weiter nach oben ...
1:112Schmückt ihr denn eure Leiber, während das Gewand Gottes durch das Volk der Leugner mit dem Blut des Hasses befleckt wird? Kommt heraus aus euren Häusern, und ruft die Menschen ins Reich Gottes, des Herrn über den Tag des Jüngsten Gerichts. Das Wort, das der Sohn verhüllte, ist offenbar geworden. Es wurde an diesem Tag herabgesandt in menschlicher Gestalt. Verherrlicht sei der Herr, welcher der Vater ist! Er ist, wahrlich, in Seiner größten Herrlichkeit bei den Völkern erschienen. Wendet euer Angesicht Ihm zu, o Schar der Gerechten!1:113O ihr Gläubigen aller Religionen! Wir sehen euch umherirren in der Wildnis des Irrtums. Ihr seid die Fische dieses Meeres; warum versagt ihr euch, was euch erhält? Seht, es wogt vor eurem Angesicht. Eilt herbei von allen Seiten. Dies ist der Tag, da der Fels Petrus.A ausruft und jauchzt und den Lobpreis seines Herrn, des Allbesitzenden, des Höchsten, feiert mit den Worten: »Seht, der Vater ist gekommen, und was euch verheißen ward in Seinem Reiche, ist erfüllt!« Dies ist das Wort, das hinter den Schleiern der Erhabenheit verwahrt wurde; und als die Verheißung erfüllt ward, ergoß es vom Horizont des Göttlichen Willens seinen Strahlenglanz mit klaren Zeichen. 1:114Mein Leib hat den Kerker erduldet, um eure Seelen aus der Knechtschaft zu erlösen. Wir ließen Uns erniedrigen, auf daß ihr erhöht werdet. So folgt dem Herrn der Herrlichkeit und des himmlischen Reiches und nicht jedem frevelhaften Unterdrücker. Mein Leib sehnt sich nach dem Kreuze, und Mein Haupt erwartet den Speer auf dem Pfade des Allbarmherzigen, auf daß die Welt von ihren Sünden geläutert werde. So scheint die Sonne göttlicher Autorität vom Horizont der Offenbarung des Herrn aller Namen und Eigenschaften.1:115Das Volk des Koran hat sich gegen Uns erhoben und Uns solche Pein bereitet, daß der Heilige Geist darob wehklagte, der Donner grollte und die Wolken über Uns weinten. Einer der Ungläubigen wähnt, Leid könne Bahá’Bahá’u’lláh.A davon abhalten, den Willen Gottes, des Schöpfers aller Dinge, zu tun. Sprich: Nein, bei Ihm, der den Regen spendet! Nichts kann Ihn vom Gedenken Seines Herrn abhalten.1:116Bei Gott, der die Wahrheit ist! Sollten sie Ihn auf dem Festland verbrennen, so wird Er fürwahr Sein Haupt aus der Tiefe des Meeres erheben und verkünden: »Er ist der Herr aller im Himmel und auf Erden!« Und sollten sie Ihn in einen tiefen Brunnen werfen, so wird man Ihn auf den erhabensten Höhen sitzen sehen, wie Er laut die ganze Menschheit ruft: »Seht, der Ersehnte der Welt ist erschienen mit Seiner Majestät, Seiner Souveränität und Herrschaft!« Und würde Er tief in der Erde begraben, so erhöbe sich Sein Geist zum Zenit des Himmels und ließe den Ruf erschallen: »Seht, die Herrlichkeit ist gekommen mit dem Reich Gottes, des Heiligsten, des Gnadenreichen, des Allmächtigen!« Und sollten sie Sein Blut vergießen, so wird jeder Tropfen davon laut aufschreien zu Gott bei diesem Namen, durch den der Duft Seines Gewandes in alle Richtungen verbreitet ward.1:117Wenn auch der Feinde Schwert Uns bedroht, rufen Wir doch die ganze Menschheit zu Gott, dem Schöpfer von Himmel und Erde, und leisten Ihm Beistand – dies kann weder die Schar der Tyrannen noch der Ansturm der Frevler verhindern. Sprich: O Völker der Erde! Zerschlagt die Götzen eitlen Wahns im Namen eures Herrn, des Allherrlichen, des Allweisen, und wendet euch Ihm zu an diesem Tage, den Gott zum König der Tage gemacht hat.1:118O höchster Priester! Neige dein Ohr dem zu, was der Gestalter modernden Gebeins dir rät, wie es von Ihm, der Sein Größter Name ist, verkündet wird. Verkaufe den reich verzierten Kirchenschmuck, den du besitzest, und verwende ihn auf dem Pfade Gottes, der die Nacht auf den Tag und den Tag auf die Nacht folgen läßt. Übergib dein Reich den Königen und tritt hervor aus deinen Gemächern, dein Angesicht zum Reiche Gottes erhoben. Dann verkünde, losgelöst von der Welt, das Lob deines Herrn zwischen Erde und Himmel. So gebietet dir der Besitzer aller Namen im Auftrag deines Herrn, des Allmächtigen, des Allwissenden. Ermahne du die Könige und sprich: »Verfahrt gerecht mit den Menschen, und überschreitet nicht die im Buche festgesetzten Schranken.« Dies ist es, was dir ziemt. Greife nicht nach den Dingen der Welt und nach ihren Reichtümern. Überlasse sie denen, die sie begehren, und halte fest an dem, was dir von Ihm, dem Herrn der Schöpfung, befohlen ward. Und sollte man dir alle Schätze der Erde anbieten, so gönne ihnen nicht einmal einen Blick. Sei so, wie dein Herr gewesen. Also verkündet die Zunge der Offenbarung, was Gott zum Schmuck des Buches der Schöpfung gemacht hat.1:119Betrachte eine Perle, deren Wesen es ist, zu glänzen. Hüllt man sie in Seide, so wird ihr Glanz und ihre Schönheit verdeckt. Ebenso liegt die Würde des Menschen in der Vortrefflichkeit seines Verhaltens und im Streben nach dem, was seiner Stufe entspricht, nicht in kindischem Spiel und Zeitvertreib. Wisse: Dein wahrer Schmuck besteht in der Liebe zu Gott und in deiner Loslösung von allem außer Ihm, und nicht in Pracht und Überfluß. Überlasse dies dem, der es begehrt, und wende dich Gott zu, der die Flüsse fließen läßt.1:120Was die Zunge des Sohnes sprach, wurde in Gleichnissen offenbart, doch der, der an diesem Tage die Wahrheit verkündet, spricht nicht in Gleichnissen. Klammere dich nicht an das Seil leeren Wahns, und laß dich nicht von dem abhalten, was im Reiche Gottes, des Allmächtigen, des Allgnädigen, bestimmt wurde. Sollte dich die Trunkenheit des Weines Meiner Verse überkommen, und solltest du dich entschließen, vor den Thron deines Herrn, des Schöpfers von Himmel und Erde, zu treten, so mache Meine Liebe zu deinem Gewand, Mein Gedenken zu deinem Schild und dein Vertrauen auf Gott, den Offenbarer aller Macht, zu deiner Wegzehr.1:121O ihr, die ihr dem Sohn nachfolgt! Wir haben Johannes noch einmal zu euch herabgesandt, und Er rief in der Wüste des Bayán: O Völker der Welt! Reinigt eure Augen! Der Tag ist nahe, da ihr den Verheißenen erblicken und Ihm begegnen könnt! O Volk des Evangeliums! Bereitet den Weg! Der Tag der Erscheinung des herrlichsten Herrn ist nahe! Macht euch bereit, und tretet ein in das Reich Gottes. So wurde es von Gott verfügt, der den Tag anbrechen läßt.1:122Lausche dem Gurren der Taube der Ewigkeit auf den Zweigen des heiligen Lotosbaumes: O Völker der Erde! Wir sandten Johannes zu euch herab, der euch mit Wasser taufte, damit euer Leib für das Kommen des Messias gereinigt werde. Er wiederum reinigte euch hernach mit dem Feuer der Liebe und dem Wasser des Geistes zur Vorbereitung auf diese Tage, da der Allerbarmer euch mit dem Lebenswasser aus den Händen Seiner liebenden Vorsehung reinigen will. Er ist der Vater, den Jesaja verhieß, und der Tröster, den euch der GeistJesus – Anm. d. Hrsg.A versprach, als Er Seinen Bund mit euch schloß. Öffnet eure Augen, o Schar der Bischöfe, damit ihr den Herrn seht auf dem Thron der Macht und Herrlichkeit.1:123O Gläubige aller Religionen! Wandelt nicht auf den Pfaden derer, die den Pharisäern folgten und die sich so von dem Geist wie durch Schleier trennten. Sie sind wahrlich vom rechten Pfad abgekommen und dem Irrtum verfallen. Die Altehrwürdige Schönheit ist in Seinem größten Namen erschienen und will die ganze Menschheit in Sein hochheiliges Reich aufnehmen. Die Reinen sehen das Reich Gottes, das vor Seinem Antlitz offenbar ist. Eilt dorthin, und folgt nicht den Ungläubigen und Gottlosen. So euer Auge nicht gehorcht, reißt es heraus!vgl. Mt. 5:29; Mk. 9:47.A So hat es die Feder des Urewigen auf Befehl des Herrn der ganzen Schöpfung geboten. Wahrlich, Er ist wiedergekehrt, euch zu erlösen. O Völker der Erde! Wollt ihr den erschlagen, der euch ewiges Leben schenken will? Fürchtet Gott, o ihr, die ihr über Einsicht verfügt!1:124O Menschen! Lauscht dem, was euch der Allherrliche Herr offenbart, und wendet euer Angesicht Gott zu, dem Herrn dieser und der künftigen Welt. So befiehlt es euch der Aufgangsort der Sonne göttlicher Eingebung auf Geheiß des Schöpfers der ganzen Menschheit. Wahrlich, für das Licht haben Wir euch erschaffen und wünschen nicht, euch dem Feuer preiszugeben. O Menschen, tretet heraus aus der Dunkelheit durch die Gnade dieser Sonne, die vom Horizont göttlicher Fürsorge scheint. Wendet euch ihr zu mit geheiligtem Herzen, zuversichtlichem Geist, sehenden Augen und freudestrahlendem Angesicht. Dies rät euch der Höchste Gebieter vom Ort Seiner höchsten Herrlichkeit, auf daß Sein Ruf euch zum Königreich Seiner Namen anziehe. 1:125Selig, wer dem Bund Gottes treu bleibt, und wehe dem, der ihn bricht und nicht an Ihn glaubt, der alle Geheimnisse kennt. Sprich: Dies ist der Tag der Gnade! Eilt herbei, auf daß Ich euch zu Herrschern mache in den Gefilden Meines Reiches! Folgt ihr Mir, so werdet ihr sehen, was euch verheißen ist, und Ich werde euch auf ewig zu Meinen Gefährten im Reich Meiner Majestät und zu Vertrauten Meiner Schönheit im Himmel Meiner Macht erheben. Wenn ihr euch gegen Mich wendet, so werde Ich es nachsichtig ertragen, damit ihr vielleicht erwacht und euch erhebt vom Lager der Achtlosigkeit. So umgibt euch Meine Gnade. Fürchtet Gott, und folgt nicht den Pfaden derer, die sich von Seinem Antlitz abgewandt haben, obwohl sie Seinen Namen Tag und Nacht anrufen.1:126Wahrlich, der Tag der Ernte ist gekommen, und alle Dinge wurden voneinander geschieden. Er hat, was Ihm beliebte, in den Gefäßen der Gerechtigkeit verwahrt, und ins Feuer geworfen, was diesem verfallen ist. So wurde es von deinem Herrn, dem Mächtigen, dem Alliebenden, an diesem verheißenen Tage verfügt. Wahrlich, Er bestimmt, was Ihm beliebt. Es ist kein Gott außer Ihm, dem Allmächtigen, dem Allbezwingenden. Es ist der Wunsch des göttlichen Siebers, alles Gute für Mich zu sammeln. Er hat nur gesprochen, um euch mit Seiner Sache vertraut zu machen und euch auf den Pfad dessen zu leiten, dessen Gedenken die Zier aller heiligen Schriften ist.1:127Sprich: O Schar der Christen! Wir haben Uns euch schon zuvor offenbart, und ihr habt Mich nicht erkannt. Nun gewähren Wir euch abermals Unsere Gunst. Dies ist der Tag Gottes, wendet euch Ihm zu! Wahrlich, Er kam vom Himmel herab, so wie Er das erste Mal erschienen ist, und will euch unter dem Schatten Seiner Gnade schirmen. Er ist fürwahr der Erhabene, der Mächtige, der erhabenste Helfer. Der Geliebte möchte nicht, daß euch das Feuer eurer Begierden verzehre. Solltet ihr von Ihm wie durch einen Schleier getrennt sein, so nur wegen eurer Achtlosigkeit und Unwissenheit. Ihr gedenket Meiner, und doch kennt ihr Mich nicht. Ihr ruft Mich an, und doch schenkt ihr Meiner Offenbarung keine Beachtung, obwohl Ich vom Himmel der Präexistenz in Meiner höchsten Herrlichkeit herniederkam. Zerreißt die Schleier in Meinem Namen und durch die Macht Meiner Souveränität, damit ihr den Weg zu eurem Herrn findet.1:128Der König der Herrlichkeit erhebt vom Tabernakel der Majestät und Größe Seinen Ruf: O Volk des Evangeliums! Die nicht im Reiche Gottes waren, haben es jetzt betreten, während Wir euch an diesem Tage zaudernd am Tore stehen sehen. Zerreißt die Schleier durch die Kraft eures Herrn, des Allmächtigen, des Allgütigen, und tretet in Mein Reich in Meinem Namen. So ist es euch befohlen von Ihm, der euch ewiges Leben wünscht. Er ist wahrlich mächtig über alle Dinge. Selig, wer das Licht erkennt und zu Ihm eilt. Er weilt im Reiche Gottes und speist mit Gottes Auserwählten.1:129Wir sehen euch, o Kinder des Königreiches, in Finsternis. Wahrlich, dies steht euch nicht an. Fürchtet ihr das Licht wegen eurer Taten? Wendet euch Ihm zu. Euer Herr, der Allherrliche, hat diese Lande durch Seine Schritte gesegnet. So ebnen wir euch den Weg zu dem, von dem der Geist kündete. Ich lege Zeugnis für Ihn ab, wie auch Er für Mich Zeugnis ablegte. Wahrlich, Er sagte: »Folget Mir nach, und Ich will euch zu Menschenfischern machen.«Mt. 4:19; Mk. 1:17.
Q Doch an diesem Tage sagen Wir: »Folget Mir nach, auf daß Wir euch zu Lebensspendern für die Menschheit machen.« So wurde es bestimmt und durch die Feder der Offenbarung auf dieser Tafel niedergeschrieben.1:130O Feder des Höchsten! Gedenke anderer Könige in dieser gesegneten, strahlenden Schrift, auf daß sie sich vielleicht vom Lager der Achtlosigkeit erheben und auf das hören, was die Nachtigall auf den Zweigen des göttlichen Lotosbaumes singt, und daß sie in dieser wunderbaren, erhabenen Offenbarung zu Gott eilen.An Napoleon III.Es handelt sich um das zweite Schreiben Bahá’u’lláhs an den französischen Kaiser. Das erste wurde in Adrianopel offenbart.A1:131O König von Paris! Sage den Priestern, sie sollen nicht länger die Glocken läuten. Bei dem einen wahren Gott, die Mächtigste Glocke ist erschienen in Gestalt dessen, welcher der Größte Name ist, und die Finger des Willens deines Herrn, des Erhabensten, des Höchsten, läuten sie im Himmel der Unsterblichkeit in Seinem Namen ›der Allherrliche‹. So wurden die mächtigen Verse deines Herrn aufs neue zu dir herabgesandt, auf daß du Gottes gedenkst, des Schöpfers von Erde und Himmel, in diesen Tagen, da alle Geschlechter der Erde wehklagen, da die Grundmauern der Städte erzittern und der Staub des Unglaubens alle Menschen einhüllt, ausgenommen jene, die dein Herr, der Allwissende, der Allweise, zu verschonen beliebte. Sprich: Er, der Unbeschränkte, ist in den Wolken des Lichts gekommen, um die Welt mit dem Odem Seines Namens ›der Allbarmherzige‹ zu beleben, ihre Völker zu vereinen und alle Menschen an dieser Tafel zu versammeln, die vom Himmel herabgesandt ward. Hütet euch, die Gunst Gottes von euch zu weisen, nachdem sie auf euch herabkam. Sie ist besser für euch als alles, was ihr besitzet; denn was euer ist, vergeht, aber was von Gott ist, wird fortbestehen. Er verfügt fürwahr, was Ihm gefällt. Wahrlich, der Odem der Vergebung weht von der Stätte deines Herrn, des Gottes der Gnade. Wer sich Ihm zukehrt, wird von seinen Sünden, von aller Pein und Krankheit gereinigt. Selig, wer sich diesem Odem zuwendet, und wehe dem, der sich abkehrt!1:132Würdest du dein inneres Ohr allem Erschaffenen zuwenden, so vernähmest du: »Der Urewige ist in Seiner großen Herrlichkeit gekommen!« Alle Dinge feiern das Lob ihres Herrn. Manche Menschen haben Gott erkannt und gedenken Seiner; andere führen Seinen Namen im Mund, aber sie kennen Ihn nicht. So haben Wir Unseren Befehl auf einer deutlichen Tafel niedergelegt. 1:133O König, höre auf die Stimme, die aus dem Feuer ruft, das in diesem grünenden Baume brennt, auf dem Sinai, der sich über dem geheiligten, schneeweißen Ort jenseits der Ewigen Stadt erhebt: »Wahrlich, es ist kein Gott außer Mir, dem Ewigvergebenden, dem Barmherzigsten!« Wahrlich, Wir haben IhnJesus – Anm. d. Hrsg.A gesandt, dem Wir mit dem Heiligen Geiste beistanden, damit Er euch dieses Licht ankünde, das ausstrahlt vom Horizont des Willens eures Herrn, des Erhabensten, des Allherrlichen, Ihn, dessen Zeichen im Westen offenbar sind. Richtet nun euer Angesicht auf Ihn an diesem Tag, den Gott über alle anderen Tage erhöht und an dem der Allbarmherzige den Glanz Seiner strahlenden Herrlichkeit auf alle ergossen hat, die im Himmel und auf Erden sind. Mache dich auf, Gott zu dienen und Seiner Sache beizustehen! Er, wahrlich, wird mit den Heerscharen des Sichtbaren und des Unsichtbaren dir zur Seite sein und dich zum König über alles einsetzen, worauf die Sonne scheint. Dein Herr ist wahrlich der Allgewaltige, der Allmächtige.1:134Die Winde des Allbarmherzigen wehen über alles Erschaffene – selig, wer ihren Duft wahrnimmt und ihnen reinen Herzens entgegeneilt. Schmücke deinen Tempel mit der Zier Meines Namens, deine Zunge mit Meinem Gedenken und dein Herz mit der Liebe zu Mir, dem Allmächtigen, dem Höchsten. Wir wünschen für dich nur das, was besser für dich ist als alles, was du besitzest und besser als alle Schätze der Erde. Wahrlich, dein Herr ist allwissend und über alles wohlunterrichtet. Erhebe dich in Meinem Namen unter Meinen Dienern und sprich: »O ihr Völker der Erde! Wendet euch Ihm zu, der sich euch zugewandt hat. Wahrlich, Er ist Gottes Antlitz unter euch, Sein Zeugnis und Seine Führung für euch. Er kam zu euch mit Zeichen, die niemand hervorbringen kann.« Mitten im Herzen der Welt erschallt die Stimme des Brennenden Busches, und laut ruft der Heilige Geist vor den Völkern: »Seht, der Ersehnte ist erschienen mit offenbarer Herrschaft!«1:135O König! Die Sterne am Himmel des Wissens sind herabgefallen, sie, die Meine Sache an dem messen wollen, woran sie sich klammern, und die Gott in Meinem Namen anrufen. Dennoch haben sie sich abgewandt, als Ich in Meiner Herrlichkeit zu ihnen kam. Sie zählen wahrhaftig zu den Gefallenen. Dies fürwahr ist es, was der Geist Gottes ankündigte, als Er mit der Wahrheit zu euch kam, Er, wider den die jüdischen Gelehrten stritten, bis sie schließlich begingen, was den Heiligen Geist wehklagen ließ und den Gottnahen die Tränen in die Augen trieb. Denke darüber nach, wie ein Pharisäer, der siebzig Jahre lang Gott angebetet hatte, den Sohn, als Er erschien, zurückwies, indes einer, die Unzucht getrieben hatte, Einlaß ins Himmelreich gewährt wurde. So ermahnt dich die Feder auf Geheiß des ewigen Königs, auf daß du über das Vergangene unterrichtet und an diesem Tag zu denen gezählt werdest, die wahrhaft glauben. 1:136Sprich: O Schar der Mönche! Lebt nicht abgeschieden in Kirchen und Klöstern. Kommt aus ihnen heraus mit Meiner Erlaubnis, und wendet euch dem zu, was euren Seelen und den Seelen der Menschen von Nutzen ist. Dies befiehlt euch der König am Tage der Abrechnung. Zieht euch zurück in die Feste Meiner Liebe. Dies ist wahrlich die Abgeschiedenheit, die euch ansteht – o daß ihr es doch verstündet! Wer in seinem Haus ein Leben der Abgeschiedenheit führt, ist fürwahr ein Toter. Es geziemt dem Menschen zu tun, was der Menschheit Nutzen bringt. Wer keine Frucht hervorbringt, taugt nur für das Feuer. So ermahnt euch euer Herr. Er ist wahrlich der Allmächtige, der Allgütige. Tretet in den Stand der Ehe, damit nach euch ein anderer an eure Stelle trete. Wir haben euch Treulosigkeit verboten, nicht aber, was die Treue fördert. Gebt ihr euch euren Trieben hin und verwerft Gottes Richtmaß? Fürchtet Ihn und gehört nicht zu den Toren! Wäre nicht der Mensch, wer sonst könnte Meiner auf Meiner Erde gedenken? Und wie könnten Meine Eigenschaften und Namen offenbar werden? Denkt darüber nach, und gleicht nicht denen, die sich selbst wie durch einen Schleier von Ihm ausgeschlossen haben und in tiefem Schlafe liegen. Er, der unvermählt blieb, fand keinen Ort, da Er wohnen oder Sein Haupt niederlegen konnte durch das, was Ihm die Hände der Verräter angetan. Seine Heiligkeit besteht nicht in dem, was ihr glaubt oder wähnt, sondern darin, was zu Uns gehört. Bittet, daß ihr Seine Stufe begreift, die erhöht ist über die Vorstellung aller, die auf Erden wohnen. Selig, wer versteht.1:137O König! Wir vernahmen die Worte, mit denen du gegenüber dem Zaren von Rußland deinen Eintritt in den Kriegder Krimkrieg 1853–1856.A rechtfertigtest. Wahrlich, dein Herr ist allwissend, über alles wohlunterrichtet. Du sagtest: »Ich lag schlafend auf meinem Bette, als der Schrei der Unterdrückten, die im Schwarzen Meer ertranken, mich weckte.« Solches hörten Wir dich sprechen, und wahrlich, dein Herr ist Zeuge dessen, was Ich sage. Wir bezeugen: Was dich weckte, war nicht ihr Schrei, sondern das Geflüster deiner Leidenschaften. Denn Wir haben dich gewogen und zu leicht befunden.vgl. Dan. 5:27 – Anm. d. Hrsg.A Erfasse die Bedeutung Meiner Worte und habe Einsicht. In diesem sterblichen Leben haben Wir dir eine besondere Würde verliehen, und so ist es nicht Unser Wunsch, dich zu verdammen. Wahrlich, Wir wählten die Höflichkeit und machten sie zum Merkmal derer, die Ihm nahe sind. Höflichkeit ist fürwahr ein Gewand, das alle Menschen, jung oder alt, gut kleidet. Selig, wer seinen Tempel mit ihr ziert, und wehe dem, der dieser großen Gabe ermangelt. Wären deine Worte aufrichtig gewesen, so hättest du nicht das Buch Gottes beiseite geworfen, als es dir von Ihm, dem Allmächtigen, dem Allweisen, übermittelt wurde. Wir haben dich damit geprüft und fanden dich anders als du vorgibst. Mache dich auf und hole nach, was du versäumt hast. Binnen kurzem werden die Welt und all dein Besitz vergehen, und das Reich wird Gottes sein, deines Herrn und des Herrn deiner Väter. Es schickt sich nicht, daß du deine Amtsgeschäfte führst, wie es dir deine Leidenschaften befehlen. Fürchte die Seufzer dessen, dem Unrecht geschah, und schirme Ihn vor den Pfeilen derer, die Unrecht tun.1:138Zur Strafe für das, was du getan, wird dein Reich in Verwirrung gestürzt werden, und die Herrschaft wird deinen Händen entgleiten.Noch im selben Jahr (1870) wurde Napoleon III. in der Schlacht von Sedan vernichtend geschlagen und mußte ins Exil gehen.A Dann wirst du erkennen, wie sehr du dich geirrt hast. Aufruhr wird das Volk deines Landes ergreifen – es sei denn, du stehst dieser Sache bei und folgst Ihm, dem Geist Gottes, auf diesem Geraden Pfad. Hat dich dein Pomp stolz gemacht? Bei Meinem Leben! Er wird nicht von Dauer sein, nein, er wird bald vergehen, es sei denn, du hältst dich an dieses starke Seil. Wir sehen Erniedrigung dich ereilen, indes du zu den Achtlosen gehörst. Wenn du Seine Stimme vom Throne der Herrlichkeit hörst, steht es dir an, alles aufzugeben, was du besitzest, und laut zu rufen: »Hier bin ich, o Du Herr all dessen, was im Himmel und auf Erden ist!«1:139O König! Wir waren im Irak, als die Stunde des Abschieds kam. Auf Befehl des Herrschers des Islamder Sultan der Türkei.A lenkten Wir Unsere Schritte nach seinem Hofe. Dort erduldeten Wir aus den Händen der Böswilligen, was die Bücher der Welt niemals angemessen schildern können. Die Bewohner des Paradieses und alle, die an den Stätten der Heiligkeit weilen, klagen darob, und doch sind die Menschen in dichte Schleier gehüllt! Sprich: Krittelt ihr an dem, der zu euch herabkam mit klaren Versen und Beweisen von Gott? Diese kommen nicht von Ihm selbst, sondern von dem, der Ihn erschuf, Ihn durch die Macht der Wahrheit herabsandte und Ihn zu einer Lampe für die ganze Menschheit machte.1:140Unsere Lage verschlechterte sich von Tag zu Tag, ja von Stunde zu Stunde, bis man Uns aus Unserem Gefängnis holte und Uns in schreiender Ungerechtigkeit in das Größte Gefängnis überstellte. Und so jemand ob dieses Unrechts fragte: »Für welches Verbrechen wurden sie eingekerkert?«, gab man zur Antwort: »Sie wollten den Glauben durch eine neue Religion ersetzen.« Wenn ihr vorzieht, was alt ist, warum habt ihr euch dann davon losgesagt, was in der Thora und im Evangelium herabgesandt war? Erklärt dies, o Menschen! Bei Meinem Leben! Es ist kein Ort, dahin ihr an diesem Tage fliehen könntet. Wenn dies Mein Verbrechen war, dann hat es Muḥammad, der Gesandte Gottes, vor Mir begangen, und vor Ihm der Geist GottesJesus – Anm. d. Hrsg.A, und einstens Er, der mit Gott sprach.Moses – Anm. d. Hrsg.A Und wenn es Meine Sünde sein soll, daß Ich das Wort Gottes preise und Seine Sache verkünde, dann bin Ich wahrlich der größte Sünder! Eine solche Sünde will Ich nicht gegen die Reiche der Erde und des Himmels eintauschen. 1:141Nach Unserer Ankunft in diesem Gefängnis nahmen Wir Uns vor, den Königen die Botschaft ihres Herrn, des Mächtigen, des Allgepriesenen, zu übermitteln. Wenngleich Wir ihnen in verschiedenen Sendschreiben mitgeteilt haben, was Uns aufgetragen war, tun Wir es nun abermals als ein Zeichen der Gnade Gottes. Vielleicht erkennen sie ihren Herrn, der mit offenbarer Souveränität auf den Wolken herabkam.1:142Mit Meinen Leiden wuchs auch Meine Liebe zu Gott und zu Seiner Sache. Nichts, was Mich von der Schar der Verstockten überkam, konnte Mich von Meinem Ziel abbringen. Sollten sie Mich gleich in den Tiefen der Erde einschließen, sie würden doch sehen, wie Ich hoch auf den Wolken reite, und zu Gott, dem Herrn der Kraft und der Macht, rufe. Ich habe Mich auf dem Pfade Gottes geopfert, und in Meiner Liebe zu Ihm und zu Seinem Wohlgefallen sehne Ich Mich nach Drangsal. Dafür zeugt die Pein, die Mich jetzt heimsucht, desgleichen noch kein Mensch zu ertragen hatte. Jedes Haar auf Meinem Haupte ruft, was der Brennende Busch auf dem Berge Sinai sprach, und jede Ader Meines Leibes fleht zu Gott und spricht: »O würde Ich doch auf Deinem Pfade durchtrennt, damit die Welt neu belebt und alle Völker vereinigt werden!« So wurde es von Ihm, dem Allwissenden, dem Allkennenden, verfügt.1:143Sei dir bewußt, daß eure Untertanen das Lehen Gottes sind. Beschützt sie darum wie euch selbst. Seht euch vor, daß ihr nicht Wölfe zu Hirten der Herde macht oder daß Stolz und Hochmut euch hindern, euch der Armen und Verlassenen anzunehmen. Wolltest du vom mystischen Wein ewigen Lebens aus dem Kelch der Worte deines Herrn, des Allerbarmers, trinken, so würdest du allem Besitz entsagen und der Menschheit Meinen Namen verkünden. So reinige deine Seele mit den Wassern der Loslösung. Wahrlich, dieses GedenkenDhikr – Anm. d. Übers.A scheint vom Horizont der Schöpfung herab und reinigt die Seelen vom Schmutz der Welt. Überlasse deine Paläste den Toten in ihren Gräbern und dein Reich dem, der es begehrt, und wende dich dann dem Reiche Gottes zu. Dies, wahrlich, ist es, was Gott für dich erwählt hat – gehörtest du doch zu denen, die sich Ihm zuwenden! Wer versäumt, sich dem Antlitz Gottes in dieser Offenbarung zuzuwenden, ist wahrlich wie tot. Er ist nur ein Spielball seiner selbstischen Begierden und wird fürwahr zu den Toten gezählt. Solltest du wünschen, die Last der Herrschaft zu tragen, so trage sie, um der Sache deines Herrn beizustehen. Gepriesen sei diese Stufe, auf der jeder, der sie erreicht, zu allem Heil gelangt ist, das von Ihm, dem Allwissenden, dem Allweisen, ausgeht.1:144Erhebe dich in Meinem Namen am Horizont der Entsagung, und richte sodann dein Angesicht auf das Reich Gottes, wie es dein Herr, der Herr der Stärke und Macht, dir befiehlt. Tritt durch die Macht Meiner Souveränität vor die Bewohner der Welt und sprich: »O Menschen! Der Tag Gottes ist gekommen, und Seine Düfte wehen über die ganze Schöpfung. Wer sich von Seinem Antlitz abwendet, wird zum Opfer seiner verderbten Neigungen. Er ist wahrlich in die Irre gegangen.«1:145Kleide den Körper deines Reiches in das Gewand Meines Namens; alsdann mache dich auf, Meine Sache zu lehren. Dies ist besser für dich als alles, was du besitzest. Gott wird so deinen Namen unter allen Königen erhöhen. Er ist aller Dinge mächtig. Wandle unter den Menschen im Namen Gottes und in der Kraft Seiner Macht, damit du Seine Zeichen unter den Völkern auf Erden offenbarst. Sei entflammt durch das Feuer, das der Allherrliche im Mittelpunkt der Schöpfung entzündet hat, auf daß durch dich die Glut Seiner Liebe in den Herzen der Gottnahen entfacht werde. Folge Mir nach, und setze die Herzen der Menschen in Verzückung durch Mein Gedenken, des Allmächtigen, des Erhabensten.1:146Sprich: Wer an diesem Tag nicht die süßen Düfte des Gedenkens Seines Herrn, des Allerbarmers, verbreitet, ist fürwahr der Stufe des Menschen unwürdig. Er folgt seinen Begierden und wird bald bitteren Verlust erleiden. Sprich: O Menschen! Steht es euch an, euch auf Ihn, den Gott der Barmherzigkeit, zu berufen, und doch Dinge zu tun, wie Satan sie tut? Nein, bei der Schönheit des Allherrlichen! Könntet ihr es doch begreifen! Reinigt euer Herz von der Liebe zur Welt, eure Zunge von Verleumdung, eure Glieder von allem, was euch abhält, in die Nähe Gottes, des Mächtigen, des Allgepriesenen, zu gelangen. Sprich: Mit ›Welt‹ ist gemeint, was euch vom Morgen der Offenbarung abhält und euch dem geneigt macht, was euch nichts nützt. Fürwahr, alles, was euch an diesem Tag von Gott fernhält, ist in Wahrheit die ›Welt‹. Flieht sie, und nähert euch der Erhabensten Schau, diesem leuchtenden und strahlenden Thron. Selig, wer nicht zuläßt, daß etwas zwischen ihn und seinen Herrn tritt. Er wird gewiß keinen Schaden leiden, wenn er nach Recht und Gesetz an den Gaben der Welt teilhat. Denn alles haben wir für jene Unserer Diener erschaffen, die wahrhaft an Gott glauben.1:147O Menschen, wenn eure Worte nicht mit euren Taten übereinstimmen, was unterscheidet euch dann von denen, die ihren Glauben an Gott, ihren Herrn, bekennen, Ihn jedoch zurückwiesen, als Er in den Wolken herabkam, und die sich stolz vor Gott, dem Unvergleichlichen, dem Allwissenden, blähten? Vergießt kein Blut, o Volk, und urteilt über niemanden ungerecht. Dies befiehlt euch der Wissende, der über alles unterrichtet ist. Wer Unordnung schafft im Lande, nachdem es wohl geordnet ist,vgl. Qur’án 7:56, 7:85; auch 2:11 – Anm. d. Hrsg.Q überschreitet wahrlich die Grenzen, die im Buche gezogen sind. Elend ist fürwahr die Wohnstatt der Übertreter!1:148Gott hat jedem geboten, Seine Sache zu lehren. Wer sich aufmacht, dieses Gebot zu erfüllen, muß, ehe er Seine Botschaft verkündet, den Schmuck eines aufrechten, rühmlichen Charakters anlegen, damit seine Worte die Herzen derer anziehen, die für seinen Ruf empfänglich sind. Anders kann er niemals hoffen, seine Hörer zu beeinflussen. So hat Gott dich unterwiesen. Er, wahrlich, ist der Immervergebende, der Mitleidvollste.1:149Wer andere zur Gerechtigkeit mahnt, doch selbst frevelt, wird darob der Lüge geziehen von den Bewohnern des Reiches Gottes und von denen, die den Thron ihres Herrn umkreisen, des Allmächtigen, des Gütigen. Begeht nicht, o Menschen, was euren Namen und die Sache Gottes unter den Menschen entehrt. Naht euch nicht Dingen, die eure Vernunft verabscheut. Fürchtet Gott, und folgt nicht den Achtlosen. Veruntreut nicht eures Nächsten Gut. Seid auf Erden vertrauenswürdig, und verweigert den Armen nicht, was Gott euch in Seiner Gnade gegeben. Er wird euch wahrlich das Doppelte dessen schenken, was ihr besitzt. Wahrlich, Er ist der Gütigste, der Freigebigste.1:150Sprich: Wir haben befohlen, daß Unsere Sache durch die Macht der Rede gelehrt werde. Hütet euch vor Wortstreit! Wer es unternimmt, um seines Herrn willen Seine Sache zu lehren, den wird der Heilige Geist stärken und ihm eingeben, was das Herz der Welt erleuchtet, um wieviel mehr noch die Herzen derer, die Ihn suchen. O Volk Bahás!Anhänger Bahá’u’lláhs.A Bezwingt die Zitadellen der Menschenherzen mit dem Schwert der Klugheit und der Rede. Wer Wortstreit führt, wie es ihm seine Begierden eingeben, ist fürwahr in einen deutlichen Schleier gehüllt. Sprich: Das Schwert der Klugheit ist heißer als des Sommers Hitze und schärfer als Klingen von Stahl – könntet ihr es doch verstehen! Zieht es in Meinem Namen und in der Kraft Meiner Macht, alsdann erobert damit die Städte der Herzen derer, welche sich in der Feste ihrer verderbten Lüste verschanzt halten. Dies befiehlt euch euer Herr, der Allherrliche, während die Schwerter der Verstockten über Ihm drohen.
weiter nach unten ...