Textzusammenstellung | Bedeutung von Pflichtgebet und Fasten
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Die Bedeutung von Pflichtgebet und Fasten
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Eine Auswahl von Texten Bahá’u’lláhs und ʿAbdu’l-Bahás sowie Gebeten Bahá’u’lláhs
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Vorwort
f.1:1
Das Universale Haus der Gerechtigkeit hat in den vergangenen vier Jahren die erweiterte Anwendbarkeit der Gesetze Bahá’u’lláhs geprüft und beschlossen, dass es für alle Bahá’í unerlässlich ist, »ihr Bewusstsein dafür zu vertiefen, welche Segnungen die Gesetze zur Förderung des spirituellen Lebens des Gläubigen und damit der Gemeinde verleihen.«Universal House of Justice, 28. Dezember 1999, to the Bahá’ís of the World Q Zu diesen Gesetzen gehören Pflichtgebet und Fasten, die von der Gesegneten Schönheit als »zwei Schwingen für des Menschen Leben«Bahá’u’lláh, siehe Auszug 3:1 Q charakterisiert wurden.
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Für die vorliegende Auswahl neuer autorisierter Übersetzungen wurde das unendliche Meer der Originalschriften von Bahá’u’lláh und ‘Abdu’l-Bahá in Anspruch genommen. Sie beabsichtigt, das Verständnis der Gläubigen für die weitreichende Bedeutung dieser beiden großen Gesetze zu stärken.
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Mai 2000
Aus den Schriften Bahá’u’lláhs1.
1:1
Alles, was Wir in Unserem Buch niederlegten, ist fürwahr ein Beweis der Gnade für die, so an Gott, den Allmächtigen, den Beschützer, den Selbstbestehenden, glauben. Und Wir verordneten Pflichtgebet und Fasten damit alle Gott, dem Mächtigsten, dem Inniggeliebten, näher kommen. Diese beiden Gesetze haben Wir niedergeschrieben und jedes unumstößliche Gebot erläutert. Den Menschen verboten Wir, was sie weg von der Wahrheit leite und Wir geboten ihnen, was sie Ihm nahen lässt, dem Allmächtigen, dem Allliebenden. Sprich: Befolgt Gottes Gebote aus Liebe zu Seiner Schönheit und zählt nicht zu denen, die den Törichten und Verworfenen folgen.
2.
2:1
Aller Preis sei Gott, der das Gesetz des Pflichtgebets Seinen Dienern zur Mahnung offenbarte und ihnen das Fasten auferlegte, damit, wer sein Auskommen hat, vertraut werde mit dem Leid der Bedürftigen.
3.
3:1
Wer weder gute Werke vollbringt noch die Andacht verrichtet, der gleicht einem Baum, der keine Frucht trägt, und einem Tun, das keine Spuren hinterlässt. Wer die heilige Verzückung des Gebets kennt, wird nicht bereit sein, Andacht und Gotteslob für alle Schätze der Welt einzutauschen. Fasten und Pflichtgebet sind wie zwei Flügel für des Menschen Leben. Selig, wer sich mit ihrer Hilfe aufschwingt in den Himmel der Liebe Gottes, des Herrn aller Welten.
4.
4:1
Haltet euch an Pflichtgebet und Fasten. Wahrlich, die Religion Gottes gleicht dem Himmel: das Fasten ist seine Sonne und das Pflichtgebet sein Mond. Sie sind fürwahr die Pfeiler der Religion. Durch sie werden die Rechtschaffenen von denen unterschieden, die Sein Gebot übertreten. Wir flehen zu Gott, gepriesen und verherrlicht sei Er, alle gnädiglich zu befähigen das zu befolgen, was Er in Seinem urewigen Buch offenbarte.
5.
5:1
Wisse, die Religion gleicht dem Himmel, Fasten und Pflichtgebet der Sonne und dem Mond. Wir flehen zu Gott, gepriesen und verherrlicht sei Er, einem jeden gnädig zu helfen, der nach Seinem Willen und Wohlgefallen handelt.
6.
6:1
Seid nicht nachlässig mit Pflichtgebet und Fasten. Wer sie versäumt, war nie annehmbar in den Augen Gottes, noch wird er es jemals sein. Folgt unbedingt der Weisheit. Er hat wahrlich allen geboten das zu befolgen, was ihnen nützlich war und sein wird. Er ist in Wahrheit der Allgenügende, der Höchste.
7.
7:1
Solcherart ward das Pflichtgebet von der Feder des Allhöchsten herab gesandt, dass es die Herzen auflodern lässt und die Seelen und Gedanken der Menschen gefangen nimmt.
8.
8:1
Das Pflichtgebet wurde so offenbart, dass der, der es mit losgelöstem Herzen spricht, und sei es auch nur ein einziges Mal, sich der Welt gänzlich entrückt finden wird.
9.
9:1
O Mein Bruder! Wie erhaben, wie unermesslich erhaben kann das Gebot des täglichen Pflichtgebetes sein, wenn man durch Seine Gnade und liebende Güte fähig wird, es zu erfüllen. Wer das Pflichtgebet zu sprechen wünscht, der betrachte sich als von allem Erschaffenen gelöst, als völliges Nichts vor Gottes Willen. Nichts sehe er in der Welt des Seins, als Ihn allein. Dies ist der Zustand der Begünstigten Gottes und derer, die Ihm ganz ergeben sind. Wer solcherart das Pflichtgebet spricht, den zählen Gott und die erhabene Schar zu denen, die wahrhaft das Gebet darbringen.
10.
10:1
Zum Gehorsam gegenüber dem Gesetz gehört die Verrichtung des Pflichtgebets. Er, der Überbringer göttlicher Geheimnisse, hat es die Leiter zum Himmel genannt. Er sprach: »Das Pflichtgebet ist eine Leiter des Aufstiegs für den Gläubigen.«Eine Tradition, Imám ‘Alí zugeschriebenA In ihm sind unzählige Wirkungen und Gunstbezeigungen verborgen. In der Tat, es sind mehr, als man je zählen kann. Wie gleichgültig wäre ein Mensch, wie ungerecht sich selbst gegenüber, ließe er diese Himmelsleiter fahren und hielte sich fest an irdischen Schätzen. Wir hoffen, dass uns geholfen wird, reine und annehmbare Taten zu vollbringen. Wir flehen zu Gott, erhaben und verherrlicht sei Er, uns in dem zu bestätigen, was Er wünscht und was Ihm wohlgefällt und in allem, was uns Ihm nahe bringt. Wahrlich, Er ist der Starke, der Allmächtige, der die Gebete aller Menschen erhört.
11.
11:1
Später wurden neue Pflichtgebete offenbart, darunter das lange Pflichtgebet. Dieses sollte dann gesprochen werden, wenn man in Gebetsstimmung ist. Fürwahr, es ward solcherart offenbart, dass, spräche man es zu einem Felsen, sich dieser regte und begänne zu reden; und spräche man es zu einem Berg, dass der Berg sich bewegte und zerflösse. Wohl dem, der es spricht und Gottes Gebote erfüllt. Es genügt, eines dieser Gebete zu lesen.
12.
12:1
Wir flehen zu Gott Seinem Volk beizustehen, das größte und erhabenste Fasten zu halten. Es ward dazu bestimmt, ihre Augen vor Verbotenem zu schützen und sich Speise, Trank und all dessen zu enthalten, was nicht von Ihm ist. Wir beten zu Gott, Seine Geliebten zu bestätigen, damit sie erreichen, was ihnen an diesem Tage geboten ward.
13.
13:1
Gepriesen sei Er, der nach Seinem Wohlgefallen Gesetze offenbarte. Wahrlich, Er herrscht uneingeschränkt über alles, was Er wünscht. O Meine Freunde! Handelt nach dem, was euch im Buche verordnet ward. Das Fasten wurde euch bestimmt im Monat ‘Alá. Fastet um eures Herrn willen, des Mächtigen, des Höchsten. Zügelt euch von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. So lehrt euch der Geliebte der Menschheit, wie von Gott, dem Allmächtigen, dem Ungehinderten geheißen. Niemand darf die Grenzen überschreiten, die Gott und Sein Gesetz gezogen haben, keiner soll seinem eitlen Wahn folgen. Wohl dem, der Meine Gebote befolgt aus Liebe zu Meiner Schönheit, und wehe dem, der den Morgen der Befehlsgewalt missachtet in den Tagen seines Herrn, des Allmächtigen, des Allbezwingenden.
14.
14:1
Diese Nacht ist eine der Nächte der Fasten und die Zunge der Größe und Herrlichkeit verkündet zu dieser Stunde: Es ist kein Gott außer Mir, dem allmächtigen Beschützer, dem Selbstbestehenden. Wir haben wahrlich allen befohlen, in diesen Tagen das Fasten zu halten als Gnade für euch. Die Menschen aber bemerken es nicht, außer jenen, die Gottes Absicht begreifen, wie sie sich in Seinen Gesetzen offenbart, und Seine Weisheit erkennen, die alle Dinge durchdringt, sichtbar und unsichtbar. Sprich: Bei Gott! Sein Gesetz ist deine feste Burg, könntest du es doch verstehen. Wahrlich, Er hat dabei kein anderes Ziel, als die Seelen Seiner Diener zu erheben. Doch ach, die meisten Menschen bemerken es in ihrer Achtlosigkeit nicht. Haltet euch fest am Seil der Gesetze Gottes und folgt nicht jenen, die sich vom Buche abgewandt haben, denn wahrlich, sie haben sich Gott, dem Mächtigen, dem Geliebten, widersetzt.
15.
15:1
Dies sind die Tage des Fastens. Selig ist, wessen Liebe durch die Inbrunst des Fastens wächst und wer sich mit strahlender Freude erhebt, um würdige Taten zu vollbringen. Wahrlich, Er führt, wen immer Er will, auf den geraden Pfad.
16.
16:1
Fasten ist äußerlich betrachtet schwierig und mühsam; doch in Wirklichkeit ist es eine Gnade und führt zu innerer Ruhe. Läuterung und Erziehung sind nur die Folge solcher Exerzitien, die dem Buche Gottes entsprechen und durch das göttliche Gesetz bestätigt wurden, und nicht von dem, was Irregleitete dem Volke auferlegt haben. Was immer Gott offenbarte, entspricht der Seele. Wir bitten Ihn, dass Er uns gnädig beistehe zu tun, was Ihm gefällt.
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