener reinigt von allem, was sie abhält, Dein Antlitz zu schauen und sich Dir zuzukehren, damit sie alle Ihn erkennen, der ihr Gestalter und ihr Schöpfer ist. Hilf ihnen alsdann, o Gott, mit der Stärke Deiner souveränen Macht, eine Stufe zu erreichen, auf der sie faulen Geruch leicht unterscheiden können vom Duft aus dem Gewand des Trägers Deines höchsterhabenen Namens, so daß sie mit all ihrer Liebe sich Dir zuwenden und so vertraute Gemeinschaft mit Dir genießen, daß sie alles im Himmel und auf Erden, wäre es ihnen zu eigen, für wertlos hielten und sich weigerten, von Deinem Gedenken und dem Lobpreis Deiner Tugenden abzulassen.
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