Universales Haus der Gerechtigkeit | Botschaft vom 2009-03-18 Zu den geistigen und sozialen Aufgaben der Íránischen Bahá’í-Gemeinde in Abwesenheit der Yárán
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Das Universale Haus der Gerechtigkeit
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18. März 2009
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An die Gläubigen in der Wiege des Glaubens
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Innig geliebte Freunde,
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in dieser geheiligten Periode des Fastens sind unsere Herzen mit Sorge erfüllt angesichts der verstärkten Unterdrückung, die Ihre schwergeprüfte Gemeinde betroffen hat. Jedoch ist es eine Inspiration, Zeuge zu sein von der Widerstandskraft Ihres Geistes, und wir sind ermutigt durch die Zunahme geistiger Empfänglichkeit, die überall auf der Welt zu Tage tritt, nicht zuletzt in Ihrem Heimatland, und durch die Anhäufung von Erfolgen, welche der Glaube Gottes in allen Teilen des Planeten verbucht. Die zunehmende Unterstützung bei der Verteidigung Ihrer Rechte seitens der allgemeinen Bevölkerung ist ebenfalls ermutigend. Dadurch, dass Sie mit der Beendigung der gemeinsamen Tätigkeit der Yárán und der Khádimín einverstanden waren, haben Sie den Behörden einmal mehr bewiesen, dass Ihre Wege nicht die des Konflikts und des Streits sind. Was Sie suchen, ist lediglich die Freiheit, Ihrem Land und der Menschheit zu dienen, wie es die Prinzipien und Lehren Ihres Glaubens vorschreiben. Ihre Bereitwilligkeit, diese jüngste Einschränkung, die Ihrer Gemeinde auferlegt worden ist, anzunehmen, schließt selbstverständlich nicht ein, dass Sie in irgendeiner Weise davon Abstand nehmen, Ihre geistigen und sozialen Verantwortungen zu erfüllen.
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Denken Sie einen Augenblick über die Religionen der Vergangenheit nach, wie die Sache Gottes in jedem Zeitalter den Stürmen der Feindschaft und Gegnerschaft, die gegen sie gewütet haben, getrotzt hat, ganz gleich, wie heftig diese waren. Bedenken Sie ebenso, wie in dieser Sendung jeder Versuch, die Entwicklung des Glaubens zu unterdrücken, dessen Fortschritt weiter angespornt und unzählige Fähigkeiten in seinen erklärten Unterstützern freigesetzt hat. Gottes Wille hat von jeher so gewirkt, denn das Erscheinen des Frühlings ist bedingt durch die bitteren Winterstürme. ‘Abdu’l-Bahá sagt: „Das Weinen der Wolke lässt das Lächeln der Rose erscheinen, und das Grollen des Donners bereitet den Weg für den Gesang der Nachtigall. Die Intensität der Kälte bringt die Schönheit der Blüte hervor und der kalte Regen schmückt den Garten mit Blüten jeglicher Farbe.“
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Es ist in der Tat angebracht, dass sich die Gläubigen in diesen stürmischen Zeiten noch enger zusammenschließen, um einander zu stützen. Nun, da Sie den neuen Pfad betreten, der sich Ihnen öffnet, ist es wichtig, sich zwei Dinge vor Augen zu halten. Einerseits sollten Sie die Entscheidung der Yárán und der Khádimín respektieren, ihre gemeinsame Tätigkeit zu beenden. Andererseits – indem Sie Kraft gewinnen aus der schöpferischen Kraft des Bundes, beseelt sind von Ihrer unendlichen Liebe für Bahá’u’lláh und dem berühmten Beispiel folgen, das die Helden des Glaubens im Verlauf der letzten einhundertfünfundsechzig Jahre gesetzt haben – sollten Sie sich bemühen, Ihre geistigen und sozialen Angelegenheiten weiterzuführen und Ihre Bemühungen, Ihren Mitbürgern zu dienen, fortsetzen. Unser Vertrauen in dieser Hinsicht, das wir in unserer Botschaft vom 5. März 2009 ausgedrückt haben, ist noch weiter gestärkt worden nach dem Lesen der letzten Briefe von den Bahá’í-Jugendlichen im Iran und von den ehemaligen Khádimín von Kirmán.
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Geliebte Freunde: auf dem Pfad, den Sie nun beschreiten müssen, werden Geduld und Nachsicht das Schlachtross sein, das Sie vorwärts trägt; Vertrauen in Gott und Festigkeit in Seinem Bund werden das geistige Brot sein, das Sie nährt; Einheit und gegenseitige Unterstützung werden die Standarte sein, die Sie hochhalten; Bestätigungen aus dem Königreich werden der Schild sein, der Sie schützt; ein Land, in dem Frieden und Eintracht vorherrschen, wird die Bestimmung sein, die zu erreichen Sie sich bemühen; und Nähe zu Gott und ewiges Glück und Ehre werden der Lohn sein, den Sie erstreben. Stählen Sie daher Ihre Entschlossenheit und legen Sie das Gewand der Tapferkeit und Weisheit an. Drängen Sie vorwärts mit erneutem leidenschaftlichen Eifer, damit Sie das wahre Ziel des Lebens erreichen mögen und Schutz finden in dem göttlichen Nest, das auf dem himmlischen Baum beheimatet ist.
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Es ist erfreulich zu hören, dass die Beratung von Bahá’í-Familien untereinander, darüber, wie sie am besten ihre individuellen und sozialen Angelegenheiten weiterführen, sich weiter verbreitet hat. Die Beratung, so lebenswichtig für alle Aspekte des Bahá’í-Lebens, ist ein grundlegendes Prinzip des Glaubens. Ihre Anwendung beschränkt sich nicht auf die Arbeit von Bahá’í-Institutionen. Familien und Einzelne sind ebenfalls dazu angehalten, sie in allen Fragen anzuwenden. Sie sollten darauf vertrauen, dass das Vorantreiben des Prinzips der Beratung zwischen Bahá’í-Familien in hohem Maße dazu beitragen wird, den Reifegrad Ihrer Gemeinde zu erhöhen und deren Wirksamkeit zu stärken, sodass Sie im Stande sein werden, ein immer weiter gefächertes Angebot von Diensten erweisen zu können. Seien Sie einander eine Quelle der Ermutigung und Stütze und bemühen Sie sich, so viele Entscheidungen wie möglich zwischen Familien zu treffen. Bleiben Sie weiterhin standhaft bei der geistigen und moralischen Erziehung Ihrer Kinder und Ihrem Studium der Heiligen Schriften. Derart muss die Stärke Ihrer Solidarität sein, dass die Böswilligen machtlos sein werden, auch nur die geringste Uneinigkeit unter Ihnen zu stiften. Halten Sie sich auf dem Laufenden mit Nachrichten über die Aktivitäten Ihrer geistigen Brüder und Schwestern überall auf der Erde und lassen Sie nicht zu, dass die Beendigung der Tätigkeit der Yárán und der Khádimín ein Gefühl der Isolation in Ihnen aufkommen lässt. Außerdem sollten Sie nicht zögern, Kontakt mit uns aufzunehmen und wenn nötig Hilfe in Anspruch zu nehmen, sei es von Bahá’í-Institutionen in anderen Teilen der Welt oder von Freunden und Familienmitgliedern außerhalb des Iran.
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Tapfere Ritter in der Arena der Treue, wir gedenken Ihrer in den Heiligen Schreinen und beten, dass die Engel des Himmels zu Ihrer Hilfe herbeieilen mögen.
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[gezeichnet: Das Universale Haus der Gerechtigkeit]
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