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0_1Das Universale Haus der Gerechtigkeit0_2Riḍván 20260_3An die Bahá’í der Welt0_4Innig geliebte Freunde,1nun beginnt die zweite, größere Phase des Neunjahresplans. Wir sehen, wie die weltweite Bahá’í-Gemeinde in völligem Einklang und zu Recht zuversichtlich auf ihrem eingeschlagenen Kurs voranschreitet. Ihre Klarheit und Überzeugung sind unverkennbar. Ohne sich von den zunehmenden Turbulenzen in der Welt erschüttern zu lassen, konzentriert sie sich auf ihre heilige Mission. Wir freuen uns besonders darüber, dass neu bestätigte Gläubige eifrig ihren Platz im Feld des Dienstes und des Handelns neben denen einnehmen, die dem Glauben schon lange angehören. Cluster, die den dritten Meilenstein überschritten haben, erweisen sich als fruchtbarer Boden, auf dem reiche Erfahrungen geerntet und weiter verbreitet werden können. Und es freut uns zu sehen, wie die Freunde allerorten über unsere Botschaft an die im Dezember hier versammelten Berater reflektieren, und wie sie bei ihrer Planung und ihrem Handeln stetig auf deren Inhalt zurückgreifen.2Dieser zielgerichtete Geist zeigte sich besonders deutlich bei den institutionellen Tagungen, die weltweit einberufen wurden. Immer wieder haben die Berichte über diese Zusammenkünfte dasselbe Phänomen beschrieben: ein tiefgründiges, einsichtsreiches Gespräch, das eher auf direkten Erfahrungen beim Aufbau lebendiger Gemeinden beruht als auf Annahmen oder Theorie. Belebt wird dieses Gespräch durch den fortlaufenden Lernprozess an jedem Ort. Es ist durchdrungen von einem tieferen Verständnis für die Bedeutung der Bemühungen der Bahá’í-Gemeinde und für die Auswirkungen, die sie auf eine aufgewühlte Welt haben, die dringend Orientierung benötigt. Ein Gefühl der Verantwortung und Entschlossenheit ist weithin zu spüren, und das Bewusstsein für das Ausmaß der anstehenden Aufgabe ist ausgeprägt. Oft eröffnet dieses Gespräch eine zusätzliche, ergänzende Perspektive, die die Bemühungen von Gemeinden und Einzelnen nicht einfach als die Umsetzung von Programmen und Projekten betrachtet, sondern als die Kultivierung einer an den göttlichen Lehren orientierten Lebensweise – Handlungen, Interaktionen und Bestrebungen Gestalt verleihend.3Eben dieses ernsthafte Gespräch, welches das Bekenntnis zum Lernen widerspiegelt, wird in der gesamten Gemeinde vorangebracht – von der nationalen und regionalen Ebene bis hin zum Dorf und zur Nachbarschaft – und es findet in diversen Umfeldern statt, darunter bei Treffen, die von den Institutionen organisiert sind, sowie in anderen sich herausbildenden Räumen. Es wird sicherlich auch ein wesentliches Merkmal der Nationaltagungen sein. Wir freuen uns darauf zu beobachten, wie sich im Laufe der Entfaltung dieses Gesprächs Muster individuellen und kollektiven Handelns festigen und ausweiten. Wie immer ist auch dies ein Gespräch, das in ständig sich erweiternde Kreise von Freunden, Nachbarn sowie anderen Gleichgesinnten getragen werden sollte, die sich mit den Bemühungen um geistigen und materiellen Fortschritt identifizieren, der sich auf die Einheit der Menschheit gründet. Die Räume, die für die Ausweitung dieses Gesprächs geschaffen werden – ob spontan oder lange im Voraus geplant – sind ein Zeichen für eine sich vertiefende Verbindung mit der Gesellschaft, und wir hoffen, dass sie immer selbstverständlicher werden.4Viele Menschen in der Gesellschaft, die mit den Aktivitäten der Bahá’í an der Basis in Berührung kommen, sind von deren charakteristischen Merkmalen beeindruckt: Sie entspringen einer aufrichtigen Sorge um das Wohlergehen aller, sind auf Einheit und Dienst ausgerichtet und folgen klaren Prinzipien, jedoch ohne den Anspruch, auf jedes Problem eine unmittelbare Antwort zu haben. Im Geiste gemeinsamen Bemühens sind die Bahá’í bestrebt, mit anderen zusammenzuarbeiten und gemeinsam zu lernen; und in den Beziehungen, die sie zu denjenigen aufbauen, die in der Gesellschaft Positionen mit Autorität und Verantwortung innehaben, zeigen sie Ernsthaftigkeit und Klarsicht. Sie streben gesellschaftlichen Wandel an – ohne politische Ambitionen oder Eigeninteressen – und erkennen, dass es mit zunehmender Bekanntheit des Glaubens wichtig wird sicherzustellen, dass sein wahrer Charakter und seine Ziele gut verstanden werden. An vielen Orten bedeutet die zunehmende Vertiefung der Interaktionen der Gemeinde mit der Gesellschaft unweigerlich, dass es gilt, neue Situationen mit Umsicht zu bewältigen und neue Fragen zu beantworten, was die Gemeinde dazu zwingt, ihre eigenen Fähigkeiten weiterzuentwickeln. 5Wie wir in unserer Botschaft an die jüngste Beraterkonferenz dargelegt haben, war eine bedeutende Entwicklung der letzten vier Jahre das Hervortreten der Gemeinde als immer deutlicher sichtbarer Protagonist des Plans, ein Protagonist, der sich eigenständig organisiert, um bestimmte Bedürfnisse zu erfüllen und bestimmte Tätigkeitsbereiche voranzubringen, sich durch Formen der Zusammenarbeit gegenseitig zu unterstützen und zu lernen, innerhalb eines sich entwickelnden Handlungsrahmens immer wirksamer zu werden. Ein eindrucksvolles Beispiel hierfür sind Gruppen von Jugendlichen, die vor Ort zusammenarbeiten und ihre Altersgenossen zur Teilnahme ermutigen. Naturgemäß profitieren ihre Bemühungen enorm von der liebevollen Ermutigung und Führung durch die Institutionen; doch die Jugendlichen haben auch ihre Fähigkeit unter Beweis gestellt, Initiative zu ergreifen und fruchtbare Wege des Dienstes zu finden. Allzu oft finden ihre Bemühungen vor dem Hintergrund von Konflikten und Unruhen, wirtschaftlicher Ungleichheit und tiefen sozialen Spaltungen statt. Wir sehen die Herausforderungen, denen die Jugendlichen unter solchen Bedingungen gegenüberstehen, und wir sprechen ihnen unsere Anerkennung dafür aus, dass sie dem Impuls widerstehen, zu kritisieren und zu verurteilen, und stattdessen konstruktive Wege finden, diese gewaltigen Hindernisse zu umschiffen und darauf hinzuarbeiten, sie letztendlich zu überwinden.6Geliebte Freunde, wie turbulent die Zeiten auch sein mögen, bitten wir Sie inständig, nicht besorgt zu sein oder den Mut zu verlieren. ‘Abdu’l-Bahá rät uns allen, auf die Gnadengaben Gottes zu vertrauen und daher „immer hoffnungsvoll“ zu sein, in unserer Hoffnung „standhaft“ zu bleiben und „den verzweifelten Seelen zur Ursache der Hoffnung“ zu werden. Wenn sich die Horizonte der Welt verdunkeln, wird Hoffnung zu einem knappen und kostbaren Gut – jedoch zu einem, mit dem die Gemeinde des Größten Namens reichlich gesegnet ist, aufgrund ihrer Überzeugung hinsichtlich der Zukunft der Menschheit und aufgrund dessen, was sie aus eigener Erfahrung gelernt hat. Unzählige Menschen sehnen sich nach der Hoffnung, die Sie ihren Herzen bringen können.7Als leuchtendes Beispiel für eine Gemeinde, die seit langem die Flamme der Hoffnung bewahrt hat, blicken wir auf die ungerecht behandelten, doch stets geduldigen, standhaften und resilienten Anhänger Bahá’u’lláhs in der Wiege Seines Glaubens. Wie diszipliniert sind sie doch geblieben, wie sehr haben sie über Jahrzehnte unerbittlicher Unterdrückung hinweg an ihren Prinzipien festgehalten – und wie entschlossen waren sie, von den Fortschritten ihrer Mitgläubigen in anderen Ländern zu lernen, wie beherzt, ihren Mitbürgern in ihrem eigenen Land zu dienen und ihnen Trost zu spenden. Für so viele ihrer Landsleute waren und sind sie ein Leuchtfeuer der Hoffnung, eine Quelle des Mitgefühls und der Einsicht sowie vertrauenswürdige Begleiter auf dem Pfad des Dienens. In den vergangenen Wochen und Monaten waren diese Freunde, die uns so sehr am Herzen liegen, stets in unseren Gedanken und beständig in unseren Gebeten – wie auch sicherlich in den Ihren –, worin wir den All-Liebenden Herrn bitten, sie in der Umarmung Seiner zärtlichen Fürsorge zu bewahren.8Ihre eigenen Bemühungen, die Sache Gottes voranzubringen, stehen nicht weniger im Mittelpunkt der Gebete, die wir an der Heiligen Schwelle darbringen – besonders jetzt, zu Beginn der neuen Phase des Neunjahresplans. Sooft wir uns zu den Heiligen Schreinen begeben, flehen wir um göttliche Hilfe und Beistand für Ihre Anstrengungen und bitten um Standhaftigkeit und Kraft für Sie bei Ihren Mühen. Mögen Sie zügig handeln und begierig lernen, und mögen Ihnen alle Segnungen des himmlischen Reiches zuteilwerden.8_5[gezeichnet: Das Universale Haus der Gerechtigkeit]
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