Textzusammenstellung | Ḥuqúqu’lláh – Das Recht Gottes
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7
7:1
O Zayn! Seelen, die sich an die im Buche verordneten Gebote Gottes halten, werden in Gottes Wertschätzung als vortrefflich betrachtet. Ohne jeden Zweifel geschieht alles, was vom Himmel göttlicher Macht offenbart wird, durch die Kraft Seiner Weisheit und im besten Interesse der Menschen. Obwohl diese unbedeutenden Beträge nicht der Rede wert sind, wirken sie dennoch wohltuend, da die Geber sie Gott zuliebe darbringen. Wäre die Zahlung auch nur ein Körnchen, wird sie doch als die krönende Zier aller Ernten der Welt betrachtet.
8
8:1
Wer immer das Vorrecht genießt, das Recht Gottes zu zahlen, wird zu jenen gezählt, die die Gebote des einen wahren Gottes – gepriesen sei Seine Herrlichkeit – einhalten und erfüllen, was durch die Allherrliche Feder festgelegt ist.
8:2
Immer wieder haben Wir geschrieben und befohlen, dass niemand um solche Zahlungen nachsuchen sollte. Das Anerbieten derjenigen, die das Ḥuqúqu’lláh aus freiem Entschluss mit höchster Freude und Wonne darbringen, darf angenommen werden, sonst war und ist die Annahme nicht gestattet. Wer seine Pflicht nicht beachtet, soll kurz daran erinnert werden. Taten müssen bereitwillig ausgeführt werden, und der Würde der Sache Gottes ist unter allen Umständen höchste Beachtung zu schenken. Sollte jemand – so haben Wir früher erwähnt – die ganze Welt besitzen und all ihren Besitz anbieten und dabei die Ehre der Sache, sei es auch nur im Ausmaß eines Senfkorns, herabsetzen, so wäre es erforderlich und unumgänglich, die Annahme eines solchen Vermögens abzulehnen. Solcher Art ist die Sache Gottes, urewig ohne Anfang und Ende. Wohl denen, die danach handeln.
8:3
Das Gebot über die Ḥuqúq-Zahlung ist nur eine Gunst von Seiten des einen wahren Gottes – erhaben sei Seine Herrlichkeit, und der Nutzen daraus fällt auf den Geber selbst zurück. Es geziemt allen, Gott, dem Höchsterhabenen, zu danken, dass Er ihnen möglich macht, ihre Ḥuqúq-Pflicht zu erfüllen. Wir haben die Feder über einen langen Zeitraum zurückgehalten und keine Anweisung in dieser Hinsicht erteilt, bis zu der Zeit, da die Erfordernisse Seiner unergründlichen Weisheit die Annahme des Ḥuqúq verlangte. »Gott verabscheut, irgend etwas ohne die dafür nötigen Mittel in Gang zu setzen.« Einige Menschen brauchen unbedingt Hilfe, andere brauchen Aufmerksamkeit und Fürsorge. All dies muss jedoch geschehen mit der Erlaubnis Gottes, des Helfers in Gefahr, des Selbstbestehenden.
9
9:1
Und nun zu dem, was du über das Ḥuqúq sagst. Es ist eigens für den einen wahren Gott – erhaben sei Seine Herrlichkeit – bestimmt und sollte an den Hof Seiner heiligen Gegenwart geleitet werden. Er hält den Quell der Amtsgewalt in Seiner Hand. Er tut, was Er will, und ordnet an, was Ihm beliebt. …
9:2
Dieses Gebot ist für jeden bindend, und wer es befolgt, kommt zu Ehren, da es zur Läuterung seiner Güter dient sowie Segen und weiteren Wohlstand verleiht. Die Menschen kennen jedoch seine Bedeutung noch nicht. Sie trachten ständig danach, auf rechtmäßigen oder rechtswidrigen Wegen Reichtümer anzuhäufen, um sie auf ihre Erben zu übertragen; zu welchem Nutzen, kann niemand sagen. Sprich: An diesem Tag ist der wahre Erbe Gottes Wort; denn der eigentliche Zweck der Erbschaft ist, der Menschen Namen und Spuren zu bewahren. Unbezweifelbar klar ist, dass der Ablauf von Jahrhunderten und Zeitaltern diese Zeichen auslöschen wird, während jedes Wort, das aus der Feder der Herrlichkeit zu Ehren einer bestimmten Person strömt, so lange währt, wie die Reiche der Erde und des Himmels bestehen.
10
10:1
Dies ist das Buch der Großmut, offenbart vom König der Ewigkeit. Wer immer sich mit dieser Tugend schmückt, zeichnet sich aus und wird vom Allgnädigen aus Seinem erhabenen Reich der Herrlichkeit gesegnet. Überschreitet er jedoch die Grenzen, ungeachtet seines hohen Ranges und seiner hervorragenden Stellung, so gilt er vor Gott, dem Allwissenden, dem Allweisen, als Verschwender. Haltet euch an die Mäßigung. Dies ist das Gebot, das Er, der Allbesitzende, der Höchste, euch in Seinem Buche der Großmut auferlegt. O ihr Träger, ihr Manifestationen der Großmut! Seid großmütig zu denen, die ihr in offenkundiger Armut vorfindet. O ihr Besitzer des Reichtums! Seid auf der Hut, dass euch Äußerlichkeiten nicht von wohltätigem Tun auf dem Pfade Gottes, des Herrn der ganzen Menschheit, abhalten.
10:2
Sprich: Ich schwöre bei Gott! Niemand wird in den Augen des Allmächtigen gering geschätzt, weil er arm ist. Er wird vielmehr gepriesen, wenn er als einer befunden wird, der geduldig ist. Selig sind die Armen, die standhaft sind in der Geduld, und wehe den Reichen, die das Ḥuqúqu’lláh zurückhalten und nicht beachten, was ihnen in Seiner Verwahrten Tafel auferlegt ist.
10:3
Sprich: Rühmt euch nicht der irdischen Reichtümer, die ihr besitzt. Denkt nach über euer Ende und über den Lohn für eure Werke, festgesetzt im Buche Gottes, des Erhabenen, des Mächtigen. Selig ist der Reiche, den aller irdische Besitz nicht von der Hinwendung zu Gott, dem Herrn aller Namen, abzuhalten vermag. Wahrlich, er wird vor Gott, dem Gnädigen, dem Allwissenden, zu den hervorragenden Menschen gezählt.
10:4
Sprich: Der festgesetzte Tag ist gekommen. Dies ist der Frühling menschenfreundlicher Werke, gehörtet ihr doch zu denen, die dies begreifen. Müht euch mit aller Kraft, o Menschen, auf dass ihr hervorbringen möget, was euch wirklich nützt in den Welten eures Herrn, des Allherrlichen, des Allgepriesenen.
10:5
Sprich: Haltet euch fest an eine lobenswerte Wesensart und gute Taten und gehört nicht zu den Zaudernden. Jedem gebührt, sich treu an das zu halten, was die Sache Gottes, eures Herrn, des Mächtigen, des Kraftvollen, erhöhen hilft.
10:6
Sprich: Seht ihr nicht die Welt, ihren Wandel, ihre Geschicke und ihre wechselnden Farben? Weshalb begnügt ihr euch mit ihr und allem, was darinnen ist? Öffnet eure Augen und gehört zu denen, die mit Einsicht begabt sind. Schnell naht der Tag, da all dies in Blitzesschnelle, nein, noch schneller vergangen ist. Dies bezeugt der Herr des Königreiches in diesem wundersamen Tablet.
10:7
Wärest du von der erhebenden Begeisterung der Verse Gottes hingerissen, du würdest deinem Herrn Dank erweisen und sprechen: »Preis sei Dir, o Verlangen der Herzen derer, die Dir zu begegnen eilen!« Frohlocke sodann in höchster Freude, da die Feder der Herrlichkeit sich dir zuwendet und dir zu Ehren offenbart, was zu beschreiben die Sprachen der Schöpfung und die Zungen der Erhabenheit machtlos sind.
11
11:1
Es obliegt jedem, der Ḥuqúq-Pflicht nachzukommen. Der aus dieser Tat gewonnene Nutzen fällt auf die Betreffenden selbst zurück. Die Annahme der Zahlung hängt jedoch vom Geist der Freude, Zusammengehörigkeit und Zufriedenheit ab, den die rechtschaffenen Seelen bei der Erfüllung dieses Gebotes an den Tag legen. Zeigen sie diese Haltung, ist die Annahme erlaubt, sonst nicht. Wahrlich, dein Herr ist der Allgenügende, der Allgepriesene.
12
12:1
Es ist klar und offenkundig, dass die Zahlung des Rechtes Gottes den Wohlstand, den Segen, die Ehre und den göttlichen Schutz fördert. Wohl denen, die diese Wahrheit begreifen und anerkennen, und wehe denen, die nicht glauben. Die Bedingung dafür ist, dass der Mensch die im Buche verordneten Gebote in höchstem Maße strahlend, voll Freude und bereitwilliger Ergebenheit erfüllt. Euch geziemt, den Freunden das anzuraten, was richtig und lobenswert ist. Wer immer auf diesen Ruf hört, dem gereicht es zum eigenen Nutzen, und wer immer es versäumt, der schadet sich selbst. Wahrlich, unser Herr der Gnade ist der Allgenügende, der Allgepriesene.
13
13:1
Ḥuqúqu’lláh ist wahrlich ein bedeutendes Gesetz. Allen obliegt, diese Gabe darzubringen, weil sie die Quelle von Gnade, Überfluss und allem Guten ist. Sie ist eine Wohltat, die jede Seele in jeder der Welten Gottes, des Allbesitzenden, des Allgütigen, begleiten wird.
14
14:1
Heute obliegt es jedem, der Sache Gottes zu dienen, wobei Er, Der die Ewige Wahrheit ist – erhaben sei Seine Herrlichkeit – die Durchführung jedes Unterfangens auf Erden von materiellen Mitteln abhängig gemacht hat. Deshalb ist jedem Einzelnen auferlegt, das darzubringen, was das Recht Gottes ist.
15
15:1
Großer Gott! In dieser herrlichen Sendung sind die von Königen und Königinnen angesammelten Schätze der Erwähnung nicht wert, noch sind sie annehmbar in Gottes Gegenwart. Ein Senfkorn jedoch, von Seinen Geliebten dargeboten, wird am erhabenen Hofe Seiner Heiligkeit gepriesen und mit dem Schmuck Seiner Annahme geziert. Unermesslich erhaben ist Seine Güte, unermesslich verherrlicht ist Seine Majestät.
16
16:1
Der Nutzen, der aus wohltätigen Werken erwächst, wird den betreffenden Personen zufallen. In solchen Dingen genügt ein Wort. Wenn jemand das Ḥuqúq in strahlender Freude und mit ergebenem, zufriedenem Geiste anbietet, ist seine Gabe vor Gott annehmbar; ansonsten kann Gott auf alle Völker der Erde verzichten. … Wohl denen, die das erfüllen, was im Buche Gottes geboten ist. Es obliegt jedem, Gottes Absicht zu befolgen, denn was auch immer von der Feder der Herrlichkeit im Buche dargelegt wurde, ist ein wirksames Mittel zur Reinigung, Läuterung und Heiligung der Menschenseelen, eine Quelle des Wohlstandes und des Segens. Glücklich ist, wer Seine Gebote befolgt.
16:2
Keine gute Tat ging oder geht je verloren; denn wohltätige Werke sind Schätze, die bei Gott zum Nutzen jener, die handeln, aufbewahrt werden. Selig der Diener und die Dienerin, die ihre Pflicht auf dem Pfade Gottes, unseres Herrn, des Herrn aller Welten, erfüllen. … Das Recht Gottes muss entrichtet werden, wann immer es möglich ist; es muss mit freudestrahlendem Geiste dargeboten werden. Wer zahlungsunfähig ist, wird mit dem Schmuck Seiner Vergebung bekleidet.
17
17:1
Es besteht kein Zweifel, dass alles, was des Allherrlichen Feder jemals offenbarte, seien es Gebote oder Verbote, den Gläubigen Nutzen bringt. Unter den Geboten ist zum Beispiel das des Ḥuqúqu’lláh. Wenn die Menschen das Vorrecht erlangen, das Ḥuqúq zu entrichten, wird der eine wahre Gott – erhaben sei Seine Herrlichkeit – ihnen gewiss Seinen Segen erteilen. Überdies wird eine solche Zahlung sie und ihre Nachkommen befähigen, von ihren Besitztümern Nutzen zu haben. Wie du siehst, geht den Menschen ein Großteil ihres Vermögens verloren, weil Gott veranlasst, dass Fremde oder Erben, im Vergleich zu denen Fremde vorzuziehen wären, Hand auf ihren Besitz legen.
17:2
Gottes vollkommene Weisheit reicht weit über jede Beschreibung oder angemessene Erwähnung hinaus. Wahrlich, die Menschen sehen es mit eigenen Augen, und doch leugnen sie; sie sind sich dessen bewusst, und doch geben sie vor, es nicht zu wissen. Befolgten sie Gottes Gebot, so erlangten sie das Gute dieser und der nächsten Welt.
18
18:1
Die Ḥuqúq-Frage hängt von der Bereitschaft des Einzelnen ab. Das Anerbieten jedes treuen Gläubigen, der das Recht Gottes von sich aus höchst freudestrahlend zu geben wünscht, ist gnädig annehmbar, anders jedoch nicht. Wahrlich, dein Herr ist unabhängig von der ganzen Menschheit. Bedenke, was der Allbarmherzige im Qur’án offenbart: »O Menschen! Ihr seid nur Arme, die Gott brauchen; Gott aber ist der Selbstgenügende, der Allgepriesene.«Qur’án 35:15Q
18:2
Zu allen Zeiten muss der Würde und Ehre der Sache Gottes höchste Beachtung geschenkt werden.
19
19:1
Du hast geschrieben, dass sie sich verpflichtet haben, in ihrem Leben äußerste Genügsamkeit zu üben mit der Absicht, den Rest ihres Einkommens in Seine erhabene Gegenwart zu schicken. Dies wurde an Seinem heiligen Hofe erwähnt. Er sagte: Lasst sie Mäßigung üben und sich keine Härte aufbürden. Wir möchten, dass sich beide eines angenehmen Lebens erfreuen.
20
20:1
Für das Ḥuqúqu’lláh gibt es eine vorgeschriebene Verfahrensweise. Nach der Gründung des Hauses der Gerechtigkeit wird dessen Regelung in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes bekannt gemacht werden.
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