Shoghi Effendi | Das Licht göttlicher Führung (Band 1)
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Mit Gefühlen von großem Stolz und tiefer Trauer las er von den Leiden, die die deutschen Gläubigen für ihren Glauben erduldeten und von den Verfolgungen, die sie so heldenhaft und mit solch unerschütterlicher Treue für unsere heilige Sache ertrugen.
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In allen diesen langen und tragischen Jahren des Krieges sind seine Gedanken bei der Gemeinde der deutschen Gläubigen gewesen und fortwährend hat er für ihren Schutz und um Erleichterung ihrer schweren Last gebetet. Andere Bahá’í-Gemeinden, wie Frankreich und England, haben auch gelitten, aber nicht in dem Ausmaß wie die Freunde in Deutschland und Birma, Länder, die von Krieg und Invasion verwüstet worden sind und wo die Freunde sich zugleich in der Gewalt von politischen Parteien befanden, die sie verfolgten.
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Der Verlust aller Aufzeichnungen des Nationalen Rates und der örtlichen Räte ist wirklich schwerwiegend und er hofft, dass Ihre Familie, Dr. Mühlschlegel, Dr. Schmidt, Herr Jörn, Anna Köstlin, Frau Schweizer, Frau Schwarz – in der Tat alle älteren Gläubigen versuchen werden, aus ihren Erinnerungen heraus, die Geschichte der Sache in Deutschland zu rekonstruieren und aufzuschreiben, so dass einige genaue Aufzeichnungen für die Zukunft erhalten bleiben. Er möchte auch, dass Sie für Bahá’í World Band 10 eine umfassende Darstellung dessen verfassen, was die Bahá’í in Deutschland seit 1937 ertragen mussten und dass Sie ihm diese so bald wie möglich zusenden. In den letzten zwei Bänden wurden die Berichte von den Tätigkeiten der deutschen Gläubigen schmerzlich vermisst und er würde es sehr gern sehen, dass sie so schnell wie möglich wieder darin erscheinen.
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Er hat gerade dem NGR von Amerika geschrieben und sie aufgefordert zu helfen und alles für den Schutz der deutschen Bahá’í zu tun; er hat sie auch aufgefordert, alle Anstrengungen zu unternehmen, um deutsche Bahá’í-Bücher herauszugeben und sobald wie möglich nach Deutschland zu schicken.
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Sie alle haben eine gewaltige Aufgabe vor sich. Er weiß, wie groß derzeit in Folge des Krieges das Leid schon für ganz normale deutsche Bürger ist – aber trotz dieser materiellen Not sind die deutschen Gläubigen dazu aufgerufen, die Institutionen ihres Glaubens erneut aufzubauen, den Massen ihre lebensspendende Botschaft zu vermitteln und ihrem Land zu helfen, die geistige Bestimmung, die ‘Abdu’l-Bahá voraussah, zu erlangen. Sie können sicher sein, dass der Hüter und die Bahá’í überall alles in ihrer Macht Stehende tun werden, um den deutschen Gläubigen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben zu helfen.
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Bitte versichern Sie allen Freunden, vor allem denjenigen, die ihre Lieben im Krieg verloren haben, seine liebevollen und inständigen Gebete für sie und seine Gefühle des Stolzes und der Dankbarkeit für ihre Hingabe und Treue zum Glauben.
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Er schickt Ihnen allen seine liebevollen Grüßen, seine tiefe Wertschätzung Ihres Geistes und die Versicherung seiner ständigen Gebete. …
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Innig geliebte Freunde:
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Mein Herz ist voll Freude, Stolz und Dankbarkeit, da ich durch Ihren höchst willkommenen Brief Zeuge werde der Beweise für den Schutz des Allmächtigen und für die Lebenskraft des Glaubens der leidgeprüften deutschen Gläubigen, die sich so hingebungsvoll und tapfer während eines so langen und entscheidenden Zeitraums abmühten und als Gemeinde die größte Feuerprobe in der Geschichte ihres Glaubens in diesem Land überlebt haben. In diesen Jahren der Gefahr, der Belastung, der Spannung und der Sorge waren meine Gebete allezeit mit ihnen und ich bin erfreut zu erfahren, dass sie in Sicherheit sind, einig, eifrig und entschlossen, sich zu erheben, um die große historische Arbeit wieder aufzunehmen, die sie ihrer Bestimmung gemäß in den vor uns liegenden Jahren zu einem triumphalen Abschluss bringen werden. Der Aufbau der Geistigen Räte, die Wiederherstellung des Nationalen Rates, die Bildung von nationalen Ausschüssen sind die unmittelbaren Ziele und sollten, wenn es geht, so schnell wie möglich und mit Nachdruck verfolgt werden, denn darauf wird die Ausweitung und die Festigung der Tätigkeiten eines leidgeprüften Glaubens beruhen. Ich bitte verschiedene Bahá’í-Gemeinden in Ost und West um Unterstützung, gleich welcher Art, für die schwierige Aufgabe des Wiederaufbaus, die nun vor den deutschen Gläubigen liegt. Ich sehne mich danach, Neuigkeiten von den Freunden in anderen Teilen dieses Landes zu erfahren und werde mein Möglichstes tun, um ihnen zu helfen, ihre Tätigkeiten und Dienste für unseren geliebten Glauben wieder aufzunehmen. Bitte sichern Sie allen meine große Liebe zu, meine tiefe Bewunderung, meine strahlenden Hoffnungen für ihre Zukunft, meinen herzlichen Dank für ihre Ausdauer und meine inständigen Gebete für ihren zukünftigen Erfolg.
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Ihr wahrer Bruder, Shoghi
30. Dezember 1945
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Liebe Bahá’í-Freunde:
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Mit großer Freude hat der geliebte Hüter Ihren Brief vom 1. August erhalten und er hat mich beauftragt, ihn in seinem Namen zu beantworten.
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Während dieser langen, traurigen Jahre der Trennung waren seine Gedanken ständig bei den geliebten deutschen Bahá’í und in den Heiligen Schreinen brachte er seine glühenden Gebete für ihren Schutz und den Schutz des Glaubens dar.
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Jetzt, wo die Freunde wieder die Freiheit haben, sich zu ihrem Glauben zu bekennen, ihre Sitzungen abzuhalten, die Sache zu lehren und sicherzustellen, dass ihre Institutionen weiterbestehen, werden sie, so hofft er, alles tun, um so schnell wie möglich die Bahá’í-Gemeinden in Deutschland wieder aufzubauen. Bevor der Glaube in diesem Land unterdrückt und verboten wurde, hatte er gerade erst begonnen, die Früchte langer Jahre der Lehrarbeit zu genießen und seine Verwaltungsgremien aufzubauen; er hofft, dass sich alle deutschen Bahá’í vereinen, damit der Glaube wieder im gleichen Maße gedeihe wie zuvor.
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Er versichert Ihnen allen und durch Sie allen Bahá’í-Brüdern und -Schwestern in Deutschland, dass er alles in seiner Macht Stehende tun wird, um Sie in Ihren Mühen zu unterstützen und dass Ihre Mit-Bahá’í auf der ganzen Welt Ihnen ebenfalls nach Kräften beistehen werden.
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Der geliebte Meister hegte strahlende Hoffnungen für die Zukunft der deutschen Bahá’í. Seine Verheißungen und Prophezeiungen werden sicherlich erfüllt werden und der Heilige Glaube wird in Deutschland nicht nur wiederhergestellt werden, sondern wachsen und sich verbreiten wie nie zuvor.
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Der Hüter hat den amerikanischen NGR aufgefordert, die deutschen Bahá’í so schnell wie möglich mit Literatur zu versorgen; dadurch wird es Ihnen möglich, Ihren leidgeprüften Landsleuten die Lehren zu bringen und sie unter dem Banner Bahá’u’lláhs zu versammeln.
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Seien Sie gewiss, dass die liebevollen Gebete des Hüters mit Ihnen sind und Sie in Ihrer Arbeit für die Sache unterstützen …
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Innig geliebte Freunde:
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Ihr gemeinsamer und hoch willkommener Brief brachte meinem Herzen unbeschreibliche Freude. Ich bin begeistert über diesen jüngsten wirklich bedeutsamen Beweis des beständigen Schutzes des Allmächtigen und Seiner vielfältigen Segnungen für Seine innig geliebten und wertvollen Diener, die so heldenhaft für Seinen Glauben in diesem Land arbeiten. Obwohl mich das Schicksal, das einige von ihnen auf ihrem langen Leidensweg ereilt hat, stark betrübt, erkenne ich erfreut und dankbar, voll Stolz und Zufriedenheit, dass der Glaube selbst diese Feuerprobe überstanden hat und seine Widerstandsfähigkeit, seine Lebenskraft und seine Unbestechlichkeit über so einen entscheidenden Zeitraum der Belastung, des Leides und der Gefahr bewiesen hat. Die Aufgabe, vor der die siegreiche Gemeinde in Ihrem Land steht, ist, mit größter Geschwindigkeit und Energie seine Verwaltungsinstitutionen und vor allem seinen Nationalen Rat wieder aufzubauen. Ich werde unsere Glaubensbrüder in Ost und West um jede ihnen mögliche Unterstützung für den Wiederaufbau einer Gemeinde bitten, die dazu bestimmt ist, entsprechend der Verheißung ‘Abdu’l-Bahás, eine so lebenswichtige Rolle bei der künftigen Ausrichtung und Ausbreitung des weltweiten Glaubens Bahá’u’lláhs zu spielen. Ich werde alles tun, was ich kann, um ihr bei dieser Aufgabe zu helfen und sie bei der Erfüllung ihrer hohen Bestimmung zu unterstützen. Ich werde dafür den reichen Segen des Allmächtigen erbitten und darum flehen, dass ihr Einfluss wieder erstarke, ihre Mitgliederzahl wachse, ihre Tätigkeiten sich vervielfachen, ihre Finanzmittel sich entwickeln und ihre Mission sich erfülle.
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Ihr wahrer und dankbarer Bruder, Shoghi
8. April 1946
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Liebe Bahá’í-Freunde:
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eure liebevolle Nachricht an unseren geliebten Hüter brachte ihm große Freude und er hat mich beauftragt, euch in seinem Namen zu antworten.
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Wir alle wissen, wie finster und geistig tot die Welt heute ist und wie dringend sie der geistigen Führung bedarf. Allein die Bahá’í besitzen in der Botschaft Bahá’u’lláhs den Schlüssel zur Lösung der Probleme der Menschheit und da ein großer Teil der enormen Arbeit, die vor uns liegt, zwangsläufig von jungen Leuten geleistet werden muss, misst er den Tätigkeiten der Bahá’í-Jugend überall große Bedeutung bei.
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Er hofft, dass ihr alle intensiv die Lehren studieren werdet, da dies allein euch die Grundlagen verschafft, die Ihr für eure Dienste am Glauben benötigt. Auch solltet ihr jede Anstrengung unternehmen, damit sich eurer Leben von dem anderer junger Menschen eurer Generation unterscheidet, um so durch das Beispiel von Bahá’í-Tugenden und -Moral das Interesse und die Wertschätzung anderer zu gewinnen.
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Ihr könnt euch sicher sein, dass seine liebevollen Gebete für eure Führung und euren Schutz an den Heiligen Schreinen dargeboten werden. …
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Innig geliebte Freunde:
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Ich war so erfreut und dankbar eure höchst willkommene Botschaft zu erhalten und von der Wiederaufnahme eurer Tätigkeiten zu erfahren, denen ich die höchste Bedeutung beimesse. Ich werde aus tiefstem Herzen für euren Erfolg beten und bitte euch, so bald wie möglich mit der Bahá’í-Jugend in verschiedenen Teilen der Welt in Verbindung zu treten, die Bande, die euch miteinander vereinen, zu stärken und eng unter der Leitung eures Nationalen Rates zusammenzuarbeiten, sobald dieser gewählt ist. Möge der Geliebte euch segnen, stützen und zu allen Zeiten führen und Euer Handeln mit beachtlichem Erfolg krönen.
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Euer wahrer Bruder, Shoghi
4. Mai 1946
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Liebe Bahá’í-Freunde:
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Euer Brief vom 17. März (von dem Herr Eichenauer ebenfalls eine Kopie weiterleitete) ist bei unserem geliebten Hüter angekommen, und er hat mich beauftragt, euch in seinem Namen zu antworten.
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Er ist sehr darauf bedacht, dass überall die jungen Bahá’í ihre Kenntnisse über die Lehren, die Bahá’í-Gemeindeordnung und die Gesetze vertiefen und ein beispielhaftes Bahá’í-Leben führen, um sich so auf ihre Arbeit als Lehrer und als Verwalter der Sache vorzubereiten. Sie sind diejenigen, die in den ruhmreichen und schweren Tagen, die vor uns liegen, hart arbeiten werden und sie müssen sich jetzt vorbereiten, um ihren zukünftigen großen Verantwortungen und Pflichten gerecht zu werden.
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Er versichert euch allen, dass er für eure Dienste, euren Fortschritt und eure Entwicklung in den Heiligen Schreinen beten wird und er hegt große Hoffnungen für eure Zukunft …
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Liebe Mitarbeiter:
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Mein Herz frohlockte und meine Seele wurde erquickt von eurer höchst willkommenen Botschaft, unterzeichnet von so einer großen Anzahl entflammter, jugendlicher Mitarbeiter in so einem verheißungsvollen, durch unseren Geliebten so sehr gesegneten und so schwer durch die Wechselfälle des Krieges geprüften Land. Ihr seid, das versichere ich euch, oft in meinen Gedanken und Gebeten und ich hege die strahlendsten Hoffnungen für eure zukünftige Arbeit. Ihr seid, dessen bin ich sicher, dazu bestimmt, unvergessliche Siege sowohl in eurem Heimatland als auch auf dem europäischen Kontinent zu erringen und ihr solltet euch sorgfältig und geeint auf diese ruhmreiche Aufgabe vorbereiten. Macht beharrlich weiter, vergrößert eure Anstrengungen und seid versichert, dass der Geliebte euch allzeit segnen und unterstützen wird.
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Euer wahrer Bruder, Shoghi
30. Juli 1946
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