Gebete | Bahá’í-Gebete
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83:1
Verherrlicht bist Du, o Herr mein Gott! Jeder Einsichtige bekennt Deine unumschränkte Gewalt und Deine Herrschaft, und jedes scharfsichtige Auge erkennt die Größe Deiner Majestät und die bezwingende Kraft Deiner Macht. Die Winde der Prüfungen können niemanden, der sich Deiner Nähe erfreut, daran hindern, sein Angesicht dem Horizont Deiner Herrlichkeit zuzuwenden, und die Stürme der Heimsuchung vermögen die Deinem Willen völlig Ergebenen nicht davon abzuhalten, sich Deinem Hofe zu nähern.
83:2
Mich dünkt, die Fackel Deiner Liebe brennt in ihren Herzen, und das Licht Deiner Güte ist in ihrer Brust entzündet. Kein Unglück kann sie Deiner Sache entfremden, und kein Wechselfall des Schicksals lässt sie von Deinem Wohlgefallen abirren.
83:3
Ich flehe Dich an, mein Gott, bei ihnen und den Seufzern, die sich ihren Herzen in ihrer Trennung von Dir entringen, bewahre sie vor dem Unheil Deiner Feinde, und nähre ihre Seelen mit dem, was Du für Deine Geliebten bestimmt hast, über die keine Angst und kein Kummer kommen soll.
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Bahá’u’lláh
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84
84:1
Gelobt sei Dein Name, o mein Gott! Du siehst, wie der Sturm der Prüfungen die im Glauben Standhaften erzittern lässt, wie der Versuchung Hauch jene aufrührt, deren Herzen festen Grund gefunden hatten, außer denen, die aus den Händen der Manifestation Deines Namens, der Allerbarmer, des Weines teilhaftig werden, der in Wahrheit Leben ist. Sie kann kein Wort bewegen als Dein höchst erhabenes Wort, sie kann nichts entzücken als der süße Duft vom Gewande Deines Gedenkens, o Du Besitzer aller Namen, Du Schöpfer von Himmel und Erde!
84:2
Ich flehe Dich an, o Du geliebter Gefährte Bahás, bei Deinem Namen, der Allherrliche, lasse Deine Diener sicher sein im Flügelschatten Deines allumfassenden Erbarmens, damit die Frevler unter Deinen Geschöpfen, die nicht an Deine Zeichen glauben, ihnen nichts anhaben können mit den Pfeilen böser Einflüsterungen. Niemand auf Erden kann Deiner Macht widerstehen, und keiner im Reich Deiner Namen kann Deinen Ratschluss vereiteln. So tue denn kund die Macht Deiner Souveränität und Herrschaft und lehre Deine Geliebten, was sich in Deinen Tagen für sie ziemt.
84:3
Du bist fürwahr der Allmächtige, der Höchsterhabene, der Allherrliche, der Größte.
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Bahá’u’lláh
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85
85:1
Verherrlicht sei Dein Name, o Herr mein Gott! Ich weiß nicht, welcher Art das Wasser ist, daraus Du mich erschaffen, noch das Feuer, das Du in mir entfacht, noch der Lehm, aus dem Du mich geformt. Eines jeden Meeres Unruhe legt sich, nicht aber die Ruhelosigkeit des Weltmeers in mir, das da wogt, wie es die Winde Deines Willens gebieten. Eines jeden Feuers Flamme erlischt, nicht aber die Flamme, die die Hände Deiner Allmacht entfacht haben, und deren Licht Du durch Deines Namens Macht über alle ergießest, die in Deinem Himmel und auf Deiner Erde wohnen. Je schwerer die Heimsuchungen werden, desto heißer wird sie.
85:2
Sieh doch, o mein Gott, wie Dein Licht von den anstürmenden Winden Deines Ratschlusses erfasst wird, wie die Stürme, die von allen Seiten blasen und toben, seinen Glanz nur noch heller erstrahlen lassen. Für all dies seiest Du gelobt.
85:3
Bei Deinem Größten Namen und Deiner urewigen Herrschaft flehe ich Dich an, schaue auf Deine Geliebten, deren Herzen heftig erbeben ob der Leiden, die über die Manifestation Deiner selbst gekommen sind. Mächtig bist Du zu tun, was Dir gefällt. Du bist wahrlich der Allwissende, der Allweise.
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Bahá’u’lláh
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Er ist der Barmherzige, der Allgütige!
86:1
O Gott, mein Gott! Du siehst mich, Du kennst mich. Du bist mein Hafen und meine Zuflucht. Ich habe keinen gesucht und will keinen suchen denn Dich. Keinen Pfad habe ich betreten und will keinen betreten als den Pfad Deiner Liebe. In der Verzweiflung dunkler Nacht wendet sich mein Herz voll Hoffnung dem Morgen Deiner grenzenlosen Gunst zu, und zur Stunde der Morgendämmerung wird meine matte Seele erfrischt und gestärkt im Gedenken an Deine Schönheit und Vollkommenheit. Wem die Gnade Deines Erbarmens hilft, der wird, und wäre er nur ein Tropfen, zu einem endlosen Meer, und das kleinste Atom leuchtet dank der Ausgießung Deiner Güte gleich einem strahlenden Stern.
86:2
Birg unter Deinem Schutz, Du Geist der Reinheit, Du allgütiger Versorger, Deinen entzückten, entflammten Diener. Hilf ihm, in der Welt des Seins standhaft und fest an Deiner Liebe zu hangen, und lass diesen Vogel mit gebrochenem Flügel in Deinem göttlichen Nest auf dem himmlischen Baume Schutz und Zuflucht finden.
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‘Abdu’l-Bahá
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87:1
O Herr mein Gott, Du mein Hafen in meinem Elend, mein Schild und Schirm in meinem Leid, meine Zuflucht und Freistatt zur Zeit der Not, mein Gefährte in der Einsamkeit! Du mein Trost in meiner Qual, mein liebevoller Freund in meiner Verlassenheit! Du Tilger meiner Sorgenpein, Du Vergeber meiner Sünden!
87:2
Dir wende ich mich ganz und gar zu, Dich flehe ich inbrünstig an von ganzem Herzen, aus ganzer Seele und mit ganzer Zunge, bewahre mich vor allem, was Deinem Willen in diesem Zyklus Deiner göttlichen Einheit zuwider ist, und läutere mich von aller Befleckung, die mich hindert, rein und makellos den Schatten des Baumes Deiner Gnade aufzusuchen.
87:3
Herr, erbarme Dich des Schwachen, heile den Kranken, lösche den brennenden Durst.
87:4
Erheitere das Herz, darin das Feuer Deiner Liebe glimmt; lass es erglühen in der Flamme Deiner himmlischen Liebe und Deines Geistes.
87:5
Schmücke die Tempel göttlicher Einheit mit dem Gewande der Heiligkeit und setze mir die Krone Deines Wohlgefallens aufs Haupt.
87:6
Erleuchte mein Antlitz mit den Sonnenstrahlen Deiner Großmut und hilf mir gnädiglich im Dienst an Deiner heiligen Schwelle.
87:7
Gib, dass mein Herz überfließe aus Liebe zu Deinen Geschöpfen! Lass mich zum Zeichen Deines Erbarmens, zum Zeugnis Deiner Gnade, zum Förderer der Eintracht unter Deinen Geliebten werden! Lass mich Dir ergeben sein, Dein Gedenken auf meinen Lippen, selbstvergessen und allezeit eingedenk, was Dir gebührt.
87:8
O Gott, mein Gott! Halte die sanften Winde Deiner Verzeihung und Deiner Gnade nicht von mir ab. Beraube mich nicht der Quellen Deiner Hilfe und Gunst.
87:9
Herberge mich im Schatten Deiner schützenden Schwingen und lasse Dein allbeschirmendes Auge auf mir ruhen.
87:10
Löse meine Zunge, dass ich Deinen Namen vor Deinem Volk preise, dass sich meine Stimme in großen Versammlungen erhebe und die Flut Deines Lobpreises meinen Lippen entströme.
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Du bist wahrhaftig der Gnädige, der Verherrlichte, der Machtvolle, der Allmächtige.
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‘Abdu’l-Bahá
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O ungeschauter Freund! O Sehnsucht aller in dieser und der kommenden Welt! O Du barmherziger Geliebter! Diese hilflosen Seelen stehen im Banne Deiner Liebe, und diese Schwachen suchen Schutz an Deiner Schwelle. Des Nachts seufzen und klagen sie in ihrer Trennung von Dir, und jeden Morgen jammern und weinen sie wegen des Angriffs der Arglistigen. Jeden Augenblick werden sie von einer neuen Qual heimgesucht und bei jedem Atemzug von der Willkür eines üblen Tyrannen gepeinigt. Gelobt seist Du, dass sie trotz alledem entflammt sind wie ein Feuertempel und wie Sonne und Mond erstrahlen. Wie erhobene Banner stehen sie aufrecht in der Sache Gottes und wie tapfere Ritter stürmen sie aufs Schlachtfeld. Sie sind wie frische Knospen erblüht, freudestrahlend wie eine lachende Rose. Bestätige darum, o Du liebender Versorger, diese heiligen Seelen durch die himmlische Gunst Deines Königreiches und gewähre, dass diese geheiligten Wesen die Zeichen des Höchsten offenbaren. Du bist der Freigebigste, der Mitleidvolle, der Allbarmherzige, der Gütige.
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