weiter nach oben ...
1:39O Dritter Buchstabe dieses Tempels, der Meinen Namen, der Gnadenreiche, bezeugt! Wir haben dich zum Aufgangsort Unserer Freigebigkeit inmitten Unserer Geschöpfe erkoren und zum Urquell Unserer Großzügigkeit inmitten der Menschen. Mächtig bin Ich in Meinem Reiche. Nichts, was im Himmel oder auf Erden erschaffen wurde, kann Meinem Wissen entgehen. Ich bin die Wahrheit und kenne das Ungeschaute. 1:40O Feder! Sende aus den Wolken Deiner Freigebigkeit herab, was alles Erschaffene reich macht, und verweigere der Welt des Seins nicht Deine Gunst. Du bist fürwahr der Freigebigste im Himmel Deiner Ewigkeit und der Herr unendlicher Gnade für alle, die im Reich der Namen wohnen. Schaue nicht auf die Menschen und was bei ihnen im Schwange ist, schaue auf die Wunder Deiner Gunst und Gaben. Versammle sodann Deine Diener unter Deinem Schatten, der die ganze Menschheit schirmt. Breite die Hand Deiner Gunst über die ganze Schöpfung und die Finger der Freigebigkeit über alles Bestehende. Dies ist wahrlich, was Dir ansteht, obwohl die Menschen es nicht verstehen. Wer sein Angesicht Dir zuwendet, tut dies durch Deine Gnade, und wer sich von Dir abwendet – Dein Herr ist wahrlich unabhängig von allem, was erschaffen ist. Dies bezeugen Seine wahren, ergebenen Diener.1:41Gott wird durch Dich starke, nimmermüde Hände erwecken und Arme von unwiderstehlicher Macht. Sie werden hinter den Schleiern hervortreten und dem Allbarmherzigen unter den Völkern der Welt beistehen. Ihr mächtiger Ruf wird alle Herzen vor Furcht erzittern lassen. So wurde es auf einer Tafel verordnet. So groß wird ihre Macht sein, daß Bestürzung und Zittern alle Bewohner der Erde erfaßt.1:42Hütet euch, Blut zu vergießen! Zieht das Schwert eurer Zunge aus der Scheide der Rede, denn durch sie werden die Zitadellen der Menschenherzen erobert. Wir haben das Gesetz des Heiligen Krieges aufgehoben. Gottes Barmherzigkeit hat wahrlich alles Erschaffene umfangen – o daß ihr es doch wüßtet! Steht eurem Herrn, dem Gott der Gnade, bei mit dem Schwert vernünftiger Argumente. Es ist schärfer und feiner gestählt als das Schwert der Rede – wolltet ihr nur über die Worte eures Herrn nachdenken. So wurden die Heerscharen der Offenbarung von Gott herabgesandt, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden, und die Heere göttlicher Eingebung durch die Quelle des Befehls enthüllt, wie Gott, der Allherrliche, der Meistgeliebte, es gebot.1:43Sprich: In diesem Tempel, verborgen und doch offenbar, der das Wissen von Himmel und Erde, das Vergangene und das Zukünftige, in sich birgt, wurde das Maß alles Erschaffenen bestimmt. Der Finger von Gottes Wirken hat auf diese Tafel geschrieben, was die Weisesten und Gelehrtesten unter den Menschen nicht zu ergründen vermögen, und darin Tempel geschaffen, die unerforschlich sind für alle außer Gott selbst – könntet ihr dies doch verstehen. Selig, wer sie liest, über ihren Inhalt nachdenkt und begreift.1:44Sprich: In Meinem Tempel ist nur der Tempel Gottes zu sehen, in Meiner Schönheit nur Seine Schönheit, in Meinem Wesen nur Sein Wesen, in Meinem Selbst nur Sein Selbst, in Meiner Bewegung nur Seine Bewegung, in Meinem Ruhen nur Sein Ruhen und in Meiner Feder nur Seine mächtige, gepriesene Feder. Sprich: In Meinem Wesen ist nichts als die Wahrheit, und nichts ist in Mir zu sehen als Gott. 1:45Hütet euch, im Hinblick auf Mich von Dualität zu sprechen, denn alle Atome der Erde verkünden, daß kein Gott ist außer Ihm, dem Einen, Einzigen, dem Mächtigen, dem Liebenden. Vom Anfang, der keinen Anfang hat, habe Ich im Reich der Ewigkeitjabarút al-baqá’ – Anm. d. Übers.A verkündet, daß Ich Gott bin, daß kein Gott ist außer Mir, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden. Und bis zum Ende, das kein Ende hat, werde Ich im Reichmalakút – Anm. d. Übers.A der Namen verkünden, daß Ich Gott bin, daß kein Gott neben Mir ist, dem Allherrlichen, dem Meistgeliebten. Sprich: ›Herr‹ ist Mein Name, für den Ich Offenbarungen in der Welt des Seinsmulk – Anm. d. Übers.A schuf, während Wir selbst erhaben darüber sind, würdet ihr es nur erkennen. Und ›Gott‹ ist Mein Name, für den Wir Offenbarermaṭáli‘, arab. ›Aufgangsorte‹ – Anm. d. Übers.A erschufen, deren Macht die Völker der Welt übertrifft und sie zu wahren Anbetern Gottes machen wird, könntet ihr es nur erkennen. In diesem Lichte solltet ihr all Unsere Namen betrachten, so ihr mit Einsicht begabt seid.1:46O Vierter Buchstabe dieses Tempels, der das Attribut der Gnade bezeugt! Wir machten dich zur Offenbarung der Gnade zwischen Himmel und Erde. Aus dir erzeugten Wir alle Gnadengaben in der bedingten Welt, und zu dir lassen Wir sie wieder zurückkehren. Und durch ein Wort Unseres Befehls werden Wir sie wieder durch dich offenbaren. Mächtig bin Ich zu vollbringen, was Ich will, durch Mein Wort »›Sei!‹ und es ist«!vgl. Qur’án 2:117, 3:47, 3:59, 16:40, 19:35, 36:82, 40:68 – Anm. d. Hrsg.
Q Jede Gnadengabe, die in der Welt des Seinsmulk – Anm. d. Übers.A erscheint, hat ihren Ursprung in dir, und zu dir wird sie zurückkehren. Dies haben Wir wahrlich in einer Tafel verfügt, die Wir hinter dem Schleier der Herrlichkeit verwahrt und vor sterblichen Augen verborgen haben. Wohl denen, die sich nicht dieser offenbaren, dieser ständig strömenden Gnade berauben.1:47Sprich! An diesem Tag wehen die befruchtenden Winde göttlicher Gnade über alles, was erschaffen ist. Jedes Geschöpf erhielt an Möglichkeiten, was ihm gemäß ist. Und doch haben sich die meisten Menschen vor dieser Gnade verschlossen! Jedem Baum wurden die erlesensten Früchte, jedem Meer die funkelndsten Juwelen zuteil. Der Mensch erhielt die Gabe des Verstandes und der Erkenntnis. Die ganze Schöpfung hat die Offenbarung des Allbarmherzigen empfangen, und die Erde ward zur Schatzkammer dessen, was unerforschlich ist für alle außer Gott, der Wahrheit, der um das Ungeschaute weiß. Die Zeit naht, da alles Erschaffene seine Frucht hervorbringt. Verherrlicht sei Gott, der diese Gnade gewährt, die alles umfaßt, das Sichtbare wie das Unsichtbare. So haben Wir an diesem Tage alles neu erschaffen, doch die meisten Menschen erkennen es nicht. Sprich: Die Gnade Gottes kann nie angemessen begriffen werden. Um wieviel weniger kann das Wesen des Helfers in Gefahr, des Selbstbestehenden, erfaßt werden. 1:48O Tempel der Sache! Gräme Dich nicht, wenn Du niemanden bereit findest für Deine Gnadengaben. Du wurdest um Meinetwillen erschaffen. So widme Dich Meinem Lobpreis unter Meinen Dienern. Dies wurde Dir in der Verwahrten Tafel bestimmt. Da Wir auf Erden viele Hände befleckt fanden, heiligten Wir Dein Gewand vor ihrer Berührung und der Besudelung durch die Gottlosen. Sei geduldig in der Sache Deines Herrn, denn bald wird Er Seelen mit reinem Herzen und erleuchteten Augen erwecken, die von überallher zum Ort Deiner allumfassenden, unbeschränkten Gnade fliehen.1:49O Tempel Gottes! Kaum waren die Heerscharen göttlicher Offenbarung, die die Banner Seiner Zeichen tragen, durch den Herrn aller Namen und Eigenschaften herabgesandt, da wurden die Zweifler und die in leerem Trug Verhafteten in die Flucht geschlagen. Sie glaubten nicht an die klaren Zeichen Gottes, des Helfers in Gefahr, des Selbstbestehenden, und intrigierten gegen Ihn. Einige von ihnen sprachen: »Dies sind keine klaren Verse von Gott, und sie stammen auch nicht aus angeborenem Wissen.« So wollen die Ungläubigen die Krankheit ihrer Herzen heilen, nicht gewahr, daß sie deshalb von allen verdammt werden, die im Himmel und auf Erden wohnen.1:50Sprich: Der Heilige Geist wurde durch das Wirken eines einzigen Buchstabens gezeugt, den dieser Größte Geist offenbarte – gehörtet ihr doch zu denen, die begreifen! Und das angeborene Wissen selbst wurde durch die Verse Gottes, des Helfers in Gefahr, des Allherrlichen, des Meistgeliebten, erschaffen. Sprich: Das angeborene Wissen rühmt sich seiner Beziehung zu Uns, der absoluten Wahrheit, während Wir Uns weder seiner rühmen noch eines anderen: denn alles außer Mir wurde durch Mein Wort erschaffen – könntet ihr es doch verstehen!1:51Sprich: Wir haben neun Kategorien von Versen offenbart. Jede von ihnen belegt die Souveränität Gottes, des Helfers in Gefahr, des Selbstbestehenden. Eine einzige davon genügt als Beweis für alle in den Himmeln und auf Erden – doch die meisten Menschen verharren in Achtlosigkeit. Wenn Wir wollten, könnten Wir sie noch in zahllosen anderen Kategorien offenbaren.1:52Sprich: O Volk! Fürchtet Gott, und laßt eure falsche Zunge nichts sprechen, was Ihm mißfällt. Senkt euer Haupt in Scham vor dem, der euch, wie ihr wohl wißt, aus einem Tropfen Wasser erschuf.vgl. Qur’án 21:30, 24:45, 25:54.A Sprich: Wir haben alle im Himmel und auf Erden so erschaffen, wie Gott sie vorsah. Wer sich diesem gesegneten Antlitz zuwendet, wird offenbaren, was in ihm angelegt ist, und wer von Ihm wie durch einen Schleier getrennt ist, wird dieser verborgenen, doch allumfassenden Gnade beraubt. Wahrlich, Wir haben keinem Geschöpf Unsere Gunst vorenthalten; denn Wir erschufen alle nach gleichem Maß und boten ihnen durch ein Wort Unseres Mundes das Unterpfand Unserer Liebe an.vgl. Qur’án 33:72 – Anm. d. Hrsg.A Wer es angenommen hat, ist wahrlich sicher und gerettet und zählt zu denen, die den Schrecken dieses Tages nicht fürchten müssen. Doch wer es zurückweist, hat wahrlich nicht an Gott geglaubt, den Helfer in Gefahr, den Selbstbestehenden. So unterscheiden Wir zwischen den Menschen und sprechen Unser Urteil über sie. Wir haben fürwahr die Macht dazu.1:53Sprich: Gottes Wort gleicht nicht dem Wort Seiner Geschöpfe. Es ist wahrlich der König der Worte, so wie Er der souveräne Herr über alle ist, und Sein Befehl steht hoch über allem, was war und was ist. Tritt ein, o Volk, in die Stadt der Gewißheit, in der der Thron deines Herrn, des Allbarmherzigen, errichtet ward. Dies gebietet euch die Feder des Allherrlichen als Zeichen Seiner Gnade, auf daß ihr nicht uneins seid in Seiner Sache.1:54Unter den Ungläubigen sind etliche, die Sein Selbst zurückgewiesen, sich gegen Seine Sache erhoben und behauptet haben, diese göttlichen Verse seien frei erfunden. Dies waren auch die Einwände der Leugner von einst, die nun um Erlösung aus dem Feuer flehen. Sprecht: Wehe euch für das, was eure Münder sprechen! Wenn diese Verse frei erfunden sind, auf welchen Beweis hin glaubt ihr dann an Gott? Legt ihn vor, wenn ihr zu den Verständigen gehört! Wann immer Wir solchen Menschen Unsere klaren Verse offenbarten, wiesen sie sie zurück; und wenn sie sahen, was die ganze Welt nicht zu vollbringen vermag, so nannten sie es Hexerei.1:55Was ist mit diesem Volk, daß sie von dem sprechen, was sie nicht verstehen? Sie erheben dieselben Einwände wie die Anhänger des Koran, als ihr Herr mit Seiner Sache zu ihnen kam. Sie sind wahrlich ein verworfenes Volk. Sie hinderten andere daran, vor Ihm, der Altehrwürdigen Schönheit, zu erscheinen und das Brot mit Seinen Geliebten zu teilen. »Nähert euch ihnen nicht«, so konnte man hören, »denn sie verhexen das Volk und führen es in die Irre, weg vom Pfade Gottes, des Helfers in Gefahr, des Selbstbestehenden.« Bei dem einen, wahren Gott! Er, den Unsere Gegenwart verstummen läßt, hat gesagt, was in früheren Generationen niemand zu sagen wagte, und Taten verübt, wie sie von den Ungläubigen vergangener Zeiten nie begangen wurden.1:56Die Worte und Taten dieser Menschen legen Zeugnis für die Wahrheit Meiner Worte ab – würdet ihr doch gerecht urteilen! Wer glaubt, die Verse Gottes seien Hexerei, der hat an keinen Seiner Boten geglaubt, hat sich in diesem Leben umsonst gemüht und zählt zu denen, die sprechen, wovon sie nichts verstehen. Sprich: O Diener! Fürchte Gott, deinen Schöpfer und Gestalter, und versündige dich nicht gegen Ihn, sondern urteile und handle gerecht. Wem Gott Wissen verliehen hat, der wird gerade in den Einwänden der Ungläubigen schlüssige Beweise finden, mit denen er deren Thesen entkräften und die Wahrheit dieses offenbaren Lichtes verteidigen kann. Sprich: Sprecht ihr denn nach, was die Ungläubigen sprachen, als eine Botschaft von ihrem Herrn auf sie herabkam? Wehe euch, o Schar der Toren! Schlimm ist, was ihr euch eingehandelt habt. 1:57O Altehrwürdige Schönheit! Wende Dich ab von den Ungläubigen und ihren Vorstellungen, und verbreite über alle Dinge die süßen Düfte des Gedenkens an Deinen Geliebten, den Erhabenen, den Großen. Dieses Gedenken belebt die Welt des Seins und erneuert die Tempel aller Geschöpfe. Sprich: Er hat sich wahrlich auf dem Thron der Macht und Herrlichkeit niedergelassen. Wer wünscht, Seine Schönheit zu schauen – siehe, Er steht vor dir! Verherrlicht sei Er, der sich in dieser hellstrahlenden Schönheit offenbart. Wer wünscht, Seinen Melodien zu lauschen – sie ertönen fürwahr von diesem strahlenden, wundersamen Mund! Und wer sich danach sehnt, von Seinem Licht erleuchtet zu werden, zu dem sprich: »Tritt vor Seinen Thron!«, denn Gott hat euch dies als Zeichen Seiner Gnade für die ganze Menschheit erlaubt.1:58Sprich: O Volk! Wir werden euch in aller Offenheit eine Frage stellen und Gott zum Zeugen anrufen zwischen euch und Uns. Er ist, wahrlich, der Schutzherr der Gerechten. Tretet nun vor diesen Thron der Herrlichkeit, antwortet aufrichtig und urteilt gerecht: Hat Gott Macht über Seine Sache, oder ihr? Ist Er frei in Seinem Handeln, wie ihr ja selbst sagt, wenn ihr sprecht: »Er tut, was Ihm gefällt, und soll nicht befragt werden über Sein Tun«vgl. Qur’án 2:253, 14:27, 22:14, 22:18, 21:23 – Anm. d. Hrsg.
Q – oder sprecht ihr dies nur in blinder Nachahmung, so wie eure Vorfahren zur Zeit der Propheten, und maßt euch doch in Wahrheit selbst die Entscheidungsgewalt an? 1:59Wenn Er frei in Seinem Handeln ist, dann seht, wie Er die Manifestation Seiner Sache herabgesandt hat mit Versen, denen nichts in den Himmeln oder auf Erden widerstehen kann! Er offenbarte sich auf eine Weise, die in der Welt des Seins nicht ihresgleichen findet, wie ihr selbst saht und hörtet, als einst der Morgenstern der Welt über dem Horizont des Irak mit offenkundiger Herrschaft aufging. Aller Dinge Vollendung liegt in den göttlichen Versen, und sie sind wahrlich die Verse Gottes, des Königs, des Helfers in Gefahr, des Allherrlichen, des Allmächtigen. Darüber hinaus wurde Er zum Träger einer Sache gemacht, deren souveräne Macht von allem Erschaffenen anerkannt wird. Dies kann niemand leugnen außer den Sündern und den Gottlosen.1:60Sprich: O Volk! Wollt ihr die Schönheit der Sonne hinter den Schleiern eurer selbstischen Begierden verbergen oder den Geist daran hindern, seine Melodien in dieser geheiligten, strahlenden Brust anzustimmen? Fürchtet Gott, und streitet nicht wider den, der Ihn vertritt. Disputiert nicht mit Ihm, auf dessen Geheiß der Buchstabe ›Káf‹ erschaffen und mit seiner mächtigen Grundlage verbunden wurde.Die beiden Konsonanten Káf (ک) und Nún (ﻥ) bilden zusammen das Wort Kun, arab. ›sei!‹.A Glaubt an die Boten Gottes und an Seine souveräne Macht, an das Selbst Gottes und Seine Majestät. Folgt nicht denen, die zurückweisen, woran sie früher glaubten, und die sich willkürlich eine Stufe anmaßen. Sie gehören wahrlich zu den Gottlosen. Bezeugt, was Gott selbst bezeugt hat, damit die Gottnahen durch die Worte aus eurem Munde erstrahlen. Sprecht: Wahrlich, wir glauben an das, was einst den Gottesboten offenbart, sodann was ‘Alíder Báb. Sein bürgerlicher Name war ‘Alí-Muḥammad.A durch die Macht der Wahrheit herabgesandt ward, und an das, was nun von Seinem Thron der Herrlichkeit offenbart wird. So lehrt euch Gott als Zeichen Seiner Gunst und Gnade. Wahrlich, Seine Gnade umfaßt die ganze Welt.1:61O ihr Füße dieses Tempels! Wahrlich, Wir haben euch aus Erz geformt. Steht so unerschütterlich fest in der Sache eures Herrn, daß alle Losgelösten sicher schreiten auf dem Pfade Gottes, des Allmächtigen, des Allweisen. Habt acht, daß ihr nicht strauchelt ob der Stürme des Hasses und des Ansturms der Frevler. Seid standhaft in Seiner Sache und wankt nicht. Wahrlich, Wir haben euch für alle im Himmel und auf Erden erschaffen durch Unseren schönsten Namen, der der Quell aller Standhaftigkeit ist. Wir werden durch euch andere Füße erschaffen, die standhaft, ohne zu wanken auf Unserem Pfad wandeln, selbst wenn sie durch Feinde, so stark wie die vereinten Kräfte früherer und späterer Generationen, angegriffen werden. Wir halten alle Gnadengaben in Unserer Hand und gewähren sie den Uns Nahen unter Unseren Dienern, wie es Uns gefällt. Ein ums andere Mal haben Wir euch Unsere Gunst erwiesen, auf daß ihr eurem Herrn so danket, daß allen Geschöpfen die Zunge gelöst werde, Mich zu preisen, den Allgnädigen, den Mitleidvollsten. 1:62O Lebendiger Tempel! Erhebe Dich, dieser Sache mit der Kraft und Stärke zu dienen, die aus Uns geboren ist. Enthülle sodann den Dienern Gottes alles, was der Geist Gottes, des souveränen Herrn, des Unvergleichlichen, des Allherrlichen, des Allweisen, Dir verkündete. Sprich: O Menschen! Wendet ihr euch von Ihm ab, der Ewigen Wahrheit, und wählt statt dessen ihn, den Wir nur aus einer Handvoll Lehm erschufen? So schadet ihr euch selbst – wolltet ihr doch über die Verse eures Herrn nachdenken! Sprich: O Menschen! Reinigt eure Herzen und Augen, auf daß ihr euren Schöpfer in diesem heiligen und strahlenden Gewand erkennt. Sprich: Dieser himmlische Jüngling hat den Thron der Herrlichkeit bestiegen und Seine unabhängige Souveränität offenbart; nun erhebt er mit den süßesten, wunderbarsten Melodien diesen Ruf zwischen Himmel und Erde: »O Völker der Erde! Warum habt ihr nicht an euren Herrn, den Allgnädigen, geglaubt und euch von der Schönheit des Allherrlichen abgewandt? Bei Gott! Dies ist das verborgene Geheimnis, das vom Tagesanbruch der Schöpfung erschien; und dies ist die geliebte Schönheit, die vom Horizont dieser erhabenen Stufe scheint, ausgestattet mit der Souveränität Gottes, des Helfers in Gefahr, des Selbstbestehenden, des Allherrlichen, des Allbezwingenden, des Allmächtigen!«1:63O Tempel der Heiligkeit! Wahrlich, Wir haben Deine Brust von den Andeutungen der Menschen gereinigt und sie von irdischen Vorstellungen geheiligt, auf daß das Licht Meiner Schönheit darin erscheine und in den Spiegeln aller Welten erstrahle. So haben Wir Dich auserlesen vor allem, was in den Himmeln und auf Erden erschaffen ist, und vor allem, was in den Reichen der Offenbarung und der Schöpfung verfügt ward, und Dich zu Unserem Selbst auserwählt. Dies ist eine Gnade, die Gott Dir erwies, eine Gnade, die andauert bis zu dem Tag, der in dieser bedingten Welt kein Ende hat. Er wird so lange währen, wie Gott, der Höchste König, der Helfer in Gefahr, der Mächtige, der Weise, besteht. Denn der Tag Gottes ist nichts anderes als Sein eigenes Selbst, das mit der Macht der Wahrheit erschien. Ihm wird keine Nacht folgen, und kein Lobpreis kann ihm gerecht werden, verstündet ihr es doch!1:64O Brust dieses Tempels! Wahrlich, Wir haben alle Dinge zum Spiegel deiner selbst gemacht und dich zum Spiegel Unseres Selbstes. Ergieße daher den Glanz des Lichtes deines Herrn über die Brust aller Geschöpfe, damit sie gereinigt werden von allen irdischen Beschränkungen. So scheint der Morgenstern der Weisheit über dem Horizont der Feder des Ewigen Königs. Selig die Wachsamen! Durch dich erschaffen Wir andere geheiligte Herzen, und zu dir werden Wir sie zurückkehren lassen als Zeichen Unserer Gnade für dich und Unsere Diener, die Uns nahe sind. Wir werden durch dich Menschen erschaffen mit geheiligter und strahlender Brust, die nur von Meiner Schönheit künden und das Licht Meines Antlitzes widerstrahlen. Sie werden wahrlich die Spiegel Meiner Namen unter allen Geschöpfen sein. 1:65O Tempel der Heiligkeit! Wahrlich, Wir haben Dein innerstes Herz zur Schatzkammer allen Wissens der Vergangenheit und Zukunft und zum Aufgangsort Unseres eigenen Wissens gemacht. Dieses bestimmten Wir für die Bewohner von Erde und Himmel, auf daß die ganze Schöpfung an dem Strom Deiner Gnade teilhabe und durch die Wunder Deines Wissens Gott, den Erhabenen, den Mächtigen, den Großen, erkenne. Wahrlich, das Wissen aber, das zu Meinem Wesen gehört, hat noch keiner jemals erlangt, und niemand wird es je erfassen; sein Gewicht kann kein Herz tragen. Wollten Wir nur ein einziges Wort davon enthüllen, so würden alle mit Bestürzung erfüllt, die Pfeiler der Schöpfung einstürzen und selbst die Füße der Weisesten straucheln.1:66In der Schatzkammer Unserer Weisheit liegt ein Wissen verborgen, von dem ein einziges Wort, beliebten Wir es der Menschheit zu enthüllen, jeden Menschen dazu brächte, Gottes Offenbarung zu erkennen und Seine Allwissenheit anzuerkennen. Jeden würde es befähigen, die Geheimnisse aller Wissenschaften zu entdecken und eine Stufe zu erreichen, die ihn völlig unabhängig machte von aller bisherigen und künftigen Gelehrtheit. Noch über anderes Wissen verfügen Wir, von dem Wir nicht einen Buchstaben enthüllen können, noch finden Wir die Menschheit fähig, auch nur die leiseste Andeutung seiner Bedeutung zu vernehmen. Also haben Wir euch über das Wissen Gottes, des Allwissenden, des Allweisen, unterrichtet. Fänden Wir würdige Gefäße, Wir wollten die Schätze verborgener Bedeutung in sie legen und ihnen ein Wissen verleihen, davon ein einziger Buchstabe alles Erschaffene umfaßt.1:67O Innerstes Herz dieses Tempels! Wir machten dich zum Aufgangsort Unseres Wissens und zum Tagesanbruch Unserer Weisheit für alle im Himmel und auf Erden. Aus dir ließen Wir alles Wissen erscheinen und zu dir lassen Wir es wieder zurückkehren. Und von dir lassen Wir es ein zweites Mal erscheinen. Dies ist fürwahr Unser Versprechen, und Wir werden es erfüllen. Durch dich werden Wir Menschen erwecken, die neuartige, wundersame Wissenschaften und machtvolle Fertigkeiten hervorbringen, durch die enthüllt wird, was sich bislang niemand unter Deinen Dienern vorzustellen vermochte. So befähigen Wir, wen Wir wollen, mit dem, was Uns beliebt. Und so entziehen Wir, wem Wir wollen, was Wir ihm früher verliehen. Wir verfügen durch Unseren Befehl, was Uns beliebt.1:68Sprich: Wenn Wir zu einer Stunde entscheiden, den Glanz Unserer liebenden Vorsehung auf die Spiegel der Schöpfung auszugießen, und zu einer anderen Stunde, ihnen Unser Licht vorzuenthalten, so steht dies wahrlich in Unserer Macht, und niemand hat das Recht zu fragen, ›warum?‹ oder ›weshalb?‹. Denn Wir tun, was Uns beliebt, und schulden niemandem Rechenschaft. Niemand kann dies bestreiten außer denen, die Gott Gefährten zugesellen und Seine Wahrheit bezweifeln. Sprich: Niemand kann Unserer Macht widerstehen oder das Wirken Unseres Befehls aufhalten. Wir erheben, wen Wir wollen, in das Reich himmlischer Macht und Herrlichkeit, und lassen ihn sodann, wenn Wir es wünschen, in den tiefsten Abgrund der Erniedrigung sinken.1:69O Bewohner der Erde! Wolltet ihr behaupten, daß eine Seele nicht länger Unserer Souveränität und Herrschaft unterstünde, wenn Wir sie zum Sidratu’l-Muntaháarab. ›Der Baum, über den hinaus keiner gehen kann‹; ein Verweis auf die Stufe der Manifestation Gottes.A erheben? Nein, bei Meinem Selbst! Wäre es Unser Wunsch, Wir könnten sie in weniger als einem Augenblick wieder in den Staub werfen. Betrachtet einen Baum: Wir pflanzen ihn in einen Garten und pflegen ihn mit den Wassern Unserer liebenden Fürsorge. Wenn er groß und voll entwickelt ist, grüne Blätter und gute Früchte hervorbringt, senden Wir die Stürme Unseres Befehls herab, ihn an der Wurzel zu packen, herauszureißen und ihn auf der Erde Gesicht zu stürzen. So verfahren Wir mit allen Dingen, heute wie ehedem. So ist Unser wundersames Handeln, unabänderlich in der Vergangenheit wie in der Zukunft, so ihr zu denen gehört, die sehen. Doch niemand kennt die Weisheit darin außer Gott, dem Allmächtigen, dem Allweisen.1:70Verleugnet ihr, o Menschen, was eure Augen sehen? Wehe euch, o Schar von Leugnern! Nur Er selbst, der Allgnädige, der Mitleidvolle, bleibt von Wandel unberührt, wolltet ihr doch mit einsichtsvollen Augen schauen. Doch alles außer Ihm wird durch einen Akt Seines Willens verändert. Er ist wahrlich der Allmächtige, der Allweise. 1:71O Menschen! Disputiert nicht über Meine Sache, denn ihr werdet nie die Weisheit eures Herrn ergründen noch Sein mächtiges, allumfassendes Wissen beurteilen können. Wer behauptet, Sein Wesen zu kennen, gehört zweifellos zu den größten Toren. Ein jedes Atom würde einen solchen Menschen der Lüge zeihen. Dies bezeugt Meine Zunge, die nichts als die Wahrheit spricht. Verherrlicht Meine Sache, verkündet sie und das, was euch von Uns geboten ward. Denn nichts anderes ziemt euch, und kein anderer Weg führt zu Ihm. So hört auf Unseren Rat!1:72O Lebendiger Tempel! Wir machten Dich zum Tagesanbruch Unserer schönsten Namenal-asmá’ al-ḥusná; vgl. Qur’án 7:180, 17:110, 59:24 – Anm. d. Übers.A, zur Manifestation Unserer erhabensten Eigenschaften und zum Urquell Unseres mannigfachen Lobpreises für die Bewohner der Erde und des Himmels. Danach erhoben Wir Dich zu Unserem Ebenbild zwischen den Himmeln und der Erde und bestimmten Dich zum Zeichen Unserer Herrlichkeit für alle in den Reichen der Offenbarung und der Schöpfung, auf daß Meine Diener durch Dich geführt werden und zu den Rechtgeleiteten gehören. Wir machten Dich zum Baum der Gnade für die Bewohner von Erde und Himmel. Wohl denen, die den Schutz Deines Schattens aufsuchen und sich Dir nähern, dem allmächtigen Beschützer der Welten.1:73Sprich: Wir haben jeden Unserer Namen zu einem Quell gemacht, von dem sich die Ströme göttlicher Weisheit und Erkenntnis ergießen und in den Garten Unserer Sache fließen. Niemand kennt ihre Zahl außer Deinem Herrn, dem Heiligen, dem Allmächtigen, dem Allwissenden, dem Allweisen. Sprich: Wir haben alle Buchstaben aus dem Punkt erschaffen und ließen sie zu Ihm zurückkehren. Sodann sandten Wir Ihn wieder herab in der Gestalt eines menschlichen Tempels. Verherrlicht sei der Schöpfer dieses unvergleichlichen, wunderbaren Werks! Und wieder werden Wir es in Unserem Namen ›der Allherrliche‹ entfalten. Dies ist ein Zeichen Meiner Gnade, und Ich bin wahrlich der Gabenreiche, der Urewige.1:74Alle Lichter brachten Wir hervor aus der Sonne Unseres Namens, der Wahre, und ließen sie dorthin wieder zurückkehren. Dann offenbarten Wir sie wieder in der Gestalt eines Menschen. Verherrlicht sei der Herr der Stärke, der Kraft und Macht! Niemand kann dem Wirken Meines Willens und Meiner Macht widerstehen. Ich erschuf alle Dinge durch Mein Wort, und Ich bin fürwahr mächtig zu tun, was Ich will.1:75Sprich: Wollten Wir die Seelen aller erschaffenen Dinge in einem Augenblick zu Uns nehmen und sie im nächsten wieder zum Leben erwecken, so wären Wir dazu imstande. Nur Gott allein, der Allwissende, der Allunterrichtete, verfügt über dieses Wissen. Es steht in Unserer Macht, sofern Wir es wollten, aus einem Atom in weniger als einem Augenblick Sonnen von unendlicher, unvorstellbarer Herrlichkeit zu erzeugen, einen Tropfen zu weiten, zahllosen Meeren anschwellen zu lassen und aus jedem Buchstaben das Wissen vergangener und kommender Zeitalter zu enthüllen. Dies ist fürwahr leicht zu vollbringen. Vom Anfang, der keinen Anfang hat, bis zum Ende, das kein Ende hat, habe Ich dazu die Macht. Meine Geschöpfe haben sie jedoch verkannt, haben Meine Souveränität bestritten und mit Mir, dem Allwissenden, dem Allweisen, gestritten.1:76Sprich: Nichts zwischen Himmel und Erde regt sich, außer mit Meiner Erlaubnis, und niemand geht ein ins Himmelreich, es sei denn auf Mein Geheiß. Doch Meine Geschöpfe sind wie durch einen Schleier von Meiner Macht und Souveränität getrennt und zählen zu den Achtlosen. Sprich: Nichts ist in Meiner Offenbarung zu sehen als die Offenbarung Gottes und in Meiner Macht nichts als Seine Macht, wüßtet ihr es doch. Sprich: Meine Geschöpfe sind wie die Blätter eines Baumes. Von ihm sprießen sie und von ihm leben sie. Doch sie haben ihre Wurzeln und ihren Ursprung vergessen. Wir ziehen solche Vergleiche um Unserer einsichtsvollen Diener willen, auf daß sie die Stufe vegetativen Daseins überwinden und wahre Reife in dieser festgefügten Sache erlangen. Sprich: Meine Geschöpfe sind wie die Fische in der Tiefe. Ihr Leben hängt ab vom Wasser. Durch die Gnade eines allwissenden, allmächtigen Herrn erhält es ihr Leben, doch sie sind sich dessen nicht bewußt. Sie sind in der Tat so achtlos, daß ihre völlige Unwissenheit offenbar würde, wollte man sie nach dem Wasser und dessen Eigenschaften fragen. So sprechen Wir in Gleichnissen, damit sich die Menschen Ihm zuwenden, der das Ziel der AnbetungQibla – Anm. d. Hrsg.A für die ganze Schöpfung ist.1:77O Menschen! Fürchtet Gott und leugnet Ihn nicht, dessen Gnade alles umschließt und die bedingte Welt durchdringt. Die souveräne Macht Seines Befehls umfaßt euer inneres und äußeres Sein, euren Anfang und euer Ende. Fürchtet den Herrn und handelt rechtschaffen. Gehört nicht zu denen, die die Verse ihres Herrn hören und nicht achten. Wahrlich, sie gehören zu den Achtlosen.1:78Sprich: Betet ihr den an, der »weder hört noch sieht«Qur’án 19:42 – Anm. d. Hrsg.
Q und wahrlich zu den verworfensten und erbärmlichsten Geschöpfen Gottes gehört? Warum habt ihr versäumt, Ihm zu folgen, der von der Quelle des göttlichen Befehls zu euch herabkam, um euch Kunde von Gott, dem Erhabensten, dem Größten, zu bringen? O Menschen! Seid nicht wie jene, die vor Unseren Thron traten und doch nicht sahen und verstanden – sie sind fürwahr ein nichtswürdiges Volk. Wir sangen ihnen Verse, die die Bewohner des Himmelreichsmalakút – Anm. d. Übers.A und des erhabenen Königreichsjabarút – Anm. d. Übers.A hinreißen würden, aber sie gingen verschleiert von dannen und horchten lieber auf die Stimme dessen, der nur ein Diener Gottes und ein Geschöpf Seines Willens ist. So enthüllen Wir euch, was euch auf den Pfad der Gottnahen führt.
weiter nach unten ...