Textzusammenstellung | Frauen
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99:3
Kurz gesagt, verbringt eure Tage und Nächte damit, die heiligen Worte zu studieren und euch zu vervollkommnen. Beschäftigt euch ständig mit der Erörterung dieser Themen. Übermittelt die Frohen Botschaften, wenn ihr euch trefft, und gebt einander Hoffnung durch die Bestätigungen und Gnadengaben Gottes, des Altehrwürdigen und Immerwährenden Herrn. Eine jede lege Beweise und Zeugnisse dar und spreche über die Geheimnisse des Königreichs, damit der wahre und göttliche Geist den Körper der bedingten Welt durchdringe und die Geheimnisse aller vergangenen und künftigen Dinge strahlend zutage treten.
99:4
O ihr geliebten Dienerinnen Gottes! Seht nicht auf eure jetzigen Verdienste und Fähigkeiten, sondern richtet euren Blick auf die Gnadengaben und Bestätigungen der Gesegneten Schönheit, denn Seine ewigwährende Gnade lässt aus einer unscheinbaren Pflanze einen gesegneten Baum werden, wandelt die Luftspiegelung zu kühlem Wasser und Wein, macht das einsame Atom zum wahren Kern des Seins und den Unbedeutenden zum Gelehrten in der Schule des Wissens; den Dornenbusch lässt sie erblühen und die dunkle Erde duftende, blühende Hyazinthen hervorbringen, den Stein wird sie zum kostbaren Rubin verwandeln und die Muscheln mit glänzenden Perlen füllen. Dem noch unerfahrenen Schulkind wird sie helfen, zu einem weisen Lehrer zu werden, und einen zarten Embryo befähigen, die Wirklichkeit des Verses zu offenbaren: »Gepriesen sei Gott, der beste der Schöpfer«.aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenQ
100
100:1
An diesem Tag ist es für alle, Männer und Frauen gleicherweise, Pflicht, die Sache zu lehren. In Amerika haben die Frauen darin die Männer übertroffen und die Führung übernommen. Sie mühen sich stärker, die Völker der Welt zu führen, und ihre Anstrengungen sind größer. Sie werden durch himmlische Gnadengaben und Segnungen bestätigt. Ich hoffe, dass sich die Dienerinnen des Barmherzigen im Osten ebenso mühen werden, ihre Kräfte entfalten und ihre Fähigkeiten beweisen.aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenQ
101
101:1
Jetzt ist es Zeit, die Stimme zu erheben und Reden zu halten, zu lehren und Zeugnis abzulegen. Löse deine Zunge, erkläre die Wahrheiten und erweise die Gültigkeit des Verses: »Der Allbarmherzige hat den Qur’án gelehrt.«Qur’án 23:14Q Der Heilige Geist spricht durch die innerste Wirklichkeit der menschlichen Zunge, der Geist Gottes wünscht Gemeinschaft mit der menschlichen Seele und enthüllt die Wahrheiten, der Geist der Treue schreibt sie nieder und der Geist des Altehrwürdigen der Tage bestätigt sie.
101:2
Ich schwöre bei der Unvergleichlichen Schönheit im Unsichtbaren Königreich: Wenn die Blätter ihre Zunge zum Lobpreis und zur Verherrlichung des Allliebenden Herrn lösen und die Sache des Gütigen Herrn lehren, werden die Heerscharen des Königreichs und die Bewohner des unsichtbaren Reiches lauschen und in höchster Freude jubeln.
101:3
Herrlichkeit sei mit dir und mit jeder Dienerin, die standhaft im Bund ist.aus einem Sendschreiben – übersetzt aus dem PersischenQ
102
102:1
O Dienerin Gottes! … Den Müttern müssen die göttlichen Lehren und wirksame Ratschläge gegeben werden, sie müssen ermutigt und begeistert werden, ihre Kinder auszubilden, denn die Mutter ist die erste Erzieherin des Kindes. Sie ist es, die zunächst das Neugeborene an der Brust des Gottesglaubens und des Gottesgesetzes stillt. So soll das Kind göttliche Liebe schon mit der Muttermilch saugen und bis zum letzten Atemzug bewahren.
102:2
Wenn die Mutter in der Erziehung ihrer Kinder versagt und sie nicht auf eine ordentliche Lebensbahn lenkt, wird auch alle spätere Erziehung nicht voll zur Wirkung kommen. Es obliegt den Geistigen Räten, den Müttern ein wohldurchdachtes Programm für die Kindererziehung zu vermitteln und ihnen zu zeigen, wie das Kind vom Säuglingsalter an behütet und belehrt werden muss. Diese Anweisungen müssen jeder Mutter gegeben werden, so dass sie sich danach richten und ihre Kinder nach den göttlichen Lehren bilden und hegen kann.in: Briefe und Botschaften 113:1–2Q
103
103:1
Darum dürfen wir keine Unterschiede zwischen den einzelnen Mitgliedern der Familie der Menschheit machen. Wir dürfen niemanden als nutzlos oder unzulänglich betrachten. Wir haben die Pflicht, für die Bildung und Erziehung der Menschen zu sorgen, so dass die Sonne der Gaben Gottes in ihnen erstrahlt, und dies wird durch die Macht der Einheit der Menschheit möglich. Je mehr Liebe unter den Menschen zum Ausdruck kommt und je stärker die Macht der Einheit ist, desto umfassender wird diese Spiegelung und Offenbarung sein, denn die größte Gabe Gottes ist die Liebe. Liebe ist der Ursprung aller Gaben Gottes. Solange die Liebe nicht vom Herzen Besitz ergreift, kann sich keine andere göttliche Gabe darin offenbaren.in: The Promulgation of Universal Peace, p. 15Q
104
104:1
Kurz gesagt, die Annahme einer Überlegenheit durch den Mann wird auch weiterhin das Streben der Frau behindern, so als ob ihr Streben nach Gleichheit schöpfungsbedingt unmöglich wäre. Das Streben der Frau nach Fortschritt wird dadurch gebremst, und sie wird allmählich die Hoffnung verlieren. Wir müssen also ganz im Gegenteil erklären, dass ihre Befähigung gleich ist, sogar größer als die des Mannes. Dies wird sie mit Hoffnung und Ehrgeiz beflügeln und ihre Fähigkeit Fortschritte zu machen wird kontinuierlich zunehmen. Ihr darf nicht gesagt und gelehrt werden, dass sie in Bezug auf ihre Fähigkeiten und Qualifikation schwächer und unterlegen ist. Wenn man einem Schüler sagt, er sei weniger intelligent als seine Mitschüler, dann wirft ihn das sehr stark zurück und behindert seinen Fortschritt. Er muss zum Fortschritt ermutigt werden, mit der Aussage: »Du bist sehr fähig, und wenn du dich anstrengst, wirst du den besten Abschluss erreichen.«in: The Promulgation of Universal Peace, pp. 76–77Q
105
105:1
Kurz, dies soll deutlich machen, dass die Frau, wenn sie umfassend gebildet ist und all ihre Rechte erhält, die Fähigkeit zu wunderbaren Leistungen entwickelt und sich dem Mann als ebenbürtig erweist. Sie ist Partnerin des Mannes, seine Ergänzung und seine Gefährtin.in: The Promulgation of Universal Peace, p. 136Q
106
106:1
In diesem strahlenden Jahrhundert wurde die Wirklichkeit der Dinge offenbart, und was wahr ist, muss zutage treten. Zu dieser Wirklichkeit gehört das Prinzip der Gleichwertigkeit von Mann und Frau – gleiche Rechte und Vorrechte in allen Angelegenheiten, die die Menschheit betreffen. Bahá’u’lláh erklärte diese Wahrheit vor über fünfzig Jahren. Aber obwohl dieses Prinzip der Gleichwertigkeit wahr ist, ist es gleichermaßen wahr, dass die Frau ihre Fähigkeit und ihr Geschick beweisen und ihre Gleichwertigkeit vorweisen muss. Sie muss die Künste und Wissenschaften beherrschen und durch ihre Leistungen beweisen, dass ihre Fähigkeiten und Kräfte nur latent verborgen waren. Machtdemonstrationen, wie sie jetzt in England stattfinden, werden weder für die Sache der Frauen, noch für ihre Gleichstellung eine Wirkung zeigen. Die Frau muss ihre Energien und Fähigkeiten besonders den mit Industrie und Landwirtschaft verbundenen Wissenschaften widmen, um die Menschheit in dem zu unterstützen, was am nötigsten ist. Dadurch wird die Frau ihr Können beweisen und erreichen, dass ihre Gleichwertigkeit auf sozialem und wirtschaftlichem Gebiet anerkannt wird. Ohne Zweifel wird Gott sie in ihren Bemühungen und Bestrebungen bestätigen, denn in diesem Jahrhundert des Lichtes hat Bahá’u’lláh die Wirklichkeit der Einheit der Menschenwelt verkündet und erklärt, dass alle Nationen und alle Völker gleich welcher Herkunft eins sind.in: The Promulgation of Universal Peace, p. 283fQ
107
107:1
Die Gleichstellung der Geschlechter wird entsprechend den wachsenden Möglichkeiten der Frau in diesem Zeitalter verwirklicht werden, denn Mann und Frau empfangen gleichermaßen die Kräfte und Gaben Gottes, des Schöpfers. Einen Unterschied zwischen ihnen hat Gott in Seinem vollendeten Ratschluss nicht vorgesehen.in: The Promulgation of Universal Peace, p. 300Q
108
108:1
Die Frau muss sich daher um größere Vervollkommnung bemühen, um dem Mann in jeder Beziehung gleich zu werden und in allem, worin sie zurückgeblieben war, fortzuschreiten, so dass der Mann gezwungen wird, ihre gleichen Möglichkeiten und Leistungen anzuerkennen.
108:2
In Europa haben die Frauen größere Fortschritte gemacht als im Osten, aber es bleibt noch viel zu tun. Wenn Schüler am Ende ihrer Schulzeit stehen, werden sie geprüft, und das Ergebnis der Prüfung entscheidet über das Wissen und die Fähigkeit jedes Schülers. So wird es auch mit der Frau sein. Ihre Taten werden ihre Stärke beweisen. Es wird nicht mehr nötig sein, sie durch Worte zu verkünden.
108:3
Ich hoffe, dass sowohl die Frauen des Ostens als auch ihre westlichen Schwestern rasche Fortschritte machen, bis die Menschheit vervollkommnet ist.
108:4
Gottes Güte ist für alle da und gibt die Kraft zu jedem Fortschritt. Besitzen die Menschen erst einmal die Gleichstellung der Frau, so werden die Frauen nicht mehr für ihre Rechte zu kämpfen brauchen. Daher ist einer der Grundsätze Bahá’u’lláhs die Gleichstellung der Geschlechter.
108:5
Die Frauen müssen größte Anstrengungen machen, um geistige Kraft zu erwerben und die Tugenden der Weisheit und Heiligkeit zu vermehren, bis es ihrer Erleuchtung und ihrem Streben gelingt, die Einheit der Menschheit zu verwirklichen. Sie müssen mit glühender Begeisterung arbeiten, um die Lehre Bahá’u’lláhs unter die Völker zu tragen, damit das strahlende Licht göttlicher Güte die Seelen aller Nationen der Erde umgebe.in: Ansprachen in Paris 51:11–15Q
Aus Briefen des Hüters109
109:1
Was die Rolle der Bahá’í-Frauen in Indien und Burma und ihre künftige Zusammenarbeit mit den Männern in der Verwaltung der Sache Gottes anbelangt, so halte ich die Zeit jetzt für reif, dass Frauen, die bereits dem allgemeinen Brauch in Indien und Burma folgend den Schleier abgelegt haben, nicht nur das aktive Wahlrecht für ihre örtlichen und nationalen Vertreter erhalten, sondern überall in Indien und Burma auch selbst in alle Bahá’í-Räte, örtlich oder national, wählbar sein sollten.
109:2
Dieser konkrete und sehr wichtige Schritt sollte jedoch mit größter Sorgfalt, Behutsamkeit, Umsicht und Überlegung erfolgen. Ihre tatsächlichen Fähigkeiten und derzeitigen Leistungen müssen dabei angemessen berücksichtigt werden, und nur wer für die Mitgliedschaft am besten befähigt ist, gleich ob Mann oder Frau und unabhängig von der gesellschaftlichen Stellung, sollte in das höchst verantwortungsvolle Amt eines Bahá’í-Ratsmitglieds gewählt werden.
109:3
Ich vertraue darauf, dass diese bedeutsame Entscheidung ein großer Ansporn für die Bahá’í-Frauen in ganz Indien und Burma sein wird. Ich hoffe, dass sie sich nun aufmachen und sich nach besten Kräften mühen, ein besseres, tieferes Wissen über die Sache Gottes zu erwerben, um tatkräftiger und systematischer an den allgemeinen Angelegenheiten der Bewegung mitzuwirken, und sich in jeder Hinsicht als vorurteilsfreie, verantwortungsvolle und tüchtige Mitarbeiter ihrer männlichen Partner erweisen bei der gemeinsamen Aufgabe – des Fortschritts der Sache überall in ihrem Lande.
109:4
Ich hoffe, dass sie ihre große Verantwortung an diesem Tag vollständig erkennen, alles in ihrer Macht Stehende tun, um die großen Hoffnungen, die wir für ihre Zukunft hegen, zu rechtfertigen, und sich in jeder Hinsicht der edlen Mission, die ihnen die Bahá’í-Welt jetzt anvertraut, würdig erweisen.27. Dezember 1923, An den Nationalen Geistigen Rat von Indien und BurmaQ
110
110:1
Den Bahá’í-Frauen, die in der Wiege des Glaubens wohnen, wurde das uneingeschränkte Recht zur Mitgliedschaft in dem Nationalen wie in den örtlichen Geistigen Räten gewährt. Damit wurde das letzte noch verbliebene Hindernis zu völliger Rechtsgleichheit in den Verwaltungsangelegenheiten der persischen Bahá’í-Gemeinde beseitigt.April 1954, in: Hüterbotschaften an die Bahá’í-Welt, S. 42Q
111
111:1
Es gehört zu den innigsten Wünschen eines liebenden und sehnenden Herzens an diesem bedeutsamen Wendepunkt in den Geschicken der Sache Bahá’u’lláhs auf dem amerikanischen Kontinent, dass die Mitglieder dieser Gemeinde, gleich welchen Geschlechts oder Alters, welcher Hautfarbe oder Herkunft, wie beschränkt ihre Erfahrung, ihre Fähigkeiten und ihr Wissen auch seien, sich wie ein Mann erheben und mit beiden Händen die gottgegebenen Gelegenheiten ergreifen, die sich ihnen jetzt durch das Walten einer alliebenden, stets wachsamen, beständigen Vorsehung bieten, und damit den treibenden Kräften, die das Wirken dieses jüngst eröffneten, unbeschreiblich mächtigen, weltumspannenden Kreuzzugs geheimnisvoll leiten, gewaltigen Schwung verleihen.20. Juni 1954, zitiert in: Citadel of Faith, p. 132Q
Aus Briefen und einem Fernschreiben des Universalen Hauses der Gerechtigkeit112
112:1
Sie schreiben in Ihrem Brief, … dass die Frauenbewegung in … extreme Positionen vertritt, die auf beeinflussbare junge Bahá’í-Frauen einen gewissen Eindruck machen. Wir hielten es für hilfreich, wenn Ihr Geistiger Rat die einzigartige Stellung betonte, die Frauen als Mitglieder der Bahá’í-Religion innehaben, besonders durch Mitarbeit in dessen Verwaltung auf örtlicher wie auf nationaler Ebene.9. April 1971, An den Nationalen Geistigen Rat der Vereinigten Staaten Q
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