Universales Haus der Gerechtigkeit | Riḍván Botschaft 2016
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Das Universale Haus der Gerechtigkeit
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Riḍván 2016
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An die Bahá’í der Welt
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Innig geliebte Freunde,
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mit dem Kommen des Königs der Feste ist die Zeit der Vorbereitung auf den nächsten globalen Plan abgeschlossen: Wir rufen nun die Freunde Gottes zu einem neuen fünfjährigen hingebungsvollen Einsatz auf, der Mut, Entschlossenheit und Ressourcen erfordert.
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Die Gemeinschaft von Bahá’u’lláhs Getreuen steht bereit. Institutionelle Tagungen, die auf der ganzen Welt in den vergangenen Monaten einberufen wurden, haben aufeinanderfolgende Signale des eifrigen Verlangens ausgesandt, dieses machtvolle Unternehmen zu beginnen. Die in der Botschaft an die Beraterkonferenz enthaltenen Erfordernisse werden bereits in entschiedene Handlungspläne eingebracht. Jahrzehnte heroischer Anstrengungen haben die Gemeinde geformt und sie mit einem großen Maß an bewährter Fähigkeit ausgestattet, um Wachstum zu fördern, und haben sie somit für diesen Moment gestählt. Insbesondere die letzten zwei Jahrzehnte haben diese lang ersehnte Zunahme an fundiertem Können merklich beschleunigt.
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Während dieser Zeit hat die Annahme eines sich herausbildenden Handlungsrahmens es den Freunden ermöglicht, wesentliche Fähigkeiten zunehmend zu entwickeln und zu verfeinern, was zunächst zu einfachen Taten des Dienstes führte, dann zu ausgefeilteren Handlungsmustern, die wiederum die Entwicklung von noch komplexeren Fähigkeiten erforderten. Auf diese Weise begann in Tausenden von Clustern ein systematischer Prozess, in dem fähige Mitarbeiter herangebildet und Gemeinden aufgebaut wurden – und der in vielen Clustern nun weit fortgeschritten ist. Der Schwerpunkt lag hierbei nicht nur auf dem einzelnen Gläubigen oder der Gemeinde oder den Institutionen des Glaubens; die drei untrennbaren Beteiligten an der Entwicklung der neuen Weltordnung werden alle von den geistigen Kräften, die durch die Entfaltung des Göttlichen Plans freigesetzt werden, belebt. Die Anzeichen für ihren Fortschritt lassen sich immer deutlicher erkennen: in dem Vertrauen, das unzählige Gläubige erworben haben, anderen Menschen Geschichten aus Bahá’u’lláhs Leben zu erzählen und über die Auswirkungen Seiner Offenbarung und Seines unvergleichlichen Bundes zu sprechen; in dem wachsenden Aufgebot von Seelen, die sich hierdurch zu Seiner Sache hingezogen fühlten und nun zur Verwirklichung Seiner vereinigenden Vision beitragen; in der Fähigkeit der Bahá’í und ihrer Freunde – direkt an der Basis der Gemeinde –, in beredten Worten ihre Erfahrungen innerhalb eines Prozesses zu beschreiben, der den Charakter wandeln und das soziale Leben gestalten kann; in den deutlich größeren Zahlen der Einheimischen in einem Land, die als Mitglieder von Bahá’í-Institutionen und Agenturen jetzt die Angelegenheiten ihrer Gemeinden leiten; im verlässlichen, großzügigen und aufopfernden Spenden für den Fonds, das so überaus wichtig ist, um den Fortschritt des Glaubens aufrechtzuerhalten; im beispiellosen Erblühen von individueller Initiative und von gemeinschaftlichem Handeln zur Unterstützung gemeindebildender Aktivitäten; in der Begeisterung so vieler selbstloser Seelen in der Blüte ihrer Jugend, die dieser Arbeit eine gewaltige Energie beisteuern, insbesondere, indem sie sich um die geistige Erziehung der jüngeren Generationen kümmern; in der Stärkung des andachtsvollen Wesens der Gemeinde durch regelmäßige Gebetsversammlungen; im Anstieg der Kapazität auf allen Ebenen der Bahá’í-Verwaltung; in der Bereitschaft der Institutionen, Agenturen und Einzelnen, in Prozessen zu denken, die sie umgebende Wirklichkeit zu deuten und ihre Ressourcen an den Orten, wo sie leben, einzuschätzen und auf dieser Grundlage Pläne zu machen; in der nunmehr vertrauten Dynamik von Studium, Beratung, Aktion und Reflexion, die eine instinktive Haltung des Lernens kultiviert hat; in der steigenden Wertschätzung dessen, was es bedeutet, die Lehren durch soziales Handeln in die Tat umzusetzen; in den sich vermehrenden Gelegenheiten, die gesucht und ergriffen werden, um eine Bahá’í-Sichtweise auf Themen einzubringen, die im Diskurs der Gesellschaft vorherrschen; in dem Bewusstsein einer globalen Gemeinschaft, dass sie in all ihren Bemühungen die Entstehung der göttlichen Zivilisation beschleunigt, indem sie die dem Glauben innewohnende gesellschaftsbildende Kraft hervorbringt; ja, in dem wachsenden Bewusstsein der Freunde, dass ihre Anstrengungen, inneren Wandel zu fördern, den Kreis der Einheit zu erweitern, mit anderen auf dem Feld des Dienstes zusammenzuarbeiten, Bevölkerungen zu helfen, Verantwortung für ihre eigene geistige, soziale und wirtschaftliche Entwicklung zu übernehmen – und durch all solche Anstrengungen die Besserung der Welt zu verwirklichen – das eigentliche Ziel von Religion zum Ausdruck bringen.
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Während sich die Gesamtheit der Fortschritte der Bahá’í-Gemeinde nicht durch eine einzelne Kenngröße erfassen lässt, kann dennoch viel aus der Zahl der Cluster weltweit, in denen ein Wachstumsprogramm etabliert wurde, abgeleitet werden; voll Dankbarkeit für die von der Abhá-Schönheit verliehenen Gnadengaben bestätigen wir, dass sie 5.000 übertroffen hat. Ein solch breites Fundament wie dieses war Voraussetzung dafür, die Aufgabe, der sich jetzt die Bahá’í-Welt gegenüber sieht, in Angriff zu nehmen – den Prozess des Wachstums in jedem Cluster, in dem er begonnen hat, zu stärken und ein bereicherndes Muster des Gemeindelebens weiter auszudehnen. Die erforderlichen Anstrengungen aufrechtzuerhalten wird mühevoll sein. Aber das Ergebnis hat das Potenzial, zutiefst bedeutsam, ja epochemachend zu sein. Kleine Schritte, falls regelmäßig und rasch ausgeführt, summieren sich zu einer großen Wegstrecke. Wenn sich die Freunde auf den Fortschritt konzentrieren, der in einem Cluster in der Anfangsphase gemacht werden muss – zum Beispiel in den sechs Zyklen vor der ersten der Zweihundertjahrfeiern –, werden sie viel dazu beitragen, ihr Ziel für die gesamten fünf Jahre in erreichbare Nähe zu bringen. Jeder Zyklus birgt schnell verfliegende Gelegenheiten für einen Schritt nach vorn, wertvolle Möglichkeiten, die nicht wiederkehren.
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In der Gesellschaft insgesamt mehren und verschlimmern sich unglücklicherweise die Symptome eines immer tieferen Leidens der Seele. Wie bemerkenswert ist es, dass – während die Völker der Welt leiden, da es ihnen am wahren Heilmittel gebricht, und sich sprunghaft einer falschen Hoffnung nach der anderen zuwenden – Sie gemeinsam ein Instrument verfeinern, das die Herzen mit dem Wort des ewigen Gottes verbindet. Wie bemerkenswert ist es, dass – inmitten der Kakophonie festgefügter Meinungen und gegensätzlicher Interessen, die überall heftiger wird – Sie sich darauf konzentrieren, Menschen zusammenzubringen, um Gemeinden aufzubauen, die Oasen der Einheit sind. Lassen Sie die Vorurteile und Feindseligkeiten der Welt, ohne sich in irgendeiner Weise von ihnen entmutigen zu lassen, zu Mahnungen werden, wie dringend Seelen überall um Sie herum den heilenden Balsam benötigen, den Sie allein ihnen darreichen können.
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Dies ist der letzte in einer Reihe von aufeinanderfolgenden Fünfjahresplänen. Sobald er beendet ist, eröffnet sich eine neue Phase der Entwicklung des Göttlichen Plans; sie wird die Gemeinde Bahá’u’lláhs in Richtung auf das dritte Jahrhundert der Bahá’í-Ära vorwärts bringen. Mögen die Freunde Gottes in jedem Land die Verheißung dieser wenigen vor uns liegenden Jahre zu schätzen wissen, die eine gründliche Vorbereitung für die künftigen, noch gewaltigeren Aufgaben sein werden. Das breite Betätigungsfeld des vorliegenden Plans ermöglicht es jedem Einzelnen, diese Arbeit zu unterstützen, wie bescheiden sein Anteil auch sein mag. Wir bitten Sie, geschätzte Mitarbeiter, die Sie Ihn, den Meistgeliebten der Welten, anbeten, keine Mühe zu scheuen, alles, was Sie gelernt haben und jede gottgegebene Fähigkeit und Fertigkeit, die Sie besitzen, dafür einzusetzen, den Fortschritt des Göttlichen Plans hin zu seiner nächsten wichtigen Phase zu fördern. Ihren eigenen glühenden Gebeten um himmlischen Beistand fügen wir die unsrigen hinzu, dargeboten in den Heiligen Schreinen, im Namen aller, die für diesen allumfassenden Glauben so hart arbeiten.
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[gezeichnet: Das Universale Haus der Gerechtigkeit]
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